Wli , £T2M Der Tropenpflanzer Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft Organ des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees Wirtschaftlicher Ausschufs der Deutschen Kolonialgesellschaft Herausgegeben von o. Warburg F. Wohltmann Berlin Halle a. S. XX. Jahrgang 1917 d (3g© Inhaltsverzeichnis. Die arabischen Ziffern geben die Seitenzahlen an. Die mit einem * versehenen Ziffern beziehen sich auf die Beihefte XVII, i bis 4, nämlich: Xr. 1 Dr. Theodor Walger, Die Coca. Ihre Geschichte, geographische Verbreitung und wirtschaftliche Bedeutung. Xr. 2/3. Dr. Otto Würtenb erger, Die Erdnuß (Arachis hypogaea). Ihre Geschichte, geographische Verbreitung und wirtschaftliche Bedeutung. Xr. 4. Emil Zimmermann, Die Bedeutung tropischer Ölfrüchte, insbesondere der Olpalme für die deutsche Wirtschaft. Acheta bimaculata d. G. 173. Achras sapota 268. Ackerbau, Der ■ — in Java siehe Auszüge und Mitteilungen 140. Acrida (Tryxalis) turrita L. 163. Acridium aegyptiacum L. 170. — . — lineatum S t ä 1 169. Acrotylus patruelis H.-S. 164. Adansonia digitata 267. A g 1 e marmelos 268. Ägypten, Baumwolle in — ■ siehe Auszüge und Mitteilungen 403, 510 bis 511. — .■ — , Tabakkultur in — siehe Auszüge und Mitteilungen 287. — . — , Tee in — siehe Auszüge und Mitteilungen 366. — . — , Zuckerindustrie — s siehe Auszüge und Mitteilungen 196. Ägyptens Getreidemangel siehe Auszüge und Mitteilungen 47/. — .— Landwirtschaft 133 bis 135. Ägyptische Baumwollernte siehe Auszüge und Mitteilungen 47, 150. Afrikanische Kompagnie A. G. 183. — . — Kriegsziele. Von Davis Trietsch siehe Neue Literatur 480. — . — Tierwelt. Von Fritz Bronsart v. Schellcndorff siehe Neue Lite- ratur 158. Agave a m e r i c a n a 267. Agrotis c-nigrum L. 208, 209. — . — s e g e t u m Schiff. 207. — . — spinif era Hübn. 208. — .— y p s i 1 o n Rott. 208. Agupflan Zungsgesellschaft 22. Aktiengesellschaft für überseeische Bauunterneh- mungen 80, 336. Alectryon excelsus 268. Alpaka, Zucht des — siehe Auszüge und Mitteilungen 405. Amerika, Zunahme der Baum Wollindustrie in — siehe Aus- züge und Mitteilungen 97. Tropenpflanzer 1917. 2 IV — A m c r i k a n i s c h e B au ni w o I 1 e r n t e siehe Auszüge und Mitteilungen 47. A in e r i k a s K ;i u t s c li ukei n f u h r siehe Auszüge und Mittei- lungen 96. A 111 in n i a k s a 1 z e u n d S a 1 p e 1 e r u n t e r B e n u t /. u n a des Lu f t s t i c k s toJ 1 e - siehe Auszüge und Mitteilungen 37. Amygdalus p er s ic a :68. Ananas s a t i vu s 2ON. \ n a naskultur i n den P h i 1 i p p i 11 e n siehe Auszüge und Mit- teilungen 195. \ n a r c a r d i u 111 Occidental e 268. Anatolische Industrie- u n d H a n d elsgesells c h .1 1 1 in. I). II. ig. A ii I) a u t I ä c li e u u n d E r n 1 e n rl e r P h i 1 i p p i n e 11 i 111 .1 a h r e 1914/15 428. Angorakaninchen-Wolie siehe Auszüge und Mitteilungen 154. A nob i u m i> a n i c e u in 264. A n o n a cherimol i a 268. Arabisches Gummi siehe Auszüge und Mitteilungen 97. Arachis h y p o a a c- a 268. . Die E r d 11 u ß ( — ). Ihre Geschichte, g e o u r a - l) h i s c h e V erbreitung und wirtschaftlic h e B e - deutung. Von Dr. Otto Würtenberger *78, *20i. A r ge n t i n i e n . P> a u m w o I 1 b a u i n siehe Auszüge und Mittei- lungen 202. — . — , D i e E r n t e - siehe Auszüge und Mitteilungen 140. , Q u eb r ac h o au s f u h r s siehe Auszüge und Mitteilungen 14t). — .— . VV o 1 1 e r z eu gu n g - 85, siehe Auszüge und Mitteilungen 294. Argentiniens Zuckerproduktio n siehe Auszüge und Mittei- lungen 28s, 516. Argentinische E r n 1 e s c h ä t /. u n u e n siehe Auszüge und Mit- teilungen M>. Getreideernte siehe Auszüge und Mitteilungen 471. — . — Maisernte äieh< Auszüge und Mitteilungen 283. Wolle siehe Auszüge und Mitteilungen 154. A r t oc a r i> u s i n c i s a 268. integrifolia 268. Asch an ti, Kakao in siehe Auszüge und Mitteilungen 92. A t 1 a c t ii in i> 1 i) h a a \> e r 1 a n s Karsch. 165. <• r e nu 1 a 1 a F . t66. Aus d< ut sehen Kolonien 24, 81, [30, 185, 229, 274, 315, 357, 389, 1_M. l'M. 507. A u - i r e mden Produktions g e biet e n 28, 8s, 133, [88, 232, 277, 318, 359. 390, J26, 46t., 509. Ausfuhr Abessinienj siehe Auszüge und Mitteilungen 513. a u s t ral isch e r W o I 1 e siehe Auszüge uw<\ Mitteilungen 104. — . . B r as i 1 i c n s I a n d w irtschaftlic li e r E r z e u gn i s s e iXS l»i- 190. des Kongos taati - äiehe Auszüge und Mitteilungen 90. des Kongostaates im Jahre [915 siehe Auszüge und Mit- teilungen 194. — V — Ausfuhr des Nyassalandes siehe Auszüge und Mitteilungen 430. — . — Perus siehe Auszüge und Mitteilungen 141. — . — Sierra Leones siehe Auszüge und Mitteilungen 394. — . — des Sudans siehe Auszüge und Mitteilungen 364. — . — von Uganda siehe Auszüge und Mitteilungen 431. Ausfuhrhandel der Goldküste siehe Auszüge und Mittei- lungen 90. Ausfuhrzölle auf Kautschuk siehe Auszüge und Mitteilungen 96. — . — in Nigeria siehe Auszüge und Mitteilungen 141. Ausfuhrprodukte, Neuere Südafrikas siehe Auszüge und Mitteilungen 35- Australien, Baumwollbau in — 42O bis 427. — . — , Bewässerungsanlagen in siehe Auszüge und Mittei- lungen 284. — . — , Zucker in siehe Auszüge und Mitteilungen 473. Australiens Zuckerein f u h r siehe Auszüge und Mitteilungen 40. A ustralisch e \Y eizenernte siehe Auszüge und Mitteilungen 472. A u s z ü g e und Mitteilunge n 34, qo, 140, 192, 240, 283, 322, 364, 304, 430, 471. 513- Automobile, Verdrängung englischer durch ameri- kanische in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 45. Automobilbau, Amerikanischer siehe Auszüge und Mittei- lungen 368. A u t o m o b i 1 i n d u s t r i e , Neue Ries e n g" e s e 1 1 s c h a f t in der — siehe Auszüge und Mitteilungen 96. — . — , Zunahme der — in Amerika siehe Auszüge und Mitteilungen 97. A v e r r h o a carambola 268. Amerika siehe Auszüge und Mittei- i 11 Tr a n s k a u k a s i e n siehe Auszüge siehe Auszüge und Mittei- i 11 \i u Ü 1 a 11 d siehe Aus- m W olle 188. Ägyptische — in hingen 332. Anbaufläche der und Mitteilungen 248. , Englands E i 11 f u h r v o n Roh — hingen 438. , Ernte und Verarbeit u ng v o n - züge und Mitteilungen 293. in Ägypten siehe Auszüge und Mitteilungen 403, 510 bis 511. in den Balkanländerri siehe Auszüge und Mitteilungen 43S. in China 277 bis 279. in England siehe Auszüge und Mitteilungen 247. im Kaukasus siehe Auszüge und Mitteilungen 438. in Korea siehe Auszüge und Mitteilungen 48. in Marokko siehe Auszüge und Mitteilungen 248. in Turkestan siehe Auszüge und Mitteilungen 477. in Uganda siehe Auszüge und Mitteilungen 332. in Zentralasien siehe Auszüge und Mitteilungen 47. , Indische • siehe Auszüge und Mitteilungen 150. , Jap a n s V e r b r a u c h an i n d i s c h e r siehe Auszüge und Mit- teilungen 48. — VI — Bau mwot'le, Nationaler Forschungsausschuß für- inEng- land siehe Auszüge und Mitteilungen 478. , Versuchsstation für — in Brasilien siehe Auszüge- und Mitteilungen 48. Baumwollanbau, Verminderung des —es in Ägypten siehe Auszüge und Mitteilungen 478. Baumwollbau. Englands Bestrebungen, den — Indiens zu heben siehe Auszüge und Mitteilungen 49- t Förderung des — es in Südafrika siehe Auszüge und Mit- teilungen 48. — .— , Gefährdung des —es in Turkestan siehe Auszüge und Mit- teilungen 149. ._ in Argentinien siehe Auszüge und Mitteilungen 202. — . — in Australien 426 bis 427. — . — in Bulgarien siehe Auszüge und Mitteilungen 293. — .— in Marokko siehe Auszüge und Mitteilungen 202. — . — im Sudan siehe Auszüge und Mitteilungen 203. _._, Sorten Verschiebung im — Ägyptens siehe Auszüge und Mitteilungen 369- — .— , Zunahme des süd- und ostasiatischen — es siehe Aus- züge und Mitteilungen 402. Baumwollbedarf, Der — Großbritanniens siehe Auszüge und Mitteilungen 49- B a u m w o 1 1 b e s t r e b u n g e n siehe Auszüge und Mitteilungen 294. Baumwollernte, Ägyptische — siehe Auszüge und Mitteilungen 47. ISO. — . — .Amerikanische — siehe Auszüge und Mitteilungen 47- - in den b r i t i s c h - a f r i k a n i s c h e n Kolonien siehe Auszüge und Mitteilungen 150. . — Britisch-Indiens siehe Auszüge und Mitteilungen 369. -, Indische — siehe Auszüge und Mitteilungen 248, 393, 437- -, L e t z t j ä h r i g e — in den Vereinigten Staaten siehe An- züge und Mitteilungen 247. der Vereinigten Staaten siehe Auszüge und Mitteilungen 437- - in Zentralasien 360 bis 361. — . — Ziliziens siehe Auszüge und Mitteilungen 149. B a u in w ollernten der britischen Kolonien Hein- Auszüge und Mitteilungen 48. Baumwolleinfuhr Englands siehe Auszüge und Mitteilungen 149, 201. B au in wol 1 h andbu ch , Deutsches - siehe Neue Literatur 53- B a u in Wollindustrie. B e t r i e b s e i 11 - c h r a n k u n g der eng- lischen - siehe Auszüge und Mitteilungen .4<>_'. — . — , Zu nah nie der in Amerika siehe Auszüge und Mittei- lungen <)~. . «Zunahme der japanischen siehe Auszüge und Mittei- lungen 203. Baum v o 1 1 k ap s e 1 n , Ernte geschlossener — in Amerika siehe Auszüge und Mitteilungen 202. B a U in wollku ltur in M o z a m b i k siehe Auszüge und Mitteilungen74°3- — VII — B au m \v o 1 1 m a ng e 1 , Folgen des — s Amerikas siehe Auszüge und Mitteilungen 292. Baunnvollmarkt, Der ägyptische siehe Auszüge und Mit- teilungen 332. — . — , Lage des amerikanischen — es 279 bis 280. Baumwollnot in England siehe Auszüge und Mitteilungen 522. Baum wollpreise, Riesige — siehe Auszüge und Mitteilungen 332. Baumwollsamenöl, Raffinieren von — siehe Auszüge und Mitteilungen 42. B a u m \v o 1 1 s a m e n ö 1 i n d u 5 t r i e im Ferghan agebiet 86. Baum wollsorgen. Englische — 319 bis 321. Baumwollstaaten, Befürchteter Arbeite rmangel in den — Amerikas siehe Auszüge und Mitteilungen 149. Baum w oll verbrauch der Vereinigten Staaten siehe Auszüge und Mitteilungen 149. — . — ■ im Jahre 1916/17 siehe Auszüge und Mitteilungen 292. — . — , Zunahme des — es der Vereinigten Staaten siehe Aus- züge und Mitteilungen 478. Baum w oll Versorgung, Englands — siehe Auszüge und Mittei- lungen 521. — . — , Russische — siehe Auszüge und Mitteilungen 248. Baum w oll waren, Indiens Schutzzoll auf — 237 bis 238. Baum w oll wurm, Bekämpfung des — s in Ägypten siehe Aus- züge und Mitteilungen 203. Beeren wachs, Südafrikanisches — siehe Auszüge und Mittei- lungen 436. Belgisch-Kongo. Geschichtliche, geographische und volkswirtschaftliche Studie. Von Dr. J. Wiese siehe Neue Literatur 53. Berberitzen als Zitrone nersatz siehe Auszüge und Mittei- lungen 473- Bertholletia excclsa 269. Bewässerungsanlagen in Australien siehe Auszüge und Mit- teilungen 284. Bismarck- Archipel, Die wirtschaftliche Lage des -s i m Jahre 1916. Blattkrankheit des Hevea- Kautschukbaumes in Guayana 87. Blighia sapida 269. Blumenzwiebel k u 1 t u r , Ungünstige Lage der hollän- dischen — siehe Auszüge und Mitteilungen 3^3- Board o f Trade, Abkommen des Imperial Institute mit dem — siehe Auszüge und Mitteilungen 141. Bode.nerosion in tropischen Gebieten. Ein zeitiges Wort der Warnung an deutsche Pflanzer. Von S. B. Unseburg 310 bis 3*3- Bödiker, Carl — & Co., Kommanditgesellschaft auf Ak- tie 11 228. Boehmeria nivea 266. Bohnenmilch, Fabrik für in Tsjangsja siehe Auszüge und Mitteilungen 288. — VIII — Bohnenmilch, Gewinnung von — in T s j a n g s j a siehe Auszüge und Mitteilungen 242. B r a c li y t r y p e s membranaceus D r u r y 171. Brasilien, B e i d e utsc h e n Br ü d e r n i in U r w a 1 d — s. Von Karl Grube siehe Neue Literatur 54. . , Holzschwellen aus - siehe Auszüge und Mitteilungen 51. — . — , Kaffee in siehe Auszüge und Mitteilungen 398. — . — . K a ffee-Ernte - - s siehe Auszüge und Mitteilungen 474- ._, Kautschukernte — s siehe Auszüge und Mitteilungen 46. — . — , Kautschuk-Valorisation in — siehe Auszüge und Mittei- lungen 44- . .Lage des Kaffeebaues in siehe Auszüge und Mittei- lungen 5I7> — . — , Pf 1 an /. e n färbst o f f e in — siehe Auszüge und Mitteilungen 146. . Vit s u c h s s t a t i o n für Bau in wolle in — siehe Auszüge und Mitteilungen 48. — . — . Zuckerindustrie in — siehe Auszüge und Mitteilungen 325. -. — , Z u n e h 111 ende Fleischausfuhr — s siehe Auszüge und Mit- teilungen 472. Brasilianisc h e B a n k f ü r Deutschland 1916 183. -.— Kautschukaus f u h r über V a r a siehe Auszüge und Mittei- lungen 148. Brasilianisches Gefrierfleisc h siehe Auszüge und Mittei- lungen 285. Brasil i ! en s A u s f u h r 1 a n d wirtschaftlicher Erzeugnis! e 188 bis 190. — .— Außenhandel siehe Auszüge und Mitteilungen 471. Brennessel-Industrie, Dänische — siehe Auszüge und Mit- teilungen 438. Brennesselkultur in Berlin siehe Auszüge und Mitteilungen 151. in Osterreich siehe Auszüge und Mitteilungen 98. British C o 1 1 o n Growing Association, Arbeit der — siehe Auszüge und Mitteilungen 308, 402. Britisch-Indien, Ruhr z u c k er in — siehe Auszüge und Mittei- lungen 515. . . Baumwollernte -s siehe Auszüge und Mitteilungen 369. B u c h ein, S p e i s e ö 1 aus — 89 bis 90. Bulgarien, Reisbau in -- siehe Auszüge und Mitteilungen [93. -. — , Seidenbau in — siehe Auszüge und Mitteilungen 99. Burma, Reis in — siehe Auszüge und Mitteilungen 323. B 11 t t e r . Halt b a r in a c h u n g V O n — siehe Auszüge und Mittei- lungen 288. I'. utteraustuhr, Entwicklung der s i b i r i s c h e n — siehe Aus- züge und Mitteilungen 93. ' a 1 a n d r a r > /. a e L. 264. 1 al o s om a i m b r i c a t u m Klg. 212. — . — inquisitor L. 212. < ' a 1 y p t a in US Italiens 374. I .1 r i c a i> a i> a y a IX C a s a Grande Zuckerplantagen-Aktien g e seil s c h a f t 78. C a s s i a f i s t u 1 a 269. C a t a 11 1 o p s melanosticus Schaum. 168, 169. — . — opulehtus Karsch 168, 169. — . — ■ solitärius Karsch 168, 169. — . — vittipes Sauss. 168. Ceylon, Der Einfluß des Krieges auf einige wichtige Erzeugnisse — s und anderer Kolonien. V< >n Ch. Böhringer 255 bis 258. — . — , K o k o s n u ß ö 1 - A u s f u h r von siehe Auszüge und Mittei- lungen 41. — . — , Palm zuck er aus — siehe Auszüge und Mitteilungen 241. — . — , K a u t s c h u k a u s f u h r — s siehe Auszüge und Mitteilungen 4&. 245. C h a 1 c i s o v a t a S'ay 218. Chile, Salpetergewinnung in - im Jahre 1916 135 bis 136. China, Bau m w olle in — 277 bis 279. Chinesische Seide siehe Auszüge und Mitteilungen 405. Chinin in Java 427 bis 428. Ch i n i n e r z e u gu n g in J a v a siehe Auszüge und Mitteilungen 43. Chiningewinnung in N i e (\ e r 1 ä n d i s c h - I 11 d i e 11 233 bis 234. C h 1 o r i d e a o b s o 1 e t a F. 213, 218. C h o c o 1 a - P 1 a n t a g e n g c s e 1 1 s c h a t t 226. Chrysobalanus icaco 269. Chrysophyllum c a i n i t o 260. C i t f u s aurantium 269. Clausena w a m p i 269. C o c a , Die — , ihre Geschichte, geographische Verbrei- tung und wirtschaftliche Bedeutung. Von Dr. Theodor Walger *i bis ' :: 77. C o m p a n i a R u r a 1 Bremen, Aktiengesellschaft 79. C o n v o 1 v u 1 u s a r v e h s i s 261. C o r d i a m y x a 269. Cosmorrhyssa f a s c i a t a Thunb. 164. Cucumis citrullus 269. — .— m e 1 o 269. h r e 1915 siehe Auszüge und Mit Dermes'tes v u 1 p i n u s F. 264. Deutschland, Ernte — ■ s im teilungen 34. — . — , Flachsbau in — siehe Auszüge und Mitteilungen ISO. Deutsch-Levantinische B a u m w o 1 1 g e s e 1 1 s c h a f t m — . Niederländische Telegtapheng e s e 1 1 s c h a f t . G e s. 423, 504. — . — ■ -Ostafrika 493 ff. . — , De z i m i e r u n g des V i e h b e s t a nde s — s 358. •. — , Kriegsindustrie in — 507 bis 508. . — , Die Kriegswirtschaft in — 424 bis 42O. . . — , Mitteilungen aus — 231. . — , Neues aus — 130 bis 131. . b. H. 18. Ak t.- — X — Deutsch-Ostafrika, Zivilgefangene in — 275 bis 276. — . Ostafrikanische Gesellschaft 46 1 . — . . — Küstenland, Das — und die vorgelagerten In- seln. Von Dr. ].. Werth siehe Neue Literatur 336. — . Südwestafrika 457 ff. .—, Aus — 186. . — . Englische Beurteilung — s 389. . — , Neues aus — 276. — . Südamerikanische Telegraphengesellschaft A. * i . 505. Deutsche Kabelwerke Aktiengesellschaft 274, 423, 506. — .— Kolonial-Eisenbahn-Bau- und Betricbs-Gesell- schaft 314. — . — Land wirtschaftsgesellschaft 28. — .— Palästina-Bank 388. — . — Togogesellschaft 21. -. — überseeische Bank 462. Diamanten, Versteigerung südwestafrikanisch e'r — in London 26. Diamantenregie des südwestafrikanischen Schutz- gebietes 314. Diospyros k a k i (sinensis) 269. D o r y a 1 i s rhamnoides 269. — . — rotundifolia 269. Düngemittel, Fehlen von — 11 in F r a n k r e i c h siehe Auszüge und Mitteilungen 36. Dur'io zibethinus 2G9. E b enhol z , Rosenholz und — in S i a m siehe Auszüge und Mit- teilungen 51. Ecuadors Kakaohandel siehe Auszüge und Mitteilungen 286. E i e 1 a 11 -fuhr aus S ü d a f r i k a siehe Auszüge und Mitteilungen 514. gl an d , B a u m w olle in — siehe Auszüge und Mitteilungen 2 \y. — .— , B a u in \v oll ei n 1 u h r -- s siehe Auszüge und Mitteilungen 149, 201. — . — , Die Grubenholzfrage in - siehe Auszüge und Mitteilungen 99- — . — , Juteindustrie — s siehe Auszüge und Mitteilungen 249. — .— - als Kakao markt 138 bis 139. . , Kautschukmarkt in — siehe Auszüge und Mitteilungen 246. England-! Gr. u benholz einfuhr siehe Auszüge und Mitteilungen 295. — .— Landwirtschaft im Jahre 1916 190 bis [91. — .— Z u c k e r b e d a r f 280 bis 282. E n t s c h ä d i g u n g - i r a g e , Die 1 a ndwirtsc h a f 1 1 i c h e — in u n s e r e n K ol o ni e n , besonders für trop i s c li < Pflanzungen. Von ( '. Ladewig 11 bis 18. Erdnuß, Die < A r a e h i s h y p o g a e a), ihre Geschichte, v. e g r a p h i s c h e V q r b r c i t u n g und wirtschaft- liche Bedeutung. Von Dr. Otto Würtenberger *78 bi^ + j( ) 1 . E 1 d n u B k u I t u r in d e n V er einig t e n S 1 a a 1 e n siehe Auszüge und Mitteilungen 145. — XI — Erdnußöl in den Vereinigten Staaten siehe Auszüge und Mit- teilungen 92. Erdnüsse in China siehe Auszüge und Mitteilungen 475. — .— in Senegarabien siehe Auszüge und Mitteilungen 475. Eriobotrya japonica 269. Ernte, Die ■ — Argentiniens siehe Auszüge und Mitteilungen 140. — . — ■ Deutschlands im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 34. — . — , R u m ä n i e 11 s — im Jahre 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 35. Ernten, Anbauflächen und — ■ der Philippinen im Jahre 1914/15 428. Ernteaussichten in Argentinien siehe Auszüge und Mittei- lungen 514. E r n t e s c h ä t z u n g e n , Argentinische siehe Auszüge und Mit- teilungen 36. Ersatzfuttermittel siehe Auszüge und Mitteilungen 241. Esparto als Seilermaterial siehe Auszüge und Mitteilungen 249. Eugenia costaricensis 269. E u m e 11 e s maxillosa F. 213. Euplectrus comstockii How. 218. Euprepocnemis guineensis Krauß 171. E u x o a (S a a t e u 1 e) 207. Färbung, Künstliche — des Holzes lebender Bäume siehe Auszüge und Mitteilungen 51. Fäulnis, Schutz von Holz gegen — durch elektrische Be- handlung siehe Auszüge und Mitteilungen 155. Farbstoffe, Mangel an — n in England siehe Auszüge und Mit- teilungen 401. — . — . Pflanzliche — siehe Auszüge und Mitteilungen 198. — .— aus Sulfitablaugc siehe Auszüge und Mitteilungen 289. Faser, Ersatz-— aus Rohrkolben siehe Auszüge und Mittei- lungen 51. — . — aus Torf siehe Auszüge und Mitteilungen 50. Fasern aus M a i b 1 u m e n b 1 ä t t e r n siehe Auszüge und Mittei- lungen 439. Faserausfuhr, Javanische — siehe Auszüge und Mitteilungen 205. Fas er gewinnung aus Nessel ab fällen siehe Auszüge und Mit- teilungen 479. Faserstoffe 66. — . — , Ersatz 136 bis 138. Fat u ran als Ersatz von Hartgummi siehe Auszüge und Mit- teilungen 477. F e r o nia e 1 e p h a 11 t u m 269. Fett und E i \v e i ß aus G e t r e i d e siehe Auszüge und Mitteilungen 232. Fette aus Braunkohlen siehe Auszüge und Mitteilungen 245. Fetthefe siehe Auszüge und Mitteilungen 146. Fett not, Maßregeln gegen die siehe Auszüge und Mittei- lungen 94. Ficus carica 270. Flachs, Ägyptischer siehe Auszüge und Mitteilungen 403. Tropenpflanzer 1917. — XII — Flachs, Korschungsstelle für — und Hanf siehe Auszüge und Mitteilungen 403. — . — und Hanf in Frankreich siehe Auszüge und Mitteilungen 50. — . — in Rußland siehe Auszüge und Mitteilungen 204. Flachsbau in Deutschland siehe Auszüge und Mitteilungen 150. — .— , Deutschlands Bedeutung für den russischen — siehe Auszüge und Mitteilungen 439- — .— in Japan siehe Auszüge und Mitteilungen 439. — . — in den Niederlanden siehe Auszüge und Mitteilungen 98. — .— in Rußland, Der — 30 bis 31. — .— , Unterstützung des deutschen — es siehe Auszüge und Mitteilungen 333- — . — .Zunahme des deutschen es siehe Auszüge und Mittei- lungen 204. Flachsernte, Russische — siehe Auszüge und Mitteilungen 370. Flachsindustrie, Niedergang der belgischen — siehe Aus- züge und Mitteilungen 98. F 1 a c hsspinner, Kampf der irischen — - mit den Flachs- bauern siehe Auszüge und Mitteilungen 49. F 1 a c o u r t i a ruka m 270. Fleischausführ, Zunehmende Brasiliens siehe Auszüge und Mitteilungen 472. Fordsche Kraftwagenfabrik, Riesenerzeugung der — n — siehe Auszüge und Mitteilungen 437. F ordschlepper 363. F o r d-T r alt t o r e n siehe Auszüge und Mitteilungen 477- lorestal Land, Timber and Railways Company Limited, The — -. Von Oberleutnant Poeschel 339 bis 355. Fossiler Wald von Kauri lichten siehe Auszüge und Mittei- lungen 101. J' rankreich, F e h 1 e n v o n D ü n gemittein in — siehe Auszüge und Mitteilungen 36. — . — , Flachs und Hanf in — siehe Auszüge und Mitteilungen SO. . R ü c k g a ng der Seh a fzucht in siehe Auszüge und Mit- teilungen 51. . , K ü c k g a n g des Zuckerrii b e n b a u e s in — siehe Auszüge und Mitteilungen 143. . , Weinernte — s siehe Auszüge und Mitteilungen 38, 91, 195. F r u c h 1 a u s 1 u h r 1 t a l i e n s nach der Seh w e i /. siehe Auszüge und Mitteilungen 38. F r n c li 1 k b n s e r v e n i 11 rl u S t r i c in Guate in a 1 a siehe Auszüge und Mitteilungen 43-'. ( . a d j a ■ 1 ' ) 1 a n z u n g s A k t i e n g e * e 1 1 s c h a f t 23. G a s t r i m a r g u - ra a r m o r a t u s Thunb. 163. w ah 1 b e r gi Stä] 164. frier fl ei ch , Brasil i a n i s c h e s iehe Auszüge und Mit- tcilungen 285. , 1 bei seeisches äiehe Auszüge und Mitteilungen 194. G e n i p a brasiliensis -270. — XIII — ■Genußmittel, Vorräte an — n in England siehe Auszüge und Mitteilungen 365. — . — , Vorräte an kolonialen ■ — n in Großbritannien siehe Auszüge und Mitteilungen 432. •Gerbstoffabrik in Norwegen siehe Auszüge und Mitteilungen 44. G e r b s t o f f g e w i n n u n g in Bayern siehe Auszüge u. Mitteilungen 44. Gerste siehe Auszüge und Mitteilungen 193. Getreide, Brot 64. — . — , Fett und Eiweiß aus ■ — siehe Auszüge und Mitteilungen 323. — .— , Futter 64. •Getreidebedarf, Italiens — siehe Auszüge und Mitteilungen 240. Getreideernte, Argentinische — siehe Auszüge und Mittei- lungen 471- Getreidekeime, Öl aus -n 31 bis 32, siehe Auszüge und Mittei- lungen 243. Getreidemangel, Ägyptens — siehe Auszüge und Mitteilungen 471. Getreideproduktion, Rückgang d'er Brot Frank- reichs siehe Auszüge und Mitteilungen 472. Getreide- Welter nte im Jahre 1916 87 bis 88. Gnorimo schema heliopa Lwr. 220. Goldküste, Ausfuhrhandel der siehe Auszüge und Mittei- lungen 90. — . — , Kakaoausfuhr der — siehe Auszüge und Mitteilungen 286. — . — , Kautschukausfuhr der britischen — siehe Auszüge und Mitteilungen 147- Gonocephalum simplex Gerst. 259. Grasmehl, Luzerne- und — als Brotstreckung sm i t t e 1 siehe Auszüge und Mitteilungen 323. Großbritannien, Der Baum wollbedarf — s siehe Auszüge und Mitteilungen 49. Grubenholzfrage, Die — in England siehe Auszüge und Mit- teilungen 99; Gryllotalpa africana Pal. de Beauv. 173. Guatemala Plantagen-Gesellschaft 128. Gummi, Arabisches — siehe Auszüge und Mitteilungen 97. — . — , Faturan als Ersatz von Hart siehe Auszüge und Mit- teilungen 477. Gummiausfuhr des Sudans siehe Auszüge und Mitteilungen .289. G u t t a p e r c h a - K u 1 t u r siehe Auszüge und Mitteilungen 368. Gyna capucina Gerst. 163. Hafer siehe Auszüge und Mitteilungen 193. Haifa für Frankreich siehe Auszüge und Mitteilungen 404. — . — für die französische Papierindustrie siehe Auszüge und Mitteilungen 334- — .— in Algier siehe Auszüge und Mitteilungen 205. — . — in Tunis siehe Auszüge und Mitteilungen 153. Hancornia speciosa 270. Handel, Britische Ansichten über den w e s t a f r i k a n i - sehen — 319. — XIV — Hanf. Flache und — in Frankreich siehe Auszüge und Mittei- lungen 50. — . — . Forschungsstelle für Flachs und — siehe Auszüge und Mitteilungen 403. — .— . Neuseeländischer — siehe Auszüge und Mitteilungen 249. Hanf aus fuhr Italiens siehe Auszüge und Mitteilungen 151. — . — — . — nach der Schweiz siehe Auszüge und Mitteilungen 50. Hanfeibisch, Kultur des — siehe Auszüge und Mitteilungen 294. Hartfasern, Mexiko als Land für — 359. Harz. Deutsches — und Terpentin siehe Auszüge und Mittei- lungen 289. — . — . Flüssiges schwedisches — siehe Auszüge und Mitteilungen 44. — .— und Terpentin siehe Auszüge und Mitteilungen 94. — •• — — • — Terpentingewinnung in Österreich siehe Auszüge und Mitteilungen 366. — - — — - — ■ Terpentinöl in Nordamerika siehe Auszüge und Mitteilungen 43. Harzgewinnung in Polen siehe Auszüge und Mitteilungen 199. — .— im Potsdamer Forst siehe Auszüge und Mitteilungen 94. — . — in Schlesien siehe Auszüge und Mitteilungen 247. Harzindustrie in Ungarn siehe Auszüge und Mitteilungen 147. Haselnüsse. Türkische — siehe Auszüge und Mitteilungen 365. Haustiere. Mitteilungen über die Rassen der wichtig- sten — in Afrika. Von Dr. Kürchhoff 410 bis 421. Hau.-tierzucht in den Tropen und Subtropen. Von K. Schröter siehe Neue Literatur 441. Hayop (Dutch Borneo Rubber Estates Li m.), T h e — 23. Heliothis armigera Hbn. 216. Henna- Anbau in Nordafrika siehe Auszüge und Mitteilungen 289. Heteropternis couloniana Sauss 164. Heuschrecke. Feld 168. — . — . Stink 166. Heuschrecken 160 ff. — . — . Catantops — - 168. — . — . Chrotogenus 166. Heuschreckenbekämpfung. Zusammenfassender Be- richt über die — in Anatolien, Syrien und Pa- lästina im Jahre 1916. Von Reg.-Rat Bücher 373 bis 387. Hevea-Kautschukbaum. Blattkrankheit des — es in G u a y a n a 87. — . Krebs, Untersuchungen über den — siehe Auszüge und teilungen 246. — . — , Zapf versuche bei — siehe Auszüge und Mitteilungen 200. Hollands Kakaohandel während des Krieges 191 bis 192. Holz, Aceton -und Essigsäure aus — siehe Auszüge und Mit teilungen 296. — • — , Engla- iruben holzein fuhr siehe Auszüge und Mittei- lungen 295. — . — . Künstliche Färbung des — es lebender Bäume siehe szüge und Mitteilungen 51. — XV — Holz, Künstliche Trocknung von — siehe Auszüge und Mittei- lungen 297. — . — -, Künstliches — aus Laub siehe Auszüge und Mitteilungen 335- — . — . Mangel an Hartholz in England siehe Auszüge und Mit- teilungen 441. — . — , Schnellreifung des — es siehe Auszüge und Mitteilungen 100. — . — , Schutz von — gegen Fäulnis durch elektrische Be- handlung siehe Auszüge und Mitteilungen 155. Holzbedarf. Amerikanischer — für den Krieg siehe Aus- züge und Mitteilungen 441. Holzlieferanten, Die Vereinigten Staaten als — siehe Ar. - züge und Mitteilungen 52. Holzmangel in England siehe Auszüge und Mitteilungen 296. Holznot in Italien siehe Auszüge und Mitteilungen 250. — . — . Zunehmende Gruben in England siehe Auszüge und Mitteilungen 250. — . — . Zunehmende — in England siehe Auszüge und Mitteilungen 335- Holzöl siehe Auszüge und Mitteilungen 366. Holzölerzeugung in China siehe Auszüge und Mitteilungen 436. Holzschwellen aus Brasilien siehe Auszüge und Mitteilungen 51. Holzwolle siehe Auszüge und Mitteilungen 155. — . — als Packpapier siehe Auszüge und Mitteilungen 52. Hölzer, Alters färbung von — n siehe Auszüge und Mitteilungen 297. Hopfen in Ungarn siehe Auszüge und Mitteilungen 43. Hornersatz siehe Auszüge und Mitteilungen 401. Ho venia dulcis 270. Hülsenfrüchte 65. Icerya purchasi 220. Imperial Institute, Abkommen des — mit dem Board 01 Trade siehe Auszüge und Mitteilungen 141. Indien. Indigobau in — siehe Auszüge und Mitteilungen 147. — . — , Jute in — ?iehe Auszüge und Mitteilungen 151. — . — . Juteausfuhr — -s siehe Auszüge und Mitteilungen _T" — . — . Reis in — siehe Auszüge und Mitteilungen 431. --. — . Weizenernte — s siehe Auszüge und Mitteilungen 472. — . — . Zunahme des Indigoanbaues in — siehe Auszüge und Mit- teilungen 329. Indigo in Peru siehe Auszüge und Mitteilungen 436. Indigoanbau, Zunahme de.- — es in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 3-29- Indigobau in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 147. Indische Baumwollernte siehe Auszüge und Mitteilungen 248 — . — — . — 1916 1917 siehe Auszüge und Mitteilungen 437. — . — C u 1 t u u r A 1 m a h a k (met Supplement) v o o r 191 7. Von , Dr. A. H. Berkhout en Dr. H. C. Prinsen Geerlings siehe Neue Literatur 102. — . — Juteernte siehe Auszüge und Mitteilungen 50. — XVI — Indische öl saatausfuhr siehe Auszüge und Mitteilungen 476. Indischer Weizen siehe Auszüge und Mitteilungen 322. Indochina, Kautschukkultur in — siehe Auszüge und Mittei- lungen 246. — . — , ölerzeugung in — siehe Auszüge und Mitteilungen 145. — ._, Reis in — siehe Auszüge und Mitteilungen 283. — . — , Reisausfuhr — s siehe Auszüge und Mitteilungen 431. — . — .Teekultur in — s siehe Auszüge und Mitteilungen 434- Italien, Fruchtausfuhr — s nach der Schweiz siehe Auszüge und Mitteilungen 38. . , Hanf ausfuhr — s siehe Auszüge und Mitteilungen 151. — . — , — . — — s nach der Schweiz siehe Auszüge und Mitteilungen 50. Italiens Getreidebedarf siehe Auszüge und Mitteilungen 240. Jaluitgesellschaft 25, 422. Jamaika, Wirtschaftliche Lage — s siehe Auszüge und Mittei- lungen 284. Jamaika, Zunehmender Z u ck'e r r o h r a nb a u in — siehe Aus- züge und Mitteilungen 143. Japan, Flachsbau in — siehe Auszüge und Mitteilungen 43g. — . — , Zuckerindustrie — s siehe Auszüge und Mitteilungen 432. Japans B a u m w o 1 1 b e s t r c b u n g e n siehe Auszüge und Mittei hingen 294. — .— L a ck i n du s t r i e siehe Auszüge und Mitteilungen 147, 329. — . — Verbrauch an indischer Baumwoll e siehe Auszüge und Mitteilungen 48. Java, Der Ackerbau in — siehe Auszüge und .Mitteilungen [40. -, Chinin in — 427 bis 428. .— , Chininerzeugung in — siehe Auszüge und Mitteilungen 43. --Jute siehe Auszüge und Mitteilungen 370. . — , Kautschuk in — siehe Auszüge und Mitteilungen 246. -, Kopra von — siehe Auszüge und Mitteilungen 435. , Rohrzucker in — 392. , Tapiocaausfuhr --s siehe Auszüge und Mitteilungen 142. . Zuckervorräte in — siehe Auszüge und Mitteilungen 473- Javas Zuck er ernte siehe Auszüge und Mitteilungen 2S5. Jute in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 151. Jute ausfuhr Indien- siehe Auszüge und Mitteilungen 478. — .— -, Indische — siehe Auszüge und Mitteilungen 204. Jutebedarf der Welt siehe Auszüge und Mitteilungen 333. — .— während des Krieges siehe Auszüge und Mitteilungen 50. Jute ernte, Indische — siehe Auszüge und Mitteilungen 50. J 11 t e e r s atz, W a [ t h er i a a in e r i e a 11 a als — 429 bis 430. Juteindustrie Englands siehe Auszüge und Mitteilungen 249. . . L a h in 1 1 g ung der h o 1 1 ä n d i s c h c n sieht Auszüge und Mitteilungen 99. Jute. Java siehe Auszüge und Mitteilungen 370. J u t e in a r k t . Lage des — es siehe Auszüge und Mitteilungen 403. Kalt e 111 a s c h i 11 e 11 , Klein siehe Auszüge und Mitteilungen 396. K a f f e e )88, 509. — XVII Kaffee in Brasilien siehe Auszüge und Mitteilungen 398. — . — in England siehe Auszüge und Mitteilungen 3-26. — . — in Frankreich siehe Auszüge und Mitteilungen 517. — . — , Tee, Kakao und Tabak in England siehe Auszüge und Mit- teilungen 516. Kaff eebau, Lage des --es in Brasilien siehe Auszüge und Mit- teilungen 517. Kaffee-Ernte Brasiliens siehe Auszüge und Mitteilungen 474. Kaffeehandel, Der — Adens siehe Auszüge und Mitteilungen 242. — . — Hollands während des Krieges siehe Auszüge und Mit- teilungen 433- Kaff e e in arkt, Lage des — es 361 bis 363. K a f f e e p f 1 a n z u n g e n , Schaden der von San Salvador durch Erdbeben siehe Auszüge und Mitteilungen 326. K a f f e e - V a 1 o r i s a t i o n , Neue brasilianische — siehe Aus- züge und Mitteilungen 286. K a k a o 188. — .— in A s c h a n t i siehe Auszüge und Mitteilungen 92. — . — , Deutsch -kolonial er — 132. — . — , Deutscher kolonialer — in London 276. — . — in Portugal siehe Auszüge und Mitteilungen 398. — . — , Tee, Kaffee und Tabak in England siehe Auszüge und Mitteilungen 516. — . — , Verkauf von — in S a n t o s siehe Auszüge und Mitteilungen 474- Kakaoausfuhr der Goldküste siehe Auszüge und Mitteilungen 286. Kakaoeinfuhr in England siehe Auszüge und Mitteilungen 398. — . — t Londons — im Jahre 1916 siehe Auszüge und Mitteilungen 197- Kakaoer zeugung der Elfcnbeinküste siehe Auszüge und Mit- teilungen 517. Kakaohandel, Ecuadors — siehe Auszüge und Mitteilungen 286. — .— Hollands im Jahre 1916 siehe Auszüge und Mitteilungen 433- — .— , Hollands - während des Krieges 191 bis 192. — . — , Portugals — 139 bis 140. Kakaoindustrie, Die der Niederlande siehe Auszüge und Mitteilungen 92. Kakaomarkt, E n g 1 a n d als — 138 bis 139. Kakaomonopol, Amerikanisches für Ekuador siehe Auszüge und Mitteilungen 326. Kakaonöte, Englische — siehe Auszüge und Mitteilungen 474- Kakaopflanzer, Schwierige Lage der — San Thomes siehe Auszüge und Mitteilungen 144. Kakaopflanzungen, Verkauf deutscher in Trinidad siehe Auszüge und Mitteilungen 474- Kakaostatistik 1910 bis 1916 238 bis 239. Kali aus Feldspat siehe Auszüge und Mitteilungen 396. — .— aus Tang siehe Auszüge und Mitteilungen 324. Kalifornien, S ü d f r u c h t a u s f u h r - s siehe Auszüge und Mit- teilungen 142. K a 1 i 1 a g e r am S e a r 1 e s - S e e siehe Auszüge und Mitteilungen 142. Kalumpangöl siehe Auszüge und Mitteilungen 42. — XVIII — Kamele 410 ff. Kamerun 488 ff. — . — , Engländer über den Wert — s 357 bis 358. — . — , Die Franzosen in — 316 bis 317. — . — , Großviehzucht in — 464. — . — , Im Hochland von Mittel . Von Dr. Franz Thorbecke siehe Neue Literatur 251. — . — , Nachrichten über — 389. — .— u n d seine Z u k unft 82 bis 84. — . — unter französischer Venv a 1 1 u n g 424. — . — , W irtschaftliches aus — 231. Kampfer, Formosa-- siehe Auszüge und Mitteilungen 247. K a 111 ]> f e r e r z e u g u n g , Z u n a h m e d e r japanisch e n — siehe Auszüge und Mitteilungen 329. K a n a d a s F r n t e [916 467 bis 468. Kapok als Schwammersatz siehe Auszüge und Mitteilungen 440. — . — , Was ist — . Von Otto A. R. Cantzler siehe Neue Literatur 441. K a r a t a s p 1 u m i e r i 270. K a r u a u b a \v a c h s siehe Auszüge und Mitteilungen 436. Kartoffel motte 222. Kaurifichteri, F o s s i 1 e r W a 1 d von • - siehe Auszüge und Mittei- lungen 10 1. K a u r i h a r z in Neuseel a n d siehe Auszüge und Mitteilungen 199. Kautschuk 189, 509. — .— . A usfuhrst e uer auf -in Costarica siehe Auszüge und Mit- teilungen 477- . . Ausfuhrzölle auf — siehe Auszüge und Mitteilungen 96. — . — aus Wolfsmilch siehe Auszüge und Mitteilungen 201. _ — _ Das englische Monopol in der E r z e u g u n g d e s R o h - kautschuks und d e r Welt ra a r k t 1916. Von S. B. Unseburg 222 bis 226. — . — i n B r as i 1 i en siehe Auszüge und Mitteilungen 437- — . — i n .1 a v a siehe Auszüge und Mitteilungen 246. in der F 1 u g z e u g i n d u s t r i e siehe Auszüge und Mittei- lungen 199. — .— im Jahre 1916 -'34 bis 236. , Overzicht o p Handels- e n Fi n a n c i e e 1 < 1 e b i e d o v e r Rubber te Amsterdam siehe Neue Literatur 443. .Preise vo n i' a r a - - und Pf] a n z u ngs siehe Auszüge und Mitteilungen 521. . . Schimmel von siehe Auszüge und Mitteilungen 291. , W el t e r z e u gu ng von siehe Auszüge und Mitteilungen 520. Kautschukartige Produkt e a u s R o h haut siehe Auszüge und Mitteilungen 96. Kautschuk a u f b e reit u n g , b e r F r a g e n d e r 321 bis 322. K a u t seh u k a u s f u h r . Brasilianis c li e ü 1> er P a r a siehe Auszüge und Mitteilungen 148. — . — . Ceylons iehi Auszüge und Mitteilungen 46, 245. der britischen Goldküste siehe Auszüge und Mittei- lltl !7- — XIX Kautschukausfuhr der Malaienstaaten siehe Auszüge und Mittei- • hingen 200. — .— der malaiisch e n S t a a t e n siehe Auszüge und Mittei- lungen 477- — .— der Vereinigten M a 1 a i e n s t a a t e 11 siehe Auszüge und Mit- teilungen 290. — .— von Liberia siehe Auszüge und Mitteilungen 521. Kautschukbedarf, Der — Frankreichs im Ja h r c 1916 siehe Auszüge und Mitteilungen 291. K a u tschu.keinfuhr, Amerikas siehe Auszüge und Mittei- lungen 96. — .— der Vereinigten Staate n siehe Auszüge und Mittei- lungen 147. — . — , Hebung der — in Bordeaux siehe Auszüge und Mittei- lungen 45- Kautschukernte Brasiliens siehe Auszüge und Mitteilungen 46. K au t sc h uk e r n t e n , Zunahme der in S u m a t r a siehe Aus- züge und Mitteilungen 476. K a u t s c h u k e r z c u g u n g , Entwicklung der Mala y a s siehe Auszüge und Mitteilungen 330. — -.— , Zunahme der — siehe Auszüge und Mitteilungen 402. Kautschukfelle, Schimmel der — siehe Auszüge und Mittei- lungen 401. Kautschukgewinnung in Niederländisch-Indie n siehe Auszüge und Mitteilungen 147. 401. K a u t s c h u k h ä.n d e 1 im ersten Halbjahr 1917 siehe Auszüge und Mitteilungen 520. — . — , Wiederaufleben des afrikanischen — s siehe Auszüge und Mitteilungen 46. Kautschukkultur in Burma siehe Auszüge und Mitteilungen 200. — .— in Indochina siehe Auszüge und Mitteilungen 246. Kautschukmarkt in England siehe Auszüge und Mitteilungen 246. — .— in den Niederlanden siehe Auszüge und Mitteilungen 291. — .—, Vom — siehe Auszüge und Mitteilungen 520. Kautschukpflanzen 67. Kautschukplantagen, Gestehungskosten des Plantagen- kautschuks und Gewinne der — siehe Auszüge und Mitteilungen 331. — . Zusa in menschluß, Dänische r siehe , Auszüge und Mit- teilungen 148. Kautschukproduktion, Gewaltige Zunahme der der Vereinigten Malaienstaate n siehe Auszüge und Mit- teilungen 46. K a u t s c h u k s c h a u m (S c h a u m k a u t s c h u k) siehe Auszüge und Mitteilungen 331. K au t s C h u k - V al o r i s a t i o n in Brasilien siehe Auszüge und Mit- teilungen 44. Kautschukverbrauch für am e r i k a n i s c h e A u tomobile siehe Auszüge und Mitteilungen 331. Kautschuk-Weltproduktion siehe Auszüge und Mitteilungen 95. — XX — K o g n a k i n d u s t r i e , Schlechte Lage der französischen siehe Auszüge und Mitteilungen 143. Kokosöl, K o p r a und — in den Philippinen siehe Auszüge und Mitteilungen 435- K o k o s n u ß ö 1 - A u s f u h r von Ceylon siehe Auszüge und Mittei- lungen 41. Kolonialbank, Aktiengesellschaft 355- Koloniale Gesellschaften 18, 78, 128, 182, 226, 273. 314, 355. 387. 422, 461, 504. Kolonialerzeugnisse Niederländis'ch-Indiens 509 bis 510. Kolonialprodukte, Vorräte an — n in Niederländisch- indien siehe Auszüge und Mitteilungen 395. Kolonien, Baumwollernten der britischen siehe Auszüge und Mitteilungen 48. — . — , Die Zukunft der deutschen afrikanischen — in eng- lischer Beleuchtung 465 bis 466. Kongostaat, Ausfuhr des — es siehe Auszüge und Mitteilungen 90- Kopra von Java siehe Auszüge und Mitteilungen 435- — .— und Kokosöl in den Philippinen siehe Auszüge und Mit- teilungen 435- K o r d o f a n , Eine Studienfahrt nach — . Von Carl Meinhof siehe Neue Literatur 480. Korea, Baumwolle in — siehe Auszüge und Mitteilungen 48. Kork er s atz siehe Auszüge und Mitteilungen 251. — . — aus Pilzen siehe Auszüge und Mitteilungen 371. Korkindustrie, Rückgang der spanischen siehe Auszüge und Mitteilungen 336. Kriegsausschuß für öle und Fette, .Marktbericht des -- e s siehe Auszüge und Mitteilungen 399. Kuba, Schwierige Lage der Zuckerindustrie s siehe Aus- züge und Mitteilungen 515. — . — , Zuckerernte - s siehe Auszüge und Mitteilungen 90. Kubas Zuckerernte siehe Auszüge und Mitteilungen 286. Kunstseide siehe Auszüge und Mitteilungen 155. Lackindustrie, Japanische siehe Auszüge und Mitteilungen 329. L a m i n a supraanalis 171. Landwirtschaft, A g y ptens - 1 33 bis 135. — . — , Englands — im Jahre 1916 190 bis 191. — . — , Hebung der türkischen — 232 bis 233. — . — von Mozambique siehe Auszüge und Mitteilungen 471. — . — , Was kann uns die türkische Landwirtschaft in der Zukunft I i e 1 e r n ? Von l'rof. Dr. O. Warburg 55 bis 68. — .— . Zur Lage d e 1 in Neuguinea. Von P. Preuß 105 bis in. Landwirtschaftlich bebaute Flächen in Rußland 318. Landwirtschaf tssc h nie i n T a n a i 1 (S y r i e n) siehe Auszüge und Mitteilungen 141. Lansium domesticum 2711. Laphygm a e x i g u a Hbn. 213. Lasioderma serricornis F. 262. — XXI — Latex. Bestimmung des Kautschukgehaltes von — siehe Auszüge und Mitteilungen 292. Lehranstalt für Kolonialdeutsche in Davos 466. Leinsamenmehl, Zellstoff als Ersatz für — siehe Auszüge und Mitteilungen 52. Leinsaat in den Vereinigten Staaten siehe Auszüge und Mit- teilungen 400. Lemongrasöl siehe Auszüge und Mitteilungen 94. Libanon, Seidenernte im — siehe Auszüge und Mitteilungen 154. Liberia, Kautschukausfuhr von — siehe Auszüge und Mittei- lungen 521. Limneria s p. 218. Luzerne- und Grasmehl als Brotstreckungsmittel siehe Auszüge und Mitteilungen 323. Mahagoniholz, Die Geschichte des — es siehe Auszüge und Mitteilungen 250. Mais 65, siehe Auszüge und Mitteilungen 193. — . — , ülgewinnung aus — siehe Auszüge und Mitteilungen 435. Maisernte, Argentinische — siehe Auszüge und Mitteilungen 283. — . — , Riesige — in Amerika siehe Auszüge und Mitteilungen 395- Mais- und Reisernte siehe Auszüge und Mitteilungen 240. Maisöl siehe Auszüge und Mitteilungen 327. Malaienstaaten, Kautschukausfuhr der — siehe Auszüge und Mitteilungen 200. Malaya, Entwicklung der Kautschukerzeugung — s siehe Auszüge und Mitteilungen 330. M a m m e a americana 270. Mandschurei, Rübenzucker in der — siehe Auszüge und Mit- teilungen 432. — . — , Sojabohnenernte in der — siehe Auszüge und Mittei- lungen 146. — . — , Zuckerfabrik in der — siehe Auszüge und Mitteilungen 285. — . — , Zuckerrübenbau in der — siehe Auszüge und Mitteilungen 91. Mangifera indica 270. Manilahanf siehe Auszüge und Mitteilungen 152. Margarine-Industrie in den Niederlanden im Jahre 1916 Die — ■ siehe Auszüge und Mitteilungen 243. — . — , Jahresverbrauch von — siehe Auszüge und Mitteilungen 146. Marmelade, Herstellung der englischen — siehe Auszüge und Mitteilungen 397- Marokko, Baumwolle in ■ — siehe Auszüge und Mitteilungen 248. — . — •, Baumwollbau in — siehe Auszüge und Mitteilungen 202. — . — , Die Zukunft in — . Von Dr. Bernhard Stichel siehe Neue Lite- ratur 372. Marokkos pflanzliche Landeserzeugnisse 390. Massenansiedelung von Japanern in Brasilien siehe Aus- züge und Mitteilungen 514. Melasse, Natalite, ein Ersatzmittel für Benzin aus — siehe Auszüge und Mitteilungen 40. — XXII — Mexiko als Land für Hartfaser n 359- Mimusops kauki 271. Mitteleuropa — Mittelafrika. Von Dr. Paul Leutwein siehe Neue Literatur 101. Mpn.stera d e 1 i c i o s a 271. M o r p h a c r i s fasciatus Thunb. 164. Morphiumgehall in heimischen Moorkull u r e n siehe Aus- züge und Mitteilungen 401. M orus nigra 271. Mozambik, Baumwollkultur in siehe Auszüge und Mittei- lungen 403- M u S a p a r a d i s i a r a 270. — . — s ap i e n t u m 270. M y r i e a r i a c a u 1 i f 1 o r a 270. — .— plicato-cristata 270. Nahrungs s p i e 1 r a u m u n d Mensche n /. a h 1. Von Dr. Julius Woll siehe Neue Literatur 522. X a t a 1 i t e , ein Ersatzmittel fürBenzin a u s M e 1 a s - e siehe Auszüge und Mitteilungen 40. N e p h e 1 i u in lappaceu m 271. — -. — li tchi _'7i. — .— 1 o 11 g a n u in 271. Nesselernte, Deutsche - siehe Auszüge und Mitteilungen 50. X e s s e 1 g e Seilschaft e n (") s t e r r e i c h - l* n g a r n s siehe Auszüge und Mitteilungen 479. Nesseh erspi n n u n g , Fortschritte i n d e r siehe Auszüge und Mitteilungen 404. Neue Literatur 53. 101, 156, 251, 298, 3.36. 371, 406, 441. 480, 522. X e u gu i n e a 449 ff. . , Zur Lage der Landwirtschaf 1 in — . Von P. Preuß 105 bis in. X i e d e r 1 a n d e , Die K a k a o i 11 d u -tri e d e r siehe Auszüge und Mitteilungen 92. X i e d e rländisch-Indi e n , K a u t s c h u 1< g e w i n n u n g in - siehe Auszüge und Mitteilungen 147- . . K o 1 o n i a 1 e r z e u g n i s s e s 509 bis 510. Xigeria, Ausfuhrzölle in siehe Auszüge und Mitteilungen 141- X i) r d a in e r i k a , Harz u n d '1" erpentin ö 1 i n siehe Auszüge und Mitteilungen 43. X ordsibirien, A u s n u t z u n g d < r W ä 1 der — s siehe Auszüge und Mitteilungen 51. X 1 1 \ 1 u s c a r d i n a 1 i s 220. X y a s s al a n d , Au si u h r des es siehe Auszüge und Mitteilungen 130. ' > li - t in Serbien siehe Auszüge und Mitteilungen 432. Obsthau 1 u r d i e A u - f u h r i n S ü d a 1 r i k a 277. O b s t i n d u s t r i e in Sü d a 1" r i k a siehe Auszüge und Mitteilungen 51 i. Ob rne, Sammlung von n siehe Auszüge und Mittei- lungen 287. — XXIII — Oedaleus citri aus Sauß. 163. öl aus einheimischen Holzgewächsen siehe Auszüge und Mit- teilungen 144. — . — aus Getreidekeimen 31 bis 32, siehe Auszüge und Mittei- lungen 243. — . — aus Kaffeeabsud siehe Auszüge und Mitteilungen 42. _. — aus Roßkastanien siehe Auszüge und Mitteilungen 243. — . — , Speise • aus B u c h e 1 n 89 bis 90. Öle, Trocknende — aus T e r p e n t i n ö 1 r ü c k s t ä n d e n siehe Auszüge und Mitteilungen 94- — . — , Versorgung Rußlands mit pflanzlichen — 11 siehe Aus- züge und Mitteilungen 520. — . — . Verteuerung der - - in Frankreich siehe Auszüge und Mit- teilungen 400. ölerzeugung in Indochina siehe Auszüge und Mitteilungen 145. Ölfruchtanbau in Deutschland siehe Auszüge und Mittei- lungen 399- ölf ruchteinfuhr, Anteil der deutschen Kolonien an der— in Deutschland 315 bis 316. Ölfrüchte, Die Bedeutung tropischer — . insbesondere der Ö 1 p a 1 m e für die deutsche Wirtschaft. Von Emil Zimmermann *203 bis *2Ö5. Ö 1 g e h a 1 t , Der — der Samen von Beerenobst siehe Auszüge und Mitteilungen 41. Öl gewinnung aus Mais siehe Auszüge und Mitteilungen 435- — . — , Zunehmende öl- und Fettgewinnung in Deutsch- land siehe Auszüge und Mitteilungen 288. Ölkuchen als Nahrung für den Menschen siehe Auszüge und Mitteilungen 328. Ölpalme, Die Bedeutung tropischer Ölfrüchte, insbe- sondere der Ölpalme für die deutsche Wirt- schaft. Von Emil Zimmermann *203 bis *2Ö5. Ö 1 p a 1 m e 11 f r ü c h t e , Zur maschinellen Aufbereitung der — . Von E. Fickendey 69 bis 77. Ölpalmenkultur, Mittel zur Förderung der — der Ein- geborenen im tropischen W c s t a f r i k a. Von E. Fickendey 301 bis 310. Ölpflanzen, Erträge der heimischen — siehe Auszüge und Mitteilungen 197- ölsaatausf uhr, Indische — siehe Auszüge und Mitteilungen 476. Ölsaaten in England siehe Auszüge und Mitteilungen 519. — . — , Mangel an — in England siehe Auszüge und Mitteilungen 328. — . — , Preise der heimischen — siehe Auszüge und Mitteilungen 399. Ölsaatenanbau in Deutschland und den besetzten Ge- bieten siehe Auszüge und Mitteilungen 476. Ölsaaten vertrag siehe Auszüge und Mitteilungen 41. Ölsamenindustrie, Die in englischer Beleuchtung. Von S. B. Unseburg 175 bis 182. ölzentrale, Tätigkeit der belgischen — 282 bis 283. Olivenanbau in Spanien siehe Auszüge und Mitteilungen 435. — XXIV Olivenernte, Riesige - in Südfrankreich siehe Auszüge und Mitteilungen 519- Olivenöl siehe Auszüge und Mitteilungen 400. — . — in Tunis siehe Auszüge und Mitteilungen 198. Olivenöl a u s f u h r , S p a niens — siehe Auszüge und Mittei- lungen 198. O p a t r u m d e p r es s u m F. 261. — . — i n t e r m e cl i u m Fisch. 259- Opium in China siehe Auszüge und Mitteilungen 367 — . — in der Türkei siehe Auszüge und Mitteilungen 519. O p u n t i a f i c u s i n d i c a 271. Orient, Wirtschaftsforschung im — siehe Neue Literatur 156. Ostafrika» Neues aus — 26 bis 28, 390. Osuna-Rochela- Plan tagen -Gesell schalt 1 2g. O x y r r h e p e s p r o c e r a St A 1 168. Pachytilus migratoriodes Reiche 165. — ■. — s u 1 c i c o 1 1 i s Stal 165. Pacific Phosphate Co. Ltd. 387. Paeder us sp. 213. Palmkernausfuhr Westafrikas sieht- Auszüge und Mittei- lungen 92. Palmzucker aus Ceylon siehe Auszüge und Mitteilungen 241. Papier aus schädlichen Gewächsen siehe Auszüge und Mittei- lungen 153. — . — aus Torf siehe Auszüge und Mitteilungen 206. I' a p i e r f a b r i k a t i o n auf den Philippinen siehe Auszüge und Mitteilungen 153. Papiergarn, Treibriemen aus siehe Auszüge und Mittei- lungen 440. Papiergarnerzeugni s s e i n E n gl a n d siehe Auszüge und Mit teilungen 370. P api e r gar nf ab r ik a t i o n , Fortschritte in der siehe Aus züge und Mitteilungen 205. P a.pi e r ge w eb e er z e U g n i S S e siehe Auszüge und Mitteilungen 405. P a p'i e r i n d u s.tr i e , Vernichtung de r W ä 1 d e r durc h d i e siehe Auszüge und Mitteilungen 51. Papier m a u 1 b e erb a u in . 11 e in d e n a u s R i n d e d es es siehe Auszüge und Mitteilungen 99. Pap i er r ö h r e n al s Ersatz von M e t a 1 1 r ö h r e n siehe Auszüge und Mitteilungen 153. Papierstoffs e w e t) e - A u sstellung i n B r e s 1 a u siehe Auszug« und Mitteilungen 478. Paradiesvogel, Im Lande des s. Von Carl Leidecker siehe Neue Literatur J<>X. Passiflora 1 o < r u 1 e a _'7i. P e r s. ea grätissimä 271. Peru, Ausfuhr — s siehe Auszüge und Mitteilungen 141. . Zucker r'O h r in — siehe Auszüge und Mitteilungen 143, 196. . , Zucke r r o h r hau in - sieht Auszüge und Mitteilungen 91. — XXV — Pflanzenfarbstoffe in Brasilien siehe Auszüge und Mittei- lungen 146. Pflanzenwelt, Die — Afrikas, insbesondere seiner tro- pischen Gebiete. Von A. Engler siehe Neue Lite- ratur 406. Pflanzungen, Schwierige Lage der niederländisch- indischen — siehe Auszüge und Mitteilungen 364. Pflanzungsgesellschaft Kpeme in Togo 22. Pflaumen, Türkische — siehe Auszüge und Mitteilungen 325. Pflügen mittels eines Personenautos siehe Auszüge und Mit- teilungen 396. Philippinen, Ananaskultur in den — siehe Auszüge und Mit- teilungen 195. — . — , Anbauflächen und Ernten der — - im Jahre 1914/15 428. — . — , Papierfabrikation auf den — siehe Auszüge und Mittei- lungen 153- Phoenix dactylifera 271. Phthorimaea operculella Zell 222. Phyllanthus distichus 271. Physalis edulis 271. Pitchpine- Ausfuhr der Vereinigten Staaten siehe Auszüge und Mitteilungen 296. P 1 a n t a g e n g e s e 1 1 s c h a f t „Clementina" 273. — . — „Conception" in Hamburg 182. Plantagenkautschuk, Gestehungskosten des — s und Gewinne der Kautschukplantagen siehe Auszüge und Mitteilungen 331. Platonia insignis 271. Polen, Zucker Versorgung — s siehe Auszüge und .Mitteilungen 40. Polistes gallicus L. 213. Pomona-Diamanten-Gesellschaft 227. Portorico, Zucker in — siehe Auszüge und Mitteilungen 325. Portugals Kakaohandel 139 bis 140. . Prodenia litura F. 210. Psidium guayava 271. Punica granatum 271. Pyrethrum carneum 266. — . — caucasicum 266. — . — roseum 266. Quebracho 339 ff. Quebrachoausfuhr Argentiniens siehe Auszüge und Mittei- lungen 146. Quebrachogeschäft, Glänzendes siehe Auszüge und Mit- teilungen 328. Qucbracho-Industrie, Argentinische — 466 bis 467. — . — — . — in Paraguay siehe Auszüge und Mitteilungen 400. Queensland, Zucker in — siehe Auszüge und Mitteilungen 196. — XXVJ — R e i s 65. --. — in Burma siehe Auszüge und Mitteilungen .i_'3- — . — in Indien siehe Auszüge und Mitteilungen 43i- — . — in Indochina siehe Auszüge und Mitteilungen 2S3. — . — in San Paulo siehe Auszüge und Mitteilungen 472. Reis a u s fuhr Indochi n a s siehe Auszüge und Mitteilungen 431. R e i .- b a u i n B u 1 g a r i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 193. 395. R e i s e r 11 t e Jap a n s i m J a h r e 1916 siehe Auszüge und Mittei- lungen 5*14. -. — , Mais- und t— siehe Auszüge und Mitteilungen 240. R e i s m ühlen, 1 ) a s Schicks a 1 der deutschen in B u r m a siehe Auszüge und Mitteilungen 514. R i s p e n h i r s e 191. Rizinus anbau in Ungarn siehe Auszüge und Mitteilungen 243. R o d u n g s ap p a r a t , Neuer — siehe Auszüge und Mitteilungen 406. Roggen siehe Auszüge und Mitteilungen 103. Rohrkolben, Ersatzfaser aus — siehe Auszüge und Mittei- lungen 51. — .— als Faserlieferant siehe Auszüge und Mitteilungen 439. Rohrzucker in Britisch-Indien. siehe Auszüge und Mittei- lungen 515. - in Java 392. — . — , Riesengesellschaft für — siehe Auszüge und Mitteilungen 241. — . — , Z u n a»h m e des — s auf Kosten de s R ü b enzucker s 429. Rohstofflieferant, Rumänien als 1 a n d w i r t s c h a f t - lieber — 28 bis 30. Rosenholz und Ebenholz in Siam siehe Auszüge und Mittei- lungen 51. Rosenölernte in der Türkei siehe Auszüge und Mitteilungen 244, 476. Rubber C u 1 1 u u r Maatschappij, Betriebsergebnis' der — siehe Auszüge und Mitteilungen 137- R u bu s rosaeflorus 272. Rübenzucker in der Mandschurei siehe Auszüge und Mittei- lungen 432. i n d e n Vereinigt e n S t a a t e n siehe Auszüge und Mittei- lungen 473. — . — , Zunahme des Rohrzuckers auf Kosten des -s 429. R u 1) e n /. u c k e r e r n t e i n d e n Vereinigt e n S I a a t e n siehe Aus züge und Mitteilungen 396. R ü b e n z u ck e r i n d u s t r i e , /. u n a h m e der — in d e n V ei einigten Staaten siehe Auszüge und Mitteilungen 106. R u in ä n i e 11 als 1 a n d w i r t .- c h ältlicher Rohstoffli e f e 1 a 11 t bis 30. R u m äni ens E r n t e i m J a h r e 1915 siehe Auszüge und Mitteilungen 35. Rußland, Flachs in — siehe Auszüge und Mitteilungen 204. -. , Flachsbau in — 30 bis 31. — .— . Zuckerrüben in - siehe Auszüge und Mitteilungen 40. Rußland Teevei orgung bedroht siehe Auszüge und Mittei- lungen 144- — XXYII — S a a t e u 1 e (Eux.oa) 207. Sägespäne als Filtriermittel siehe Auszüge und Mitteilungen 100. Salpeter. Ammoniaksalze und — unter Benutzung des Lu f t s t i ck s t o f f e s siehe Auszüge und Mitteilungen 37. S a 1 p e t e r g e w i n 11 u n g in Chile im Jahre 191b 135 bis 136. S a m o a 45 1 ff. — . — , Neues aus — 229 bis 230, 358. Sajidoricum i n d i c u m 272. Saponingewiniuing aus Roßkastanien 470. Sarcocephalus esculentus 272. Savanne, Auf der — , Tagebuch einer K a in e r u n r e i s e. Von Marie Pauline Thorbecke siehe Neue Literatur 254- S c a p s i p e d u s marginätus A f z. 173. Schädlinge, Notizen über Schädlinge tropischer Kul- turen. Von Dr. Friedrich Zacher 159 bis 175, 207 bis 222. 259 bis 265. Schafzucht, Rückgang der — in Frankreich siehe Auszüge und Mitteilungen 51. — . — in S u \v a 1 k i siehe Auszüge und Mitteilungen 206. Schilf als Futter undKaff ee-Ersatz siehe Auszüge und Mittei- lungen 365. SchistoceEca peregrina 374- Schnellreifung des Holzes siehe Auszüge und Mitteilungen 100. Schutzgebiete, Der Wert der deutschen — . Von Frust Kie- nitz 445 bis 461, 484 bis 5U4- — . , Die Beschränkung der Gewerbe- und Handelsfrei- heit in den deutschen — n. Von Otto Mathies siehe Neue Literatur 442. Schutzzoll, Indiens — auf B a u m w o 1 1 w a r e n 237 bis 238. Schweinfurth, G., Ein 80 j ä h r i g e r A-f r i k a r e i s e n d e r siehe Auszüge und Mitteilungen 37- Schweiz, Fruchtausfuhr Italiens nach der • siehe Auszüge und Mitteilungen 38. — . — , Hanfausfuhr Italiens nach der- siehe Auszüge und Mit teilungen 50. Sechium edule 272. Seide, Chinesische — siehe Auszüge und Mitteilungen 405. Seidenbau in Bulgarien siehe Auszüge und Mitteilungen 99- _._ in Deutschland siehe Auszüge und Mitteilungen 249. . — , Italienischer — siehe Auszüge und Mitteilungen 335- — . — im Kaukasus siehe Auszüge und Mitteilungen 479- Seidenernte im Libanon siehe Auszüge und Mitteilungen 154- Seidenerzeugung der Welt im J a h r e 191O 512. S e i d e n k a n i n c h e n , D e r W e r t der — 468 bis 469. Seifen aus s ap on i nh al t i g e n P 1 1 a n /. e n siehe Auszüge und Mit- teilungen 244. Seifenerzeugung in den ölpröduktionsgebieten siehe An- züge und Mitteilungen 366. Seifenfabrik, Die größte • der Welt siehe Auszüge und Mit- teilungen 476. — XXVIII Seiler w a r e n i n d u s t r ie i n G u ;i t e m a 1 a siehe Auszüge und Mit- teilungen 440. S h a m b a M p o r i und Bahari. Ostafrikanisch e M o m e n t - b i 1 d c r. Von Gerhard v. Byern siehe Neue Literatur 157. Siam, Rosen- und Ebenholz in • siehe Auszüge und Mittei- lungen 51. Sierra Leone. Ausfuhr -s .siehe Auszüge und Mitteilungen 394- S i s a 1 in Mauritius siehe Auszüge und Mitteilungen 404. S i s al h a n t siehe Auszüge und Mitteilungen 152. — . — im Jahre 1916 siehe Auszüge und Mitteilungen 249. S O j a b 1 1 h n e , A 11 b a u v e r s u c h e in i t g e 1 b s a 111 iger • in Öster- reich. Von Dr. Rudolf Kuraz siehe Xeue Literatur 337. . — , Die als Brachepflanze in der p a 1 ä s t i n e n s i s c h e n Fruchtfolge. Von Dr. M. Zagorodsky tir 1>L 128. S o j a h o h n e n , A n b a u von — in den Vereinigt e n S t a a l e n siehe Auszüge und Mitteilungen 519. — . — aus der M a n d s e h u r ei i n Hüll siehe Auszüge und Mittel lungen 475. S j a b o h 11 e n ernte i n d e r M a 11 d s c h u r ei >iehe Auszüge und Mit teilungen 146. Sojabohnenöl siehe Auszüge und Mitteilungen 400. S j a ö l i n du s t r i e in A m e r i k a siehe Auszüge und Mitteilungen 198. So'nnenblumen in Serbien siehe Auszüge und Mitteilungen 519. S o n n e n b 1 u in e n ö 1 i m X nrdk a u k a s u s siehe Auszüge und Mit- teilungen 327. Sun n e n b 1 u m e n s t e n g e 1 a 1 s B a u 111 a t e r i a 1 siehe Auszüge u\\(\ Mitteilungen 99. South W est A f r i c a C o in p. L t d. 387. Spanien, Zuckeranbau in — siehe Auszüge und Mitteilungen 39. S p a 11 i e n s O live n ö 1 a u s 1 U h r siehe Auszüge und Mitteilungen 198. Spiritus als K a 1 z i u in k a r b i d siehe Auszüge und Mitteilungen 371- Sp O n d i a s dul c i s 272. S t au r n o t u s m a mec a 11 u s 374, 375. S t e r c u 1 i a a c u m i 11 a t a 272. Stilbn 111 a 111 e t h y s t i n U in F. 213. Sudan, Ausfuhr des s siehe Auszüge und Mitteilungen 364. — . — , Baumwollbau im siehe Auszüge und Mitteilungen 203. S u d a 1 r i k .1 . F ö r d e r u n k d e s B a u in \v o 1 ] b a u es in siehe Aus- züge und Mitteilungen 48. — . — . Neuere Ausfuhrprodukte — s siehe Auszüge und Mittei lungen 35« S ü d 1 1 u e li t a u s f u h r Kai if o r n i en s siehe Auszüge und Mittei lungen 142. S ü d r u i.i I and , Di e d e u t s c h e n B a u er n i n — . Von L. Schmidt siehe Neue Literatur 523. S u d sei. X a c h r i c h t e n ü b er die 24 bis 25. . Unsere — . Von Horst Weyhmann siehe Xeue Literatur 407. I'. o t e siehe Xeue Literatur 2<;N. Inseln, An g p r ü e h e X e u s e e 1 a 11 d s u n d A u s t r a I i e 11 s a u f d i e d e u t s c h e n 131 bis 132. — XXIX — S ü d s e e -Verein 298. Südwestafrika, Zustände in - 8i bis 82. Sulfitablauge, Farbstoffe aus — siehe Auszüge und Mittei- lungen 289. Sumatra, Zu n a h in e d er Kaut s c h u k e r n t e n i n siehe Aus- züge und Mitteilungen 476. Synthese der Fette siehe Auszüge und Mitteilungen 436. S y z y g i u in jambolana 272. Tabak 189, 509. in Bulgarien siehe Auszüge und Mitteilungen 518. . — , Entnikotisierung von — siehe Auszüge und Mitteilungen 43. -.Kolonialer-- in Holland 88 bis 89. -, Sumatra in New York siehe Auszüge und Mitteilungen 434. -, T e e , Kaffee, Kakao in England siehe Auszüge und Mit- teilungen 516. Tabakkultur in Ägypten siehe Auszüge und Mitteilungen 287. Tabakschädlinge, Afrikanische — 159 bis 175, 207 bis 222. 259 bis 265. Tabak-Stengelbohrer 221. T a c h i n a s p. 218. Taraarindus i n d i c a 272. Tang, Kali aus — siehe Auszüge und Mitteilungen 324. Tapiocaausfuhr Javas siehe Auszüge und Mitteilungen 142. Teakholz siehe Auszüge und Mitteilungen 100. Tee 509. — . — in Ägypten siehe Auszüge und Mitteilungen 366. Tee-Ernte im Jahre 1915/16 siehe Auszüge und Mitteilungen 326. Tee, Kaffee, Kakao und Tabak in England siehe Auszüge und Mitteilungen 516. Teefälschungcn in Rußland siehe Auszüge und Mitteilungen 42. T e e h a n d e 1 , Chinesischer im Jahre 1916 siehe Auszüge und Mitteilungen 287. Teekultur in Indochina siehe Auszüge und Mitteilungen 434. T e e V e r S O r gu n g , Rußlands bedroht siehe Auszüge und Mit- teilungen 144. Termi-halia c a t a p p a 272. Terpentin, Deutsches Harz und siehe Auszüge und Mitte :i lungen 289. — . — -, Harz und — siehe Auszüge und Mitteilungen 94- Terpentingewinnung, Harz- und in Österreich siehe Auszüge und Mitteilungen 366. T erpentin ö 1 , H a r z u n d — i n X o r d a in e r i k a siehe Auszüge und Mitteilungen 43. T e x t i 1 e r s a t z s t o f f c. Von Prof. Dr. F. Tobler siehe Neue Lite ratur 442. Textilindustrie, Die — und der Krieg. Von Richard Hiinlich siehe Neue Literatur 481. Textilwaren aus Gras und Stroh siehe Auszüge und Mittei lungen 249. — XXX Theobrom a cacao 272. Tinea pellionella L. 264. Togo 483 ff. — . — , \Y i r t s c h a f 1 1 i c li e Lage in — 274 bis 275. — . Pflanzungs-Akt Lengesellsc h a f t 22. Torf, Faser aus — siehe Auszüge und Mitteilungen 50. — . — , Papier aus — siehe Auszüge .und Mitteilungen 206. Torffasern siehe Auszüge und Mitteilungen 334. Trachynotus griseus Fähr. 2O2. Transkaukasien, Anbaufläche der Bau m wolle i n >iehe Auszüge und Mitteilungen 248. T r i.b.o 1 i u m c o 11 f u s u m Duv. 264. T r i c h o g r a in in a pretiosa Ril. 218, 219, 220. Trifolium a 1 e x a n d r i n u m 213. Trope nobst. Unser — und einige Winke über dessen Ver- wendung. Von Joseph Klar 266 bis 272. Tsingtau, Die wirtschaftliche Lage in — 187 bis . 188. — . — , Wir.tschaft.lic h e s a u s — 317. T 11 1 lindust rie, Entwicklung der V o g t 1 ä n d i s c h e n — siehe Auszüge und Mitteilungen 369'. Tunis, Haifa in — siehe Auszüge und Mitteilungen 153. Türkei, Rosenölernte in der — siehe Auszüge und Mitteilungen 244. — . — , Zuckerfabriken in der — siehe Auszüge und Mitteilungen 143. T ü r k i s c h - A s i e 11 im \Y e 1 t k r i e g. Von Funck-Misoutch siehe Neue Literatur 338. — . .— u n d s e i n e Wirt s c h a f t s w e r 1 e. Von Hugo Grothe siehe Neue Literatur 299. Türkische Pflaumen siehe Auszüge und Mitteilungen 325. — . — Wirtschaftsverjüngung, Die Grundlagen — r — . Von Professor F. Frech, Geh. Bergrat A. Hänig und Ingenieur A. Sack siehe Xeuc Literatur 337. Tu rk.es tan, Baumwolle in — siehe Auszüge und Mitteilungen 477. — .— , (j e f ä h r d u n g d e - B a u m w 1 1 b ä u es i n siehe Auszüge und Mitteilungen 149. T y r o gl y p hu s siro L a t r. 2O4. Uganda. Ausfuhr von siehe Auszüge und Mitteilungen 431. . . Baum wolle in — siehe Auszüge und Mitteilungen 332. Ungarn, H a r z i n d u s t r i e in — siehe Auszüge und Mitteilungen 147. — . — , Hopfen in — siehe Auszüge und Mitteilungen 43. — . — , Rizinusanbau in siehe Auszüge und Mitteilungen 243. V a agueri a e du 1 i s 27-'. V a 11 i 1 1 a p 1 a n i f o 1 j a 272. Vanille, Tahiti- siehe Auszüge und Mitteilungen 242. — .— a u 1 '1 e n S e y schell e n siehe Auszüge und Mitteilungen 434. Verbandstoff, Neuer siehe Auszüge und Mitteilungen 99. Vereinigte M a 1 a i e n - S 1 a a te n, G e w al t i ge Zunahme der K a u t s c h u k p r e du k t i o n d er, n - siehe Auszüge und Mitteilungen 16. — XXXI Vereinigte Malaien-Staaten, Kautschukausfuhr der - n — siehe Auszüge und Mitteilungen 290. — . — Staaten, Baumwollernte der — n — siehe Auszüge und Mitteilungen 437. — .— — .— , B a u m w o 1 1 v e r b r a u c h der — n — siehe Auszüge und Mitteilungen 149. — . — — . — , Erdnußkultur in den — 11 — siehe Auszüge und Mit- teilungen 145. — . — — . — , Erdnußöl in den — 11 — siehe Auszüge und Mitteilungen 92. — .— — . — , Die — n — als Holzlieferanten siehe Auszüge und Mitteilungen 52. — . — — . — , Kautschukeinfuhr der — n — siehe Auszüge und Mit- teilungen 147. — .— — . — , L e t z t j ä h r i g e Baumwollernte in den — n siehe Auszüge und Mitteilungen 247. — . — — . — , Rübenzucker in den — n ■ — ■ siehe Auszüge und Mittei- lungen 473. — . — — -. — , Rübenzuckerindustrie in den — n — siehe Auszüge und Mitteilungen 196. — .— — . — , Viehbestand der — n — siehe Auszüge und Mittei- lungen 194. Vermischtes 31. 87, 136, 191, 234, 279, 319, 361, 392. 429, 468, 512. Versuchsstation für Baumwolle in Brasilien siehe Aus- züge und Mitteilungen 48. Viehbestand, Abnahme des australischen — es siehe Aus- züge und Mitteilungen 323. — . — ■ der Vereinigten Staaten siehe Auszüge und Mitteilungen 194. Vitellaria mammosa 272. V i t i s vinifera 272. Wälder, Ausnutzung der ■ — Nordsibiriens siehe Auszüge und Mitteilungen 51. — . — , Vernichtung der — durch die Papierindustrie siehe Auszüge und Mitteilungen 51. Waltheria americana als Juteersatz 429 bis 430. Weinbau in Frankreich siehe Auszüge und Mitteilungen 397. Weinernte in Europa siehe Auszüge und Mitteilungen 514. im Jahre 1916 siehe Auszüge und Mitteilungen 241. — . — Frankreichs siehe Auszüge und Mitteilungen 38, 91, 195. W e i z e 11 siehe Auszüge und Mitteilungen 192. -. — , Indischer • — siehe Auszüge und Mitteilungen 322. VVeizenernte Australische — siehe Auszüge und Mitteilungen 472. — . — Indiens siehe Auszüge und Mitteilungen 472. Weizenversorgung, Frankreichs — siehe Auszüge und Mit- teilungen 283. Weltgetreideernte 1916 siehe Auszüge und Mitteilungen 192. Weltwirtschaftliche Möglichkeiten. Von Franz Eulenburg siehe Neue Literatur 481. Westafrika, Palmk er n ausfuhr — s siehe Auszüge und Mittei- lungen 92. XXXII \V i r t s c h a i t s i <> r s c li u n g . A r c h i v l ü r im O r i e n I siehe Neue Literatur 156. Wolfsmilch.Kauts c h u k a u s - - sieh« Auszüge und Mitteilungen 201. Wolle. Angorakaninchen- siehe Auszüge und Mitteilungen 154. — . — , Argentinisch e siehe Auszüge und Mitteilungen 154. . . A u s f u h r au s 1 r a 1 isc he r siehe Auszüge und Mitteilungen 154. — .— , Koloniale 392. — . — von R i o Grande do Sul siehe Auszüge und Mitteilungen 440. W oller/, e u g u n g A r g e n t i n i e n s 85. siehe Auszüge und Mittei- lungen 294- VV o 1 1 m a n gel in Sc h o t tl a n d siehe Auszüge und .Mitteilungen 334. W o 1 1 in a r k t 512. VV oll not , B e v or s 1 e h e n d e siehe Auszüge und Mitteilungen 295. \V ollproduktion, Die d e r VV e 1 t siehe Auszüge und Mittei- lungen 295- VV oll v o r r ä t e in A u s t r a li e n siehe Auszüge und Mitteilungen 479. Yefba Mate in Brasilien sieht Auszüge und Mitteilungen 434. Ypsilon e u 1 e (A g r o t i s y p sil o n Rott) 208. Zedern holz, Spanisch e s — 393. Zellstoff als Ersatz für L e i n s a m e n ra e h 1 siehe Auszüge und Mitteilungen 52. Z e n t r a 1 a s ien, B a u m \v olle in siehe Auszüge und Mitteilungen 48. Zigarrenkistenholz siehe Auszüge und Mitteilungen 371. Z i in t a p f e 1 268. Zitronen s a u r e in S i z il i e 11 siehe Auszüge und Mitteilungen 195. Zitronens ä u r e h e r s t eil u n g in K. a 1 i f o r n i e u siehe Auszüge und Mitteilungen 325. '/. o n C e r u s e 1 e g a n s Thunb. 166. /. u cker 189, 509. . Der — im Kriege. Von Dr. Robert Follenius und Dr. Karl Feß- niann siehe Neue Literatur 371. in Australien siehe Auszüge und Mitteilungen 473. in Portorico siehe Auszügi und Mitteilungen 325. in Queensland siehe Auszüge und Mitteilungen 196. — .- . W e 1 t e r z e u k u 11 g v o n 32 bis 34. /. 11 c k e r a h or n i n S c h w e d e n siehe Auszüge und Mitteilungen 397. Z u cker a n b a u 1 n S 1» a n i e n siehe Auszüge und Mitteilungen 30. Z u c k e 1 1) < d a r t . E ngl a n d s 280 bis 282. Zuck e i" e i n i u h r . A u st r al i e n - siehe Auszüge und Min« 1 hingen 40. 7. 11 c k e r ernte K u b a - siehe Auszüge und Mitteilungen |6l, 484 bis 504- Klar, Joseph: Unser Tropenobsl und einige Winke über dessen Ver- wendung 266 bis 272. — XXXIV Kürchhuff, D.: Mitteilungen über die Rassen der wichtigsten Haus- tiere in Afrika 410 bis 421. L a d e w i g , C: Die landwirtschaftliche Entschädigungsfrage in unseren Kolonien, besonders für tropische Pflanzungen 11 bis 18. Poeschel: ,,The Forestal", Land, Timber and Railways Company Limited 339 bis .355- Prcuß, Paul : Zur Lage der Landwirtschaft in Neuguinea 105 bis in. Stauch : Die landwirtschaftliche Entschädigungsfrage in den Kolonien, besonder- für tropische Pflanzungen 17 bis 18. Unseburg, S. B.: Bodenerosion in tropischen Gebieten. Ein zeitiges Wort der Warnung an deutsche Pflanzer 310 bis 313. — . — , — . — : Das englische Monopol in der Erzeugung des Rohkautschuks und der Weltmarkt 1916 222 bis 226. — . — , — . — : Die Eroberung deutscher Monopole. Die ölsamenindustrie in englischer Beleuchtung 175 bis 182. W alger, Dr. Theodor: Die Coca. Ihre Geschichte, geographische Verbreitung und wirtschaftliche Bedeutung *i bis *77. Warburg, Prof. Dr. O.: Was kann uns die türkische Landwirtschaft in der Zukunft liefern? 55 bis 68. Wohl t mann. F.: Neujahrsgedanken 1917 1 bis 11. Würtenberger, Dr. Otto: Die Erdnuß (Arachis hypogaea). Ihre Geschichte, geographische Verbreitung und wirtschaftliche Be- deutung *78 bis *20l. Zacher, Dr. Friedrich: Notizen über Schädlinge tropischer Kul- turen. 10. Aufsatz: Afrikanische Tabakschädlinge 159 bis 175, 207 bis 222, 259 bis 265. Zagorodsky, Dr. M.: Die Sojabohne als Brachepflanze in der palästi- nensischen Fruchtfolge 1 1 1 bis 128. Zimmermann, Emil: Die Bedeutung tropischer Ölfrüchte, ins- besondere der ölpalme, bis *26ö. für die deutsche Wirtschaft *203 Abbildungen. Schädlinge, Notizen über tropischer Kulturen. 3 4 5 .6 7- Abbild. 1. Eiablagen von Wanderheuschrecken 160. Hüpfer, I. Stadium X4 160, X4 161. 3- ,. X4 161. 4- .. X2 161. letztes Stadium X iVz l6l. Afrikanische Wanderheuschrecke, Ol. [62. 8. Acrida turrita L. 163. 9, Gastrimargus marmoratus Thb. 104. 10. Gastrimargus marmoratus Thb. 165. 11. Bunte Stinkheuschrecke, Zonocerus elcgans Thb., erwach- senes Wi ibchen 1 ' .• 166. SchiMocerca pen wrin.i — XXXV Abbild. 12. Larve der Bunten Stinlfheuschrecke, Zonocerus elegans Thb. 167. 13. Acridium aegypticurn L., Kopf und Yorderbrust 171. 14. Euprepocnemis sp., Weibchen 171. 15. Brachytrypes membranaceus Dry., Weibchen 171. 16. Scapsipedus marginatus Atz., Männchen und Weibchen 172. 17. Acheta bimaculata d. G., Weibchen 173. 18. Afrikanische Maulwurfsgrille, Gryllotalpa africana Beauv. 174. 19. Grabfuß der afrikanischen Maulwurfsgrille (Gryllotalpa africana Beauv.) 174. 20. Erdschnake (Tipula maxinia Poda), Männchen 175- 21. Agrotis segetum Schift'. 208. 22. Erdeule, Euxos spinifera Hbn. 208. 23. Erdeule, Agrotis c-nigrum L. 209. 24. Prodenia littoralis Beauv. 209. 25. Laphygma exigua Hbn. 214. 26. Chloridea obsoleta F. 215. 27. Raupe von Chloridea obsoleta F. in Baumwollkapsel ein- gebohrt 216. 27*. Chloridea obsoleta F. 217. 28. Tabakblatt mit Fraßgang von Gnorimoschema heliopa Lvr. 221. 29. Die Kartofrelmotte, Phthorimaea operculella 221. 30. Gonocephalum simplex Gerst. 259. 31. Psammodes rufostriatus H. R. 260. 32. Psammodes segnis Sol. 260. 33. Dichtha sp. 261. 34. Links Anomalipus heraldicus Gerst., rechts Anomalipus elephas Fh. 261. 35. Trachynotus griseus Fähr. Zophosis muricata und Zophosis Coci Sol. 262. 36. Rüsselkäfer, Strophosomus aspericollis Fähr, und Peritelus Sp. 262. 37. Lasioderma serricomis F., Larve, Puppe. Käfer von oben und von der Seite 263. XXXVJ Namenverzeichnis. B a c k h a u s , Prof. 31. B e rkhnui. Dr. A. 1 1. 102. B ö.h.T i n m e r . 8z C i e 462. H y e r n , < i e r li a r d von 157. Cantzler.OttoÄ. Iv. 441. E nglcr, A. 406. I - u 1 1 n li u r g , I'" r a n z 4< v i. F e l.'i in a n n , Dr. K a r 1 371. i ; i c k e ri (1 e y . E. 69, 84, 301: F o 1 1 e n i u s . Dr. R ob e r t 371. F r e c h , Prof. F. 337. F iiiick-.\l i-Miitch, F. 338. G r o t h e , 1 )r. Ei-u g o Grube, Kar] 54. M a m 111 (.• n , Prof. F. v o n 101. M a th i es , O i't o 424. M e in h o f , C a r 1 480. Peters, Dr. 1G0. I'm'schcl. Oberleutnant .339. I'r eu li. Paul 105, Prins.en G e.e r 1 j n g s . Dr. 1 1. C. [02. R e i n k e , ( ieheimrai 136. R u p p'i'n , Dr. 232. S a c k , 1 ngenieur A. 337. S a 11 d m a n n . D a v i <1 [03 bis 104. S c h 111 i (1 t . !•'.. 523: S c li r ö t er , K. 44 1. S c h w a r /. . Dr. 160. S i a u c h . Direktor 1 1. S 1 e 111 p e 1 , \\. C. 53. Stichel, Dr. B e r 11 h a r <1 372. S 1 r a u ß . I >r. Carl 298 Ei ä 11 i g , Geheimral 337. Thorbecke, Marie P au 1 i n e II a h 1 . Wirkl. Geh. < >ber-Reg.-käl -'54- 232. Töbl e r . Prof. Dr. F. .ijj. Ei i 1 g a r d , Prof. 141; T r i e t s c h , Davis \do. Ei i n dor f , Dr. 84. II ii n 1 i c li . Ri c li a r d 481. Uli s e 1j u r g . S. ü. 175. 222, .1 . 11 11 \ , Dr. E, 28. Junge, Ei e i n r i c h 1 56. K i c n i l /. . I-. r 11 - 1 (45, |,X |. Klar, J o s 1 p b 6l König, I > 1 . I ' a 11 I 133. K ürchhoff, D. im. K n 1 a /■ Di Rudolf L a d e vv i g , l . 11. , Dr. E r i c h L c i d 1 C I 298. I. 11 Di u 15g ET. W a Lger , Dr. T h e od r W a r bu r g . Prof. Dr. 1 >. 55. W e rth, Dr. E. 336, W e j hmann, Horst im . W iese, Dr. J. 53- VV o h 1 1 m a n n , l 1, [6. Wolf, Dr. J n i i u s :^j. W ürtenberger, Dr. Ott« W y n a n d & K ■ p p 1 ei 1 7. a r li er, Dr. F r i e d r i c li 158. Zagororlsky, I >r. M. 1 1 1. • / i 111 111 c r 111 a 11 11 . I ; . 111 1 1 *2( •Jedi S. Mittler & Sohn, Berlin SWes, Kocb tt 10. Jahrgang. A Nr. 1. Januar 1917. DER TROPENPFLANZER Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft. Organ des Kolonial Wirtschaftlichen Komitees Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft. Herausgegeben O. Warburg Berlin. von F. Wohltmann Halle a. Saale. Inhaltsverzeichnis. F. Wohltmann, Neujahrsgedanken 1917. S. 1. Direktoren C. Ladewig und Stauch, Die landwirtschaftliche Entschädigungsfrage in unseren Kolonien, besonders für tropische Pflanzungen. Berichte im Ausschuß der Kolonialabteilung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft. S.U. Koloniale Gesellschaften, S. 18: Deutsche Levantinische Baum- woll-Gesellsehaft m. b. H., Dresden. Anatolische Industrie- und Handels-Gesellschaft m. b. H., Dresden. -- Deutsche Togo- gesellschaft. The Hayoep (Dutch Borneo) Rubber Estates Lim. London. Aus deutschen Kolonien, S. 24: Nachrichten über die Südsee. Versteigerung südwestafrikanischer Diamanten in London. Neues aus Ostafrika. Aus fremden Produktionsgebieten, S. 28: Rumänien als land- wirtschaftlicher Rohstofflieferant. Der Flachsbau in Rußland. Vermischtes, S. 31 : Öl aus Getreidekeiinen. Welterzeugung von Zucker. Auszüge und Mitteilungen, S. 34. Neue Literatur, S. 53. Nachdruck und Übersetzung nur inii Quellenangabe gestattet. Erscheint monatlich. Bezugspreis für Deutschland, Österreich -Ungarn und die Deutschen Kolonien jährlich 15 Mark, für das Ausland 20 Mark einschließlich der „Wissenschaftlichen und praktischen Beihefte". Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" Berlin NW, Pariser Platz 7. TROPENPFLANZER m m ZEITSCHRIFT FÜR m m TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. 20. Jahrgang. Berlin, Januar 1917. Nr. 1. 1 1 j *■ j Neu Jahrsgedanken 1917. Von F. Wohltmann. Mit welchem Stolze konnte ich in meinen letzten Neujahrs- gedanken auf die so glücklichen landwirtschaftlichen Erfolge in all unseren Kolonien hinweisen, und mit -welcher Freude gab icli in ihnen die Hoffnungen unserer tropischen Landwirtschaft den Lesern des „Tropenpflanzers" kund! Nun ruhen unsere kolonialen Werke oder liegen zum Teil in Trümmern, und mit einer zynischen Roheit, die jeder Menschlichkeit und Gesittung einen Faustschlag ins Gesicht versetzte, sind in Togo und Kamerun die Pflanzer, Kaufleute und Missionare sogar ausgeplündert und gewaltsam ihrer friedlichen Arbeit von den Feinden entrissen. Was Praxis und Wissenschaft mit unermüdlichem Fleiß und mit jener tiefen Liebe zur Scholle und zur Landwirtschaft, wie sie nur dem deut- schen Volke eigen, in jahrelangem Ringen aufgebaut, das wurde uns gerade in dem Augenblicke geraubt, als unsere Pflanzungen unsere Erwartungen zu erfüllen begannen und ein reicher Segen unserem Schweiß den wohlverdienten Lohn brachte. Aber die Hoff- nung auf eine Zukunft, welche uns das heute verlorene Glück zurückbringt und unseren kolonialen Wünschen und Bestrebungen voll Rechnung tragen wird, steht bei uns felsenfest. Und darum wollen wir nicht zweifeln oder gar verzagen, sondern der Gerechtig keit, unserem Mute und unserer Kraft vertrauen ! Die Verluste, welche der Krieg unseren Pflanzern und Vieh Züchtern zugefügt hat, lassen sich zur Zeit noch nicht übersehen, da uns in den meisten Kolonien noch nicht bekannt ist, was zertrüm mert wurde, was in den Pflanzungen verwilderte und einging, und in welcher Weise die eine oder andere weiterbetrieben, abgeerntet wurde, und was zur Erhaltung geschah. Wenn man eine un- gefähre Rechnung aufstellen will, so wäre zunächst das hinein- gesteckte Kapital und daneben der Bilanz- oder Taxwert fest zu Tropenpflanzpr 1917, Heft 1. — 2 — stellen. Diese Werte sind nun sehr schwierig zu ermitteln, da das hineingesteckte Privatkapital ja nicht allein den Pflanzungsunter- nehmungen diente, sondern auch anderen, was nicht immer streng auseinanderzuhalten ist. Nach der amtlichen Feststellung betrug 19 14 das (abgesehen von Eisenbahnen) in unsere sämtlichen Kolo- nien hineingesteckte Kapital : 1. der Gesellschaften (nach der amtlichen Berechnung): in Deutsch-Ostafrika . I06 800 00O M. ,, Kamerun .... 95900000 ,, ,, Togo 4490000 „ ,, Südwestafrika . . 14190OOOO ,, ,, Neuguinea .... 504OOOOO ,, ,, Samoa 51 200 OOO „ ,, den anderen Kolonien (außer Kiautschou). 55 10 1000 ,, 506000000 M. 2. der Privatunternehmer, besonders in Samoa, Südwestafrika und Ostafrika (nach Schätzung) TOOOOOOOO ,, Zusammen . . . 606 000 000 M. Der wirkliche (Bilanz-) Wert dieser Unternehmungen war jedoch mit ungefähr 1500 Millionen Mark zu schätzen. Sondert man hiervon die landwirtschaftlichen Unternehmungen ab. so dürften sie wohl mindestens die Hälfte davon ausmachen. Nun scheint der unmittelbare Schaden, welchen der Krieg in den landwirtschaftlichen Betrieben Samoas, Neuguineas und auch Deutsch-Südwestafrikas verursacht hat, nicht sehr groß zu sein, um so mehr litten jedoch Togo, Kamerun und im letzten Jahre auch Deutsch-Ostafrika. Es ist schwierig, dafür irgendeinen Ka- pitalwert anzugeben, weil man die Verhältnisse aus der Ferne nicht beurteilen kann und zuverlässige Nachrichten vollständig Fehlen. Ich glaube jedoch, daß man den unmittelbaren Schaden zur Zeit bereits in nt auf gegen 100 Millionen Mark veranschlagen darf. Fr steht somit weit hinter dem zurück, welchen die Russen bei ihrem Einfall in Ostpreußen verursachten, ist aber doch groß genug, um beim Friedensschluß nicht außer acht gelassen zu werden, indem er den Feinden anzurechnen ist. Das Reichs-Kolonialamt hat es daher nichl unterlassen, die schwierige Frage des Schadensersatzes bereits jetzt in Angriff zu nehmen und die Methode der Berechnung zu untersuchen, aber es ist seitens der Reichsrcgicrung die Ent- schädigungspflicht noch nicht anerkannt, wie es für Ostpreußen ge- schah. Es erscheint mir geboten, wie immer der Ausgang des Krieges auch über unsere Kolonien entscheidet, die dort durch den Krieg verursachten Schäden prinzipiell, wie die in Ostpreußen, zu behan- deln. Vorderhand ist die Johann-Albrecht-Spende bemüht, die äugen- blickliche persönliche Not der Pflanzer und Viehzüchter zu mil- dern. Würde man die Landwirtschaft in unseren Kolonien schlechter behandeln als die in Ostpreußen, so würde man dem Kapital und jungen Landwirten für die Zukunft die Lust be- nehmen, sich in unseren Kolonien zu betätigen. Unsere Schutz- gebiete müssen mit dem gleichen Maß gemessen werden wie unsere Heimatländer, das ist nicht mehr als recht und billig! Wir dürfen wohl hoffen, daß dieser blutigste aller Kriege 19 17 sein Ende finden wird, denn die Mittel, welche er erfordert, können unsere Feinde auf die Dauer nicht mehr beschaffen, und das Elend, welches er über alle Völker Europas, auch über die Neutralen, bringt, kann nicht länger ertragen werden. Wir werden daher ver- mutlich nach dreijähriger Fernhaltung wieder in den Besitz unserer Kolonien gelangen. Wie er alsdann sich ausgestalten wird, kann heute noch niemand voraussehen. Wir wissen heute nur, daß die Eroberungen, welche unsere Heeresmacht zur Zeit als Faustpfand allein in Belgien und Nordfrankreich sowie Rußland in Händen hält, einen Kapitalwert von über 100 Milliarden Mark bedeuten, dem ein solcher von nur rund 5 Milliarden Mark in unseren Kolonien gegenübersteht, selbst wenn man das Vermögen der Eingeborenen an Pflanzungen und Vieh mit einrechnet. Solange wir die von uns in Europa besetzten Gebiete fest in unserer Hand halten, brauchen wir daher um die Wiedererlangung unserer Kolonien nicht besorgt zu sein, ja dürfen vielmehr hoffen, daß sie uns in erweiterter und abgerundeter Form wieder werden. Das wird erst recht der Fall sein, wenn unsere Unterseeboote die Feinde zum Frieden zwingen. Angesichts dieser Lage dürfen und müssen wir schon heute er- wägen, wie das Zertrümmerte und Geschändete am zweckmäßigsten wieder aufzubauen ist, und welche Wege wir für eine weitere und schnelle Entwicklung unserer Kolonien einzuschlagen haben. Dieser Weltkrieg hat einem jeden von uns zum fühlbaren und klaren Bewußtsein gebracht, wie sehr wir im Bezüge der Rohstoffe für unsere Fabriken und im Bezüge an menschlichen Nahrüngs und Genußmitteln sowie tierischen Futterstoffen vom Auslande und insbesondere auch vom kolonialen abhängig waren. Unsere Kolo nien vermochten bis 19 13 nicht viel mehr als etwa 3 % aller kolo- nialen Stoffe, welche wir benötigten, zu decken. Wir werden daher auch unmittelbar nach dem Kriege den Bezug derselben aus dem Auslände nicht entbehren können. Daß wir jedoch imstande sind, im Laufe eines halben Jahrhunderts die landwirtschaftlichen Erzeugnisse unserer Kolonien auf das Zwanzig- bis Dreißigfache zu steigern und uns somit vom Auslande weit unabhängiger zu machen, als wir 1914 waren, habe ich bereits des öfteren und besonders in meinen Neujahrsgedanken von 1909 eingehend auseinandergesetzt und durch klare Berechnungen erwiesen. Man hat nun wohl ge- meint, daß unsere enge Verbindung mit der Türkei uns in Zukunft die Kolonien entbehrlicher machen könne, weil sie uns den Bezug vieler tropischen, oder besser gesagt, subtropischen Erzeugnisse aus Kleinasien, Palästina und Arabien sichern würde. Das ist an sich auch gerade nicht bedeutungslos. Aber dabei wird doch die Landwirtschaft der Türkei sowohl in ihrem inneren Wesen wie in ihrer Entwicklungsfähigkeit etwas überschätzt. Auch die Aus- dehnung von Mesopotamien, auf dessen bewässerbare Ländereien man große Hoffnung setzt, ist keineswegs so bedeutungsvoll, daß sie große Massen für den Welthandel mit Sicherheit verspricht. Aus den türkischen Ländern können wir wohl Schaf- und Ziegen- wollc, Felle, Tabak, Feigen, Apfelsinen, Erdnüsse, Sesam, Baum- wolle, Seide, ferner auch Gerste und Weizen dermaleinst in große ren Massen erhalten, aber selbst wenn vielleicht auch die Erzeug nisse Ägyptens einmal uns zugängig werden sollten, sind andere Stoffe, als die genannten, kaum zu erwarten. Die türkische Sonne ist keine tropische, und daher können uns die türkischen Länder niemals Stoffe, wie Kaffee, Tee, Kakao, edle Gewürze, Kautschuk, Kopra, Palmkerne, kurz alle jene echten Kinder der Tropen liefern. die wir so sehr nötig haben und welche ein Kulturvolk heute nicht mehr entbehren kann. Diese zu erzeugen und dem Vaterlande sicherzustellen, wird die Aufgabe unserer Kolonien sein und blei- ben. Daher haben wir sie ja auch so dringend nötig wie das tag liehe Brot. Ohne Kolonien ist Deutschland ein Torso! Was wir nun aus den Tropen und Subtropen an landwirl schaftlichen Erzeugnissen seit [902 nach Deutschland in zunehmen der Menge einführten, lehrt das Folgende Zahlenbild: Es wurden eingeführt abzüglich der Ausfuhr in [000 Mark: im Mittel von im Mittel von 190J bis 1905 1907 bis 1910 Reis 28658 42627 \<>77* 60 555 Mais und Dari . . 89340 91825 86 71 1 101912 Manilahanf und Aga- vefasern .... 2751 2 798 3 181 6 100 Übertrag . . 12074t; 137 230 13667O [68567 Übertrag Jute usw. Baumwollabfälle Baumwolle, rohe Rosinen . Weinbeeren usw Mandeln, getrocknete Korinthen Apfelsinen, Zitronen Feigen, Datteln u dgl. frisch Wal-, Brasilianische (Para-) usw. Nüsse Bananen .... Schafwolle, rohe . Seide Baunnvollsamenöl . Palm- und Kokosnußül Erdnuß- und Sesamöl Sesam Palm kerne . Kopra Baumwollsamen Erdnüsse Sojabohnen u. de Tee .... Kaffee, roher . Kakaobohnen, roh Pfeffer . . , ( hinarinde '. Chinin usw. Kampfer, Manna und Opium Gewürze, Parfüm Stoffe, Medikamente (nach Schätzung) Tabak Zigaretten . Kautschuk und Gutta percha rgl Insgesamt im Mittel von 1902 bis 1905 I 20 749 35 250 16 138 355 274 9 43' 13 439 1 2 269 4 141 14064 232 526 126 019 17 720 13 545 53 583 6 206 5 129 155 37* 29412 6694 4 375 6289 3 '7* 30 000 98 8 1 7 9 35i" im Mittel von 1907 bis 1910 13725O 51 266 15 34« 470 766 5 296 20 I98 1 7 666 6 122 23 549 44'3 2 532 293 696 176930 '7 7S3 6i59 27 232 64 495 45 146 11 324 9928 7 '54 172423 48 708 5270 3 3'7 3 943 2 910 30 CK M » 122443 8483 191 1 1 36 6 ( 1 59 413 13092 554 169 '3 396 23 53i 21 505 8551 27 963 6 149 8904 301 063 169 168 10514 6417 33 830 90 164 73626 24843 19813 7 5 3' » 25' 423 55 483 6 190 ? 4 635 4 475 50 000 "5 9 s 5 5 47* 74 780 121 963 15" 766 1913 168 567 89 875 27 565 551 121 1 o 096 24 170 2 1 725 6 272 3' 645 6 220 1 3 243 335 252 173 338 1061O 9808 12031 43 7" 103 996 121 563 37 138 28 162 23 554 8 003 2 1'; 4O4 "7 "?7 6389 3 066 3655 448s 35 ' 13 799 Ü *44 I 14 NO 4 ' 453 750 1 936 713 2 234 746 2 453 < »28 J Heraus ergibt sich, daß insbesondere die folgenden Stoffe in der Einfuhr eine starke Steigerung erfahren haben: Reis, Mais. Jute, Baumwolle, die Südfrüchte, auch Schaf- wolle, Sesam, Palm kerne, Kopra, Baumwoll- samen, Erdnüsse, Kaffee und Kakao. Auf die Ver- mehrung des Anbaues dieser Kulturen ist daher vornehmlich in unseren Kolonien Rücksicht zu nehmen ! Das geschah nun bereits in jeder Beziehung. Die Kinder- schule der landwirtschaftlichen Entwickln ng unserer Kolonien lag hinter uns, ein ernstes, wohl- durchdachtes, planmäßiges Streben sprach aus allen landwirtschaft- lichen Unternehmungen und rückte die Erfüllung unserer kolo- nialen Wünsche, das ist die Befreiung von fremder Abhängigkeit, in nicht allzu ferne Zukunft. Wir haben daher nur nötig, den ein- geschlagenen Weg und die ausprobierten Methoden weiter zu ver- folgen und auszubauen. In der Auswahl der Kulturpflanzen verdienen in Zukunft zwar noch Reis und Mais sowie Sorghum eine stärkere Berücksichtigung, zumal die alten Bezugsländer für Reis für unseren Handel immer unsicherer werden. Sodann müsen wir bestrebt sein, eiweiß- und öl- bzw. fettreiche Pflanzenstoffe in unseren Kolonien möglichst bald mehr zu gewinnen, da unsere heimische Landwirtschaft sie durchaus nötig hat, um den stark zurückgegangenen Viehstand baldigst wieder zu heben. Eine vermehrte Erzeugung solcher Stoffe, wie auch von Mais und Sorghum, ist um so hoffnungsvoller, als sie durch Eingeborenenkulturen gewonnen werden können und dabei reichen Verdienst versprechen. Ich komme später auf die not wendigen Kulturen noch einmal zurück! Unseren Bezug tropischer landwirtschaftlicher Stoffe ganz im abhängig von anderen Kolonien und tropischen Leandern zu ge- stalten, Lt kaum möglich und noch weniger empfehlenswert. Der Welthandel erfordert Austauschstoffe und ist ohne solche nichl denkbar. Wollen wir daher mit tropischen, subtropischen wie über- haupt mit anderen Ländern handelswirtschaftlich verkehren, so müssen wir zumeist landwirtschaftliche Erzeugnisse gegen den Überfluß unserer Fabrikate und Industrieerzeugnisse in Eintausch nehmen. Nun besitzen überall und namentlich in den Tropen ge- wisse Landstriche ein natürliches Monopol auf den Anbau gewisser wertvoller Kulturpflanzen, weil sie ein c r anz besonderes Klima oder einen besonders selten vorkommenden linden haben (z. B. Kamp [er in Formosa, Nelkenpfeffer in Zanzibar, Gewürze auf den Mo lucken usw.», so daß sie diese sicherer und billiger und auch edler zu erzeugen vermögen als andere. In anderen tropischen Ländern hat sich eine besondere Geschicklichkeit im Anbau gewisser klima- und bodensteter Pflanzen herausgebildet, wie z. B. in Ostasien im Reis- bau, in Havanna und in Sumatra im Tabakbau, so daß sie sich da- durch eine große Überlegenheit gesichert haben. Derartige natür- liche Vorzüge und wirtschaftliche Überlegenheiten verlieren sich nicht ohne weiteres und werden daher immer ihren berechtigten Einfluß lange Zeit gelten machen, gegen welchen andere Länder nur schwer aufkommen können. Der Handel und der Verkehr können mit ihnen rechnen und stellen sich auf sie ein. Auch unsere Kolo- nien müssen sie anerkennen, und es wäre töricht und verhängnis- voll, in ihnen jedwede Kultur erzwingen zu wollen, um alle Zu- fuhren aus anderen Tropenländern nach Deutschland zu verdrän- gen. Wir werden in unseren Kolonien den Anbau solcher Kulturpflanzen in erster Linie erstre- ben und fördern müssen, welche für die jedes- maligen Boden- und Klimaverhältnisse am meisten geeignet sind, welche sich infolge- dessen nicht nur durch Massenerträge, sondern auch durch besondere Güte auszeichnen und welche sicheren, baldigen und hohen Gewinn versprechen. Dabei können die Bedürfnisse des Mutterlandes nach den wichtigsten Rohstoffen und Nahrungs- und Futtermitteln volle Berücksichtigung finden. Zum Glück sind wir heute dank der Bodenstudien in unseren Kolonien und dank der zahlreichen meteorologischen Stationen in allen Landschaften derselben bereits genau darüber unterrichtet, welche Kulturen hier oder dort sicheren und guten Erfolg versprechen und welche nicht. Da nun ferner unsere Kolonien groß genug sind, um die verschiedenartigsten Boden- und Klimaverhältnisse darzubieten, ist auch die Auswahl der Kulturpflanzen für sie eine sehr große. Und da ferner die Arbeiterverhältnisse in unseren Kolonien im allgemeinen günstige sind, steht ihrer weiteren glücklichen Entwicklung im Lande selbsl nichts entgegen, sobald wir sie wieder fest im Besitz haben. Was wir jedoch von unseren Kolonien noch durchaus verlangen müssen, ist der Anbau solcher Pflanzen, welche uns die wichtigsten Rohstoffe für unsere Fabriken und unsere Landwirtschaft liefern, und das sind vornehmlich folgende : Baumwolle und Hanf, auch Jute, Kautschuk und Guttapercha, tierische Wolle und auch Felle. Kakao, 8 von den Südfrüchten besonders Bananen, von den Ölfrüchten besonders Palmkerne, Kopra, Erdnüsse. Sesam und Baumwollsaat, dazu Mais und Sorghum. Die genannten Stoffe bringen nicht nur unserer Industrie und Landwirtschaft reichen Gewinn, sondern bieten auch der deutschen Arbeiterschaft lohnenden Verdienst. Gerade jetzt, wo sie uns fehlen, erkennen wir, daß viele unserer Fabriken und auch unsere Landwirtschaft bittere Not leiden, und daß beide ohne sie über- haupt nicht auskommen können. Die Mißstände, welche durch den zeitweisen Entzug der genannten Rohstoffe bei uns herrschen, werden eben in der Arbeiterschaft nicht empfunden, weil ein großer Teil derselben im Felde steht und anderseits in der Anfertigung von Munition und Kriegsgeräten reichliche Beschäftigung und hohen Verdienst findet. Würde es unserer Volkswirtschaft jedoch in Friedenszeiten an jenen Rohstoffen fehlen, dann wären große Arbeitermassen verdienst- und brotlos. Wir beschäftigten in der Zeit vor dem Kriege allein über 2 Millionen Erwerbstätige in der Textilindustrie-, über 3/2 Million Erwerbstätige in der Lederindustrie und weit über ioo ooo in der Gummi- und Guttaperchaindustrie. Dazu kommen ferner die Arbeiter in der Tabakindustrie, in der Kakao- und Schokoladenherstellung, in vielen chemischen Fa- briken, welche auf tropische Rohstoffe angewiesen sind, die Vef treter des Handels mit Südfrüchten, Kaffee, Gewürzen usw., so daß über drei Millionen Erwerbstätige allein von dem Bezüge kolo- nialer Rohstoffe in ihrem Verdienst und in ihrer Existenz abhängig sind, was einer Arbeiterbevölkerung von etwa sieben Millionen Köpfen entsprechen dürfte, d. i. über io % unserer Bevölkerung. Nicht nur die deutsche Volkswirtschaft, sondern auch d i e deutsche Arbeiterschaft hat daher das größte Interesse, daß die Zufuhr der wichtigsten kolo- nialen Rohstoffe in der Hauptsache für alle Zu kunft sichergestellt wird, und das ist natürlich mir möglich, wenn wir eigene Kolonien besitzen, welche sie uns Liefern können, und wenn wir nicht von den Launen, den gesetzlichen Be- stimmungen sowie Börsen- und Handelsjobbereien fremder Völker und von ihrer Gnade abhängig sind. Wie sehr das bis jetzt der Fall gewesen ist, dafür ließen sich z. B. im Baumwollhand« 1 drastische Beispiele anführen! Wenn wir uns nun auch über die landwirtschaftlichen Ziel klar sind, welchen wir nach Wiedererlangung unserer Kolonien von — y neuem nachstreben müssen, so wird doch die Wiederaufnahme der Arbeit in ihnen keine leichte sein. Zunächst bietet die Beamtenfrage große Schwierigkeit. Viele der alten Beamten und Pflanzer, welche vor dem Kriege tätig waren, haben durch die schamlose Behandlung seitens der Eng- länder und Franzosen derart gelitten, daß ihre Gesundheit nun ver- sagt, oder auch, daß sie kein Verlangen danach haben, den Ort ihrer Entehrung und Schändung wiederzusehen. Es müssen also viele neue Beamte angeworben werden. Ein jeder, der einmal damit zu tun gehabt hat, tüchtige Männer für die Tropen auszusuchen, kennt die Schwierigkeit, sie ausfindig zu machen, und kennt die Enttäuschungen, welche man dabei erlebt. Ist es hier in der Heimat schon nicht immer leicht, den richtigen Mann für eine Arbeit herauszufinden, so ist das für die Tropen erst recht schwer. Und das eben um so mehr, als die Blüte unseres Volkes im Kriege ver- blutet ist und es an Nachwuchs noch fehlt. Dazu kommt nun noch, daß nach dem Kriege auch in der Heimat ein Mangel an tüchtigen Beamten sein wird und solche auch hier hohen Verdienst finden und wenig Lust verspüren werden, unter der heißen Tropensonne ihr Glück zu versuchen. Die Gesellschaften unserer Kolonien wer- den daher gut tun, schon jetzt nach tüchtigen Beamten Umschau zu halten, damit sie nachher zur Stelle sind. Weniger schwierig erscheint mir die landwirtschaftliche Be- amtenfrage für die Kolonialregierung, weil die Kolonialbeamten in der Mehrzahl noch am Leben sind, wenngleich sich auch viele in Kriegsgefangenschaft befinden. Dazu wird der Andrang tri den Reichskolonialdienst nach wie vor stets ein großer sein. Aber die anfänglichen Schwierigkeiten werden in wenigen Jahren überwunden sein, denn Deutschland verfügt über einen zahlreichen Nachwuchs von Fünfzehn- bis Siebzehnjährigen, da unsere Volkvermehrung gerade um die Wende des Jahrhunderts (.-ine besonders starke war. Mehr Sorge macht uns vielleicht bei Aufnahme der Pflan- zungsarbeiten die Eingeborenen- und Arbeiterbevölkerung in den Kolonien. Sie ist durch die Engländer und Franzosen planmäßig gegen uns verhetzt und dazu verwildert. Die grausame und nieder trächtige Behandlung der Gefangenen und von Schwarzen abgc führten Deutschen sowie die lügenhaften Berichte unserer Feinde haben unser Ansehen untergraben, und es wird nicht leicht sein, es wieder zur vollen Geltung bei den Schwarzen zu bringen, zumal es kaum möglich ist, in Togo und Kamerun eine öffentliche Sühne für jene Schandtaten zu erhalten. Es werden Jahre vergehen, ehe K I wir uns dort den vollen Gehorsam wieder erworben haben, und es wird viel Klugheit und richtiges Auftreten erforderlich sein, um Aufständen und Unbotmäßigkeiten rechtzeitig vorzubeugen. Ohne eine starke militärische und polizeiliche Truppe dürfen wir in Togo und Kamerun überhaupt nicht wieder einziehen, wenn wir uns nicht dem Spott der Schwarzen und sonstigen Bevölkerung aussetzen und wenn wir nicht das Leben der Deutschen arg gefährden wollen. Hoffentlich ist man bereits früher gegebenen Anregungen gefolgt, unter den in Deutschland befindlichen mohammedanischen Gefange- nen in aller Stille ein koloniale Schutztruppe auszubilden, die so- fort nach Friedensschluß in unsere westafrikanischen Kolonien über- geführt werden kann. Daß es ferner nicht leicht ist, Handel und Wandel in unseren Kolonien schnell wieder ins Leben zu rufen, braucht kaum gesagt zu werden. Und ebenso wird es zunächst auch seine Schwierig- keiten haben, einen geregelten Schiffsverkehr mit ihnen wiederum einzurichten, da es uns an Dampfern fehlen wird. Aber auch diese Sorgen werden in kurzer Zeit überwunden ein, vielleicht weit schneller, als wir denken. Nur eins wird noch große Arbeit machen, und das ist die neue Kapitalsbeschaffung für die verlassenen und verkommenen Pflan- zungen sowie für die große Anzahl neu anzulegender. Die frühere Flüssigkeit der deutschen Kapitalien ist durch die rund 50 Milliar- den Kriegsanleihen festgelegt, und wird daher in der Heimat selbst großer Mangel an Betriebskapital herrschen, wenn uns die neutra- len Völker solches nicht durch Ankauf von unseren Kriegsanleihen gewähren. Das wird nun sicherlich der Fall sein, denn der Zins- fuß und die Sicherheit unserer Kriegsanleihen sind verlockend. Aber man wird diese fremden Gelder doch in erster Linie für die Unter- nehmungen der Heimat, für Ankauf der völlig erschöpften Roh- stoffe nötig haben, so daß für die Kolonien nicht viel übrig bleibt. • hirft c sich daher empfehlen, insbesondere unsere nordischen Nachharn, denen ja eigene Kolonien nachgerade vollständig fehlen, für die unsrigen zu interessieren. Dadurch würde auch vielleicht < rreicht, daß uns jene drei Völker mit ihren überschüssigen Ar- beitskräften in unseren Kolonien zu Hilfe kämen. Wollen wir Kapital für unsere Kolonien gewinnen, so ist es ferner notig, sie vor Steuerbelastung und drückenden Abgaben zu bewahren und ihren eugnissen einen zollfreien Eingang nach Deutschland zu ver- schaffen, wie denn überhaupt die frühere koloniale Sprödigkeit unserer gesetzgebenden Körperschaften sich in ein reges Interesse für sie umgestalten muß. wenn wir den vollen Nutzer aus ihnen ziehen wollen. I I Es ließen sich in diesen schicksalschweren Stunden der Jahres- wende noch manche andere Betrachtungen über die Landwirtschaft in unseren Kolonien anstellen, aber es ist besser, sich auf das Not- wendigste zu beschränken. Der Seele unseres Volkes wird bei dem Druck, der auf ihr lastet, nicht mit vagen spekulativen Be- trachtungen gedient, wie sie leider stets nur zu reichlich in allen Zeitungen und Zeitschriften geboten werden, sondern ihr leistet eine nüchterne, reale Kost, die nicht verwirrt und gut verdaut werden kann, die besten Dienste. Gott gebe, daß die schwere Prüfung, welche unser edles Volk zur Zeit durchmachen muß, glücklich überstanden wird, und daß die Läuterung, welche sie zur Folge hat, einen reichen Segen für alle Zukunft bringen möge, daheim und in unseren Kolonien ! Die landwirtschaftliche Entschädigungsfrage in unseren Kolonien, besonders für tropische Pflanzungen. I. (Bericht des Herrn Direktors C. L a d e w i g im Ausschuß der Kolonial- abteilung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft.) Das Reichsgesetz über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873 regelt zwar in umfassender Weise die Leistungen, die Gemeinden und Lieferungsverbänden im Kriegsfalle zukommen, und die Ver- gütung, die sie vom Reich zu erhalten haben, aber der Umfang und die Höhe der etwa zu gewährenden Entschädigungen und das Ver- fahren bei ihrer Feststellung für alle durch den Krieg verursachten Beschädigungen an beweglichem und unbeweglichem Eigentum werden einem jedesmaligen Sondergesetz des Reiches vorbehalten. Ein solches Sondergesetz ist nun das Gesetz über die Fest- stellung von Kriegsschäden im Reichsgebiet vom 3. Juli 19 16. Es ist allerdings die Vergütung für erlittene Beschädigungen darin noch nicht gesetzlich bestimmt, sondern nur die Peststellung der Beschädigung geregelt, die zunächst noch keinen Rechtsanspruch begründet, aber es kann gar kein Zweifel bestehen, daß das erforder- liche weitere Sondergesetz, welches Umfang und Hohe der zu gewährenden Entschädigung festzusetzen hat, folgen wird. Tatsächlich waren ja die Vorentschädigungen in ( Ostpreußen und im Elsaß schon vor Erlaß des erwähnten Gesetzes durch Preußen und die Reichslande geleistet, sobald das Entschädigungs- gesetz jedoch erlassen sein wird, werden diese von den einzelnen — 12 — Bundesstaaten gewährten Vorschüsse vom Reich zu übernehmen und den einzelnen Staaten zu erstatten sein. Wenn nun überhaupt grundsätzlich anerkannt wird, daß die Gesamtheit des Staates für einen erlittenen Kriegsschaden einzu- treten hat und nicht der einzelne zu leiden haben soll, so wird dieser Grundsatz sich nicht nur auf das Reichsgebiet beschränken dürfen, sondern auch in den deutschen Schutzgebieten Anwendung finden müssen. Man muß davon ausgehen, daß die Schutzgebiete deutsches Gebiet sind, in das deutsche Arbeitskraft und deutsches Kapital im Vertrauen auf den staatlichen Schutz des Deutschen Reiches hineingegeben sind. Man muß davon ausgehen, daß hier ein sehr großer Teil der angelegten Kapitalien nicht aus rein mate- riellen Gründen zur Verfügung gestellt wurde, sondern in der aus- gesprochenen Absicht, deutsche Kultur und deutsche Art in diese deutschen Neuländer zu tragen. Es würde das Vertrauen zu der deutschen Kolonialregierung völlig untergraben, und es würde in Zukunft unmöglich sein, Kapital oder Menschen für unsere Schutz gebiete anzuwerben, wenn das Deutsche Reich die Ersetzung des Kriegsschadens, ganz unabhängig davon, ob überhaupt eine Kriegs- entschädigung gezahlt wird oder nicht, nicht als eine Ehren pflicht betrachtet und leistet. Unsere Schutzgebiete sind in dem Kriegsleistungsgesetz vom 13. Juni 1873 selbstverständlich nicht genannt, weil sie bei dem Erlaß des Gesetzes noch nicht da waren. Es wurde aber nach dem Aufstande in Deutsch-Südwestafrika den Grundsätzen dieses Gesetzes entsprechend von dem Reichstag durch ein Sondergesetz den Kriegsbeschädigten eine besondere Ent- schädigung zugebilligt. Es gibt in den einzelnen Schutzgebieten auch Verordnungen über Kriegsleistungen, ebenso ist auch die Wehrpflicht in i\vn deutschen Kolonien gesetzlich eingeführt. Man wird daher auch unsere Kolonien als einen Teil des Deutschen Reiches ansehen müssen, auch wenn sie zollpolitisch als Ausland gelten l usciv Gesellschaft selbsl hat dies durch Ausdehnung ihrer Tätigkeit auf die deutschen Kolonien für sich selbst anerkannt. Unsere Schutzgebiete sind durch den Krieg in außerordentlich hartem Maße betroffen. Alle die Unbilden und Schädigungen, die der Krieg an Meli im Gefolge hat und die im Deutschen Reiche eine Unzahl von Personen und Betrieben zunächst völlig lahmgelegt haben, treffen für die Kolonien in erhöhtem Maße ZU. Denn im Heimatlande ist es doch den meisten Betrieben möglich gewesen, nach Überwindung der ersten Schwierigkeiten sich in irgendeiner anderen Weise zu betätigen und fortzubestehen. In den Kolonien war das anders Abgeschnitten vom Reich, mußten sie nach kürzerer • 3 oder längerer Belagerung die Waffen strecken und waren somit völlig in den Händen der Feinde. Die Beamten und Angestellten in Togo und Kamerun, neuerdings auch in Deutsch-Ostafrika, wurden sämtlich in englische Kriegsgefangenschaft abgeführt, die Betriebe völlig geschlossen. Die Warenbestände wurden, soweit sie nicht geplündert, und geraubt waren, zu Schleuderpreisen ver- steigert. Die Pflanzungen blieben ohne Aufsicht ihrem Schicksal überlassen. Die Schäden, welche durch dieses völkerrechtswidrige Vorgehen der Feinde entstanden sind und noch entstehen können, lassen sich heute noch gar nicht überblicken. Die Ungewißheit, in welcher die kolonialen Firmen schweben, ist unerträglich. Die für die Schutzgebiete maßgeblichen Reichsbehörden, das Reichs-Kolonialamt und das Reichs-Marineamt, haben sich schon seit über Jahresfrist auch mit der Entschädigungsfrage in den Kolo- nien eingehend beschäftigt und haben auch mit den beteiligten Kreisen Fühlung genommen, um Unterlagen zusammenzustellen, die bei einem Entschädigungsgesetz verwertet werden sollten. In Frage kommen für die Schutzgebiete unmittelbare und mittelbare Schäden. Zu den ersteren zählen die Beschädigungen, welche durch die kriegerischen Unternehmungen der Streitkräfte, durch Brand, Zerstörung, Diebstahl oder Plünderung in den vom Feinde besetzten oder bedrohten Gebieten entstanden sind, ferner Schäden, welche durch die Flucht, Abschiebung, Gefangennahme oder Verschleppung der Bevölkerung aus den vom Feinde besetzten Gebieten entstanden sind, und schließlich Schäden, welche den Be- trieben durch weiterlaufende infolge des Kriegszustandes nicht zu verhindernde Ausgaben entstehen. Zu den mittelbaren Schäden würden Ausfälle au Schuldnern. Unterhalts- und Gchaltskosten für in das neutrale Ausland geflüch- tete Angestellte, Zinsen für laufende Darlehen und Hypotheken, Verwaltungskosten und ähnliche Beträge zu rechnen sein. Eine weitere Gruppe von Schäden wird gebildet durch die Kosten oder Verluste, welche dadurch entstanden sind, daß Schiffe und Ladung requiriert wurden, oder daß Schiffe mit ihrer Ladung in neutralen Häfen Zuflucht suchten «.der daß Schiffe von feind liehen Schiffen gekapert wurden. Die Behandlung dieser verschiedenen Schäden wird nun von verschiedenen Stellen aus betrieben. Zunächst gehören die unmittelbaren und mittelbaren Schäden in den Ge- schäftsbereich des Reichs-Kolonialamtes, mit Ausnahme des Schutzgebietes Kiautschou, für dieses ist das Reichs Marineamt zuständig. Ferner gehören die in der letz — M — Gruppe genannten Schäden, die sogenannten ,, schwimmenden Schäden", vor das Reichsamt des Innern, vor den ..Reichskom- missar zur Erörterung von Gewalttätigkeiten gegen Deutsche in Feindesland". Diese letztere Behörde hat außerdem noch die Schäden zu bearbeiten, welche deutschen Firmen in außerdeutschen Kolonien zugefügt wurden. Aber auch die für die Schutzgebiete zuständigen Stellen, das Reichs-Kolonialamt und das Reichs-Marine- amt, bearbeiten die Schadensangelegenheiten nicht selbständig, sondern müssen eine Übereinstimmung herbeiführen mit dem Reichs- Schatzamt. Es ist somit ohne weiteres ersichtlich, daß bei einer solchen Verquickung die Arbeit eine sehr schwierige ist und daß eine Übereinstimmung zwischen den Reichsstellen und den < re- schädigten nicht ganz leicht herbeizuführen ist. Es muß anerkannt werden, daß die Reichsbehörden, besonders das Reichs-Kolonialamt und das Reichs-Marineamt. der Frage der Entschädigung viel Wohlwollen entgegengebracht haben und -sich in steter Fühlung mit den Geschädigten befunden haben. Es wird auch zugegeben werden können, daß für das Schutzgebiet, solange für das Deutsche Reich selbst eine gesetzliche Grundlage in der Schadensersatzfrage nicht vorlag, die gesetzliche Regelung der ent- standenen Schäden hinausgeschoben werden mußte. Nachdem nun aber im Juli 1916 das Feststellungsgesetz für die Schallen im Reichs- gebiet erlassen worden ist, ist es eine unbedingte Pflicht der Reichs- regierung, auch den kolonialen Unternehmungen die Gewähr zu geben, daß die Schädigungen, welche der einzelne erlitten hat, auf Grund reichsgesetzlicher Regelung vom Deutschen Reich getragen werden. Die in den deutschen Schutzgebieten angelegten tropischen Kulturen bilden einen unentbehrlichen Teil der deutschen Landwirt- schaft und können und dürfen nicht nachteiliger behandelt werden als die heimische Landwirtschaft. Es wird daher erstrebt werden müssen, daß schleunigst, tunlichst schon in der nächsten Session, dem Reichstag ein Gesetz vorgelegt werde, welches in ähnlicher Form, wie es das Gesetz vom 3. Juli 1916 vorsieht, die Feststellung der Schäden in den deutschen Schutzgebieten regelt. Von diesem Gesichtspunkt aus haben die in den Schutzgebieten ansässigen Firmen in einer von etwa l8o Unterschriften getragenen Eingabe sieh an das Reichs-Kolonialamt gewandt mit der Bitte, dem Reichstag ein diesbezügliches Gesetz vorzulegen, und es ist anzuerkennen, daß das Reichs-Kolonialamt sieh ungesäumt mit den anderen zustandigen Stellen in Verbindung gesetzt hat, so daß zu hohen ist. daß dieses Gesetz bald dem Reichstag vorgelegt wird. Man wird den Wunsch und die Hoffnung aussprechen dürfen, daß — 15 — die gesetzgebende Körperschaft bereit sein wird, unserer tropischen Landwirtschaft das nicht vorzuenthalten, was sie der heimischen Landwirtschaft gewährt hat. Die kolonialen Unternehmungen halten ihre heimische Ver- waltung heute mit- Mühe und Sorge aufrecht in der festen Zuver- sicht, ihre Tätigkeit in den Schutzgebieten sofort nach Friedens Schluß wieder aufnehmen zu können. Sie tragen, um dieses Vor- haben durchführen zu können, willig die Kosten, welche ihnen da- durch erwachsen, daß sie einer Reihe von Beamten Wartegelder und Unterstützungen gewähren, um sich diese an Erfahrung und Praxis wertvollen Kräfte zu sichern. Sie haben daher auch ein Recht darauf, aus der quälenden Ungewißheit über das Schicksal der Entschädigungsfrage gerissen zu werden. Wenn das Gesetz angenommen ist, wird auch zu erwägen sein, in welcher Form und in welchem Umfange gegebenenfalls Vorent- schädigungen von Reichs wegen an die Geschädigten gezahlt werden können. Es sind besonders in Ostpreußen sehr umfangreiche Vor- entschädigungen gewährt worden, die den Wiederaufbau von Häusern und die Wiederaufnahme der Landwirtschaft fördern sollten. Und nur diesen raschen und umfangreichen Maßnahmen ist es zu danken, daß in Ostpreußen in dem wahrsten Sinne des Wortes aus den Trümmern neues Leben erblüht ist. Für die Landr Wirtschaft in unsern Schutzgebieten, naturgemäß auch für die dortige Kaufmannschaft, wird eine solche Maßnahme um so mehr am Platze sein; als die endgültige Feststellung des Schadens und damit auch seine Regelung erheblich schwieriger zu bewerkstelligen sein wird als hier in der Heimat. Mit der Dauer der Ausreise, den ge- waltigen Entfernungen in den Schutzgebieten, der Beschränktheit der Verkehrsmittel wird ein Zeitraum verstreichen, dessen Über brückung unabweislich durch eine vorläufige Hilfe erforderlich ist. Um nun für eine solche Vorentschädigung die erforderlichen Unterlagen zu schaffen, wird sich daher als zweckmäßig erweisen, daß schon heute mit den Vorarbeiten für die Schadensermittelung begonnen wird, und tatsächlich sind solche Vorarbeiten auch von dem Reichs-Kolonialamt befürwortet und teilweise auch bereits erledigt. Es sind bereits Formulare aufgestellt, welche die Billigung der beteiligten Reichsbehörden gefunden haben, und welche als Unterlagen für eine vorläufige Schadcnsanmeldung dienen sollen. Selbstverständlich wird es heute nicht möglich sein, anzugeben oder festzustellen, inwieweit und in welchem Umfange ein Sachschaden auf den Betrieben in den Schutzgebieten entstanden ist. Die vor- läufigen Anmeldungen müssen sich daher darauf beschränken, eine — 16 — möglichst genaue Aufstellung der gefährdeten Werte zu geben, An der Hand einer solchen Aufstellung" der gefährdeten Werte wird sich alsdann später die Feststellung von Schäden wesentlich ver- einfachen lassen. Es wird eine der Kolonialabteilung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft würdige und dankbare Aufgabe sein, die Not der landwirtschaftlichen Betriebe in den deutschen Schutz- gebieten dadurch lindern zu helfen, daß sie die Bestrebungen der Pflanzer unterstützt. Die W r erte in unseren Kolonien dürfen nicht unterschätzt werden. Die amtliche Statistik des Reichs-Kolonialamts vom Jahre [912/13 gibt die Kapitalanlage von Gesellschaften in den deutschen Schutzgebieten insgesamt mit 506 Millionen Mark an. Diese Ziffer mag auf Grund der erhältlichen Bilanzen zutreffend berechnet sein. Sie trifft aber bei weitem nicht den wirklichen Wert der in den Kolonien vorhandenen Anlagen und Betriebe. Der Statistik ent- ziehen sich naturgemäß das Kapital der Privatunternehmer, das An- lagekapital der Eisenbahnen, das Anlagekapital des Fiskus, so daß sich ohne weiteres eine Verdreifachung der oben angegebenen 506 Millionen Mark nachweisen läßt. Hinzu kommt noch, daß bei den Pflanzungswerten das ursprüngliche Anlagekapital bei weitem nicht den Wert der Pflanzungen deckt, da aus Abschreibungen her- rührende Gelder usw. immer wieder aufs neue in die Pflanzungen hineingesteckt werden, ohne daß der Kapitalwert der Gesellschaft eine Veränderung erfährt. Fine bei der Schadensermittelung von den Firmen in der Süd- see aufgemachte Berechnung unter Zugrundelegung von Be- wertungen, die nach Grundsätzen des Reichs-Kolonialamtes auf- gestellt wurden, ergab z. B. für das Schutzgebiet der Südsee einen Anlagewert von etwa 200 Millionen Mark. Die bergbaulichen Werte können z. B. in der amtlichen Statistik überhaupt keinen Kaum finden. Ebenso ist z. B. die Bewertung der Phosphatlager in den statistischen Anlagewerten nicht enthalten. Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Wohltmann hat eine Be- rechnung aufgestellt, die diese Angaben vollauf bestätigt, und zwar berechnet er den wirtschaftlichen Wert der Kolonien einerseits auf Grund des hineingesteckten Kapitals, anderseits kapitalisiert er die alljährliche Ausfuhr der Kolonien. Er kommt hei dieser Berechnung darauf, daß nahezu 2 Milliarden Mark in unsere Kolonien hinein- gesteckt sind, daß ihr wirtschaftlicher Wert im Jahre [914 auf mindestens j 1 -. bis .^ Milliarden Mark zu berechnen sei. Und dabei ist Kiautschou noch nicht einmal mit einbegriffen, welches uns bis [914 250 bis 300 Millionen Mark gekostet hat. — 17 Diese Wertzahlen werden verschiedentlich überraschen. Sie weisen jedoch unabweislich darauf hin, daß der Schutz dieser in jahrzehntelanger Arbeit geschaffenen deutschen Werte eine zwin- gende Notwendigkeit ist und daß die Pflanzer und Kaufleute, deren Erfahrung zur Aufrechterhaltung dieser Werte nach # dem Frieden mehr denn je nötig sein wird, unbedingt geschützt werden müssen. 11. ■ Bericht des Herrn Direktors Stauch im Ausschuß der Kolonialabteilung.) In der Behandlung der Entschädigungsfrage im allgemeinen kann ich mich ohne weiteres auf die Ausführungen meines Herrn Vorredners über die tropischen Pflanzungen beziehen, weshalb ich mich darauf beschränke, nur die Besonderheiten der Entschädigurigs- frage für Deutsch-Südwestafrika hervorzuheben. Bekanntlich ist Südwestafrika keine Pflanzungskolonie, wie es die übrigen deutschen Kolonien vorwiegend sind. An Stelle der Pflanzungen haben wir es hier mit Viehwirtschaft und Ackerbau, mit letzterem besonders in den mittleren und nordöstlichen Bezirken zu tun. Die Bewertung der landwirtschaftlichen Schäden liegt daher in Südwestafrika wesentlich einfacher als in den Pflanzungs- kolonien. Während für die Bewertung der Pflanzungsschäden Formeln erfunden werden mußten, z. B. für den Wert von Baum- pflanzungen, stehen uns Marktpreise und andere Erfahrungszahlen zur Verfügung. Mehr Schwierigkeiten bieten die Vorarbeiten, die die Größe der Schäden feststellen sollen. Während für die tropischen Kolonien vom Reichs-Kolonialamt bereits Formblätter für die An meidung der Schäden herausgegeben und eine vorläufige Anmeldung zu einem großen Teil auch schon bewirkt werden konnte, waren ähnliche Maßnahmen für Südwestafrika noch nicht möglich, weil Wirtschaftsverbände in dem Umfange, wie sie für die tropischen Kolonien in Deutschland bestehen, für Südwestafrika nicht vor handen sind. Aus dieser Sachlage darf also nicht geschlossen werden, al> solle Südwestafrika in der Entschädigungsfrage schlechter als die übrigen Kolonien behandelt werden. Für alle Kolonien sollen viel mehr nach dem Willen des Reichs-Kolonialamts gleiche Grundsätze gelten. Nur eine Besonderheit in Südwestafrika seheint der Er örterung zu bedürfen. Bekanntlich ist alsbald nach der Ein Stellung der Feindseligkeiten das wirtschaftliche Lehen Sud westafrikas zum Teil wieder in Bewegung gekommen. Manches Gewerbe, besonders der Handel, aber auch Farm- wirtschaften konnten inzwischen wieder Einnahmen und wohl Tropenpflanzer 191 7, lieft 1. — i8 — auch Überschüsse erzielen. Auch dürfte rsfoig$ von Verkehrs - verschiebun^en, wie sie durch den Anschluß des südwestafrika nischen Bahnnetzes an die Eisenbahnen der Union herbeigeführt worden sind, an manchen Plätzen, z. B. in Keetnianshoop, ein Wertzuwachs entstanden sein. Welche Bedeutung- diesen Vorteilen beizumessen ist, läßt sich vorläufig noch nicht beurteilen. Doch scheint der Gedanke, diese Gewinne bei der Entschädigung gegen die entstandenen Schäden aufzurechnen, an zuständiger Stelle be- reits erörtert worden zusein. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß eine Verquickung der Kriegsschäden mit den Kriegsgewinnen in den Kolonien sich ebensowenig rechtfertigen lassen wird wie inner- halb der deutschen Reichsgrenzen. Gewinne und Schäden müssen vielmehr grundsätzlich getrennt behandelt werden, weil nicht jeder, der Gewinne gemacht hat, auch zu den Geschädigten gehört und umgekehrt. Denkt doch auch in Deutschland niemand daran, Kricu- gewinne in Ostpreußen und Elsaß-Lothringen gegen die dort ent- standenen Schäden aufzurechnen. Sollten die Kriegsgewinne und der Wertzuwachs in Südwestafrika so erheblich sein, daß ihre Heranziehung zu den Lasten einen nennenswerten Erfolg verspricht, so dürfte lediglich eine Kriegsgewinn- und Wertzuwachssteuer in Frag« kommen. Koloniale Gesellschaften. ßgJES) n DeutscheLevantinische Baumwoll-Gesellschaft m.b.H., Dresden. In ihrem Geschäftsbericht für die Zeit vom i. Juli 1915 bis 30. Juni 1916 leih die Geschäftsführung mit, daß die erhoffte Klärung der Lage noch nicht in dem Maße eingetreten war, um den Gesellschaften irgendwelchen bindenden Bericht über die Zukunft unterbreiten zu können Immerhin erlauben die ge- -' haffenen Vorarbeiten, der Entwicklung der Verhältnisse mit Ruhe entgegenzusehen Da das gesamte frühere Dresdner Personal im Felde steht die in dem Berichtsjahre "1779.7') M. betragenden Kriegsunterstützungen sind bei Handlungs- Unkosten verbucht , I1.1t >ieh die Verwaltung mit Einstellung von Beamtinnen behelf n müssi n Nur die vorsichtigste Ausnutzung der Tatsachen, daß die Gesellschaft durch über ein Jahrzehnt geleistete stille Arbeit ein nicht zu verkennender Faktor im orientalischen Baumwollgeschäft geworden ist, hat <•- ermöglicht, trotz des die Tätigkeit dei Gesellst haft stark beinträchtigenden Weltkrieges 1 inen befriedigenden Abschluß vorzulegen, wobei di n dun h den Krieg und der spateren Überführung in die Friedenswirtschaft bedungenen Verhältnissen gewissenhaftes! Sorg« getragen wurde Die zur Verfügung stehenden flüssigen Mittel boten hierzu noch besondere Handhabe Auch wurden angesichts der draußen herrschenden Strömung die gesundesten kaufmännischen Grundsätze bei Bewertung der Außenstände zur — 19 — Anwendung gebracht; so wurde das Arealkonto Adana und das Dampfpflug- Motoren-Konto auf i M. abgestrichen. Der Pflicht, trotz der die wirtschaftlichen Arbeiten schwer belastenden Verhältnisse und der den Kennern der Türkei bekannten Hindernisse, die jahrelangen Pionierarbeiten zur Hebung und Erweiterung der kleinasiatischen Baumwollkultur uneingeschränkt weiter zu verfolgen, ist sich die Gesellschaft bewußt, da sie mit den Verhältnissen vertraut ist und nach außen hin als die berufenste Vertreterin hierfür angesehen ist. Mit Genugtuung wird hervorgehoben, daß die zu Nutz und Frommen der deutschen und österreichisch-ungarischen Baumwollindustrie geleisteten Arbeiten, die nicht zuletzt zur Stärkung der Türkei und der kilikischen Baumwollkultur wesentlich beitrugen, für die nächste Zeit sichergestellt worden sind. Die Bilanz weist folgende Posten auf. Unter Vermögen: I. Immobilien- konto: ai Arealkonto Adana nach Abschreibung von 14 314,49 M. 1 M., Magazin- bautenkonto Adana 1 M., Gebäudekonto Tarsus 1 M. II. Mobilienkonto: a) Dampf- pfluganlagekonto nach Abschreibung von 44 824 70 M. 1 M ., Inventarkonto Dresden und Filialen nach Zugang von 6713,50 M, Abgang von 249.76 M. und Ab- schreibung von 6462,74 M. 1 M.; c) Betriebsmaterialkonto in Adana 1 M. III. Konto Hebung Baumwollkultur nach Aufwendung von 15406,60 M. und Abschreibung der gleichen Summe 1 M. IV. Effekten- und Beteiligungskonto: a) Beteiligung bei der Anatolischen Industrie- und Handelsgesellschaft 1 M.; b) Kriegsanleihe 245 000 M.. 245001 M. V. Kontokorrentkonto: Darlehen in Adana. Smyrna und diverse Außenstände in Europa 376019,66 M VI. Kasse- und Bankguthaben: Bar Dresden, Adana, Smyrna 8478.53 M.. Bankguthaben Dresden und Konstantinopel 697 114. 15 M.. 705592.68. VII. Interimskonto: Ent- schädigungsansprüche an die Kaiserlich Ottomanische Regierung aus Anlaß der Unruhen in Adana 1909 55933,45 M. VIII. Übertragungskonto: Vorausbezahlte Mieten und Versicherungsprämien 197433 M. Unter Verbindlichkeiten: I. Gesellschafts-Kapitalkonto 700000 M. II. Reservefondskonto 200000 M. III. Delcredere-Reservefondskonto 50 000 M. IV. Versicherungs-Reservefondskonto 50000 M. V. Kontokorrentkonto: Kreditoren 278 419,67 M. VI. Übertragung>konto: Rückstellungen 4691.90 M. VII. Gewinn- und Verlustkonto: Saldo aus 191 1 1 5 807,14 M., Gewinn 1915/16 100609,41 M., 101416,55 M. Das Gewinn- und Verlustkonto setzt sich folgendermaßen zusammen. Unter Soll: Abschreibungen, nämlich Arealkonto Adana 19 313 49 M> Dampfpflug- anlagekonto 44824,70 M., Inventarkonto Dresden und Filialen 6462,74 M., Konto Hebung Baumwollkultur 15406.60 M., zusammen 81007.53 M., Reingewinn 101416.55 M. Unter Haben: Vortrag 1914 15 807,14 M., Betriebsgewinn nach Abzug aller Unkosten usw. 181616,94 M. Der Reingewinn von 101 41655 M. soll folgendermaßen verteilt werden: 5° Dividende 35000 M, Tantiemen für den Aufsichtsrat 6560,95 M. 7°/ Super- dividende 49000 M.. Saldovortrag auf neue Rechnung (0855.60 M. Geschäftsführer ist Herr Eggerichs, Vorsitzender des Aufsichtsral inner Kommerzienrat Georg Marwitz. Anatolische Industrie- und Handels-Gesellschaft m. b. H., Dresden. Der Geschäftsbericht für die Zeit vom [.Juli 1915 bis jo Juni 1916 berichtet, daß der technische Betrieb der Baumwoll-Dampf] resse in Ada h in di Jahre durchaus auf der Höhe blieb, während der kaufmännische Teil infolge dei — 20 — Kriegsverhältnisse sehr stark und nachteilig beeinflußt wurde. Nur eine regel- mäßige Beschäftigung der Presse ermöglicht aber die Verwirklichung des der llschaft vorschwebenden Zieles, nämlich alle zur Ausfuhr gelangenden Handelsballen aus Kilikien zu verbessern. Recht erfreulich ist es, daß es durch Verbesserung der Kapselöffneranlage der Filiale in Adana gelungen ist, ein Produkt von einwandfreier weißer Farbe zu schaffen, ohne jeden störenden Nebenkörper, wie er durch die heimische Be- handlung notgedrungen zum Nachteil des technischen Betriebes von Spinnereien immer no« h gebracht wird. Damit haben die weit zurückreichenden Versuche ein neues und starkes Bindemittel zwischen Baumwollindustrie und der technischen Anlage geschaffen, aus dem nicht zuletzt der kilikische Baumwollhandel selber zur weiteren wirtschaftlichen Kräftigung neue Nahrung erhält; hoffentlich bleibt nach Beendigung des Krieges, wenn der freie Handel wieder eingesetzt hat, nicht der finanzielle Erfolg aus. Die verschiedenen schweren Gewitterwolken, die über dem betrieb geschwebt haben, haben sich glücklicherweise nicht entladen, aber das ferne Wetterleuchten hat manche sorgenvolle Stunde bereitet. Die Filiale in Konia geht einer langsamen Gesundung entgegen, nenn sie auch durch behördliche Maßnahmen, Requisitionen und durch die Kriegslage geschaffene Unannehmlichkeiten stark zu leiden gehabt hat. auf der anderen Seite ist das Bedürfnis nach landwirtschaftlichen' Geräten den großen Lagern zu Hilfe gekommen. Hoffentlich bringen die Bemühungen der anatolischen Be- hörden und ausschlaggebenden Ministerien dem Land da, wo es am meisten nötig ist nämlich in der Ackerbauwirtschaft — eine wirkliche Gesundung, die es der Gesellschaft dann wiederum ermöglicht, ihre Arbeiten zur Erstarkung der Türkei und der im Gefolge daraus entstammenden größeren Exportmöglichkeit deutscher Industrieerzeugnisse zu verwirklichen. Die Bilanz zeigt folgende Posten. Unter Besitzwerte: 1. Immobilien- konto: a) Arealkonto Adana 26 156,60 M.; b) Baulichkeiten Adana nach Ab- schreibungen von 14 805,90 M. 83400 M. II. Mobilienkonto: .11 Fabrikmaschinen und maschinelle Einrichtungen Adana nach Abschreibungen von 14505,55 M. 43000 M.: bi Inventarkonto Dresden und Filialen nach Zugang von 119,59. Ab- gang von 300,82 M. und Abschreibungen von 1X14,87 M. 1 M ; c) Betriebs- materialien Adana 24602,75 M. III. Komokorrentkonto: a) Außenstände [50 220,19 M.; b) Bankguthaben bei Delebage im Kontokorrent 72636,66 M 222856,85 M. IV. Kassen- und Bankguthaben: ai Kassenbestände in Adana, Konia und Konstan- linopel 33 952,77 M : l>< Bankguthaben in Konstantinopel 24 632,40 M. 58585,17 M V Effektenkonto: 5",, Kriegsanleihe 49000 M VI. Internes Konto: Entschädi- gungsansprüche au die kaiserlich Ottomanische Regierung aus Anlaß der Unruhen in Adana 1909 5930 M.; VII. Ubertragungskonto: Vorausbezahlte Versicherungen und Mieten [811,15 M VIII Warenbestände in Konia, Konstantinopel und in Piraeus 60666 M Unter Verpflichtungen: I. Gesellschafts-Kapitaikonto 500000 M. II. Kontokorrentkonto 66537,21 M. III. Übertragungskonto: Rück- stellungen .ml Unkosten 175" M IV. Rücklagekonto 7002,59 M. V. Gewinn- und Verlustkonto: Gewinn 1915 r M. Das Gewinn- und Verlustkonto setzl sich folgendermaßen zusammen. Unter Soll: Abschreibungen, nämlich Baulich- a Adana etwa 15",, 14 805,90 M., Fabrikmaschinen Adana etwa 25 °/ [4 505,55 M Inventarkonto etwa 100",, 1814,87 M., zusammen 31 126.32. Reingewinn 720,22 M. Unter Haben: Gewinnvortrag aus 1914/15 M.: Betriebsgewinn von 1915 16 nach Abzug aller Unkosten usw. 31363,87. Der im letzten Jahresabschluß unter Mobilii nkonto erschienene betrag von 53052,20 M. landwirtschaftliche Betriebsmaschinen Konia findet im diesjährigen — 2 1 — Abschluß Aufnahme in den Außenständen des Kontokorrentkontos, da die Ma- schinen von der Vilajet - Behörde beschlagnahmt wurden und von dieser zu zahlen sind. Die Warenbestände auf dem deutschen Dampfer „Seriphos'' iri Piraeus in Höhe von 31 808,19 M. wurden wegen der in Griechenland herrschen- 1 den Zustände voll abgeschrieben. Der Reingewinn soll auf neue Rechnung vor- getragen werden, eine Dividende kommt, wie bisher, auch diesmal nicht zur Ausschüttung. Geschäftsführer ist Herr Eggerichs, Vorsitzender des Aufsichtsrats Geheimer Kommerzienrat Georg Marwitz. Deutsche Togogesellschaft. Der Vorstand dieser und ihrer Tochtergesellschaften berichtet über die wichtigsten Ereignisse des verflossenen Jahres, da auch diesmal keine Geschäfts- berichte und Bilanzen vorgelegt werden und keine ordentlichen Hauptversainn> lungen abgehalten werden. Nachdem dem am "21. November 1916 infolge eines Schlaganfalles verstorbenen Aufsichtsratsmitglied der Agupflanzun<;sge~ellschaft' Herrn Kommer/.ienrat Louis Hoff, Generaldirektor der Harburg-Wiener Gummi- warenfabriken, einige ehrende Worte gewidmet wurden, werden die Krie^>- ereignisse besprochen. • Während in Togo im Jahre 1915 der Betrieb ihr deutschen Handels- und l'rlanzungsunternehmungen unter deutscher Leitung in beschränktem Umfange noch fortgesetzt werden konnte, trat darin um die Jahreswende plötzlich eine völlige Änderung ein. Anfang November 1915 wurden ohne jede Angabe von Gründen die Niederlassungen der Deutschen Togogesellschaft geschlossen, die beiden europäischen Angestellten Griem und Gebser gefangen gesetzt und nach der englischen Goldküste übergeführt. Von dort sollten sie im Januar auf dem Dampfer „Appanv nach England gebracht werden, hauen aber das Glück, von der „Möwe" befreit zu werden und befinden sich jetzt in den Vereinigten Staaten. Zu Weihnachten 19 15 wurde eine zweite deutsche Handelsfirma geschlossen, und Ende Januar 1916 wurden dann plötzlich alle noch tätigen deutschen Kauf- leute und Pflanzer gefangen genommen und die Betriebe geschlossen. Den kaufmännischen Unternehmungen wurde dann eine ganz kurze Frist /.um Ausverkauf ihrer Waren-, Produkten- und [nventarbestände gegeben, /.um Teil wurde dieser Ausverkauf amtlich durchgeführt. Die vorgefundenen Barbestände und der Erlös aus diesen Ausverkäufen sollen in dem von den Engländern b( setzten Teile von Togo auf den Namen der betreffenden Firma hei ihr seil mehr als Jahresfrist in Lome tätigen englischen Bank eingezahlt worden -ein Hm Verkauf von Grundstücken und Gebäuden hat bisher nicht stattgefundi n, do< b sind sie dem Vernehmen nach englischen und französischen Handelsfirmen über- lassen worden. Auf den Pflanzungen haben öffentli« he Ausverkäufe anscheinend nicht stattgefunden. Die Aufsichl über die drei am Agni- enen Pflan- zungen ist von den Engländern einem Portugiesen übertragen worden. Die gefangengenommenen deutschen Kaufleute und Pflanzer winden dann im März nach England übergeführt. Der schwer erkrankt.- Pflanzungsdirektor Woeckel und Frau blieben zunächst auf dem Berge Kluto bei Misahöhe in lieber Behandlung; sie wurden im Mai ebenfalls nach England gebracht und durften von dort nach Deutschland Weiterreisen. Über die Verhältnisse in Kamerun liegen, soweit die Interessen det Deutschen Togogesellschaft in Betracht kommen, keinerlei Nachrichten vor. > 1 Von den Angestellten sind die Herren Woeckel und Linser in Berlin tätig: alle übrigen sind juristisch aus den Diensten der Gesellschaft ausgeschieden, doch haben sich die meisten bereit erklärt, nach dem Kriege wieder für uns nach Togo bzw. nach Kanurun zu gehen. In englischer Kriegsgefangenschaft sind die Herren Erbkam, Feubcl. Gerlach, Keiner. Reinhardt und Seeger. während Herr Mollcnhauer nach Deutschland zurückkehren durfte. Welche Maßregeln die Franzosen in dem von ihnen verwalteten Teile von Togo getroffen haben, ist hier noch nicht bekannt. Die in französischer Kriegsgefangenschaft befindlichen Herren wurden im Sommer 191 6 sämtlich nach Südfrankreich gebracht und befinden sich jetzt anscheinend in erträglichen Verhältnissen. Es sind das die Herren Below. Fritzsche. Gi< rspeck, Griesbach, Guhr. Hagens, Heck, Hundt. Jaeckcl, Janson. Rheinländer. Schidlowsky und Zechiel. Krau Heck durfte nach Deutschland zurückkehren. Von den in der Heimat befindlichen Angestellten ist der Verlust des Herrn Kopeinig zu beklagen; er war als österreichischer Reserveoffizier eingezogen, wurde zweimal schwer verwundet und starb an den Folgen der überstandenen Strapazen. Die Grsellschaft wird dem für seine afrikanische Arbeit begeisterten tüchtigen jungen Mann ein ehrendes Angedenken bewahren. Herr M Paul ist nach wie vor in Las Palmas. Deutsche Togogesellschaft. 1 )er von den Engländern in Lome beschlagnahmte Ka»senbestand belief sich auf 125000 Mark. Über die Höhe des Erlöses der ausverkauften Waren- und Produktenbestände konnte nichts in Er- fahrung gebracht werden. Die Gebäude in Lome sollen von der englischen Re- gierung der englischen Firma Miller Brothers, die sich dort neu niedergelassen hat. zur Benutzung überwiesen worden sein. Verschiedene bei Kriegsausbruch auf deutschen Schiffen, die sich in neutrale Häfen flüchten konnten, lagernde Wann konnten bis auf einen kleinen Rest abgestoßen werden. Pflanzungsgesellschaft Kpeme in Togo. Der Betrieb der Pflanzung ging bis April 1916 unter Aufsicht eines zuverlässigen schwarzen Auf- sehers weiter; seitdem fehlen alle Nachrichten. Die Ernte an Kokosnüssen wurde wieder durch Diebstahl beeinträchtigt, hat sich aber trotzdem gegen das Vorjahr erheblich erhöht und dürfte annähernd 120 t Kopra ergeben haben, die drüben gegen bar verkauft wurden A g u p f 1 a n zungsgesells r h a f t. Abrechnungen, Erntetabellen und Regenmessungen Liegen bis faule 1015 nahezu lückenlos vor. Die Regenmengen betrugen im 2. Halbjahr bzw. im ganzen Kalenderjahre 1915: in Tafie an 75 Tagen 533.9 mm bzw. an 1 1 2 Tagen 1 180,6 mm in Njangbo .. 61 ,. 612.6 min .. „ 129 „ [151,3 mm. Die Regenverhältnisse wann also durchaus befriedigend und ließen eine weitere Erhöhung «1er Ernte bei Kakao und Palmfrüchten mit Sicherheit erwarten. Tat- sä< lili« li war denn aui h in den vollständig vorliegenden Ernteziffern Her Monate Juli bis November 1915 bei Kakao eine regelmäßige, bei Palmfrüchten eine geradezu sprunghafte Steigerung gegen den entsprechenden Zeitraum des Vor- jahres festzustellen An Verkäufen im Geschäftsjahr 1915 16 liegen Abrechnungen üi" 1 so t Kak;io. 120 t Palmöl und 1301 Palmkerne vor, wobei zu berüksichtigen 1-1. daß diese Ziffern nur die bis Ende Januai 1916 verfrachteten Ernten, auf der anderen Seite aber auch die ans dem Vorjahre stammenden Bestände an Palmöl 1 j'i 1 und Palmkernen (43 1 1 enthalten. I ogo- P f la n z u ngs- A ktiengesells c halt Von den fünf < iesell- iftcn des Konzerns i-t die Togo-Pflanzungs-Aktiengesellschaft durch den Krieg — 23 ohne Zweifel am schwersten geschädigt worden. Die Einstellung des Betriebes hat natürlich zu einer völligen Verunkrautung der meist ganz jungen Sisalbestände geführt. In der Trockenzeit haben dann die üblichen Grasbrände auf die Pflanzung übergreifen können, und so sollen im Februar 1916 ähnlich wie im Vorjahre größere Bestände unter Feuer schwer gelitten haben. Gad ja-Pfl an zu ngs- Aktiengesellschaft. Aus den allerdings lückenhaften Regenbeobachtungen des Kalenderjahres 1915 ergibt sich, daß dieses am Ostfuße des Agu besonders in bezug auf die Regenverteilung recht günstig verlaufen ist. So fielen bereits im Februar an allerdings nur zwei Tagen 110,3 mm und noch im November an sieben Tagen 83.3 mm Regen. Die Tätigkeit bestand in weiterem Durchlichten der vorhandenen Ölpalmen- bestände. Die Ernte an Palmfrüchten betrug in den Monaten Juli bis Dezember 1915 10 t gegen 9 t im ganzen vorigen Geschäftsjahre. Finanzielles. Auf Grund gegenseitiger Unterstützung der fünf Ge- sellschaften drüben und hier konnten sie unter weiterer Herabsetzung der Unko.-ten ohne Inanspruchnahme fremden Geldes oder Einziehung neuen Kapitals ihren Verpflichtungen nachkommen und werden dies auch noch längere Zeit können. Eine Wiederaufnahme der Betriebe nach dem Kriege wird aber wesentlich davon abhängen, daß die Gesellschaften dann für die entstandenen Schäden aus- reichenden Ersatz erhalten. Man darf bestimmt erwarten, daß diese Ent- schädigungsfrage, nachdem sie im Juli 1916 für das engere Gebiet des Deutschen Reiches gesetzlich gelöst ist, nun auch unverzüglich für die ebensogut wie Ostpreußen und Elsaß-Lothrigen als deutsches Land zu betrachtenden deutschen Kolonien grundsätzlich geregelt wird. Ausblick. Vor allem aber ist in Übereinstimmung mit allen deutschen kolonialen Kreisen bei dem Frieden die Rückgabe unserer deutschen Kolonien zu verlangen und darunter nicht zum wenigsten der Togokolonie, deren Besitz weder für Engländer noch für Franzosen auch nur entfernt den Wert haben könnte, wie ihre Abtretung für Deutschland einen wirtschaftlichen und politischen Verlust in sich schließen würde. Nachtrag: Nach den allerneuesten Nachrichten sollen die Pflanzungen in guten Händen sein und so gut wie möglich verwaltet werden. Auch die Sisal- fabrik soll in Betrieb sein und sich gut rentieren. The Hayop (Dutch Eorneo) Rubber Estates Lim. London. Diese früher als Borneo Kautschuk Compagnie in Berlin ansässige Gesellschaf) hatte nach dem Jahresbericht für j 915 eine Nettoeinnahme für verkauften Kaut- schuk einschließlich des Vorrats von Ende 1915 von über 1 Mill. M. nach dem Kriedenskurse, der Reingewinn betrug über 500 000 M. Es konnte trotz der g< früher recht niedrigen Kautschukprei.-c auf das ausgegebene Kapital von [9500a i. eine Dividende von 10% verteilt werden (das Kapital wurde bei (hui Übergang dei Gesellschaft nach England fast auf das Doppelte erhöht), hie Kicus- Pflanzung (1865 acres = 746 ha groß) läßt man allmählich eingehen. Von den Ficusbäumen wurden nur etwas über 3000 Pfund gezapft. Nie Anzahl der im Zapfbetriebi befindlichen Hevea war zu Ende des Jahres 152535 auf [337 a« 535 ha Man hatte annähernd 800 Arbeiter. Anstelle des bisherigen deutschen Leiters. Herrn Schramm, 1-1 der englische Manager Mr. T. A. Lind getreten. Auch die deutschen Assistenten sind sämtlich ausgeschieden. — 24 — Die Produktion an getrocknetem Kautschuk während des Jahres belief sich auf 346681 Pfund, gegenüber dem Voranschlag des Herrn Schramm von 340000 Pfund. I 9 I 5 gegenüber 1914 sh d sh d Der erzielte Durchschnitts-Engrospreis pro Pfund war 2 10,03 2 2.11 Davon ab die Kosten f. o. b. Bandjermasin, einschließ- lich fines angemessenen Teils der Generalunkosten, der Unterhaltung des produzierenden Areals und der Abschreibungen auf Gebäude und Faktorei, sowie der Tantieme an die Managers ..... 1 [,07 1 3,58 Frachten. Versicherung. Lagerhausspesen. Verkaufs- spesen, Brokerspesen, Kommission, Kriegsrisiko -Ver- sicherung usw* — 2,69 2,14 Verwaltungsspesen in London — 0,83 — 1,19 1 4,59 1 6,91 Der Voranschlag d<- Managers bezüglich der Produktion im Jahre 1916 ist 451 000 Pfund. Die Ernte der ersten 5 Monate des laufenden Jahres ist wie folgt gewesen: T o r>c a 5 & Januar ..... 38 035 Pfund Februar 38 592 März 41 953 April 42 976 Mai . . 43 78i 205 337 Pfund Rechnungslegung. Die Arbeit des Jahres zeigt einen .Gewinn von 2 5 i 93 £ 8 sh 3 d. Nach Hinzufügung des Vortrages vom letzten Jahr im Be- trage von 4478 £ 9 sh 9 d und nach Abschreibung des Saldos der vorberei- tenden (Gründungs-)Ausgaben von 6232 £ 9 sh 5 d verbleibt ein Saldo von ^3 439 t 8 sh 6 d, den die Direktoren wie folgt zu behandeln empfehlen: Zur Zahlung einer Dividende von 10% (abzüglich Einkommentaxe) . . . 19500 £ sh -d Zum Vortrag des Saldos 3 939 £ 8 sh 6d 23 43g £ 8 sh 6 d Man kann hieraus si hätzen, wie sich erst das Aktienkapital der deutschen ilschaft heute verzinst haben würde, wenn es ihr damals gelungen wäre, eine Hypothek aufzunehmen. (S3G33 Aus deutschen Kolonien. ߣDrH3 Nachrichten über die Südsee. Die japanischen Behörden sind, wie die „Voss. Zeitung" meldet, eifrig bestrebt, die M .1 rshall-Inse 1 n politisch und wirtschaftlich ganz unter ihren Einfluß zu beJ omnu n. Infolge der starken Auswanderung nach der Inselgruppe bat die japanische Bevölkerung bedeutend zugenommen. In Jaluit sind, wie der ..London and Chinese Telegraph" erfährt, die Hafenanlagen beträchtlich erweitert worden. jo dafi jetzt auch Schiffe von größeren Ausmessungen den Hafen anlaufen können. — 25 — Die J a 1 u i t- G e s e 1 1 s c h a f t soll, wie das „United Empire" (Oktober 1916) berichtet, aus dem Südseehandel verdrängt werden. Sie hatte durch eine Nieder- lage in Butaritari in den nördlichen Gilbert-Inseln allmählich die fast ausschließ- liche Versorgung 1 der Inseln mit deutschen und österreichischen Waren erreicht. Deutsche Drucke. Glasperlen, Bier, Parfüms. Nähmaschinen und viele andere Artikel, die durch Billigkeit den Händlern oder durch zweckmäßige Einrichtungen den Eingeborenen imponierten, sind durch englische Firmen verbreitet worden. Die Jaluit-Gesellschaft ist bei Kriegsanbruch geschlossen und der Handel mit vom Feinde herrührenden Waren verboten worden. Auf Betreiben der Regierung und des Royal Colonial Instituts sind Listen und Muster dieser Waren nach Englartd geschickt worden, damit sie durch solche von britischem Ursprung ersetzt werden können. Über einen Prozeß betreffend zurückgehaltener Kopra aus Neuguinea berichtet der „Holzkäufer •: Die Firma X. in Hamburg hat der Firma Z. & Co. daselbst durch Vertrag vom 3. Juli 1914 auf Lieferung, Ankunft vorbehalten, etwa 150 tons Neuguineas Kopra in Säcken, bereits in Sydney eingetroffen und prompt, möglichst per Dampfer zu verladen, zum Preise von 49 bezw. 4S Mark in Hamburg ausgeliefertes Gewicht verkauft. Die Lieferantin hat die verkaufte Ware, welche im Dampfer ,.R." in Sydney eintraf, mit demselben Dampfer weiterbefördert. Der Dampfer hat aber infolge Kriegsausbruches Padang als Nothafen anlaufen müssen und lag noch Ende Februar mit seiner Ladung dort. Die Bestellerin hat das Ersuchen der Importfirma, sie wegen Unmöglichkeit der Erfüllung aus dem Vertrage zu entlassen, abgelehnt, ihr jedoch freigestellt, Ersatzwaren Zu liefern. Die Ver- käuferin hat darauf Klage auf Feststellung erhoben, daß der Vertrag aufgehoben und sie nicht zur Lieferung von Ersatzware verpflichtet sei. Das Landgericht Hamburg hat der Klage entsprochen, das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg hat die Berufung der Beklagten zurückgewiesen, u. a. mit folgend« r Begründung: Die Erfüllung ist der Klägerin unmöglich geworden, weil ihre Leistung, wenn man sie am Vertrage festhielte, dessen Sinn und Absicht völlig zuwider- laufen würde, weil insbesondere der Leistungsinhalt eine erhebliche Änderung erlitte. Die Ware sollte „promptmöglichst" von Sydney weiterverscliifft und nach Hamburg befördert werden. Es war also mit einer gewissen Beförderungszeit gerechnet worden. Je länger die Reise dauerte, desto mehr vergrößerte sich die von der Klägerin zu tragende Gefahr des Verlustes und der Verschlechterung der Ware. Es ist klar, daß die Kopra bei langer Reisedauer und Lagerung eintrocknet und an Gewicht verliert. Wäre dieser Umstand nicht schon aus Er- fahrung dem Gerichte bekannt, so würde er daraus erhellen, dafl der Kaufpreis nach dem Vertrage nach in Hamburg ausgeliefertem Gewichte zu bezahlen war, Bei der unerwartet langen Kriegsdauer und angesichts der Tatsache, dafl au< h heute das Ende desselben gar nicht abzusehen ist, würde also die Klägerin, wenn sie an den Vertrag gebunden bliebe, ein derartiges M;tt; der Erhöhung ihres Risikos und ihrer Aufwendungen (Versicberungsgelder!) auf sich zu nehmen haben, daß der Inhalt ihrer Leistung nicht im entferntesten mehr dem durch den Ver- trag übernommenen entspräche. Ein solches Übermaß von Leistung darf abei dem Verpflichteten nicht zugemutet werden, und in diesem Sinuc- i-t anzuerkennen, daß ihre ursprünglich ausbedungene Leistung rechtlich unmöglich geworden ist. (Aktenzeichen: Bf. V! 477,15.) — 26 — Versteigerung- südwestafrikanischer Diamanten in London. Die schon im letzten Heft besprochene Versteigerung der, verschiedenen deutschen Gesellschaften in Südwestafrika gehörenden Diamanten (31 000 Karat) seitens der südafrikanischen Regierung, -welche die Liquidation dieser Gesell- schaften betreibt, hat jetzt stattgefunden. Ein Konsortium Amsterdamer Dia- mantenhändler hat sie erworben, und zwar vermutlich zu einem Spottpreis, da kein Mitbcwerb vorhanden war. Das Londoner Rohdiamantensyndikat hat sich nämlich nicht an der Versteigerung beteiligt, aus welchem Grunde, ist unklar. Die Diamanten müssen, nachdem sie in Holland geschliffen sein werden, wieder nach London geschickt werden, da sie nur von dort aus weiter verkauft werden dürfen. Die geschliffenen Diamanten können aber nur nach Amerika verkauft werden, denn die meisten europäischen Länder wie Frankreich. Rußland, Österreich- Ungarn und Deutschland haben, um die Valuta nicht zu schädigen, die Einfuhr von Diamanten bis auf weiteres untersagt. Die Vereinigten Staaten nehmen aber nur bestimmte Sorten von Diamanten, so daß man glaubt, daß der ganze inter- nationale Diamantenhandtl bald auf einen toten Punkt gelangt sein werde. Neues aus Ostafrika. Kürzlich ist die Nachricht aus Ostafrika nach Deutschland gelangt, daß der 1- a r m e r L u d w i g 1 1 1 i c h auf seiner Domäne Kwai in Usambara in einem Alter von etwa 50 Jahren einem Herzleiden erlegen ist. Mit ihm ist einer derältesten Pioniere Ostafrikas aus dem Leben geschieden, da er schon im Jahre 1887 nach Ostafrika kam. und zwar als seemännischer Angestellter der Deutsch-Ostafrikanischen Ge- sellschaft, nachdem er schon vorher mehrere Jahre als Seemann Fahrten nach Nord- und Südamerika sowie Westafrika mitgemacht und 1886-87 bei der Kaiser- lichen Marine als Einjähriger gedient hatte. Im Jahre 1888 beteiligte er sich in Bagamoyo an der Unterdrückung des Araberaufstandes und trat im folgenden Jahre in die Truppe des Reichskommissars von Wissmann über, mit dem er dann auch die Dampferexpedition nach dem Nyassa mitmachte. Später ließ er sich in Usambara nieder, wo er die staatliche Domäne Kwai erst pachtete und dann kaufte. Scing Besitzung ist allen Reisenden in jenen Gegenden in gutem Andenken, und die vorzüglichen Würste, Schinken und Schmalz seiner Schweinezucht erfreuten sich über die Kolonie hinaus eines guten Rufes. Er selbst war aber nicht nur erfolgreich und erfahren, sondern auch als Mensch geschützt. Dies wurde auch dadurch anerkannt, daß er Mitglied de- < iou\ ei in mentsrates wurde und so auch auf die Geschicke der Kolonie persönlich einzuwirken Gelegenheit fand. Vor kurzem wurde mitgeteilt, daß der Postdienst zwischen Os-t- afrika und den neutralen Ländern wieder aufgenommen werde. und daß anzunehmen sei, daß auch feindliehe Untertanen, durch einen Ver- mittler in einem neutralen Lande, werden korrespondieren dürfen, während es diu internierten feindlichen Staatsangehörigen gestattet sein werde, unmittelbar mit ihren Familien in ihn feindlichen Staaten brieflich zu verkehren. Dies hat -ich insofern bestätigt, als nie ht nur von den in Nairobi in Britisch- Ostafrika festgehaltenen Kricgsgi fangenen, sondern auch von den in Amani im Konzen- trationslager gehaltenen deutschen Untertanen Briefe oai h Deutschland gelangt sind. Da beide Orte etne sehr gesunde und verhältnismäßig kühle Lage haben. so ist nur zu hotten, daß die Internierten an diesen Plätzen bis zum Kriegsende verbleiben dürfen 2; — Über das Schicksal der Frauen und Kinder in Deutsch-; Ostafrika teilt das Reichskolonialamt dem Frauenbünde der Deutschen Kolonialgesellschaft folgendes mit: Amtliche Nachrichten liegen seit vielen Monaten nicht mehr vor. Es ist auch vorläufig nicht auf den Eingang amtlicher Nachrichten zu rechnen, da seit der scharf durchgeführten englischen Blockade der amtliche Verkehr mit dem Schutz- gebiet vollständig abgeschnitten ist. Dagegen sind in letzter Zeit in immer steigenderem Maße Privatnachrichten sowohl seitens der Missionen wie auch anderer Ansiedler eingegangen, die inzwischen in englische Gefangenschaft ge- raten sind. | Was die Frauen und Kinder anbelangt, so ist nach den vorliegenden Nach- richten leider nicht daran zu zweifeln, daß sie, von einzelnen Missionsfrauen und Kindern abgesehen, die mit den Missionaren auf den Stationen bleiben konnten, in der Hauptsache alle in Gefangenenlagern untergebracht sind. Ganz weggebracht wurden die Angehörigen der Njassa- Mission der Berliner Missionsgesellschaft, während im Norden des Schutzgebietes ein Teil der Missionare auf ihren Stationen belassen worden war. Die Njassa-Missionare mit ihren Frauen und Kindern sind vermutlich in der Hauptsache in Blantyre (Britisch- Ostafrika) untergebracht. Sodann befinden sich im Schutzgebiet selbst nach den vorliegenden Nachrichten noch Konzentrationslager im Usambarabezirk (Deutsch-Ostafrika). Ein Teil der Frauen und Kinder ist zweifellos bereits nach Indien verbracht worden. Wieder andere befinden sich den letzten Nachrichten zufolge in Nairobi (Britisch-Ost- afrika) und Entebbe, von wo sie, wie es scheint, gleichfalls nach Indien weiter- geführt werden sollen. Soweit sich ermitteln ließ, sind die Frauen und Kinder, die nach Indien geführt wurden, in der Hauptsache in Belgaum untergebracht. Der größte Teil der Frauen und Kinder scheint nach der Aufgabe von Morogoro in englische Hände gefallen zu sein Offenbar waren die Frauen und Kinder den Truppen zunächst in das Gebirge gefolgt, sie mußten aber wieder nach Morogoro zurückgeschickt werden, da die Truppe sie anscheinend im Gebirge weder be- herbergen noch verpflegen konnte. Nach einem zuletzt hier eingegangenen Telegramm, das an die Königin von Holland gerichtet war und auf diplomatischem Wege hierher wcitergeleitet wurde, befindet sich noch ein Teil der Frauen und Kinder, so namentlich Angehörige! der evangelischen Missionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika aus Bethcl bei Bielefeld in Tabora. Soweit es sich um Missionsangehörige handelt, ist anzunehmen, daß dieselben mit den zurückgehenden Truppen nach Tabora gelangt sind. Das Kolonialamt sowohl wie auch das Auswärtige Amt haben sofort nach Bekanntwerden der Nachricht, daß Frauen und Kinder in Konzentrationslagern in Ostafrika und Indien untergebracht worden seien, die nötigen Schritte eingeleitet, um zunächst wenigstens deren Verbringung in ein besonders gemäßigtes Klima und sodann deren völlige Freilassung herbeizuführen. Sie widmen dieser Ange- legenheit auch fernerhin unausgesetzt die schärfste Aufmerksamkeit, und es wird, falls nicht in Bälde eine befriedigende Antwort der Engländer eintrifft, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln weiter versucht werden, >ln- Frauen und Kinder aus Ostafrika der Heimat zuzuführen. Über die ungeheuren Schwierigkeiten, die sich dem eng- lischen Operationsheer entgegenstellen, berichtet, wie Frankfurter Zeitung unterm 7. Januar aus dem Haag mitgeteilt wird, die in Pietoria erscheinende „Volksstem" in einem Artikel vom 28 November 1916 Besonders die Verproviantierung in dem von allen Wegen entblößten Lande sei äußerst mühselig, und wenn ein Neger Hunger leide, -<< « nc Lasi 28 zur Seite. In dein Gebiete, in welches die Deutschen sich jetzt zurückgezogen haben, räumt die Tsetsefliege unter den Lasttieren auf. l'nter den Truppen wütet die Malaria. In einem Monat sind ihr sowie Darmkrankheiten 60 Prozent einer Abteilung zum Opfer gefallen. Die Trockenheit lastet zeitweise schwer auf Menschen und Tieren. In anderen Monaten macht der Regen jede Arbeit unmöglich. Die Aufgabe des Generals Smuts, jammert das ihm ergebene Blatt weiter, war nicht beneidenswert. Besonders interessant ist. was das Blatt über die Zusammensetzung des Heeres sagt, das trotz seiner ungeheuren Übermacht der kleinen deutschen Kolonial- truppe' nicht Herr werden konnte. Es wird zugegeben, daß aus diesem Völker- gemisch große Nachteile entstanden sind. Die britisch-indischen Führer sind zum Beispiel an ganz andere Kriegsmethoden gewöhnt, sowohl was Taktik als was Organisation anlangt, als die Führer der anderen farbigen Truppen. Die Portu- giesen, die an der Südgrenze stehen, konnten nur geringe Hilfe- bringen. Die Belgier hatten in ihrer Ecke mit beträchtlichem Widerstände zu kämpfen und ansehnliche Verluste erlitten, bevor sie Tabora nahmen. Die Verluste der Belgier waren nicht nur beträchtlich an Toten, Verwundeten und Kriegsgefangenen, die Deutschen nahmen ihnen bei dieser Gelegenheit auch noch zwei Geschütze ab. Später gelang es. den Feind in die Flucht zu jagen, aber inzwischen waren die Streitkräfte des Generals Tombeur nicht größer geworden. Alles in allem ge- nommen, sagt die ..Volksstem", ist es zu verwundern, daß General Smuts noch ein solches Resultat erreichen konnte. In Deutsch -Ostafrika seien durch die Soldaten und Offiziere des Generals Smüts Taten vollbracht worden, welche Fach- leute von vornherein wohl als unausführbar bezeichnet haben würden. Angesichts all dieser Schwierigkeiten und Entbehrungen darf man sich nicht wundern, daß; wie frühere Berichte bi ri its mitteilten, es nicht mehr gelingt, in Südafrika FreU willige für den afrikanischen Feldzug zu erhalten, und daher die portugiesische Regierung vergebens versuchte, eine Propaganda unter ihn Schullehrern zu veranstalten. Aus fremden Produktionsgebieten. (®) Rumänien als landwirtschaftlicher Rohstofflieferant. In den Mitteilungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft vom 6. Januar findet sich ein lehrreicher Aufsatz von Dr. E. Jenny übet Rumäniens landwirt- iftlichen Tribut, der sich mit der Bewirtschaftung Rumäniens im kommenden fahre befaflt, um dem Ziel, möglichst viel der für die Zentralmächte nötig landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu erhalten Verbraucht doch das Fand trotz der im Verhältnis zu Deutschland recht niedrigen Durchschnittserträge \<>n wenig mein als 1 Tonne auf den Hektar beim Getreide in normalen Jahren nur « 1 i * - knapp'- Hälfte seiner Bodenerzeugnisse. (Erntestatistik siehe S. 35) Die Landwirtschaft Rumänien- im Jahre 1915 bestand bei 6083-000 ha hafteten Fände-, ohne Wald in 5124000 ha also fast 84' .",, Getreide, darunter |e 2 Mill ha Weizen und Mai-. 550000 ha Gerste (meist Futtergerste) und 450000 1 1.1 Hafer usw., Wiesen und Weiden machten 587 rg6 ha aus, Hül fruchte und Knollengewächse bedeckten [04 657 ha. also nur 1,72% der Nutz- fläche, le.tii- und Ölpflanzen 39296 ha. also 0,98° , der Nutzfläche, und zwar ■waren mit Bohnen 75050 ha, mit Erbsen 17S61 ha. mit Raps 38123 ha, mit Sonnenblumen 11 160 ha, mit Lein S850 ha und mit Hanf 4165 ha bestanden. Der Verfasser geht von der Ansicht aus, daß das bisherige auf Getreidebau gerichtete Ziel der rumänischen Landwirtschaft so weit möglich nach der Richtung von Ölpflanzen und Hülsenfrüchten umzumodeln sei. Die mit Ol- und Hülsenfrüchten bestandenen Flächen machen zusammen nur 59404 und 92 911 ha. also 152300 ha aus, bilden also ein verschwindendes Nichts im Vergleich zu den 5124000 ha Getreidefeldern. Man werde daher die fraglichen Kulturen auf das Drei- und Vierfache erhöhen können, ohne die Getreideversorgung nennenswert zu mindern. Ein Mehr von 200 000 ha Öl- früchten werde aber rund 50 bis 55000 Tonnen Öle liefern, die unsere Fett- bilanz sehr erheblich aufbessern würden, daneben etwa 150 000 Tonnen Kuchen, welche unserer Landwirtschaft sehr zugute kämen. Auch die Hülsenfrüchte, die bei dem für sie sehr günstigen Klima Rumäniens dort vorzüglich ge- deihen und sowohl. nach Ertragshöhe wie nach Qualität sehr hohe Ernten geben, würden durch möglichst starke Vermehrung des Anbaues unserer Ernährung sehr zugute kommen, da sie im Verhältnis zu Getreide weit mehr Eiweiß und auch etwas mehr Fett enthalten; während Weizen etwa 13% Eiweiß, i,5 u / Fett und 66% Stärke enthält, weisen die Hülsenfrüchte meist 22 bis 26°,, Eiweiß. 2 bis 2,5% Fett, dagegen nur 52 bis 55% Stärke auf. Auch als Gespinstmaterial kommen die Stengel des Saatleins in Betracht, selbst wenn man das Abmähen an Stelle des Raufens bei der Arbeiternot nicht wird Vermeiden können, Wenn man nur das landesübliche Dreschen mittels der Dampf- maschine aufgibt, welches die Fasern natürlich gänzlich zerstört. Das schadete bisher auch nichts, da das Leinstroh selbst nur als Feuerungsmaterial derLokomobil- kessel benutzt wurde. Zwar ist die Faser des Vollreifen Leins an sich minderwertig, und bei der Art des Anbaues und dem Klima Rumäniens bleiben die Pflanzen klein und geben eine holzige Faser, immerhin läßt sie sich für viele Zwecke noch recht gut verwenden, besonders als Ersatz für Jute. Soweit die Saatmenge reicht - man braucht 35 bis 40 kg für den Hektar, infolge der dünnen, oft breitwürfigefl Aussaat nur ein Viertel der Menge, die bei Fasergewinnung benötigt wird — . sollten die nicht mit Winterweizen, der üblichen Nachfrucht, bestellten Mai — Stoppel- und Hackfruchtländereien mit Lein bestellt werden. Ebenso isl Altland. alte Weiden und Wiesen, soweit sie durch Neubruch hierfür vorbereitet werden können, für Leinsaat geeignet, wegen derReinheit solcher Gewanne von Unkräutern. DieHauptgebietedesLeinanbaues,dieJalomitza in der Walachei und die I >obrudscha, sind ja schon in unserer Hand. Auch der bisher ziemlich geringe Anbau von Sonnenblumen. d( Schwerpunkt in der Moldau liegt, kann bedeutend vermehrt werden, zumal das verfügbare Saatgut nicht so knapp bemessen sein wird und nur 20 l>i> 22 kg für einen Hektar benötigt werden. Daß die Besitzer ungern ihr Land dafür hergeben, weil die Sonnenblume es sehr erschöpft, braucht uns ebensowenig anzufechten! wie die Unlust der Grundherren, altes Brachland für Lein aufzureißen Leinbau verursacht keine größeren Umstände als der von I ler Hafer wenn auch die Einsaat etwas heikler ist wegen des raseben Abtrocknens der Ä< ker im Frühling. Sonnenblumen sind anspruchsvoller bezüglich der Einsaal (Jäten und Behacken) und der Ernte, erfordern jedoch auch keinen größeren Aufwand als der Mais. Der Mohnbau ist dagegen heikel, Sommerraps im Ertrage unsicher, eher kommen Sommerrübsen in Betracht; da Rübsen und lh derich alsVerunkrautung der Sommerfrüchte in erheblichen Mengen auftritt bis zu 200 kg vom H< und mehr — , wird man aus den beim Drusch durch die Siebe fallend' - 30 — dukten Rübsensaat erhalten können, vielleicht bei Saatmangel auch Hederich aussäen, der üppig gedeiht, etwa 22°/ Ol liefert und zu Tausenden von Tonnen käuflich ist. Auch die im ganzen arbeitsame', willige und ungemein genügsame Bevölkerung, die unter dem Drucke der seitens des Großbesitzes und seiner Großpächter gezahlten Bettellöhne ein äußerst dürftiges Dasein fristet, wird unschwer für diese Arbeiten heranzuziehen sein, wenn man ihr auskömmliche Löhne gönnt und sie bei Teilbauverträgen nicht mit mißbräuchlichen Fronden überbürdet. Gehört doch fast die Hälfte des kulturfähigen Landes, genau 47,5 ha, nur 417 1 Besitzungen an, also wohl weniger als 4000 Personen. Die Güter zwischen 10 und 100 ha. also gesunder Bauernbesitz, nehmen noch nicht ii"/ der Oberfläche ein, wogegen die restlichen 41,66° dem kleinen Besitz, 1 015 300 Zwergbesit/.tümern, zufallen. Die ländliche Bevölkerung wird sich sogar bis zum letzten Greis und Kind zur Arbeit drängen, wenn ihnen die Landesbesetzung den Feiertag des Sattessens bringt. Man sollte also nicht mit den Löhnen geizen, dagegen die Latifundien tür die Dauer der Besetzung den Bauern in Bearbeitung vergeben. Der Flachsbau in Rußland. Unter allen Ländern der Welt nimmt Rußland in bezug auf Flachsbau die erste Stelle ein; außer Rußland kommen dafür fast nur noch die europäischen Länder in Betracht, und zwar vor allem atlantische Gebiete, wie Holland, Belgien, Nordwest-Frankreich und Irland, während die übrigen großen Leingebiete wie Britisch-Indien, Argentinien und die Vereinigten Staaten im wesentlichen nur Saatlein anbauen. Von der gesamten Flachsproduktion Europas erzeugt Ruß- land ungefähr die Hälfte, nämlich rund 250000 Tonnen. Die Flax supply- Association schätzt die Jahresernte im Durchschnitt auf 15 Millionen Pud, was wahrscheinlich noch zu wenig ist, da in manchen Jahren über 10 Millionen Pud Flachs ausgeführt werden konnten, ohne daß sich ein Flachsmangel in Rußland fühlbar machte. Ein beträchtlicher Teil der Flachserzeugung findet nämlich auf kleinen Parzellen der Bauern statt, die ihren Flachs im Hausbetriebe verspinnen, und ist daher der Statistik nicht zugänglich, so daß in Wirklichkeit die Produktion wohl i6',_, bis 17 Millionen Pud, 260 bis 270000 Tonnen, betragen mag. Die Hauptgebicte für die Flachserzeugung befinden sich in Nord- und Zentral- Rußland, im Ostseegebiet und im Süden sowie Südwesten, und zwar umfaßt der Leinanbau in den einzelnen Gouvernements folgende Flächen: Im nördlichen Kußland in dem Gouvernement Wologda 143 700, Wjatka 88 500. Kostroma 88 000, Wladimir 84000. Jaroslaw 50000. Orenburg 8000, Oloncz 3 000. Archangelsk 800 Defljatinen; im zentralen und westlichen Kußland in den Gouvernements Smolensk tooooo, Pskovt 80000, Livland 75000. Kowno 50800, Witebsk 55000, Nowgorod 30000. Wiln, t 26700, Kurland 150110. Twer 10000. Giodno 8700, Moskau 1 cmc Defljatinen; im Gebiet ihr Schwarzerde in den Gouvernements Woronesch 52200. Saratow 9000, Kiew 8700, Tschernigow 5000, Wolhynien $400 Defljatinen. Der Anbau im Gebiete der Schwarzerde mit 78300 Defljatinen biebl mit geringer Ausnahme der Leinsaat wegen, es bleiben demnach für Flachsgewinnung 917000 Defljatinen, davon in den von uns b n Gouverne- ments Kowno, Wilna, Grodno und Kurland 101 200 Defljatinen. Da im Durch- schnitt auf die Defljätine ein Ertraf! von 18.5 Pud kommt, so würde der normale Ertrag der mit Flacbs bestandenen Fläche in den be etzten Gebieten ohne Polen etwa v> 700 Tonnen Flachs ergeben, also fast unsere gesamte Mehreinfuhr um — $1 — Jahre 1913 waren es 35 400 Tonnen), mit Einschluß Polens jedenfalls unsern Bi darf völlig decken, wenn die nötigen Arbeitskräfte zu beschaffen sein werden. Dabei ist 18,5 Pud per Deßjatine (etwa 277 kg per ha) ein äußerst geringer Er- trag, der sich leicht erheblich vermehren ließe, gilt doch im allgemeinen schon 19 Pud als der niedrigste Ertrag: in fast allen anderen Ländern wird bedeutend mehr Flachs auf der Flächeneinheit erzielt. Ebenso mangelhaft wie der Anbau ist die Aufbewahrung der Fasern, und daher ist auch der Preis, den der unsortierte Flachs erzielt, ein recht geringer, meist nicht mehr als 50 Rubel per ßerkowetz von 10 Pud; Flachs, der von kleinen schlechten Bauernwirtschaften zusammengekauft wird, erzielt sogar oft nur 35 bis 40 Rubel, während der im Auslande nach Farbe, Länge und Qualität gut sortierte Flachs 100 oder 110 Rubel erzielt; freilich büßt man beim Sortieren etwa 20 Prozent des Gewichts ein. Trotz des niedrigen Preises ist die Flachskultur doch bei den Russen sehr beliebt, und sie zahlen oft außerordentlich hohe Pacht- preise für gutes Flachsland. Für Großbewirtschaftung eignet sich der Flachsbau wenig wegen der mühevollen Bearbeitung und weil diese Kultur den Boden schnell erschöpft, so daß er langer Ruhe oder starker Düngung bedarf. In ganz Rußland gibt es bisher erst ungefähr 80 Flachsbrechanstalten, die etwa 4000 Arbeiter beschäftigen, davon allein 50 mit mehr als 2000 Arbeitern im Gouvernement Pskow, wo man vor einigen Jahren angefangen hat, vorbild- liche Flachsbrech-, Wasch- und Sortieranstalten einzuführen. Für, den auf- geführten Flachs, durchschnittlich 8'/ ä Millionen Pud und 800000 Pud Hede, sind England, Skandinavien, Belgien, Holland, Frankreich, Rumänien. Portugal und die Vereinigten Staaten, vor dem Kriege auch in großem Maße Deutschland und Österreich, die Abnehmer, während der in Rußland verbleibende Flachs zum Teil im Hausbetriebe, zum Teil in Fabriken versponnen wird; die bedeutendsten be- finden sich in den Gouvernements Kostroma, Jaroslaw, Wladimir, Twcr, Kasan, Livland, Rjäsan, Wologda, Witebsk, Warschau sowie Petersburg, wo fünf Betriebe mit rund 3300 Arbeitern Flachs, Hanf und Jute verarbeiten. In zahlreichen Webereien wird daraus Leinewand hergestellt, besonders in den Gouvernements Wladimir. Kostroma, Warschau, Petersburg, Jaroslaw, Wologda und Kasan. fa m\M Vermischtes. ggjgg) Öl aus Getreidekeimen. In einem Aufsatz von Prof. Backhaus in der Deutschen Mühlen-Zeitung weist der Verfasser auf die Bedeutung hin. welche die Gewinnung der Getreide- keime, die bisher meist in die Kleie gehen, zur direkten Ernährung für den Menschen haben können. Neuerdings weiden die Maiskeimlinge, die m In- des Kornes ausmachen, nach dem Vorbilde Amerikas auch in ' 1 h und Deutschland gewonnen und auf Öl verarbeiict. wodurch zuerst [%, jetzl 1 Vervollkommnung der Technik schon 2% des Korngewichtes an < '1 gewonnen werden. Aber auch die Keimlinge der gewöhnlichen Getreidearten, die beim Weizen, Koggen, Gerste und Hafer 2 bis 4% ( ' cs Kornes ausmachen, sind wert, isoliert verarbeitet zu werden, was durch geeignete Verfahren in den Mühlen wohl möglich ist. Am einfachsten gestaltet sich die Gewinnung des Keim« 9 1 Roggen. Der durch geeignete Schälmaschinen entfernte und blo - 32 — wird durch Bürstmaschinen völlig getrennt und durch Sichten und Putzen abge- sondert. Heim Weizen legt man meist auf Schälung weniger Gewicht und gewinnt den Keim beim Mahlprozeß aus den groben und mittleren Grießen. Nach Passieren der Auflöswalze ist ein „Absichten" des plattgedrückten Keimes von dem Mehl gut möglich. Auch bei Gerste und Hafer, soweit sie zur menschlichen Er- nährung dienen und zu Mehl und Grütze verarbeitet werden, sollte die Ge- winnung der Keime angestrebt werden. Bisher wurden die Keime nicht mit zu Mehl verarbeitet, weil sie es bitter machen. Die Koggen- und Weisen- Keime enthalten neben ii u ,, Wasser 35% Eiweiß. 35",, Kohlehydrate. 12% ^ etr - Roh'faser und 5° ,, Salze, sind also überaus reich an den wertvollsten tfährüngsstoffen. Welche erhebliche wirtschaftliche Bedeutung gerade jetzt diese Keimverwertung haben würde, geht aus folgender Rechnung hervor: Im Deutschen Reiche kommen jährlich 15 Millionen Tonnen Getreide zum Verzehr. Falls zwei Drittel, also 10 Millionen . Tonnen entkeimt werden, so würden bei einer Ausbeute von nur [% des Gewichtes 100 000 Tonnen Keime gewonnen, die 100 000 Tonnen Ol und 90000 Tonnen Ei- und Fleischersatz bieten könnten. Wenn die so ge- wonnenen Eiweiß- und Fettmengen denjenigen Bevölkerungskreisen, die jetzt in der Ernährung Schwierigkeiten haben, zugute kämen, so könnte deren Not hierdurch geradezu beseitigt werden. Da der Kriegsauschuß für Öle und Fette in Berlin die Getreidekeime mit 30 Mark für 100 kg übernimmt und für Keime bis zu 15% Verunreinigung 25 Mark, für solche von 15 bis 30° Verunreinigung 20 Mark zahlt, so sind Absatz- schwierigkeiten nicht vorhanden. Bisher sind folgende Ulwerke bereit, die Keime auf Öl zu verarbeiten: Stettiner Ülwerke. Züllchow bei Stettin, F. Thörls Vereinigte Ölfabriken, Harburg a. E., und Henkel & Cic Düsseldorf. Ersterc übernimmt die Produktion ( ).>telbiens, die zweite die des nördlichen Westdeutschlands, die letztere die Westdeutschlands von Westfalen an südlich sowie ganz Süddeutschlands. Es ist zu hoffen, daß recht viele Mühlen sich auf die Getreideentkeimung werfen, Während den jetzt meist wenig beschäftigten Margarinefabriken die Ölextraktion obliegen wird. Prof. Backhaus meint, daß die Getreideentkeimung auch nach Be- endigung des Krieges bestehen bleiben und eine dauernde Einrichtung werden wird. Die Mühlen erlangen hierdurch einen materiellen Vorteil, weil die Keime natürlich viel höher bezahlt werden können als die Kleie, und dem Volk wird damit ein preiswürdiges und wertvolles Fett und Erweisnahrungsmittel geboten. Welterzeug-ung- von Zucker. Während die Rübenzuckerernte si< h in den letzten Jahren recht bedeutend vermindert hat. isl die Erzeugung von Rohrzucker nicht unwesentlich gestiegen, davon i-t, daß. während früher Rüben- und Rohrzucker in bezug auf die in der Welt uze ugten Mengen scharfe Wettbewerber waren, jetzt die Rohr- zuckererzeugung die des Rübenzucker- schon fast um das Doppelte übertrifft. Im laufenden fahre dürfte die Rohrzuckerernte noch mehr als im \eig.mgenen I .ihre die Rübenzuckerernte übersteigen. Am h die Abnahme des Gesamt- zuckervorrats ist in diesem Jahre nicht nur zum Stillstand gekommen, sondern der Zuekeirvorrat dürfte -i< li der Menge des Jahres 1914 1 .s wieder bedeutend ge- nähert haben hie Zuckerproduktion betrug bzw. wird geschätzt von Willet & Gray in New York in : — 33 — I9»-I i i9'5/i6 [916 i 7 Tonnen nen Tonnen Union: Louisiana 216700 122770 250000 Texas 3 500 1 000 2 000 Porto-Rico 308180 400000 425000 Sandwichs-Inseln 577 180 545 000 575 O oo ^ UDa 2 592 600 3 007 900 3 400 000 Brit. Westind. : Trinidad (Ausfuhr 1 49100 55000 55000 Barbados 32 580 65 000 65 000 Jamaika 15060 15000 15000 Andere Inseln 24000 30000 30000 Kranz. Westind. : Martinique . . 40000 40000 (<>ooo Guadeloupe 40 000 40 000 40 000 Dänisch -Westindien . . . 4590 14 750 12000 San Domingo (Ausfuhr). . . . 108260 121070 140000 Mexiko 1 10 000 65000 50000 Mittelamerika 22000 25000 25000 Südamerika: Demerara (Ausfuhr! 113030 110000 120000 Surinam 12000 13000 15000 Venezuela 3000 7000 10 000 Peru (Ausfuhrj 220260 200000 200000 Argentinien 335830 152300 175000 Brasilien 240000 194000 250000 Asien: Brit. Indien 2460570 2636870 2400000 J ava 1303040 1 198570 1560000 Formosa 262000 391550 430000 Philippinen (Ausfuhr) . . . 243000 300000 300000 Australien: Queensland und Neu- Südwales 246400 150000 200000 Fidji-Inseln (Ausfuhr) . . . 102000 90000 1 10 000 Afrika: Ägypten 75 740 100 000 100 000 Mauritius 277160 215530 22om Reunion 39270 40000 40000 Natal 91620 1 1 2 000 125« 11 »> Mozambique 40000 50000 [o Europa: Spanien . . . . 7 370 6 ,V>o hom Rohrzucker zusammen . . 10216650 10514680 (14251 Europäischer Rübenzucker: Deutschland 2500000 1 500000 1 6000 ü.-terreich-Ungarn . . . •. r 602 310 1 01 1 \ao r 000 000 Frankreich 302960 '35 900 17s- Belgien >< 1 1 700 1 i 2 r 00 000 Holland 302 |'>" 2401 275 ■ Rußland 1 992 780 1 588870 1 |<>" ■ Andere Länder 678010 620 im 600000 Rübenzucker zusammen 7583210 5 209 230 5 Amerikanischer Rübenzucker: Nordamerika 260 *6o 000 Kanada 13 980 (7 640 1 1 zusammen . . 8243450 6026630 60101 Gesamt-Roln- und Rübenzucker . [8460100 [6521 300 17 4.3s • Tropenpflanzer 1917, Heft 1 ■, — 34 — Nach den Schätzungen der Zeitschrift „Die deutsche Zuckerindustrie" sind im laufenden Berichtsjahre an Rübenzucker (in Rohzuckerwert ausgedrückt) in Europa zu erwarten, bzw. sind in den Vorjahren erzeugt worden: 1914/15 1915 16 1916 17 Tonnen Tonnen Tonnen Deutschland 2600000 1 600000 1 600000 Kußland 1977600 1 671 000 1400000 Österreich-Ungarn ... 1 602300 939000 978000 Frankreich 336600 150700 180000 Holland 302 500 242 800 270 000 Belgien 204000 113100 130000 Schweden 154 100 127300 118000 Dänemark 153000 125200 130000 Andere Länder 367000 300000 300000 Europas Rübenzucker zus. 7697 100 5269 100 5 106000 Hiernach würde die Erzeugung Europas im laufenden Betriebsjahre noch geringer ausfallen als die des vorangegangenen Betriebsjahres. Da Rußland aber für die Versorgung von Westeuropa nicht in Betracht kommt, so ergibt sich für dieses doch noch ein Schätzungsplus von rund 95 900 Tonnen gegenüber der letzten Erzeugung. Zweifellos aber dürfte die Wirklichkeit diese Zahl noch er- höhen, was namentlich dadurch eintreten kann, daß die deutsche Erzeugung sich aller Wahrscheinlichkeit nach um mehrere zehntausend Tonnen höher stellen wird, als in der vorstehenden Schätzung angenommen worden ist. Betrachtet man das Verhältnis der Zuckererzeugung Europas und Amerikas. so erkennt man, daß das Schwergewicht sich mehr und mehr nach der west- lichen Erdhälfte hinneigt: dies beruht aber im wesentlichen auf der gewaltigen Zunahme der Rohrzuckcrkultur auf den großen Antillen, insbesondere auf Kuba, in geringerem Maße auf Porto-Rico und San Domingo, wozu dann noch die Zunahme der Rübenkultur in den Vereinigten Staaten hinzukommt. In Asien vergrößert sich der Rohrzuckerbau in Java und Formosa. in Afrika in Natal; je- doch bleibt die Gesamterntc in Afrika noch sehr unbedeutend, und auch die Asiens, die übrigens noch nicht die Zuckerernte Europas erreicht, verändert sich in ihrer Gesamtheit nicht, eine Folge der überragenden Stellung Indiens im Zuckerrohrbau. welches in den einzelnen Jahren starke Schwankungen aufweist. Eine genaue Betrachtung der statistischen Zahlen läßt es wahrscheinlich er- scheinen, daß auch in den eisten Jahren nach Friedensschluß der zunehmende Weltverbrauch im wesentlichen aul den weiter vergrößerten Anbau in Amerika angewiesen sein wird, da die Zucker bauenden Staaten in Europa sich vermutlich im wesentlichen damit werden begnügen müs-cn, ihren eigenen schon durch die Gewöhnung an Marmelade während des Krieges gesteigerten Verbrauch und eventuell den der angrenzenden Nebenländer zu de« ken > ^(gJlEg 3| Auszüge und Mitteilungen. I^gg)^ Ernte Deutschlands im Jahre 1 <> 1 5. Diese sehr verspätet er- schienene Erntestatistik Deutschlands für das Jahr [915 bestätigt die bekannte Tatsache, daß die Ernte des Jahres mit Ausnahme der sehr reichen Kartoffelernte •>J) recht gering gewesen ist. Besonders groß war gegen das Jahr 1914 der Ausfall beim Hafer und Heu, recht gering beim Weizen, beim Spelz war sogar ein kleiner Überschuß. Auch die Hülsenfrüchte ergaben eine Mißernte. Ein Vergleich der Ernten der Jahre 1914 und 1915 ergibt in Tonnen: Weizen . . . Winterspelz Roggen . . Sommergerste Hafer . . . Kartoffeln . Heu ... . 1915 gegen 1914 1 1 6 1 54 1 274316 654 231 3052 151 4-1 8403 789 - 8614430 1914 1915 3 971995 3855841 370565 378916 10 426 718 9 152 402 3137983 2483752 9038185 5986034 • 45 569 559 53 973 348 • 41773 214 33158784 Der .Minderertrag an Brotgetreide (Weizen, Spelz und Roggen) betrug also 1 382 119 Tonnen, der an Futtergetreide (Gerste und Hafer) sogar 3 706 382 Tonnen, der an Heu 8614430 Tonnen, ebenso vermutlich der an Stroh, während der Mehrertrag an Kartoffeln mit 8 403 789 Tonnen vieles wieder gut machte. Im Jahre 1916 ist nun umgekehrt die Getreideernte gut, die Kartoffelernte dagegen sehr schlecht gewesen, was aber zum Teil durch die leider staüstisch nicht zu erfassende Riesenernte von Futterrüben gut gemacht sein soll. Rumäniens Ernte im Jahre 1915. Das Ergebnis der Einte im Jahre 1915 betrug nach der im Rumänischen Staatsanzeiger veröffentlichten Statistik des rumänischen Ackerbau- und Domänenministeriums: Weizen 31448293 hl Bohnen in Mais Roggen 1 025 970 ., Erbsen . . . Gerste 10 109 752 Hafer 10238548 Mais ...... Hirse ....... Buchweizen ... Raps Flachssaat .... Hanfsaat .... Sonnenblumen . . Kartoffeln i. eig. Feld Kartoffeln in Mais . Zuckerrüben. . . . Tabak Zichorien .... Pflaumen aus Gärten Bohnen i eig. Feld . 30451 520 .. 582876 „ 2 643 ., 285459 ,.. 47 187 „ 23 o°3 „ 180504 ., 1 024 708 dz 235 527 .• 1 854 449 „ 84219 „ 12 951 » 7349091 „ 699 5S0 hl Linsen .... Saubohnen . . . Verschied. Pflanzen Weinreben, rumän. Weinreben, arnerik. Verschiedenes . Zwiebeln .... Verschied. Gemüse Kohl ..... Melonen .... Kürbisse i. eig. Feld Kürbisse in Mais . Heu von natürlichen Wiesen Heu von künstl. Wie- sen, Luzerne, Klee 1 259 218 hl 264 276 „ 1 708 .. 2868 „ 11 140 ,. 667 665 „ 1 329609 ,. 3329694 .. 258408 ,. 397 602 „ 50 290 200 Stck. 20 403 800 749 600 „ 156 832 200 7 177 4'--- 1 dz Neuere Ausfuhrprodukte Südafrikas. 2 531 219 .. Neuerdings bat die Fleisch- und Fruchtausfuhr Südafrikas große Ausdehnung angenommen Im Jahre 1915 wurden 5094673 Pfund Rindfleisch (Kalbfleisch eingeschlossen) im Werte von 86983 £ ausgeführt, in der ersten Hälfte des Jahns [916 3 »10 560 Pfund im Werte von 52215 £. Auch ein Posten Schweinefleisch und Geflügel wurde kürzlich nach England gesandt und erzielte dort gute Preise. Eine Farmer-Ab- ordnung wird demnächst die größten Pleischcxportländer aufsuchen, um deren Ausfuhr-Organisationen kennen zu lernen. Südafrika besitzt gegenwärti| Viehbestand von ungefähr 8 Millionen Stück. 3 - 36 - In der Fruchtausfuhr macht der Export von Orangen schnelle Fortschritte: auch wurden im Jahre 1915 zwischen 300 und 400 Tonnen Kap-Rosinen auf den englischen Markt gebracht, wo sie infolge des Fehlens der Smyrna-Rosincn sehr hohe Preise erzielten. Während bisher die Akazienrinde Natals als solche verschifft wurde, hat jetzt die Herstellung von Gerbextrakt aus der Rinde stark zugenommen. Alkin eine Firma verarbeitet täglich 50 Tonnen frischer Rinde. Die erste Sendung dieses Extraktes ist kürzlich nach England abgesandt worden. Auch die von einer Agavenart (wohl Fourcroya. Red.) stammende fälschlich als Aloefaser bezeichnete Pflanzenfaser gelangt neuerdings aus Natal zur Ausfuhr. Verschiedene Firmen sind in der Aufbereitung dieser Fasern tätig; eine allein exportierte etwa 10 bis 12 Tonnen monatlich Eine Tonne erzielt in Großbritannien einen Preis von 45 £. Die Fasern werden auch zu Schnur verarbeitet, für die große Nachfrage herrscht. Eine Firma war schon 6 Monate, bevor sie die Pflanzen verarbeiten konnte, mit Bestellungen überladen. Die Faseranpflanzungcn Südafrikas werden allerdings noch nicht hinreichend ausgenutzt. Sisalhanf wird in kleinen Mengen im Baberton-Distrikt angepflanzt, Sansevieria wächst wild und üppig im Nelspuit-Distrikt von Transvaal. Argentinische Ernteschätzungen.' Die letzten Schätzungen des argentinischen Landwirtschaftsministeriums ergaben für Weizen . . 2 106000 Tonnen gegen 4698000 im Vorjahre Hafer . . . 488 000 „ ., 1 093 000 „ „ Leinsaat . . 134000 ., ,, 998000 .. Von dem Hauptbrotgetreide wird also noch nicht die Hälfte, von dem wichtigsten Futtergetreide Hafer noch nicht ein Viertel und von der so überaus wichtigen Ausfuhr-Ölfrucht Leinsaat knapp ein Achtel der vorjährigen Ernte er- wartet. Man sieht daher auch höheren Preisen entgegen, was für die Einfuhr Englands um so ungünstiger ist, als der Kurs englischen Geldes in Argentinien ein niedriger ist und es in England verboten ist, Gold nach Argentinien zu verschiffen. Fehlen von Düngcmitt e 1 n i n Frankreic h. Vor dem Krieg führte Frankreich jährlich für etwa 200 Millionen Francs künstliche Düngemittel ein. Die rund 300000 Tonnen Chilesalpeter, die Frankreich benötigte, kamen sämtlich aus dem Ausland; von den rund 100000 Tonnen Ammoniumsulfat kam etwa ein Viertel aus dem Ausland, nämlich 10 000 aus England, 7000 aus Deutschland und 6000 aus Belgien; Calciumnitral kam aus Norwegen, während Cyanamid in Frankreich allein von der Fabrik in Notre Dame de Briancon her- eilt wurde. Von den im Jahre [913 gebrauchten i 200000 Tonnen Phosphaten stammten 300000 aus Frankreich, 700000 aus Tunis (Gafsa) und 100009 aus Algier. Thomasschlacke wird in Frankreich nicht für Zwecke der Landwirtschaft verwendet. Das Kali kam ausschließlich aus Stafifurt. Das Fehlen des Kalis während de- Krieges hoffl man zwar durch Pottasche, die dun h Ver- br< nnung der Weintrester erhalten wird, oder die in gewissen das Brakwasser •.erarbeitenden Industrien Sudfrankreichs in den Rückständen verbleibt oder als Extrakt aus Meeresalgen an der Küste gewonnen wird, weniger fühlbar zu machen, «loch kann das auch günstigsten Falles quantitativ ein kaum in Betrachi kommender Ersatz sein. Was aber die stickstoffhaltigen Düngemittel betrifft, so steht der zunehmende Mangel an Schiffsraum ihrer Einfuhr entgegen; demgemäß 11 auch die Preise beständig, was übrigens auch für die Phosphate gilt, Die Preise betrugen Sommer 1916 gegen Sommer 1914 für Chilesalpeter .4'» gegen - 37 — 24 Frcs. für ioo kg. für Ammoniumsulfat 55 gegen 32 Frcs., für Superphos- phate 12.25 gegen 4,50 Frcs. Man sieht demgemäß auch mit großer Besorgnis der diesjährigen Ernte entgegen, und schon die letzten Schätzungen stehen gpg< n die der gleichen Zeit im Vorjahre zurück. Ammoniaksalze undSalpeter unter Benutzung des Luft- Stickstoffes. Über diese Frage sprach, wie das ., Zentralblatt für dieZucker- industrie' - berichtet, in der Versammlung des Schlesischen Zweigvereins di s Vereins der Deutschen Zuckerindustriellen Prof.ür Gerlach-Bromberg. Er erklärte chemisch und technisch das Habersche Verfahren, die Gewinnung des Ammoniak aus Stickstoff und Wasserstoff", das von den Badischen Anilin- und Sodawerken prak- tisch durchgeführt worden ist, und dann das Verfahren unter Verwendung von Kalkstickstoff. Beide liefern uns jetzt Unmengen Ammoniak, aus welchem Sal- peter für unsere Kriegsindustrie gewonnen wird. Die Produktion des Badischen Werkes und der in verschiedenen Gegenden errichteten sechs Kalkstickstoffwerke beträgt heute schon 128000 Tonnen Stickstoff. Weitere Werke sind im Hau. Der Landwirtschaft kommen von dieser Erzeugung etwa 50000 Tonnen zugute. Weiter als bis auf 60 000 Tonnen wird sich diese Menge während des Krieges nicht steigern lassen, aber für später eröffnet diese Massenfabrikation für die Landwirtschaft die glänzendsten Aussichten. Die Rohstoffe für 1 kg synthetischen Ammoniak belaufen sich auf nur 11,5 Pf. Der Preis für das fertige Fabrikat stellt sich danach niedriger als für den aus dem Auslande eingeführten Stick- stoffdünger. Die Auslandzufuhr läßt sich also vollkommen ersetzen und über- flüssig machen. Bisher betrug der Jahresbedarf unserer Landwirtschaft 200000 Tonnen. Dadurch, daß unserem Boden zwei Jahre hindurch 150000 Tonnen gefehlt haben, sind unsere Ernten ungünstig beeinflußt worden. Wir hätten sonst 2700000 Tonnen Weizen oder 3600000 Tonnen Hafer oder 18000000 Tonnen Kartoffeln oder 22500000 Tonnen Zuckerrüben mehr ernten können. Darum ist es richtig, daß auf die schleunige Errichtung weiterer Fabriken im Interesse der Erhöhung unserer landwirtschaftlichen Erzeugung gedrängt wird. Aus der Ver- sammlung heraus wurde angesichts dieser Zahlen betont, daß die Regierung schwere Unterlassungsünden begangen hat, wenn sie in dieser Frage, ängstlich um die Verzinsung der von ihr hineingesteckten 120000000 M. besorgt, zurück- haltend war. Die Verzinsung sei überhaupt nicht in Krage gestellt bei dem großen Stickstoffhunger unseres Bodens. Prof. Gerlach bestätigte das und sprach seine Ansicht dahin aus, daß der Stickstoffbedarf unserer Landwirtschaft allmäh- lich von 200000 auf 500000 Tonnen jährlich steigen werde. Ein Sojähriger Afrikareisender. Am 29. Dezember feierte dei große Afrikaforscher Professor G. Schw ein für th in voller Frische in Partenkirchen seinen 80. Geburtstag. Er ist der einzige Pionier aus d,er, großen Zeit afrikanischei Entdeckungen, der noch unter den Lebenden weilt, und auch jetzl no< h ist 1 1 rastlos mit wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigt. Ihm verdankt mau. wie allgemein bekannt, die Lüftung der Decke, die das tropische Alnka 50 lang« bedeckt hielt, an einer der wichtigsten Stellen, am Nordrande, sÜdlii h des Sudan. Diese, von 1 868 bis 1871 währende Forschungsreise, die ihn bis üb. 1 die Wa scheide des Nil und Kongo, bis zu den Niam-niams und Mangbuttue brachte, wobei er den Uclle (Ubangi), den großen Nebenfluß des Kongo, entdeckte und Pygmäenvölker beobachtete, hat seinen Nanu n berühmt gemacht und ihn unter di< allerersten Erforscher des dunklen Erdteil«:- eingereiht Die allgemeinen Resu legte er dann in seinem in der deutschen und englischen Sprache erschien und bald auch in Französisch, Italienisch und s'elbsl Türkisch übersetzten zwei- - 3« - bändigen Reisewerk ,,Im Herzen von Afrika" nieder. Sowohl vorher als auch später bat er noch eine große Anzahl kleinerer Reisen gemacht, die meisten von Ägypten aus. so nach Assuan. in die Wüstengebirge zwischen Nil und Rotes Meer, in die Oasen westlich von Ägypten, in die italienische Kolonie Eritrea, in die abessinischen Gebiete, nach Südarabien und der Insel Sokotra. anderseits wieder nach Algier, Tunis, Tripolis, Sizilien, Sardinien. Neben zahllosen geographischen, kartographischen, botanischen, geologischen, anthropologischen, ethnologischen und archäologischen Abhandlungen hat er auch eine Reihe von kolonialen Auf- sätzen geschrieben, darunter nicht wenige wirtschaftlicher Natur. Schon im Jahre 1886 hat er z. B. einen Vortrag auf der Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin über Europas Aufgaben und Aussichten im tropischen Afrika gehalten, auch beschäftigte ihn stets die Landwirtschaft der wärmeren Teile des .Mittelmeergebietes, z. B. die Entwicklung der Baumwoll- und Dattelpalmkultur Ägyptens und Algiers, der Ursprung der Kulturpflanzen der altägyptischen Gräber sowie von Balsam und Myrrhe, ferner die auswärtigen Beziehungen Ägyptens hin- sichtlich der Kulturgewächse, die Auffindung des wilden Emmers in Palästina» Auch die Nutzpflanzen und die wirtschaftliche Zukunft von Eritrea, Abessinien und des Sudans zog er in den Bereich seiner Arbeiten, ferner suchte er die Dattelpalme für Deutsch-Südwestafrika nutzbar zu machen und berichtete über Kulturversuche in Togo. Besonders interessierte er sich unter anderem für die Einführung frischer Kolanüsse als Genußmittel, er erhielt sie jahrelang von Dr. Kersting aus Togo, und zwar in Knollen eingebettet, wodurch sie sich lange frisch erhalten, und lernte in täglichem Gebrauch ihre vorzüglichen Eigenschaften als unschädliches Anregungsmittel kennen, Auch auf die Bedeutung des Torfmulls im Verkehr mit den Tropen, besonders um Früchte lange frisch zu erhallen, so- wie bei Versendung empfindlicher Samen zu Saatzwecken, machte er in der Presse aufmerksam. Jedem, der nach Afrika geht und Gelegenheit hat, ihn vorher zu sprechen, ist er ein guter Berater, voll praktischer Erfahrungen, ausgedehnten Kenntnissen, großem Interesse sowohl für wissenschaftliche wie für wirtschaftliche Fragen und reich an neuen und originellen Ideen. Möge qr uns noch lange in gleicher geistiger Regsamkeit erhalten bleiben. Weinernte Frankreichs. Die diesjährige Weinernte übersteigt in Frankreich die freilich besonders niedrige des vorigen Jahres erheblich. Sie betrag) in den vier Haupt-Weindepartements des Südens 1916 1915 Aude 4,87 MM. hl 2,59 Mill. hl 1 '.ard 1,67 „ ,, 0,66 lleraull 9,08 „ „ 5,18 l'yrcni'i-- < »rientales . 3.33 1.14 iS,9,s Mill. hl 9.57 Mtll. hl Dagegen sind die Restbestände des vorigen Jahn- nur äußerst gering, sie betragen nur 0.13 Mill hl gegen 2,29 Mill. hl im Jahre vorher. Fruchtausfuhr Italiens dach der Schweiz.. Seit Aufhören der unmittelbaren Durchfracht italienischer Waren nach Deutschland müs-en die Waren, deren Ausfuhr noch freigegeben ist. ihren Weg über die Schweiz nehmen Hierzu gehören die italienischen Früchte, die im Interesse der auf ihre Aus- fuhr angewiesenen Bevölkerung Süditalien- freigelassen worden sind, wogegen Italien wieder Eisen und Werkzeugmaschinen, sowie andere Fabrikate, darunter auch Glühlampen, indirekt über die Schweiz erhalt. Die gewaltige Steigerung 1914 19 15 1916 Zentner Zentner Zentnei 30501 35 726 629 806 20 890 45 600 559 974 2741 3019 32691 40711 20 912 37 935 2 711 4 897 1 2 695 [O.733 1 8 968 32 786 210 165 10977 172 1 604 16736 22 544 7878 M3 372 — 39 — des Fruchtverkehrs über die Schweiz ersieht man aus folgender Tabelle. Ks wurden von Italien nach der Schweiz ausgeführt in den ersten acht Monaten: Apfelsinen . . . Zitronen .... Tafeltrauben . Apfel und Birnen Pfirsiche. . Frische Früchte . Feigen .... Mandeln . . . Nußkerne .... 22 544 Die über die Schweiz gehenden Apfelsinen und Feigen bilden den größten Teil, die Trauben fast die gesamte Ausfuhr Italiens in den betreffenden Artikeln. ein Zeichen, wie sehr Italien auf die Fruchtausfuhr nach Deutschland angewiesen ist Es ist das auch aus der geographischen Lage Italiens sehr verständlich, denn England bezieht seinen Bedarf billiger aus Portugal und Spanien, Frank- reich erzeugt im Süden seine eigenen Südfrüchte, Österreich in Dalmatien zum Teil auch und bezieht manches vom Balkan. Zuckeranbau in Spanien. Spanien gehört, wie die Vereinigten Staaten, zu denjenigen Ländern, die sowohl Zuckerrüben als auch Zuckerrohr bauen. Erstere überwiegen bedeutend, waren doch im letzten Jahre 401 10 ha mit Zuckerrüben bebaut, von denen 723 550 Tonnen Rüben geerntet wurden. Mit Zuckerrohr waren dagegen 1915 nur 1910 ha bebaut, die 63800 Tonnen Rohr ergaben, also 33 Tonnen pro Hektar. Der Zuckergehalt des Rohres wechselt außerdem sehr; die Ausbeute betrug z. B. 1910 noch 10,46 °/ , im folgenden Jahre dagegen nur 8.66 °/ . Der Wert der Zuckerrohrernte des Jahres 19 15 betrug 13038634 Pesetas, der der Zuckerrübenernte 33007513 Pesetas. Zucker- Zucker- Zucker- Zucker- rohr ruhen röhr rül Tonnen Tonnen Tonnen rönnen 19IO . . . 188668 483 427 i 1913 • ■ • [39 442 1340 937 1911 . . . 234 181 811 829 1912 . . 151 585 1003529 1914 . . . 72321 642913 1915 . . . 63876 703 96] Von den 35 Rohrzuckerfabriken arbeiten gegenwärtig kaum 20, von 45 Kübenzuckerfabriken arbeiten 27. Namentlich von den dem Zuckertrust ange- hörenden Fabriken sind viele außer Betrieb, von 9 Rohrzuckerfabriken ist nur eine, von 28 Rübenzuckerfabriken sind 13 in Tätigkeit. Während die Rohrzucker- erzeugung in schneller Abnahme begriffen ist, ist die Rübenzuckererzeugung seif einigen Jahren, bis auf das letzte, ziemlich stabil geblieben. Im einzelnen betrug die Erzeugung in Tonnen: 191 1 1912 1913 ...... 1914 1915 Aus dieser Tabelle geht hervor, da» die Zuckererzeugung in den Jahren 1912 bis 1914 den Verbrauch überstieg, im Jahr«' 1911 weni«. [915 bedeutend Rohr- Rüben- ( iesamt- Ver- zucker zuckei erzeugu brauch 20 300 86 [30 106 J20 1 ' 7 7"" 16 170 138770 15 1 g v>" '3 23" [48770 [6 ■ 000 129 ii" 7 38o [40 39° 1 (7 77" 1 !l 5 600 UM 260 [06 1 56 40 — hinter dem Verbrauch zurückblieb. Während des Krieges stiegen die Zucker- preise beständig; auch die Ausfuhr nahm zu. namentlich nach England. Der er- höhte Zoll hat bisher die Erzeugung noch nicht zu erhöhen vermocht. Zuckerrüben in Kußland. Die Gesamternte an Zuckerrüben des Jahres 1916 wird auf 615 211 000 Pud veranschlagt gegen 715992000 Pud im Vorjahre. Die daraus zu gewinnende Zuckermenge wird bei einem Zuckergehalt von 13,7% des Rübengewichts auf 84 096 000 Pud geschätzt. Da diese Menge nicht den Verbrauch deckt, wurde die Einfuhr bis zu 20 Millionen Pud Zucker bis zum r. 14 September 1917 über alle Grenzen des Reiches gestattet, und zwar zu dem gleichen Zollsatz, wie die Steuer für russischen Zucker beträgt. Der Anbau von Zuckerrüben hat sich gegen den des Vorjahres um 64000 Deß- jatinen verringert. In der Wirtschaftskommission des Reichsrates wurde gelegentlich der Ver- handlung über die Landwirtschaft von allen Rednern der überaus kritische Zu- stand hervorgehoben, in dem sich die russische Landwirtschaft gegenwärtig befinde, infolge des Mangels an Arbeitskräften, der Verteuerung oder des Fehlens der notwendigsten landwirtschaftlichen Bedarfsartikel und des Heizmaterials sowie der mangelhaften Organisation bei Preisfestsetzungen der landwirtschaftlichen Pro- dukte. Von den Zuckerindustriellen wurde die Meinung geäußert, daß, wenn nicht Heizmaterial und Waggons vorhanden sein würden, im kommenden Jahre überhaupt kein Zucker zu haben sein werde; schon im vorigen Jahre seien infolge des Fehlens von Transportmitteln 8 Millionen Pud Rüben verfault. N a t al i t e , ein E r s a t /. 111 i 1 1 e 1 für Benzin a u s M e l a s s e. Dieser Stoff wird durch Vergärung der Rohzucker-Melasse gewonnen, wobei der erzeugte Spiritus zum Teil in Äther (das Zentralblatt für die Zuckerindustrie vermutet Aldehyd) übergeführt wird; der Stoff besteht dann aus 60% Alkohol und 40% Äther. Hierdurch wird nicht nur das spezifische Gewicht, die Flüchtigkeit, verändert, sondern schließlich das erhaltene Erzeugnis dem Benzin als Treibstoff -ihr ähnlich. Bei den Probe-» versuchen an einem englischen Charronwagen von 1050 kg Nutzlast wurde 1 Liter für 5,8 km oder 9,] Tonnenliter verbraucht; etwa die gleichen Mengen wie bei Benzin. Der Motor sprang sehr leicht an, sowohl bei kaltem wie auch bei warmem Wetter, innere Korrosionen wurden nicht festgestellt. Die mit 1V2 Mill. Mark gegründete Südafrikanische Motor- treibstoffgesellschaft will in 1 iner Fabrik 2 Mill. Liter dieses Stoffes herstellen. Z u c k c r v <• r - r g u n g P 1 e n s. Polen ist imstande, s< inen Zuckerbedarf schon jetzt selbst zu liefern. Es bestehen nämlich in Polen links der Weichsel 20 Zuckerfabriken, von denen nur drei zerstört sind. Da die Rübenfläche meist im Umkreis der Fabriken liegt, der Rübentransport also im allgenn-incn nicht der Benutzung grofiei Bahnen bedarf, sondern nur der Feldbahnen, die durch die Vor- sorge der Militärverwaltung schon in dieser Kampagne wieder funktionieren, so nimmt man an, daß fast schon die volle Leistung der Friedensjahre wieder erzielt wird, die für den Bedarl Polens genügt. Eine Einfuhr deutschen Zuckers nach Polen erübrigt sich also Australiens Zuckerein fuhr. Trotz dci mit allen Mitteln, und mders durch unvernünftig hohe Preise künstlich gehaltenen Zuckerindustrie in Queensland und Neusüdwales ist Australien doch weit davon entfernt, aul Zuckereinfuhr verzichten zu können. Die Zückereinfuhr betrug im Jahre 1913/14 520600 £, fiel dann im Jahre [914 [5 auf l8l OOO Sl und stieg dann wieder im Jahre 1915 16 auf 1 869 700 \L — 41 — Kokosnußöl-Ausfuhr vo n C ey lo n. Dio Ausfuhr von Kokosnußöl von Ceylon ist in den letzten Jahren ziemlich stabil geblieben. Es wurden näm- lich ausgeführt: 1912 . . . 401779 cwl 1914 . . . 486286 cwt 1913 . . . 546984 v i9 J 5 • • • 50i 510 „ Der Durchschnittspreis betrug 25.84 Rup. per cwt gegen 27,54 Rup. im Jahre 1914. Auch der Koprapreis war niedriger als im Vorjahre, 14,61 gegen 16,46 Rup im Jahre 1914. Der Gesamtwert der Ausfuhr von Produkten der Kokospalmen, die auf Ceylon gegen 900000 acres bedecken, betrug 1915 42g Lakhs g< 491 Lakhs im Jahre 1914. Olsaatenvertrag. Seit 1901 macht sich im deutschen Getreidehandel eine Bewegung geltend, um sich von der Abhängigkeit von ausländischen Märkten zu befreien, indem man auf Grundlage deutscher Verträge handle, deutsche Schiedsgerichte anrufe und Analysen des Getreides in Deutschland zugrunde lege. Nach ungefähr drei Jahren kam der deutsch-niederländische Vertrag zu- stande, der .-eitdem wiederholt verbessert wurde, und jetzt will man auch mit Argentinien zu einem ähnlichen Vertrag zu gelangen suchen. Desgleichen möchte sich jetzt auch der Handel in Ölsaaten von der Abhängigkeit von England frei machen, da es nicht wünschenswert sein kann, daß deutsche Firmen englische Schiedsgerichte anrufen und in England Analysen einholen, zumal man auch einstweilen dort wohl nicht auf Unparteilichkeit rechnen kann. Der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse, der bedeutendste Verein des deutschen Ge- treidehandels, beabsichtigt daher, in Hamburg eine Abteilung für Ölsaaten und Ölfrüchte zu gründen, in der jede Firma eintreten kann, sei sie Fabrikant. Händler, Agent oder Makler. Die Analysen würden die botanischen Staats- institute in Hamburg anfertigen, und zwar wurde hierfür der niedrige Satz von 3 Mk. für 50 t und 5 Mk. für 100 t vereinbart; auch die Standardproben für Durchschnittsqualitäten sollen in Hamburg zusammengestellt werden. Auch der ostasiatische Verein steht dem Plane sympathisch gegenüber, dagegen haben die Ölmühlen noch keine Stellung dazu genommen. Vorläufig wurde ein Ausschuß gebildet, der die Vorarbeiten für die Gründung der Abteilung für Ölsaaten und Ölfrüchte machen soll; er besteht aus den Firmen Arnold Otto Meyer. G. L. Gaiser. F. Rosenstern u. Co, Schnabel, Gaumer u. Co.. Henry P. Newman, Max Friedländer u Co., Ed Heyn & Sohn und Gustav Lipschütz. Dem Vorstand wird die Berechtigung erteilt, die Mitgliederzahl des Ausschusses zu erweitern. Der Ö 1 g e h a 1 1 der Samen von Beerenobst. Es wird jetzt in der landwirtschaftlichen und technischen Presse darauf aufmerksam gemacht, daß, wie die Samen der Weintrauben, auch die des anderen Beerenobstes recht ölreich sind. so daß es sich unter Umständen verlohnen dürfte, die bei Herstellung von Obst- weinen, Fruchtsäften und Marmeladen zurückbleibenden Trester auf Ol zu ver- arbeiten. So enthält die schwarze Johannisbeere 24,53%, die rote 16,9%, die Stachelbeere 19,78%, die Himbeere 16.35%, die Erdbeere 16,35%, die Tomate '7.3% Öl in i\cn Samen. Das gelbbraune Ol dei roten [oh isbeen 't zu den trocknenden Ölen und läßt -ich wie Leinöl zu Firnissen und Ölfarben ver- wenden. Das gelbgrüne Himbeerkernöl i-t dünnflüssig und erinnert im Aussehen an Baumöl. Das hellgelbe, dickflüssige und zähe < »I des Erdbeersamens i-t gutem Leinöl gleichwertig. Das Tomatensamenöl hat einen an Tomaten erinnernden Geruch und Geschmack und dürfte sich zu Speisezwecken eignen. Auch aul Berberitzen mit i5,65 u „ und japanische Quitten mit 17,80% <>! in den Samen wird hingewiesen, besonders aber auf da- namentlich in Süddeutschland i Laub- 42 wäldern sehr verbreitete Pfaffenhütlein (Evonymus europaeusj. dessen Samenkerne 43.63" U5 dessen rote Samenmäntel sogar. 56.41% eines leuchtend rotbraune», enschaftlichen Bureau in Manila angestellten Untersuchung enthalten die getrockneten Samen 51.78$ Fett (Auszug aus trockenem Samen), 21,6; % Protein (N X 6,25), 12,10% Stärke, 5% Zucker. 5,51 % Zellstoff usw. (durch Differenz bestimmt), 3,90 % Aschenbestand- teile. Da- durch Pressen gewonnene süße hellgelbe Öl soll in bezug auf seine physiologische Wirkung dem Olivenöl sehr ähnlich sein, es ist weder giftig, noch wirkt es aufregend und kann ebenso wie Olivenöl vor allem zu Speisezweckeri verwendet werden. Die Samen wirken, in großen Mengen genossen, leicht abführend. Auf den Philippinen wird auch aus dem 3 cm langen, 2% cm breiten hartschaligen Samen von Chisocheton Cumingianus, einem Baume aus Millionen Kronen Kapital zur Herstellung von Gerb- stoffen für die russischen, schwedischen und norwegischen Märkte, die vor dem Kriege von Hamburg aus versorgt worden, gegründet worden. Im Zusammenhang damit ist die Einfuhr von Quebrachoholz nach Norwegen vergrößert und die Erwerbung eigener Wälder in Argentinien eingeleitet worden. Flüssiges schwedisches Ha r /.. Als Nebenprodukt bei der Zellulose- fabrikation nach dein Natronverfahren wird ein har/.artiges Produkt gewonnen. ■ I i au~ der seilcnartigcn Masse, die auf der sog. ,. Schwarzlauge" schwimmt, durch Säuren abgeschieden und dann durch Destillation und Kochen mit Schwefelsäure. Koch>alzlo~ung oder Kalkmilch gereinigt wird. Fs enthält außer Abietinsäure noch Palmitinsäure, Ölsäure, Linolsäure, Linolansäure , Phytosterin Es ist in Alkohol. Äther, Azeton. Eisessig, Ammoniak leicht löslich, mit geringem Rückstand in Benzin und Terpentinöl und laßt sich trotz seines unangenehmen Geruches nach weit« rer Reinigung zur Seifenfabrikation verwenden, außerdem zu Wagen- -< Iiiiih re l reibriemenwachs und Fliegeiileim. Ein beim Sulfit-Zelluloseverfahren gewonnenes sirupartiges Nebenprodukt, enthalt fasl gar kein Harz, i-i in Wasser löslich und für Seifen unbrauchbai K a u ts c h u k- V a l or i sat i o n in Brasilien. Die von der brasi- lianischen Presse vielfach erörterte Valorisation des Kautschuks wird im „Jornal do Commercio" in Rio für aussichtslos und unnötig gehalten. Der im Jahre [909 unternommene Versuch einer Valorisation Scheiterte und kostete große Geld- summen. Damals stellte sich die Produktion an Kulturkautschuk im fernen Osten nur auf 8200 To n gegen \2 ooo Tonnen brasilianisches Produkt, 1915 standen lOOOOO Tonnen Kulturkautschuk 35000 Tonnen brasilianischem Naturkautschuk nüber; man erwartei i (hon 150000 Tonnen, [920 bereits 300000 Tonnen Kulturkautschuk. Dazu kommt noch für den Weltmarkt die steigende Rolle des 45 — Altkautschuks in Betracht, der je nach Qualität l l / a bis 30 Cts. für das Pfund wertet, während für die daraus hergestellten Regenerate 5 bis 40 Cts. bezahlt werden. Der Bedarf an diesen übersteigt den an Rohkautschuk um fast das Doppelte: man kann wohl den Jahresverbrauch auf 300 000 Tonnen schätzen, von denen allein 90 000 Tonnen auf die Vereinigten Staaten kommen. Es gibt wenig Gegenstände ohne einen Gehalt an Regeneraten, viele bestehen fast ausschließlich aus ihnen. Der brasilianische Kautschuk verliert also immer mehr an relativer Bedeutung für den Weltmarkt. Auch ist der brasilianische nicht billiger als der Kulturkautschuk. Wenn Para fine upriver Anfang Juli in New York 74,5 Cts. gegen 87,5 Cts. pro Pfund für Kulturkautschuk gleicher Qualität wertete, so ist zu berücksichtigen, daß die Kosten für Reinigung usw. infolge des hohen Wasch- verlustes 20 bis 25 Cts. betragen, während Kulturkautschuk einen Waschverlust von nur 1 °,' ergibt. Der wirkliche Preis für brasilianischen Para war also 89.4 Cts. gegen 87,5 für smoked ribbed sheets bzw. nach dem Waschen 88,37 Cts., so daß also der Kulturkautschuk noch 1 Cts. billiger war als Naturpara; first latex crepe, eine gleichfalls dem Para gleichwertige Sorte, wertete sogar nur 84 Cts., also 5 Cts. weniger als Naturpara. Hebung der Kautschukeinfuhr in Bordeaux. Bordeaux ist stets nur ein Platz zweiten Ranges für Kautschuk gewesen, wenngleich der be- deutendste Frankreichs; Marseille erhält noch nicht einmal 800 Tonnen jährlich hauptsächlich aus Madagaskar und Indochina, nur 9 Tonnen aus Westafrika. Ein tgroßer Teil des französisch-westafrikauischen Kautschuks geht nach London und Liverpool, vor dem Kriege auch nach Hamburg und ein kleiner Teil nach Antwerpen; in den Rest teilte sich Havre und Bordeaux. Hier hatte sich schon im Jahre 1906 ein Syndikat gebildet, das die Schaffung eines Marktes für fran- zösischen Kolonialkautschuk bezweckte und seine Aufgabe darin sah. dem fran- zösischen Produkt durch Erziehung der Produzenten einen höheren Wert zu ver- leihen. In der Tat ist es in den letzten Jahren gelungen, den Sudan- und Konakry- Kautschuk sehr wesentlich zu verbessern, so daß er, der früher 20 bis 45%, Abgang zeigte, größtenteils nur noch 12 bis 1 5 u / , manchmal sogar nur 7 bis 8 u /„ Abgang aufweist. Das Syndikat, welches die Mehrzahl der Importeure, Makler und Ein- käufer von Bordeaux umfaßt, hat jetzt folgende Marktorganisation geschaffen: 1. Spezialreglement für Lieferungsgeschäfte, 2. Aufstellung von marktgängigen Typen der französischen Kolonien auf Qualitätsbasis für den Platz von Bordeaux, 3. Festsetzung von Strafbestimmungen für Nicht-Konformität der Lieferungen. 4. Einsetzung einer Arbitrage-Kommission, die Streitfälle, welche aus diesen Ge- schäften hervorgehen, in geregeltem Verfahren schnell zur Entscheidung bringt. Das Syndikat verpflichtet seine Mitglieder dahin, daß für alle am Platze Bordeaux abgeschlossenen Geschäfte die Bedingungen des Syndikate verbindlich sind. Man hofft durch diese Organisation dem Vertrauen zum Platze die nötigen Garantien zu schaffen. Zur weiteren Förderung des Marktes erwartet dir Kaufmannschaft eine Zollbegünstigung für französischen Kolonialkautschuk mit der Bestimmung für französische Märkte. Verdrängung englischer Automobile durch a m 111, nische in Indien. Während an englischen Automobilen in diu ersten viel Monaten der Jahre 1914. 1915, 1916 für 1575"°", r 350000 und 715"')" Rupien in Indien eingeführt wurden, also eine ständige Abnahme zeiget in der gleichen Zeitdieamerikanische Automobilein'uhr von 550000 über 7 7 .s < »•" -^ni 1.275 000 Rupien. Es liegt dies einerseits an der Billigkeit der amerikanischen Produkte, and aber daran, daß Englands Fabriken vollauf mit Kriegslieferungen bi gt sind - 4 6 Ceylons Kautschukaust'uhr. Im Gegensatz zu den Malaien Staaten nimmt die Kautschukproduktion Ceylons nicht mehr so stark zu wie in den letzten Jahren. So betrug die Ausfuhr eigener Erzeugung im ersten Halbjahr 1911 25953154 lbs gegen 21 917850 lbs in der entsprechen den Zeit des Vorjahres. Die Kautschukausfuhr Ceylons nach Großbritan- nien hat sich sogar zugunsten derjenigen nach den Vereinigten Staaten be- deutend vermindert; sie betrug in der ersten Hälfte dieses Jahres 10916783 lbs gegen 14 U7 562 lbs im ersten Halbjahr 1914, während die entsprechenden Zahlen für die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten 13282088 gegen 6476501 lbs betrugen. Kautschukernte Brasiliens. Das mit dem 30. Juni ab- schließende Jahr 1915/16 erbrachte in Brasilien eine Gesamtkautschukernte von 36960 t gegen 35 320 t im vorhergehenden und 39 130 t im Jahre 1913/14; davon waren 7810 t Caucho gegen 6128 bzw. 9802 t in den vorhergehenden Jahren. Trotz der geringen Vermehrung gegen das Vorjahr darf man sich aber keinen großen Hoffnungen für die Zukunft hingeben, denn erstens ist jetzt erst wieder die Ernte von 1907/08 erreicht, und zweitens ist. die Ver- besserung wohl eine Folge der sehr guten Preise zu. Anfang des Jahres und der Vermehrung der Arbeiterzahl infolge der im Staate Ceara herr- schenden Dürre. Dagegen haben sich die vielfach empfohlenen und als bevorstehend angegebenen Verbesserungen der Produktionsverhältnisse nicht verwirklicht, weder sind die Lebensmittel der Kautschukzapfer billiger ge- worden, noch die Transportmittel, ebenso hat weder eine vermehrte An- pflanzung von Lebensmitteln in den Zapfgebieten stattgefunden, noch sind die Anpflanzungen von Kautschukbäumen erheblich vermehrt worden. Gewaltige Zunahme der Kautschukproduktion der Vereinigten Malaien-Staaten. Während der ersten neun Mo- nate des laufenden Jahres betrug die Kautschukausfuhr der Vereinigten Malaien-Staaten 44 302 t gegen 30657 t im Jahre 1915 und 21550 t im Jahre 1914, überstieg letztere also um das Doppelte. Namentlich in den letzten Monaten kommt diese Steigerung gegenüber dem Vorjahre zur Geltung. wie die Monatsausweise zeigen. Es betrug die Ausfuhr in 191 5 19 16 191 5 1916 Januar .... 3473 447' Juni 3403 51 14 .Febru. 11 . . . . 3411 5207 Juli 3687 5063 März 3418 4429 August .... 3796 5782 April 2777 391.1 September . . . 3984 6376 Mai 2708 3256 W 1 e d e r a u f 1 e b e n des afrikanischen Kautschukhan- delSi 1 Ja jetzt durch Fortfall der großen kontinentalen Abnehmer für Rohkautschuk, Wie Hamburg und Antwerpen, fast der gesamte afrikanische Kautschuk nach England gehen dürfte. s<> gibl die britische Einfuhr ein gutes Bild von der Entwicklung diese: Handels. Di« Einfuhrstatistik Englands ergibt nun für die ersten Hälften der Jahre 191 t bis 1916 folgende Zahlen Gold! I rans ösi tafi iK.t Andei e afrikan 1 Centais £ Centais £ Centais £ 1914 4445 37 '42 4 561 43 ''7 1 — — 1915 3196 20 54 1 7217 63820 30S75 24S362 1916 .... 9619 81054 10923 120558 44120 480314 47 — Amerikanische Baumwollernte. Die vorläufige endgültige Schätzung der letzten amerikanischen Baumwollernte seitens der Landwirtschaft- lichen Abteilung des Ministeriums der Vereinigten Staaten in Washington betrug mit Ausnahme von Linters 11511 000 Ballen gegen 11 161 000 Ballen im Jahre 1915. 16132000 Ballen im Jahre 1914 und 14156000 Ballen im Jahre 1913. Die Zunahme von 350000 Ballen gegenüber dem letzten Jahre ist hauptsächlich auf eine bessere Ernte in Texas. Arkansas und Oklahoma zurückzuführen, ^die eine Zunahme von 600 000. 360000 und 205000 Ballen zu verzeichnen hatten, während in Alabama. Süd-Karolina und Mississippi 525000. 240000 und 140000 Ballen weniger als im Vorjahre erzeugt wurden. Außerdem hat Tennessee eine Zunahme von 83000, Nord- Karolina und Georgia eine Abnahme von 62000 und 55000 Ballen zu verzeichnen. Es sei übrigens zu der mitgeteilten Schätzung bemerkt, daß die erneuten privaten Schätzungen teilweise weit über die offizielle hinausgehen, die höchste Schätzung der National Ginners Association beträgt, gestützt auf die bisher entkernte Menge, sogar 13.9 Mill. Ballen. Ägyptische Baumwolkrnt e. Nach neueren Nachrichten des „Sole- aus Ägypten hat die Baumwollernte nicht das gehalten, was man sich von ihr versprach. Die Baumwollernte Unterägyptens ist 12 %, die Oberägyptens 7" ,, unter dem Durchschnitt. Die Gesamternte beträgt nur 6020832 Kantar (ä 44,464 kg). nach der Oktoberschätzung des Produzentenverbandes in Alexandria sogar nur 5850000 Kantar, während man im Sommer 7' 2 Mill. Kantar erwartet hatte. Sie übersteigt also die vorige Ernte noch etwas, die nur 5' ., Mill. Kantar betrug, ihr Wert wird sogar auf 30 bis 40 Mill. £. angegeben gegen 21 Mill. £ der vor- jährigen Ernte. Außerdem sind die Vorräte beträchtlich geringer als im Jahre vorher; sie betragen nur 989000 Kantar gegen 1 476000 Kantar zur gleichen Zeit im Vorjahre. Baumwolle in Zentralasien. Die Aubäufläche der Baumwolle in Zentralasien hat in diesem Jahre im Durchschnitt nur sehr wenig zugenommen, nämlich nur 2%. und zwar in Ferghana (3,65%), Samarkand,' Transkaspien und Buchara (io° ), abgenommen dagegen in Syr Darja und Chiwa (20%). Im Ver- gleich zum Vorjahre betragen die Flächen in: 1915 I9if> Deßjatinen Defljatineri Ferghana 336 525 348 469 Syr JJarja 73 995 6 4 635 Samarkand 55 573 60305 Transkaspien 57 465 6o Chiwa 44 553 35 ''!-' Buchara 101 280 rn 408 Zusammen . . 6693^1 680821 Schwierigkeiten machte die Arbeiterfrage, soweit die B< »itzer aul wanderte Arbeiter angewiesen sind: in Transkaspien sind die Arbeiterverhältnisse befriedigend. Dagegen stiegen die Arbeitslöhne allgemein, in einigen Gebi< übersteigen sie 120 bis 150",, der vorjährigen Besondere hoch isi dei Tageslohn (bei eigener Beköstigung) in den Kreisen Taschkent (2 Rubel 7:^ Kop.), Katta Kurzan (2 Rubel 50 Kop.), Andishan (2 Rubel 38 Kop.) und Skobelew (2 Rubel 20 Kop.). d. h. in den Kreisen, in denen sich der Mangel eines Angeb Arbeitern fühlbar macht. 4 8 - Baumwolle in Korea, tri den fünf Jahren 1911 — 1915 ist die mit Baumwolle bestandene Fläche Koreas von 48 000 auf 65 000 ha gestiegen, ferner wird die einheimische kurzstapelige Sorte immer mehr durch amerikanische hoch- wertigere Baumwolle verdrängt. Außerdem hat der Ertrag infolgedessen auch quantativ bedeutend mehr zugenommen als der angebauten Fläche entspricht: wahrend letztere in den fünf Jahren nur um die Hälfte gestiegen ist, hat der Ertrag sich verdoppelt. Die Ernte betrug nämlich (1 Kin = 0,6 kgl aus einheimischer Saat aus amerikanischer Saat zusammen 191 1 19969 119 Kin 2 737 050 Kin 22 706 169 Kin 1915 16 338 150 „ 28668371 „ 45006521 ., Nach diesen Zahlen hat sich also in den fünf Jahren die einheimische Baum- wolle- auch absolut vermindert, die amerikanische dagegen um das Zehnfache ver- mehrt. In diesem Jahre erwartet man sogar schon 45 Mill. Kin (27 000 t) ameri- kanische Baumwolle, und die Pflanzer sehen eine weitere, sehr beträchtliche Steigerung innerhalb des nächsten Jahres voraus. Baumwollernten der britischen Kolonien. Das erste Kriegs- jahr hat, abgesehen von Indien, die Baumwollernten der meisten britischen Kolonien ungünstig beeinflußt. Sie betrugen in 1000 Tonnen für: 1914 1915 1914 1915 Uganda 6292 4517 St. Vincent . . . . 192 171 Nigerien -563 1223 Grenada 162 168 Nyassa 1 1 44 1456 Barbados 103 141 Südafrikan. Union 279 ') — Antigua 75 [0 Nord-Rhodesia . . 103 57 Jamaika 15 19 Ostafrikan. Protektor. 16 45 Bahamas 10 Goldküste .... n 6 St. Lucia 3 2 Cypern 476 317 Queensland .... 2 3 Malta 8? 1 ) 83 2 ) Fidji 2 2 Ceylon 10 i Die Bemühungen Englands, sich von den Vereinigten Staaten in bezug auf die Baumwollversorgung unabhängig zu machen, haben demnach während des Krieges I>h auf Indien keinerlei Fortschritte aufzuweisen. F ö r d e r u n g <1 e s B a u m w oll bau es in Süda fr i ka. Englands drohende Baumwollnot hat auch in Südafrika Bestrebungen zur Förderung des Baumwollbaues hervorgerufen. In Johannesburg hat sich ein Baumwollkomitee gebildet, das zunä< hst aus den Südstaaten Nordamerikas Neger in großer Zahl nach Südafrika bringen will, um die Eingeborenen im Baumwollanbau zu unter- richten und zu unterstützen. \ c r su c hss tal i <> n t" ü r B a u m w olle in B r as i li e n. Im brasiliani- schen Staate Minas Geraes wird von der Regierung eine große landwirtschaftliche Versuchsstation errichtet, die sich besonders mit Baumwollbau befassen soll. Jap a n s V erb r a u c h a n i n d i s c li er B a u m w I i e. Bisher vei - brauchte Japan jährlich etwa 1 200000 Ballen indischer Baumwolle, infolge der starken Vergrößerung der Spinnereien stieg er bereits auf 1 700 000 Ballen und man rechnet für später mit einem Bedarf von 3 Mill. Ballen. Da dieser aber wohl 191 1 . h 1915 [6 — 49 — kaum von Indien befriedigt werden kann, so wird Japan auf die bessere amerikanische Baumwolle zurückgreifen müssen und dadurch die für Europa, besonders für Manchester zur Verfügung stehenden Mengen Rohbaumwolle noch mehr beschränken. Der Baum wollbedarf Großbritanniens Im Jahre 1915 16 hat England 1 518875 Ballen Baumwolle weniger eingeführt als im Jahre vorher, und zwar entfallen hiervon 1 350 436 Ballen auf Nordamerika. Demgegenüber war der Verbrauch von 81 053 Ballen größer als im Vorjahr und betrug etwas über 40 Mill. £ mehr. Während die Bestände der Spinnereien um nur 26 000 Ballen gegenüber dem Vorjahr abgenommen haben, sind die Vorräte in den Häfen auf weniger als die Hälfte zusammengeschrumpft Englands Bestrebungen, den Baumwollbau Indiens zu heben. Die Zunahme des Verbrauches amerikanischer Baumwolle in den Vereinigten Staaten, die im Jahre 1915/16 etwa i l / 4 Mill. Ballen gegenüber dem Vorjahre betrug, in Verbindung mit dem Stehenbleiben des Anbaues daselbst, wird zu einer immer drohenderen Gefahr für Europa. Die Erkenntnis und die hauptsächlich mit der schlechten Baumwollernte Amerikas zusammenhängende gewaltige Preissteigerung der Rohbaumwolle haben die Baumwollspinner in Lancashire veranlaßt, in den letzten Monaten zahlreiche Versammlungen abzu- halten, in denen die Mittel und Wege besprochen wurden, sich möglichst von Amerika in bezug auf die Baumwollversorgung unabhängig zu machen. Neben Ägypten, das aber nur für die Makospinnerei in Betracht kommt, wurde haupt- sächlich auf die Ausdehnungsmöglichkeiten des Baumwollbaues in Indien hin- gewiesen, und namentlich trat Professor Todd aus Nottingham in einer Ver- sammlung der Interessenten in Manchester dafür ein, alles aufzubieten, um diese Kultur in Indien zu heben, wozu freilich bedeutende Mittel seitens der Regierung zur Verfügung gestellt werden müßten. Die British Cotton Growing Association, die sich schon im Jahre 1911 erboten hatte, mit einem Kapital von 20000 £ in allen bedeuienden indischen Baumwollgebieten Einkaufszcntralcn zu errichten, um die Qualität der indischen Baumwolle zu verbessern, welcher Vorschlag aber seitens der indischen Regierung abgelehnt wurde, hat jetzt die Verhandlungen mit angeblich günstigen Aussichten wieder aufgenommen. Auch für Deutsehland wird die Frage der zukünftigen Baumwollversorgung von allen Fragen des Roh- stoffbezuges die wichtigste und am schwersten zu lösende sein, und es dürfte jetzt für die Interessenten die Zeit gekommen sein, sich zu rüsten, um soforl nach Beendigung des Krieges Maßnahmen allergrößten Stiles zur Förderung des Baumwollbaus in den deutschen Kolonien und in befreundeten Ländern zu treffen. Kampf der irischenFlachsspinnermitdenFlachsbauern. Trotz aller Bemühungen gelingt es der Regierung nicht, die Meinui hieden- heiten. die zwischen den Flacbsbauern und den FlachsveraVbeitern bestehen, aus- zugleichen. Erstere fordern nämlich solche hohe Preise, daß die Spinner glauben, >ich zu ruinieren, wenn sie darauf weiter eingehen AI ie die Forderun bewilligten, taten sie es in der Voraussetzung, auch die daraus hergestel Garne und Gewebe entsprechend teurer verkaufen zu können; da dies naht möglich war, haben sie erhebliche Verluste gehabt. Sie haben nun, um ihre Betriebe nicht schließen zu müssen, minderwerti aber nur ungefähr halb teuren russischen Flachs gekauft. Tropenptlanzei 1917, Heft 1, 4 1914 1915 Zentner Zentner Roher Hanf . . . . 4595 7392 Geflochtener Hanf . 1561 2159 — 50 — Flachs und Hanf in Frankreich. Im Jahre 1916 wurden nach der Schätzung des französischen Landwirtschaftsministeriums 5340 ha mit Flachs und 8109 ha mit Hanf behaut. Das Flachs-Anbaugebiet liegt im wesentlichen im Norden, Nordwesten und Westen, davon 1838 ha in den teilweise von den Deutschen besetzten Departements, weitere 1925 ha im Nordwesten, 885 im Westen, 507 im Südwesten, 178 im Süden. Im Jahre 1914 wurden noch 18 661 ha mit Flachs bebaut und die Samenernte ergab 8543 t oder per ha 4,95 Quintais (dz). Das Hanf-Anbaugebiet konzentriert sich auf den Nordwesten mit 5775 ha und den Westen mit 1800 ha, 219 ha liegen im Osten. 143 im Süden und nur 11 ha in den von den Deutschen besetzten Landesteilcn. Im Jahre 1914 wurden noch 12 519 ha mit Hanf bebaut, und die Hanfsamenernte ergab 6910 t oder per ha 5.64 Quintais. Hanfausfuhr Italiens nach der Schweiz. Infolge des Ab- schlusses Deutschlands und Österreichs von Italien durch den Krieg ist die Hanf- ausfuhr Italiens nach der Schweiz außerordentlich gestiegen, indem offenbar dieses Land die Überführung der Waren nach den verschlossenen Gebieten vermittelt. Die italienische Ausfuhr nach der Schweiz betrug in den ersten acht Monaten: 1916 Zentner 9030 4252 Deutsche Nesselernte. Die Nesselernte in Deutschland hat in diesem Jahre schon ein verhältnismäßig befriedigendes Ergebnis gehabt. In den in ver- schiedenen Teilen Deutschlands gelegenen Lagerräumen derNesselfaserverwertungs- gesellschaft m. b. H., Berlin, sind nämlich bisher schon 1650 Tonnen trockener Nesselstengel angeliefert; außerdem befinden sich noch größere Mengen bei den Vertrauensmännern, die noch nicht angefordert wurden. Da die Gesellschaft erst im Juli des Jahres gegründet wurde, kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein, wenngleich die dadurch bestenfalls erzielte Fasermenge natürlich praktisch nicht sehr ins Gewicht fallt. Immerhin ist der Anfang gemacht, und es ist nicht aus- geschlossen, daß das Nesselsammeln auch in Friedenszeiten der ärmeren Be- völkerung des Landes und kleiner Städte die Quelle eines Nebenverdienstes werden kann. Die Hauptfrage ist freilich die, zu welchen Friedenspreisen die Nesselfaser von der Textilindustrie aufgenommen wird. J u t e b e d a r f w ä h rend des K r i e g e s. Der Vorstand der I Putschen Jute-Spinnerei und -Weberei in Hamburg, Direktor Trapp, gibt den gesamten Bedarf an Jute für das Kriegsjahr 1916/17 auf mehr als 9 Millionen Ballen an, dem nach der Ernteschätzung nur eine Erzeugung von 8,3 Millionen Ballen gegenübersteht Die Aktien der Jutefabriken sind infolge des vermehrten Ver- brauches und der hohen Preise gewaltig gestiegen, da die Betriebe Riesen gewinne gemacht haben. Es haben in Indien bedeutende Betriebserweiterungen Stattgefunden, doch stehen ihnen die Schwierigkeit der Maschinenbeschaliüng und der Arbeitermangel vielfach im Wege. Indische J u t e e rn 1 e. Nach der Schlußschätzung der britisch-indischen Juteernte ist die in Bihar, Orissa und Assam mit fute bestandene Flache un- gefähr 13%, der Ernteertrag etwa u",, größer als im Jahre 1915. Faser aus Torf. Dem schwedischen Ingenieur Fegränus soll es gelungen sein, aus Torf eine verspinnbare Faser zu gewinnen, die sich — 5i — besonders zur Herstellung grober Winterkleidung eignen dürfte. Prakti- sche Versuche werden seit längerer Zeit mit gutem Erfolg angestellt. Ersatz faser aus Rohrkolben. Nachdem Versuche erwiesen haben, daß es möglich ist, aus dem Rohrkolben (Kolbenschilf) eine zur Streckung von Flachs, Jute, Hanf, Baumwolle und Wolle geeignete Faser zu gewinnen, wird auf- gefordert, dies Gewächs zu schneiden und gegen angemessene Entschädigung der Studiengesellschaft (Berlin W, Ahornstr. 2) zur Verfügung zu stellen. Rückgang der Schafzucht in Frankreich. Schon im ersten Kriegsjahre hat die Schafzucht Frankreichs einen bedeutenden Rückgang auf- zuweisen. Die Zahl der Schafe ist von rund 13 '/a Millionen Köpfen am 1. Juli 1915 auf rund 12 Millionen gesunken. Die Vertretungen des Wollhandels und der Wollindustrie fordern daher, daß die Regierung energische Schritte unter- nehme, um einem weiteren Zusammenbruch der nationalen Wollzucht und des Wollhandels Einhalt zu tun. Vernichtung der Wälder durch die Papierindustrie. Wie die „Diana" mitteilt, erfordert der Weltbedarf an Papier jährlich drei Milliarden Kilogramm Holz, nämlich i l 2 Milliarde für die Zeitungen, l / 2 Milliarde für Bücher und 1 Milliarde für sonstige Papiere. Es müssen hierfür 100 Milliarden Kubikfuß Holz gefällt werden, während nur 35 bis 40 Milliarden nachwachsen. Falls diese Rechnung stimmt, deren Richtigkeit wir nicht nachkontrollieren können, so würde also eine langsame Vernichtung des Waldreichtums der Welt anzuehmen sein. Wir möchten aber annehmen, daß die Rechnung in bezug auf das Nachwachsen sich auf das langsame Wachstum in der gemäßigten Zone gründet, daß aber ganz andere Zahlen zugrunde zu legen sind, falls man auch die tropischen Wälder mit berücksichtigt. Ausnutzung der Wälder Nordsibiriens. Die neuen Eisenbahn- pläne, nach welchen der Ob und der Jenissei über den nördlichen Ural mit dem Weißen Meere oder der Murmanküste verbunden werden sollen — besonders die Linie Ob— Kottes — Soroka kommt nach einem Plan des Gouverneurs von Wologda ernstlich in Betracht — •, dürften nach ihrar Vollendung vor allem die Ausnutzung der ungeheueren Waldungen Nordsibiriens sehr fördern. Holzschwellen aus Brasilien. In Rio Grande do Sul ist eine nord- amerikanische Gesellschaft mit Holzfällarbeiten zur Beschaffung von Eisenbahn- schwellen für die Verbandsländer beschäftigt. Rosen- und Ebenholz in Siam. Außer Teakholz werden in Siam auch Rosen- und Ebenholz ausgeführt; beide Hölzer werden von umherziehenden Agenten chinesischer Handelshäuser in Bangkok in den Dörfern zusammengekauft und mit Boot oder Eisenbahn nach der Hauptstadt gebracht. In Bangkok kosten 100 Pikol (rund 6 Tonnen) Rosenholz 22 £ 10 sh bis 37 £ 10 sh, Ebenholz etwa 22 £ 10 sh. Das Holz gelangt in Stämmen von 12—24 inches Umfang und 80 bis 120 inches Länge zur Anlieferung, Rosenholz mehr aus den Wählern des Nordostens und Ostens von Bangkok. Ebenholz wird mehr im Westen in den Distrikten Kanburi und Petschaburi sowie weiter südwärts auf der Halbinsel gefunden. Künstliche Färbung des Holzes lebender Bäume. Kürz- lich hat Dr. Kleinstück erfolgreiche Versuche angestellt, das Holz lebender Bäume zu färben oder für nachträgliche Färbung vorzubereiten. Er durchbohrte den Stamm, schloß das eine Ende des Bohrkanals durch einen Kork und führte 4* — 52 — die Farbflüssigkeit am anderen Ende ein; bei größeren Bäumen bedurfte es eines ganzen Systems von Bohrungen. Auf diese Weise führte er z. B. wasser- lösliche und lichtechte Anilinfarbstoffe ein; so erhielt er durch Malachitgrün und Methylenblau bei Birken gleichmäßige und einheitliche Holzfärbungen, durch Eosin dagegen nur rotgeädertes Holz. Die Färbung des Lignins des Hol/.es gelang durch Einführung von salzsaurem Anilin und Paraphenylendiamin. bei ersterem in einprozentiger Lösung wurde die Birke schon in einer Nacht durch und durch gefärbt, und nach einigen Tagen ähnelten auch die Blätter in der Färbung einer Blutbuche. Eine Kiefer nahm in zwei Tagen nicht weniger als ungefähr 10 Liter Salzlösung auf. Auch gelang es, Stoffe, wie Tannin, einzuführen, die bei der später erfolgenden Bearbeitung des geschnittenen Holzes einen bestimmten Farben- ton hervorriefen. Die Vereinigten Staaten als Holzlieferanten. Die Ameri- kaner erwarten von dem auf eine Milliarde Dollar geschätzten Holzbedarf Europas im ersten Jahre nach dem Kriege den größten Anteil liefern zu sollen. Schon vor dem Kriege war die Holzausfuhr Nordamerikas überaus bedeutend, sie betrug im Jahre 1913 nicht weniger als 165 Mill. Dollar, wovon 115 Mill. auf die Vereinigten Staaten. 50 Mill. auf Kanada fielen. Europas Länder führten in dem gleichen Jahre freilich für 392 Mill. Dollar Holz aus, nämlich Kußland 88, Schweden 84, Österreich-Ungarn 68, Finnland 47, Norwegen 24 und Rumänien 5 Mill. Dollar. Aber es wird angenommen, daß Rußland nach dem Kriege sein Holz selbst gebrauchen werde, während Norwegen und Deutschland (wohl Öster- reich-Ungarn gemeint. Red.) schon vor dem Kriege mehr Holz geschlagen hätten, als sie hätten tun dürfen. Schweden und Finnland kämen zwar als Wettbewerber in Betracht, litten aber unter der von Oktober bis Mai dauernden Eissperre. In- folgedessen hätte Amerika große Möglichkeiten zur Deckung des riesigen europäischen Holzmarktes, besonders der Holzlieferungen für I lauzwecke, Pflaster. Schwellen sowie auch für Möbel. Holzwolle als Packpapier. Da die gegenwärtig in etwa 250 Fa- briken hergestellte Holzwolle unter Überproduktion leidet, versucht man jetzt. sie außer als I'ackmaterial auch sonst zu verwenden. So macht man aus ihr ge- walzte Bahnen, die wie Packpapier verwendet werden, oder mit Garn durchsteppt und gesäumt zu Flaschenhülsen, Paketumhüllungen, Einlegesohlen und Fußmatten verarbeitet werden. Auch Verpackungsseile und Schnüre werden daraus hergestellt. Zellstoff ale Ersatz für Leinsarne n m ehl. Bei dem Mangel an Leinsamenmehl wird vorgeschlagen, bei Umschlägen anstatt dessen Zellstoffwatte zu nehmen. \va> sich in einem Etappenlazarett bei Gasphlegmonen gut bewährt hat. Die Zellstoffkissen werden in heißem Wasser oder strömendem Dampf ge- wannt, ausgerungen und aufgelegt; sie sind unbegrenzt haltbar, sind sauberer wie die mit Leinsamenmehl und werden nicht sauer; außerdem werden sie aus heimischem Stoff h ilt. während die Leinsaat fast sämtlich eingeführt wird. B eri < hi i g u ng ; Wie uns von befreundet! r S< ite mitgeteilt wird, ist dem Verfasser des Beiheftes: Syrien als Wirtschaftsgebiet auf S. 529 ein Irrtum Unter- gelaufen, indem er die Kaiserswerther Schwestern als deutsch-kafhqlisch be- zeichnet; »ie gehören vielmehr der ältesten und größten evangelischen Schwestern« •1 Deutschlands an. dem Evangelischen Diakonissenbaus m Kaiserswerth am Rhein. D3 jJ HE13Gg3| Neue Literatur. |l^ gg3k Belgisch -Kongo. Geschichtliche, geographische und Volks- wirt s c ha ft 1 i c li e Studien. Von Dr. J. W i e s e. 8°, 108 Seiten. Mit einer Übersichtskarte. Berlin 1916. E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuch- druckerei. Preis 2.75 M. Der Verfasser beabsichtigt, wie er im Vorwort mitteilt, die geschichtliche Entwicklung und das geographisch -wirtschaftliche Verhältnis der Kongokolonie auf Grund der einschlägigen Literatur in zusammenfassender und übersichtlicher Darstellung weitern Kreisen derart zu schildern, daß diese ein im allgemeinen zutreffendes Bild der Kongokolonie erhalten. Es wurde deshalb im allgemeinen vermieden, zu den mancherlei Fragen kritisch Stellung zu nehmen. Was den ersten, geschichtliche Verhältnisse schildernden Teil der Schrift betrifft. so ist diese Absicht dem Verfasser ganz gut gelungen. Der zweite, geo- graphisch-wirtschaftliche Teil läßt dagegen die innere Durcharbeitung vermissen. Die. einzelnen Kapitel behandeln den Stoff zu fragmentarisch und ungleichmäßig, besonders gilt dies für das Kapitel über Gebirge. Klima. Fauna* Flora, aus dem man, da es noch keine sechs Seiten umfaßt, überhaupt kein Bild der Verhältnisse gewinnen kann. Auch die Schilderungen des Kongostromes und der Bewohner des Kongogebietes lassen die nötige Scheidung von Wesentlichem und Unwesent- lichem vermissen. Instruktiver sind dagegen die Abschnitte über die Organisation und Verfassung, die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Eisenbahnen im bel- gischen Kongo. Die Schrift ist als erste Einführung in dieses vielleicht bald aktuell werdende Gebiet immerhin nützlich. Eine eingehendere und weit gründ- lichere Behandlung des Stoffes gibt das im Jahre 1914 erschienene Beiheft 4/5 zum Tropenpflanzer, „Die Erschließung des belgischen Kongo", von Dr. H. Büchel. das den Stoff, freilich nur ein begrenztes Gebiet daraus, aus eigener Anschauung, nicht nur nach der Literatur, behandelt. Deutsches Baumwoll-Hand b u c h. Jährliches Merk- und Nachschlage- buch für die Interessenten des Baumwollhandels und der Industrie. Nach amt- • liehen und den zuverlässigsten privaten Quellen bearbeitet und herausgegeben von R. C. Stempel. Bremen. Baumwollbörse 423 (Selbstverlag). 8°, 240 Seiten. ' Okt. 191 6. Preis M. 4.80. Das im 3. Jahrgang vorliegende Handbuch zeigt den Einfluß der Kriegszeil nur in der Wiedergabe der noch immer unveränderten Bremer Tabellen. Im übrigen zeichnet es sich sogar durch einige Erweiterungen aus. darunter eine. Statistik der amerikanischen Baumwollernten seit 1790, eine Gegenüberstellung ■der amerikanischen Ernten mit und ohne Unters, in Tausenden und .s<»> lbs. Ballen. Wer sich schnell über Preise, Hanäelsusanzen, Statistiken aller Art orien» tieren will, dem wird das Büchlein ein guter und gewissenhafter Ratgeber sein Besonders ausführlich sind die amerikanischen Handel- und Ernte-Statistiken für Baumwolle, aber auch die für Ost-Indien und Ägypten sind ausführlich gel dagegen fehlen solche über Zentralasien, Peru, Brasilien sowie Ostasien, und auch der levantinischen Baumwolle ist nur eine die Höhe der Ernte gebende Seite — 54 — gewidmet. Hier ist also noch für spätere Auflagen die Möglichkeit weiterer Aus- gestaltung gegeben, soweit amtliche oder einigermaßen zuverlässige private Nach- richten zu erhalten sind. Bei deutschen Brüdern im Urwald Brasiliens. Eine Kundfahrt von Karl Grube. 8°, 107 Seiten. Leipzig 1916. Dieterichsche Verlagsbuch- handlung Theodor Weicher. Preis geh. M. 2, geb. M. 3. Dieses flottgeschriebene Büchlein schildert in 23 kurzen Abschnitten eine Krühlingsfahrt nach den deutschen Kolonien in Parana, Sta. Catharina und Rio Grande do Sul, rein feuilletonistisch und in leichter, hin und wieder durch kleine Gedichte gewürzter Sprache. Die durchgehende Idee ist die Genug- tuung, im brasilianischen Urwald ein so kräftiges Germanentum aufsprießen zu sehen, das sich im Gegensatz zu ,.Dollarika", wo es schnell seine Eigenart verliert und zu ..Yankee-Guano'' herabsinkt, rein undunvermischt und an deutscher Kultur und Sprache festhaltend erhält. Er ist fest davon überzeugt, daß die schnell zunehmende, jetzt bereits 500000 Köpfe zählende deutsch-brasilische Bevölkerung dazu berufen ist, in ihrer süd-brasilischen neuen Heimat dermaleinst eine bedeutende Rolle zu spielen, zumal sie auch die übrigen dort lebenden Germanen, Skandinavier. Holländer und Schweizer, kraft ihrer Geschlossenheit zu sich herüber zieht. Er ist auch begeistert von dem schönen Lande, besonders von Blumenau, mit seinem gesunden Klima, rät dagegen dringend von der Einwanderung nach dem unge- sunden tropischen Teile Brasiliens ab. Aber dennoch ist er nicht dafür, daß viele Deutsche in die südlichen subtropischen Staaten Brasiliens auswandern: „Das deutsche Kapital soll auswandern in erster Linie. Es soll nur Pioniere hinaus- senden, die mit dem Rüstzeug höherer technischer und kaufmännischer Bildung den andern Rassen Kultur bringen. Eine Kerntruppe ist in Brasilien vorhanden. Die natürliche Vermehrung ist erstaunlich. Nur Intelligenz kann man brauchen, Kapital und Technik, Industrie und Bankwesen. Der deutsche Bauer im brasi- lianischen Ur*'ald wird das Rennen nicht machen. Darum bleibt nur daheim, dort seid ihr wichtiger." Preiskataloge, Prospekte, Anerkennungsschreiben, Kostenanschläge, Bestellformulare und Tele- graphenschlüssel auf Wunsch zur Verfügung. Carl Bödiker & Co. Kommanditgesellschaft :: auf Aktien :: Hamburg, Königsberg, Rotter- dam, Hongkong, Caiiion,Tsi giau, Wladiwostok, Blagow' sch- tschensk. Charb n, Swak"ptnund, Lfideritzbucht, Kanin 1>, Wind huk, Keetmanshoop. Brüssel, Blankenberalie, Brügge, Coriciuarck, Icliteghem, Ostende. Proviant, Getränke aller Art,Zigarren, Zigaretten, Tabak usw. unverzollt MI unsirn freihatenläurrn, ferner ganze Messe-Ausrüstungen, Konfektion, Maschinen, Mobiliar, Utensilien sowie sämtliche Be- darfsartikel für Reisende, An- siedler und Farmer. 1 Allmonatlich erscheinen „Kriegsmitteilungen des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees". Bisher sind die Nummern 1 bis 10 erschienen. Kostenlos zu beziehen durch den Verlag des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees, Berlin NW 7, Pariser Platz 7. HANDELSBANK FÜR OST- AFRIKA Berlin SU/11, Dessauer Straße 28/29 Zweigniederlassung in Tanga (Deutsch -Ostafrika) Wirkungskreis der Bank: Deutsch -Ostafrika insbesondere das Hinterland von Tanga, Pangani und das Kiümandjaro- Gebiet Konto-Korrent- und Deposiienverkehr, Kreditbriefe, Akkreditierungen, brief- liche und telegranhische Überweisungen, Einziehung von Wechseln und Dokumenten. Besorgung aller sonstigen Bankgeschäfte. Deutsch-Ostafrikanische Bank Berlin SW. 11, Dessauer Str. 28/29 Notenbank für De utsc h - Ost af r i ka Die Bank vermittelt durch ihre Zweigniederlassung in Daressalam alle einschlägigen Geschäfte mit Deutsch -Ostafrika und hält ihre Dienste besonders empfohlen für: briefl che und telegraphische Auszahlungen, Ausstellung von Kreditbriefen, Schecks etc., Einziehung von Wechseln und Verschifiung«papleren, An- und Verkajf von Wechseln und Wertpapieren, Gewährunj? von gedeckien Krediien, Annahme offener und geschlossener Depots und alle sonstigen Bankgeschäfte. Verantwortlich für den wissenschaftlichen Teil des „Tropenpflanzer" Prof. Dr. (). Warburg, Berlin. Verantwortlich für den Inseratenteil: Paul Fuchs, Berlin-Lirhtcrfelde. Verlag und Eigentum des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, Berlin, Pariser Platz 7. Gedruckt und in Vertrieb bei E.S.Mittler & Sohn in Berlin SW68, Kochstr. 68-71. Im Verlage des Kolonial Cüirtsctiaftllchen Komitees Berlin NW, Pariser Platz 7 erscheinen fortlaufend: Der Tropenpflanzer, Zeitschrift für tropische Landwirtschaft mit wissenschaft- lichen und praktischen Beiheften, monatlich. 1917. XX. Jahrgang. Preis M. 12,— pro Jahr für Deutschland, Österreich -Ungarn und die deutschen Kolonien, M. 15,— für das Ausland. Berichte über Deutsch koloniale Baumwoll-Unternehmungen: Baumwoll-Expedition nach Togo 1900. (Vergriffen.) Deutsch-koloniale Baumwoll-Unternehmungen. Bericht I— XVII, Karl Supf. Verhandlungen des Vorstandes des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees. Verhandlungen der Baumwollbau-Kommission. Verhandlungen der Kolonial-Technischen Kommission. Verhandlungen der Kautschuk- Kommission. Verhandlungen der Ölrohstoff- Kommission. Sonstige Veröffentlichungen des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees: Wirtschafts-Atlas der Deutschen Kolonien. Zweite, verb. Aufl. Preis M. 5, — Kunene-Zambesi-Expedition, H. Baum. Preis M. 7,50. Samoa- Erkundung, üeh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wohltmann. Preis M. 2,25. Fischfluß- Expedition, Ingenieur Alexander Kuhn. Preis M. 2, — . Wirtschaftliche Eisenbahn-Erkundungen im mittleren und nördlichen Deutsch-Ostafrika, Paul Fuchs. Preis M. 4,—. . Die Wirtschaftliche Erkundung einer ostafrikanischen Südbahn, Paul Fuchs. Preis M. 3, — . Die Baumwollfrage, ein weltwirtschaftliches Problem, Prof. Dr. Helfferich, Wirkl. Legationsrat a. D. Preis M. 1,—. Die wirtschaftliche Bedeutung der Baumwolle auf dem Weltmarkte, Eberhard von Schkopp. Preis M. 1,50. Die Baumwolle in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M. 1,50. Die Baumwolle in Ägypten und im englisch-ägyptischen Sudan, Moritz Schanz. Preis M. 5, — . Die Baumwolle in Ostindien, Moritz Schanz. Preis M. 3,—. Die Baumwolle in Russisch-Asien, Moritz Schanz. Preis M. 4,—. Baumwoll-Anbau, -Handel und -Industrie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Moritz Schanz. Preis M. 3,—. Plantagenkulturen auf Samoa, Prof. Dr. PreulL Preis M. 1,50. Deutsche Kolonial-Baumwolle, Berichte 1900— 1908, Karl Supf. Preis M. 4,—. Unsere Kolonialwirtschaft in ihrer Bedeutung für Industrie, Handel und Landwirtschaft. Preis M. 2,—. Aussichten für den Bergbau in den deutschen Kolonien. Eine Aufforderung an deutsche Prospektoren zur Betätigung in tinsern Kolonien. Preis 75 PL Die Ölpalme. Ein Beitrag zu ihrer Kultur. Im Auftrage des Kolonial- \\. irtschaftlichen Komitees verfaßl von Dr. Soskin. Preis M. 2, — . Koloniale Produkte, Erläuterungen zu der Schulsammlung. Preis 75 Pf. Anleitung für die Baumwollkultur in den Deutschen Kolonien, Prof. Dr. Zimmermann. Preis M. 2, — . Auszug aus der Anleitung für die Baumwollkultur, Deutsch-Ostafrika, Prof. Dr. Zimmermann. Preis M. 1, — . Die Guttapercha- und Kautschuk-Expedition des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees nach Kaiser Wilhclinsland 1907-1909, Dr. R. Schlechter. Preis M. 5,-. Wirtschaftliches über Togo, John Booth. Preis M. 2, — . Der Faserbau in Holländisch-Indien und auf den Philippinen, Dr. W. F. Brück. Preis M. 5, — . Praktische Anleitung zur Kultur der Sisalagave in Deutsch -Ostafrika, Prof. Dr. W. F. Brück. Preis M I,— . Kriegskonterbande ind überseeische Rohstoffe, Dr. Fr. Benj. Schaeffer. Preis mit VC'eltrolistoflkrirten M. 4,50, ohne Karten M. 3,50. Die Welterzeugung von Lebensmitteln und Rohsioffen und die Versorgung Deutschlands in der Vergangenheit undZukunft, Dr. A. Schulte im Hofe. Preis M 3, . Kann uns Mesopotamien eigene Kolonien ersetzen?, Emil Zimmermann. Preis 40 Pf. Sämtlich zu beziehen durch dje Geschäftsstelle des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, Berlin NW, Pariser Platz 7. Organisation und ülitgliedschaft des Kolonial »Wirtschaftlichen Komitees. X" Verbindung mit dem Reichs-Kolonialamt, dem Keicbsamt des Xnnern und dem Ministerium für ftandel und Gewerbe fördert das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee die Kolonialwirtscbaft und damit die heimische "Volkswirtschaft. Die Qnternebmungen des Komitees erstreben insbesondere: i. Die Deckung des Bedarfs Deutschlands an kolonialen Rohstoffen und Produkten aus den eigenen Kolonien zur Schaffung einer breiteren und gesicherteren Grundlage für den heimischen Gewerbefleiss. 2. Die 6ntwichlung unserer Kolonien als neue sichere Hbsatzgcbietc für den deutschen handcl und die deutsche Industrie und im Zu- sammenhange damit die einführung neuer Maschinenindustrie- zweige, z. ß. für die tropische Landwirtschaft, in Deutschland. 3. Den Husbau des Verkehrs mit und in den Kolonien, insbesondere eines kolonialen Eisenbahnnetzes, sowie die Schaffung einer ratio- nellen Wasserwirtschaft in den Kolonien. 4. eine deutsche Siedlung in den Kolonien. Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee ist am 18. ^uni 1896 begründet und besitzt die Rechte einer juristischen person. Das Kolonial -Wirtschaftliche Komitee unterhält eine Zentralstelle in Berlin und eine Bauptstelle und technische Stellen in Deut6ch-Ostafrika. ■pur das Baumwollversucbswescn besteht seit 1906 die „Baumwollbau- Kommission", für kolonial-technische ■fragen seit 1910 die „Kolomal- Cecbniscbe Kommission 4 ', zur förderung der Kautschuk- und Gutta pereba-produktion in den Kolonien seit 1911 die „Kautschuk-Kommission", zur Förderung der Ölrohstoffproduktion seit 1913 die „Olrohstoff- Kommission" und zur Klärung der Kriegskonterbandefragen eeit 1914 die „Deutsche Kommission für Kriegskonterbande". Die Unternehmungen des Komitees werden durch die Rcichsregierung, durch die der Deutschen Kolonialgesellscbaft zur "Verfügung stehenden Mittel, durch Randeiskammern, Städte, Banken, kaufmännische und industrielle Körperschaften und Vereine, Missionen, koloniale Gesell- schaften und Institute tatkräftig gefördert. Die Mitgliedschaft des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees, Berlin [NW, pariser platz 7 (Mindestbeitrag M >5>~ P ro l*hr), berechtigt a) zu Sitz und Stimme in der Mitgliederversammlung; b) zum Bezug der Zeitschrift „Der Cropenpflanzer" mit wissenschaftlichen und prak- tischen Beiheften; c) zum Bezug der „Verhandlungen des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees"; d) zum Bezug des „Wirtschafts-Htlas der Deutschen Kolonien" zum Vorzugspreise von M 4»5<>; e ) zum Bezug der Kolonialen Vorschriften; f) zur freien Benutzung des Kolonial- Wirtschaftlichen Hrchivs Geschäftsstelle des Kolonial« Wirtschaftlichen Komitees, Berlin flW, Pariser Platz 7. Faserseulnnunss-Maschlnen „NEU-CORONA" SSE; für Agaven, Aloe, Musa, Sanseviera u. andere faserhaltige Pflanzen. Ausstellung Allahabad (Brit. Indien) 1911: Goldene Medaille. Ausstellung Soerabaya (Niederländ. Indien) 1911: Diplom für ausgezeichnete Bauart, Leistung und Güte des Erzeugnisses. Vorquetscher, Biirstmascliinen, Faserschwingen. Ballenpressen. Zuckerrohr -Walzwerke. Kaffee-Schäl- u. Poliermaschinen. Maschinen und vollständige Einrichtungen zur Ölgewinnung Maschinen und vollständ. Anlagen zur Gewinnung von Rohgummi Krane- und Verlade- Einrichtungen Ölmühle für Kleinbetrieb FRIED. KRUPP AG. GRUSGNWERK MAGDEBURG- BUCKAU .j söhn, Königliche Hofbochdrnckerei, Berlin 20. Jahrgang. Nr. 2. Februar 1917. DER TROPENPFLANZER Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft. Organ des Kolonial -Wirtschaftlichen Komitees Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft. O. Warburg Berlin. Herausgegeben von F. Wohltmann Halle a. Saale. Inhaltsverzeichnis. Prof. Dr. O. Warburg, Was kann uns die türkische Land- wirtschaft in der Zukunft liefern? S. 55. E. Fickendey, Zur maschinellen Aufbereitung der Ölpalmen- früchte. S. 69. Koloniale Gesellschaften, S. 78: Casa Grande Zuckerplantagen- Aktiengesellschaft, Bremen. — Compania Rural Bremen, Aktien- gesellschaft in Bremen. Aktiengesellschaft für überseeische Bauunternehmungen. Aus deutschen Kolonien, S. 81 : Zustände in Südwestafrika. Kamerun und seine Zukunft. — Personalien. Aus fremden Produktionsgebieten, S. 85: Wollet zeugun^ Argentiniens. Die Baumwollsamenölindustrie im Ferghana- gebiet. -- Blattkrankheit des Hevea-Kautschukbaumes in Guyana Vermischtes, S. 87: Getreide -Welternte im Jahre 1916. Kolonialer Tabak in Holland. Speiseöl aus Buchein. Auszüge und Mitteilungen, S. 90. Neue Literatur, S. 101. Nachdruck und Übersetzung nur mit Quellenangabe gestartet. Erscheint monatlich. Bezugspreis für Deutschland, Österreich -Ungarn und die Deutschen Kolonien jährlich 15 Mark, für das Ausland 20 Mark einschließlich der „Wissenschaftlichen und praktischen Beihefte". Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" Berlin NW, Pariser Platz 7. Organisation und fllifgliedschaft des Kolonial • Wirtschaftlichen Komitees. In "Verbindung mit dem Rcichs-Kolonialamt, dem Reichsamt des Innern und dem Ministerium für handel und Gewerbe fördert das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee die Kolonialwirtschaft und damit die heimische "Volkswirtschaft. Die Unternehmungen des Komitees erstreben insbesondere: i. Die Deckung des Bedarfs Deutschlands an kolonialen Rohstoffen und Produkten aus den eigenen Kolonien zur Schaffung einer breiteren und gesicherteren Grundlage für den beimischen Gewerbefleiss. 2. Die Gntwicklung unserer Kolonien als neue sichere Hbsatzgebiete für den deutschen handel und die deutsche Industrie und im Zu- sammenhange damit die 6inführung neuer Maschinenindustrie- zweige, z. ß. für die tropische Landwirtschaft, in Deutschland. 3. Den Husbau des Verkehrs mit und in den Kolonien, insbesondere eines kolonialen Gisenbabnnetzes, sowie die Schaffung einer ratio- nellen Wasserwirtschaft in den Kolonien. 4. eine deutsche Siedlung in den Kolonien. Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee ist am 18. ^uni «896 begründet und besitzt die Rechte einer juristischen person. Das Kolonial - Wirtschaftliche Komitee unterhält eine Zentralstelle in Berlin und eine hauptstelle und technische Stellen in Deutsch-Ostafrika, für das Baumwollversuchswescn besteht seit 1906 die „Baumwollbau- Kommission", für kolonial-technische fragen seit 1910 die „Kolontal- Cecbnischc Kommission", zur förderung der Kautschuk- und Gutta- percha-produktion in den Kolonien seit 1911 die „Kautschuk-Kommission", zur förderung der Ölrohstoffproduktion seit 1913 die „Olrobstoff- Kommisaion" und zur Klärung der Kriegskonterbandefragen seit 1914 die „Deutliche Kommission für Kriegskonterbande". Die Unternehmungen des Komitees werden durch die Rcichsregierung, durch die der Deutschen Kolonialgesellscbaf t zur Verfügung stehenden Mittel, durch handelskammern, Städte, Banken, kaufmännische und industrielle Körperschaften und "Vereine, Missionen, koloniale Gesell- schaften und Institute tatkräftig gefördert. Du- Mitgliedschaft de» Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees, Berlin fSW, pariser platz 7 (Mindestbeitrag M 15, — pro 3*hr), berechtigt a) zu Sitz und stimme in der Mitgliederversammlung; b) zum Bezug der Zeitschrift „Der Cropenpflanzer" mit wissenschaftlichen und prak- tischen Heiheften; c) zum Bezug der „"Verhandlungen des Kolonial- Wirtschaftlichen Komitees"; d' zum Bezug des „Wirtscbafts-Htlas der Deutschen Kolonien" zum "Vorzugspreise von M 4tS°> c ) zum Bezug der Kolonialen Volksschriften; f) zur freien Benutzung des Kolonial UiirtBchaftlichen /irebivs Geschäftsstelle des Kolonial -Wirtschaft liehen Komitees, Berlin flW, Pariser Platz 7. TROPENPFLANZE m m ZEITSCHRIFT FÜR m m TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. 1 1 20. Jahrgang. L 1 i ■ Berlin, Februar 1917. | Nr. 2. | Was kann uns die türkische Landwirtschaft in der Zukunft liefern? Von Prof. Dr. O. War bürg. Vergleichen wir die Landwirtschaft der Türkei mit derjenigen Deutschlands oder Deutschlands unmittelbarer Nachbarländer, so erkennen wir unschwer eine sehr wesentliche Verschiedenheit. Deutschland bildet in landwirtschaftlicher Beziehung ein einiger- maßen einheitliches Gebiet; im Süden und Norden, im Osten und Westen Deutschlands findet man die gleichen Kulturpflanzen und Xntztiere; soweit Unterschiede bemerkbar sind, beziehen sie sich im wesentlichen nur auf die Menge des Anbaues. Im Südwesten Deutschlands blühen der ( »bstbau und die Kultur des Tabaks, aber < >bst und Tabak findet man auch in Norddeutschland; die Küsten gebiete der Xordsce eignen sich wegen des hervorragenden Gras- wuchses besonders für Viehzucht, der Osten wegen seiner weiten ebenen Flächen hauptsächlich für Getreide; aber Viehzucht und I Getreidebau findet man in allen Teilen Deutschlands. Nur wenige Gewächse, wie Mais als Körnerfrucht und Wein, sind infolge der Ansprüche, die sie an das Klima stellen, auf den Süden Deutsch lands beschränkt. Ähnlich wie Deutschland verhalten sich auch die skandinavi sehen Länder. Großbritannien, Holland und Belgien. In den süd liehen Nachbarländern Deutschlands, in Frankreich, in der Schweiz. und in Österreich, ändern sich die Verhältnisse insofern, als diese Staaten schon schmale Streifen des Mittelmeergebietes umfassen. Frankreich die Provence und die Riviera, die Schweiz einige nach Italien hineinragende- Täler und Seengebiete, Österreich die Küste Dalmatiens; sie können sich daher schon teilweise mit den Früchten und sonstigen Erzeugnissen des Südens auf eigener Scholle ver sorgen, wenngleich in unzureichendem Maße. Besser daran sind Tropenpflanzor 191 7, lieft 2. 5 schon die südeuropäischen Halbinseln, die pyrenäische, italienische und balkanische; namentlich ihre Südteile, vor allem Andalusien, Sizilien und Griechenland, sind imstande, in hervorragendem Maße die mehr mitteleuropäische Landwirtschaft des Nordens und Innern dieser Halbinseln zu ergänzen. Sind das doch gerade die Gegenden, die auch Mitteleuropa den größten Teil der sogenannten Südfrüchte, vor allem I drangen, Zitronen, Mandeln und Korinthen, liefern. Haben diese Länder also gewissermaßen zweierlei Landwirt schaft, eine gemäßigte und eine subtropische, so weist die Türkei . 800 000 ha 1 8 000 qkm beanspruchei dürften, Dii gen Hundert Tonnen Rohkautschuk, welch die „Deutschland* Amerika bi sollen unseren Kriegsbedarf füi ein halbes [ahr deckei köni Öl — auch öle und Preßkuchen Liefern ; wir glauben hierfür mindestens zwei Fünftel, also 1 1 ooo qkm, in Abzug bringen zu dürfen, namentlich wenn wir den entbehrlichen Export von Fertigprodukt« n in Rechnung stellen. Wir brauchen also für qkm Pflanzliche Nahrungs- und Genußmittel . 19 500 Futtermittel 35 500 Faserstoffe 17 OOO Zusammen also etwa rund . . . 70 OOO Dazu kommen dann noch die tierischen Produkte von rund 70 Millionen Schafen, 12 Millionen Rindern, • ^ Million Pferden und 30 Millionen Hühnern zur Lieferung von Fleisch, Wolle, Häuten. Fellen, Eiern sowie von Pferdehaaren, Borsten, Federn, Hörnern. Knochen, Därmen usw. Auch zur Lieferung der benötigten 180 OOO 1 tierischer Fette wird diese Zahl sicher ausreichen, wenn man be- rücksichtigt, daß allein die etwa 3 kg wiegenden Fettschwänze von 711 Millionen Schafen diese Menge geben. Wenn wir bedenken, daß Deutschland Ende 1912 20 Millionen Rinder, 22 Millionen Schweine, über 8 Millionen Schafe und Ziegen. 4 1 L > Millionen Pferde sowie fast 83 Millionen Stück Federvieh im eigenen Lande besaß, so ist es klar, daß die über dreimal größere Türkei sehr wohl in der Lage ist, ihren bisherigen kleinen Vieh stapel um die uns fehlende Menge zu vermehren, zumal gerade die klimatischen Verhältnisse sich vorzüglich für die Aufzucht von Schafen, Rindern, Pferden und Geflügel eignen. Aber auch die Vermehrung des landwirtschaftlich genützten \reals um 70 ooö qkm ist durchaus im Bereich der Möglichkeit, selbst wenn wir zur Ernährung von Mensch, und Vieh der die Neuland bearbeitenden Fläche noch 20 000 qkm hinzuzählen. Die so erforderten 90 OOO qkm stellen erst ein Viertel der bebauten Räche (ohne Wald) Deutschlands dar, ein Gebiet, so groß wie Bayern und Baden oder wie Ostpreußen, Westpreußen und I'. mern. Daß aber derartige Rächen in der Türkei zur Verfügung stehen, selbst ohne Berücksichtigung der erst durch kostspielige Bewässerungen zu erschließenden Flächen, kann kaum bezweifeil werden. Erschließt doch schon die Bagdad- Bahn in Nord-Mesopo tamien südlich der kurdischen Gebirge Flächen von mindestens 500 km Länge, die an beiden Seiten auf weite Entfernung ihn allein durch den Regenfall noch genügende Feuchtigkeit zum Ackerbau erhalten, bisher anbebaute Gebiete, die nach Rohrbach so groß sind 62 wie die genannten drei preußischen Provinzen und noch Mecklen- burg dazu 1 ). Auch sonst sind überall in der Türkei noch bedeutende Flächen brachliegenden Landes vorhanden. Dies geht schon daraus hervor daß nach halbamtlichen Quellen nur 4 bis 4 1 -. ' , der Bodenfläche (65500 von 1460000 qkm), nach anderen Berechnungen sogar nur 3 ' , unter Pflug und Hacke stellen-) gegen '>5 9r ' n Deutschland. Wenn auch sehr viel Land durch zu große Trockenheit. Abwaschung der Ackerkrume oder Versalzung abgeht bzw. erst nach langwieri- gen oder teuren Vorbereitungen bebaubar ist. so ist es doch sicher, daß sehr große Si recken auch ohne weiteres in Angriff genommen werden können. Ein Beweis hierfür ist der sehr gebirgige Libanon. wo 12%, oder Palästina, wo 14', der Fläche bebaut sind. Musil glaubt, daß im arabischen Teil der Türkei 20 '/< . kuppin, daß in Syrien 40', des Lodens alsbald der Kultur erschlossen werden könnten. Bei Annahme von nur 20% im Durchschnitt für die ganze Türkei würden immerhin noch 288000 qkm, also mehr als die Hälfte der < )berflache Deutschlands und zwei Drittel der bebauten Fläche Deutschlands, hierfür zur Verfügung stehen, demnach dreimal so viel, als für unseren Zweck benötigt wird. Aber sogar ohne Inangriffnahme von Neuland läßt sich schon die von Deutschland benötigte Menge an Nahrungsmitteln, Futter und Fasern in der Türkei gewinnen, wenn nur der türkische Acker bau durch moderne Methoden der Bodenbearbeitung, der Saataus wähl, des Fruchtwechsels, der Düngung, der Schädlingsbekämp fung usw. auf eine hohe Stufe gebrachl werden konnte. Es ist kein Grund vorhanden anzunehmen, daß in der Türkei nicht die gleichen Durch Schnittsernten zu erzielen sein werden wie in Deutschland Wenn man m Deutschland durchschnittlich 2 Tonnen Getreide von dem Hektar gewinnt, in der Türkei weniger aL eine Tonne, so würde die Türkei imstande sein, in Zukunft ihre Gesamterzeugung mindestens zu verdoppeln. Schon auf diese Weise würde nicht nur der Bedarf Deutschlands gedeckt werden, sondern die geringen Zu schüsse, die Österreich Ungarn infolge seines im Vergleich zu 1 Deutschland noch etwas rückständigen Ackerbaue- erfordert, würden sogar auch noch befriedigt werden können Näheres über di( Besiedlungsfähigkeit dieses Gebiets siehe bei Dr. Rohr- bach, Diewirtsi liaftlicheBedeutung Westasiens Angewandte! ;< ographie. Hallo 1 90.' n Vlp gibt an, daß 7 [80789 ha bebaul sind, und die Größe der Forsten mit etwa 7 Mill. ha ungefähr eben so grofl is1 Die Produktion gibt er an als 115872198hl Getreide im Werte von 58942310 Ltq., 162882324 kg Ko- lonialwaren im Werte von 1 768809 Ltq, Rohstoffe im Werte von 11 177 478 Ltq 63 - Weniger leicht zu beantworten ist die Frage, ob die Bevölke rung der Türkei genügt, um die geforderte Mehrleistung zu erzielen. Von den jetzt wohl kaum noch 20 Millionen Einwohnern der Türkei ist auf die gegen 5 Millionen zählenden kleineren Volksbestandteile, wie Griechen, Armenier, Kurden usw., wenig- zu rechnen, soliden, wohl nur auf die 8 bis 9 Millionen Türken und die 5 bis 6 Millionen Araber. Nehmen wir an, daß hoch gerechnet 1 2 Millionen hiervon auf dem Lande leben, so stellen nur 3 bis 4 Millionen vollwertige Arbeitskräfte dar. Aber auch von diesen ist ein großer Teil durch intensive Kulturen, wie Wein, Tabak, Oliven, Obst, Gemüse, voll beschäftigt, ein anderer Teil geht ab für die Viehzucht, besonders unter den Nomaden, für Transport wesen usw.. so daß für den reinen Ackerbau vielleicht etwa 2 Millionen übrig bleiben. Man erkennt dies ja auch schon daran, daß nur 6550000 ha bebaut sind, so daß, wenn man davon 550 000 ha auf Spezialkulturen rechnet, für den eigentlichen Ackerbau 6 Millionen ha übrig bleiben, also bei Annahme von 2 Millionen Arbeitskräften auf die einzelne Arbeitskraft nur 3ha entfallen würden. Demnach würden die 90 000 qkm = 9 Millionen ha, die neu zu be- arbeiten sein würden, bei der gleichen geringen Arbeitsleistung 3 Millionen Arbeitskräfte oder mit Familien 9 — ]_> Millionen Menschen erfordern, also die Hälfte der Gesamtbevölkerung der Türkei. Es ist natürlich völlig undenkbar, eine solche Arbeits- leistung der jetzigen Bevölkerung zuzumuten und es wird äußerst lange dauern, bis sie um die Hälfte zugenommen hat. Ohne eine durchgreifende Verbesserung des Ackerbaues, mit dem bisherigen primitiven Landbau läßt sich eine solche Arbeit nicht schaffen. Es ist vielmehr unbedingt nötig, hierfür moderne Methoden einzuführen: da dies bei dem zersplitterten Besitztum der bisherigen Kleinbauern und dem Gemeinbesitz und Flurzwang innerhalb der Dorfgemein schaften vielfach ausgeschlossen ist, so müßte entweder eine durch greifende Agrarreform vorangehen, oder es müßte zu diesem Zwecke Neuland, wie z. B. das erwähnte Land an der Bagdadbahn, in groß zügiger Weise unter europäischer Leitung besiedelt werden. Dann würde es in der Tat leicht sein, unter Heranziehung genügender Maschinen anstatt 3 ha mindestens to ha mit einer Arbeitskraft der Bebauung zuzuführen; es würden demnach 900000 Arbeitskräfte oder 2^ bis 3% Millionen Menschen erfordert. Auch diese Zahl kann man freilich nicht der jetzigen türkischen Bevölkerung entnehmen, vielmehr wird man daran denken müssen, die Arbeitskräfte aus anderen Ländern heranzuziehen, besonders wohl Tataren aus Süd rußland sowie die für Bewässerungsland so sehr geeigneten, in ihrer Heimal schon an Übervölkerung leidenden Sarten aus Turkestan, 04 eventuell auch Tscherkessen, die sich nach den Erfahrungen in Syrien besonders als Grenzwacnt gegen die Beduinen bewähren. sowie zum Landhau übergegangene Kirgisen, Turkmenen und andere Nomadenstämme. Schließlich kommen auch die osteuro- chen luden als wichtiger Faktor für die Besiedelung in Betracht, da sie nach den mit ihnen in Palästina gemachten Erfahrungen sehr viel Geschick haben, moderne landwirtschaftliche Methoden in den I >runt zu übertragen, und da gerade sie sich für die Intensivierung und Modernisierung der Landwirtschaft außerordentlich begeistern. Auch wurde es verhältnismäßig leicht sein, gerade für jüdische Siedelungen erhebliche Geldmittel auf privatem Wege aufzubringen, besonders wenn zuerst das Land Abrahams und Rebekkas, die Gegend von 1 larran, hierzu bestimmt werden würde. Zur Erntezeit, namentlich für die dann viele Arbeitskräfte erfordernde Baumwolle, würde man dann wohl noch aus Anatolien zahlreiche Wanderarbeiter erhalten können, indem ihre eigenen kleinen Ernten von ihren Familien zur Genüge besorgi werden können. Unternimmt man das Besiedelungs- uerk längs der Bagdadbahn, so werden sich dort auch, freiwillig oder durch die Macht der Verhältnisse gezwungen, manche Beduinen zur Landwirtschaft bekehren, wovon es viele Beispiele in den Rand- landschaften des dortigen Kulturgebietes gibt. Auch kann man in der ersten Zeit, um sogleich große Flächen in .Angriff zu nehmen. mehr extensiv arbeiten, in der Art der nordamerikanischen und argentinischen Landwirtschaft, wo oft 100 ha oder mein- mit Hilfe von Maschinen von einem Bauer bestellt werden. Die dritte Frage, ob der Boden und das Klima der Türkei es tatsächlich erlauben, alles das zu bauen oder zu züchten, was wir an Rohstoffen benötigen, erfordert zur Beantwortung, daß wir uns klar machen, was uns eigentlich Fehlt, \n B rotgetn ide fehlt Deutschland nur W e 1 /. e n . und zwar im Jahn [913 rund 2 Millionen Tonnen; dagegen führte es aus an Roggen etwa 600000 Tonnen, an Mühlenprodukten etwa 500000 Tonnen, so daß, wenn Deutschland auf die ausfuhr ver eichtet, es knapp 1 Million Tonnen Weizen benötigt. Da in dei l nrkei Weizen die wichtigste Getreidearl ist, so ist es eine Kleinig km. diese geringe Menge zu beschaffen, im Gegenteil, wo man .uicli in der Türkei die Besiedelung beginnt, stets wird Weizen eine der Hauptfrüchte sein, die mindestens ein Fünftel des Areals in An ipruch nimmt, und also dazu dienen wird, außer der Ausfuhr noch n/.e Neusiedelung zu nähren. An Futtergetreide fehlt vor allem die russische Futl gerste, 3000000 Tonnen, sowie an /weiter Stelle Mais, r 000000 65 Tonnen. Die Gerste ist aber neben dem Weizen das bei weiten am meisten gebaute Getreide in der Türkei und spielt nach der Steppe zu, in den mehr trockenen Gebieten, als sicherste Frucht, sogar die Hauptrolle. Bei der Annahme von nur einer Tonne per Hektar würde man demnach 30000 qkm, also ein Drittel des neu zu besiedelnden Areals, mit Gerste bestellen müssen ; dem steht aber nichts im Wege, am allerwenigsten, wenn man das Bagdadbahn projekt im Auge hat. Der Mais erfordert schon feuchteres Klima, er wächst aber prachtvoll gerade an dem regenreicheren Fuße der kurdischen Ge- birge. Ob man freilich die benötigte Menge erzielen kann, ist frag lieh. Mais ist aber als Futtergetreide durch Gerste ersetzbar. wi< ja auch Deutschland den Mais in sehr schwankender Menge erhält je nach dem Ausfall und den Preisen der nordamerikanischen Maisernte An Reis importierte Deutschland im Jahre 19 13 etwa 300001 Tonnen ; es ist eine Bewässerungskultur, die in Syrien und Nord mesopotamien wie Bewässerungs-Baumwolle in den Flußtälern ge trieben werden muß. Sollten die dortigen Flächen nicht genügen, die benötigten 300000 ha Reisland zu liefern, so ist es leicht, im südlichen Mesopotamien dafür genügend große Strecken zu be wässern, ohne dazu große Anlagen zu benötigen. Schließlich ist der Reis kein notwendiges Nahrungsmittel und durch andere Mehl Produkte, wie Nudeln, Makkaroni, Graupen, Grieß ersetzbar. Die Hülsenfrüchte, von denen Deutschland etw a 200000 Tonnen einführen muß, haben ihren regelmäßigen Anteil an dem Fruchtwechsel des türkischen Ackerbaues, sowohl als Nahrung wie Ackerbohnen und Linsen, wie auch als Futtermittel, wie Lupinen Erven. Wicken usw. Zweifellos werden die in dem Siedelungsgebiel im rationellen Fruchtwechsel ohnehin erzeugten Leguminosen die geforderte Menge weit übertreffen und zum Teil an Ort und Stelle Xahrung und Futter für Mensch und Tier liefern. Ein großei Teil wird freilich dazu dienen müssen, andere von Deutschland bc nötigte Futterstoffe, wie Kleie, Reisabfälle. Malzkeime, Ölkuchen zu ersetzen, von denen 1913 nicht weniger als 2 430 ooo rönnen ein geführt wurden; ein Teil hierfür dürfte freilich auch aus den vielen Mühlen und Ölpressen der gesamten Türkei bezogen werden können. An Ölfrüchten brauchte Deutsehland 1913 eine Einfuhi von 1 750000 Tonnen. Von diesen waren 550000 Tonnen Leinsaat, 219000 Tonnen Baumwollsamen, 148000 Tonnen Raps und Rübsen, 120 000 Tennen Sojabohnen, [ 16 000 Tonnen Sesam, 980 nri Erdnüsse, 20 000 Tonnen Mohn- und Sonnenblumensamen, alles Er Zeugnisse von Pflanzen, die sehr u r ut in der Türkei gedeihen und 66 bis auf Sojabohnen und Erdnüsse dort auch schon in großen Mengen ingebaut werden. Nur die tropischen Erzeugnisse, wie Palmkerne 236000 Tonnen und Kopra 106000 Tonnen, sowie andere weniger wichtige tropische Ölfrüchte, müssen durch Mehranbau der eben vorhergenannten Ölfrüchte ersetzt werden. An pflanzlichen Ölen selbst führt Deutschland dagegen mehr aus als ein. und nur die etwa [O 000 Tonnen Rizinusöl sind wegen ihrer besonderen tech nischen und medizinischen Verwendung dennoch einzuführen, könnten aber gleichfalls sehr wohl in der Türkei erzeugt werden. da die Rizinusstaude dort sehr gut wächst. Von Gen u 13 mittel n kommt, wenn wir von unserem Bedarf an rein tropischen Produkten, wie Kaffee 168000 Tonnen, Kakao 53 000 Tonnen, Tee 4000 Tonnen, Pfeffer 5000 Tonnen, absehen, vor allein Tabak mit 82 000 Tonnen in Betracht. Hiervon kann ein großer Teil in der Türkei gebaut werden, vor allem der Zigaretten tabak sowie auch ganz guter Pfeifentabak. Für die feineren Sorten Zigarrentabak ist freilich Deutschland ebenso wie für die vorher an- geführten Genußmittel auf die Tropen angewiesen. Nur für Pfeffer yibt es ja einen annehmbaren Ersatz in dem roten oder Paprika- pfeffer, der in der Türkei ebensogut gedeiht wie auf dem Balkan und in Südungarn. Ob es möglich sein wird, den riesigen Kaffeebedarf dereinst größtenteils in Arabien durch echten Mokka zu decken. muß der Zukunft überlassen bleiben, ebenso, ob sich am Pontus ge schützte Gegenden finden, in denen der Tee ebensogut gedeiht wie im benachbarten Rußland am Fuße des Kaukasus nahe dem Schwarzen Meer; dagegen dürfte er in Yemen zweifellos wachsen An Obst führte Deutschland im Jahre [913 560000 Tonnen, an Südfrüchten 3821 Tonnen ein; beides könnte aber sehr gut dermaleinst die Türkei liefern, nordisches Obst, z. B. herrliche \pfcl. dazu auch Wal- und Haselnüsse im Hochland Anatoliens, Süd Murine, wie < )rangen, Zitronen, Rosinen, Korinthen, Feigen. Mandeln. Pistazien, im 'Tieflande Anatoliens und Syriens, Datteln und Ba nanen in Arabien und Südmesopotamien, letztere auch in Palästina. \urh Weine, besonders Südweine und Verschnittweine, können mit Leichtigkeit in genügenden Mengen in der 'Türkei erzeugt wei- den, um den Bedarf Deutschlands in Höhe von 114000 Tonnen zu decken; freilich wird man die feinen französischen Weine nur un- gern missen, \n ausländischen F as ers to i f e n brauchte Deutschland im Jahre [913 niehl weniger als 4X1)000 Tonnen Baumwolle, [54 OOO Tonnen Jute, 57000 'Tonnen Klachs,, 55000 Tonnen Hanf, [2001 fonnen Agayefasern, 1.000 Tonnen Manilahanf, 3300 Tonnen Kapok - 67 2400 Tonnen Ramie sowie 6600 Tonnen andere Fasern. Von diesen Fasern wird es möglich sein, die Hauptmasse, nämlich die 600000 Tonnen Baumwolle, Flachs und Hanf, aus der Türkei zu erhalten, die feineren Sorten Baumwolle gedeihen dort freilich nur unter Be Wässerung, der gute Flachs wohl nur in feuchteren Gebieten, im er- wähnten Siedelungsland Nordmesopotamiens am Fuße der Gebirge, außerdem besonders gut an den Abhängen Kleinasicns nach dem Schwarzen Meere zu, vielleicht aber auch in trockneren Gebieten unter Bewässerung. Die Jute wird wohl kaum in der Türkei gul gedeihen, möglicherweise freilich im südlichen Mesopotamien mit Bewässerung, kanu dagegen ganz g"ut durch die Faser des Samen- flachses ersetzt werden, der keines so feuchten Klimas bedarf wie der Flachs zur Herstellung von Leinwand. Auch dürfte als Ersatz der eigentlichen Jute der in trockeneren Gegenden Indiens viel an gebaute Hanfeibisch (Dekan- oder Bombay-Hanf) in den wärmereu Teilen der Türkei in Frage kommen; ferner sahen wir schon, daß sich Jute für viele Zwecke durch Papiergarne ersetzen läßt. Agaven lassen sich in heißen, trockenen und frostfreien Gegenden Syriens (z. B. im Ghor) und Arabiens nach den in Ägypten gemachten Er- fahrungen so gut wie sicher erfolgreich kultivieren, in Yemen gewiß auch Kapok, dagegen dürfte Manilahanf, der für uns aber nicht von sehr großer Bedeutung ist, höchstens bei Bewässerung ein ihm zusagendes Klima in der Türkei finden, eher vielleicht Ramie. Von Kautschukpflanzen kommt, wie erwähnt, nur der Ceara-Kautschuk eventuell für Südarabien in Betracht, er könnte aber wahrscheinlich auch im Ghor kultiviert werden, namentlich hei etwas Bewässerung. Was die t i e r i s c h e n P r o d u k t e betrifft, so handelt es sich bei dem Bedarf Deutschlands im wesentlichen um solche Erzeug nisse, deren Träger in der Türkei glänzend gedeihen, abgesehen natürlich von Pelzen, Elfenbein und Produkten von Seetieren. Für die Zucht von Rindern, Schafen und Ziegen, Pferden und Maid tieren, Kamelen und aller Arten von Geflügel einschließlich des Straußes ist das Klima der Türkei geradezu geschaffen. Auch die Seide, von der Deutschland im Jahre [913 6300 Tonnen einführte ließe sich bei Vermehrung des Anbaues der Maulbeerbäume in ge nügender Menge in der Türkei gewinnen. Die kurze Übersicht zeigt uns, daß die Türkei nach Erfüllung gewisser Bedingungen in der Tat imstande ist, uns das meiste und fast alles Wichtige von dem zu liefern, was wir aus dem Auslände an landwirtschaftlichen Erzeugnissen benötigen. Um jedes Mißverständnis auszuschließen, sei hier betont, daß - selbstverständlich die Türkei keinen Ersatz bildet für unsere Kolo- nien. Denn erstens ist der oben angedeutete Weg, das Land für die geschilderten weiten Ziele vorzubereiten, ein langer und be- schwerlicher, und es wird auch günstigstenfalls einer Reihe von fahren bedürfen, bis bedeutendere Mengen von Rohstoffen durch die ■ erbesserte Landwirtschaft der Türkei sowie durch eventuelle Neu- -iedelungen daselbst erzielt sein werden. Zweitens ist es aber auch traglich, wieweit die auf diese Weise gewonnenen Erzeugnisse ge- rade Deutschland zugute kommen werden. Zu einem festen und dauerhaften Wirtschaftsblock, der sich bis Mesopotamien und Syrien erstreckt, ist der Weg noch ein weiter, und es hängt nicht /on Deutschland allein ab, ob ein solcher enger wirtschaftlicher Zu- sammenschluß zustande kommt und ob er unerschüttert eine lange Zeit hindurch bestehen bleibt. Außerdem sind die rein tropischen iVodukte, wie Kaffee, Gewürze, Kautschuk, bestenfalls im südlichen Arabien und nur einige von ihnen auch im südlichen Teil von Meso- potamien sowie in der warmen Senke des Ghor im südlichen Syrien zu gewinnen, also in den auch politisch am wenigsten sicheren Außenbezirken des türkischen Reiches. Dagegen hat Deutschland es in der Hand, eigene Kolonien derart zu beeinflussen, daß sie die dem Mutterlande erwünschten Stoffe hervorbringen und ihm auch wirklich abliefern, während es naturgemäß bei der Türkei nicht an Bestrebungen fehlen wird, wenigstens die Rohstoffe der Industrie so weit wie möglich im eigenen Lande zu verarbeiten. Der große Wert der Förderung der Landwirtschaft der Türkei für Deutschland liegt daher, abgesehen davon, daß es von Wichtigkeit ist, ein kauf- kräftiges Absatzgebiet für seine Industrieerzeugnisse zu erhalten, allem darin, auf diese Weise eine Sicherheit zu gewinnen, daß Deutschland nicht wieder so von allen tropischen und subtropischen Rohstoffen abgeschnitten werden kann, wie es während dieses Welt- krieges der Fall gewesen ist. und das gleiche gilt auch für üster- ich -Ungarn. Mit Hilfe der Türkei besitzen die Zentralmächte demnach die Möglichkeit, wenn auch nicht in der allernächsten Zeit, sich, wenn es sein muß, von ausländischen Zufuhren einigermaßen unabhängig zu machen Ihr Lebensinteresse wird ihnen daher ge- bieten, alles zu tun, um die Türkei landwirtschaftlich so weit zu fordern, daß sie imstande ist, ihnen diese Sicherung für den Notfall zu gewähren. I Zur maschinellen Aufbereitung der Ölpalmenfrüchte. Von K. !•' i c k e n d c y. Das Problem der maschinellen Aufbereitung - der ölpalmen- früchte kann heute in den Grundlagen als gelöst betrachtet werden. Die weitere Aufgabe besteht darin, das Verfahren zu verbessern und zu verbilligen und gleichzeitig die Ausbeute zu erhöhen sowie die Produkte zu veredeln. Die nachfolgenden Bemerkungen sollen Fingerzeige geben, wie man diesem Ziele näher kommen kann. Was die Verbesserung der Qualität anbetrifft, so besteht die Aufgal darin, die Zerlegung des Öls in Fettsäure und Glyzerin zu verhindern, um ein möglichst fettsäurearmes, für die Speisefettindustrie brauch- bares öl zu erzeugen. DieLagerung derFruchtbündel. Es sollte Grund- satz sein, die Fruchtbündel alsbald nach ihrer Ankunft in der Fabrik zu verarbeiten. Es wird sich jedoch in einzelnen Fällen nicht ver- meiden lassen, die Bündel zu speichern. Es ist daher von Bedeutung, die Bedingungen bei der Lagerung kennen zu lernen, welche die Kcttspaltung nach Möglichkeit hintanhalten. Orte der Fettsäure- bildung sind Wunden und Verletzungen des Fruchtfleisches, weil hier die fettspaltenden Enzyme 1 ) infolge der Zertrümmerung dei Zellen ihre Wirksamkeit entfalten können. Anderseits sind Ver- letzungen auch Angriffspunkte für eine Pilz- und Bakterienflora, die ebenfalls mit der Fähigkeit ausgestattet ist, Fette zu zerlegen. Zu den offenen Stellen, die ein Einfallstor für Kleinlebewesen bilden, gehört auch die Basis, die Ansatzstelle der Frucht. Selbst solange die Früchte noch in den Bündeln sitzen, dringen hier Pilze ein, so- bald beim Lagern die Früchte sich an der Ansatzstelle lockern. Von hier aus schreitet in erster Linie bei der Lagerung die Fettsäure- bildung fort. Folgender Versuch mag das bestätigen. Ein reifes Bündel, in dem die Früchte noch fest hafteten, wurde eine Woche lang an einem lichten, luftigen Platze gelagert. Die Früchte hatten sich dann gelockert und zeigten an der Basis eine Püzflora. Nach Abtötung der Enzyme durch Hitze wurden die der Basis und der Spitze zugekehrten Hälften der. Frucht gesondert auf ihren Fett- säuregehalt untersucht. Das öl aus der Spitzenhälfte enthielt nur 0,9 °/o Fettsäure, während der Fettsäuregehalt des Öls aus der der Basis zugewandten Hälfte 9,6 % betrug. Noch größer ist die Zu- nahme des Fettsäuregehalts, wenn die losen Früchte gestapelt werden, weil die dabei eintretende Temperaturerhöhung die Fett- ') Vgl. Tropenpflanzer, Jahrg. 1910, S. 566 fi". 7" Zersetzung beschleunigt. Es ist daher zweckmäßig, die Früchte in den Bündeln oder den Rispen zu lagern, soweit die Fabriken nicht auf die Zufuhr loser Früchte angewiesen sind. Die weiteren Bedingungen, die bei der .Aufstapelung einzuhalten sind, sind die gleichen, welche dem Wachstum von Pilzen hinderlich sind: trocken, luftig, licht und kühl. Der Einfluß des direkten Sonnenlichtes bleibt noch zu untersuchen. Versuche in dieser Richtung werden von praktischem Werte sein. Die Gewin n u ng der lose n F r ti c h t e a u s den 11 nudeln erfordert die meisten Menschenhände in den Fabriken, es besteht jedoch begründete Hoffnung, daß in Zukunft eine Maschine diese Arbeit übernehmen wird. Die heute übliche Arbeit- weise besteht darin, daß mit einem Beil zunächst die Seitenri.spen von dem Hauptstiel, der Spindel, abgehauen werden. Bei Vollreifen Früchten macht das Abspalten keine Schwierigkeiten. [st jedoch das Bündel überreif, so haben infolge des Austrocknens der dewebe die Rispen ihre Spannung verloren und eine lederartige Beschaffen- heit angenommen. In solchem Falle werden die locker sitzenden Früchte am einfachsten direkt aus dem Bündel durch Stoßen mit einer kleinen, zweizinkigen, eisernen Gabel entfernt. Die abgc haueneu Seitenrispen von noch frischen Bündeln läßt man ein bis zwei Tage lagern, bis sich die Früchte gelockert haben. Diese fallen dann leicht aus, wenn man die Rispen gegen ein Brett schlägt oder sie mit einem Stöckchen beklopft. Da- Ansiösen der Früchte, berechnet auf eine Tonne loser Früchte, kostet 3 bis 5 Mark. Auch wenn es nicht gelingen sollte. die Arbeit durch Maschinen leisten zu lassen, ist das Verfahren verbesserungsfähig. Zum mindesten sind Fortschritte in quali- tativer Hinsicht möglich. Der Weg dazu wird weiter unten ge- zeigt werden. Die Reinigung der losen Früchte. Du- 50 ge wonnenen Früchte enthalten noch eine Menge Verunreinigungen, vor allem Kelchblätter und Rispenteile, CJm diese zu entfernen, sind zwei Maschinen in Gebrauch, entweder die Windfege oder ein System von rotierenden Zylindersieben. Die Windfege verdient den Vorzug, Die Zylindersiebe haben den großen Nachteil, daß sie auch die unentwickelten kleinen, verhältnismäßig ölreichen Früchte durchfallen lassen. Diese Früchte gehen entweder verloren oder sie müssen mit der I land wieder ausgelesen werden. Weiter ist eine Windf.ge (Ventilator) einfacher und billiger. Dieser Überlegenheit gegenüber fällt der Umstand, daß die Windfege bei nassen Früchten die Trennung nicht vollkommen ausführt, kaum ins Gewicht. — 7' Die Abtötung der Enzyme durch Hitze wird heute in den meisten Fabriken mit der mechanischen Zerkleinerung des Fruchtfleisches in einem Arbeitsprozesse vereinigt. Die frischen Früchte werden zu diesem Zwecke einem Kessel mit Rührwerk zu- geführt, der sich im Dampfhemd befindet. Diese Vereinfachung liegt jedoch nicht im Interesse der Qualitätsverbesserung. Es be- steht die Gefahr, daß die Früchte durch das Rührwerk Verletzungen erfahren, ehe sie auf die zur Vernichtung der Enzyme erforderliche Temperatur erhitzt sind, und daß es schon während des Rührens zur Fettsäurebildung kommt. Daß diese Befürchtung begründet ist, beweisen in verschiedenen Fabriken angestellte Versuche. So lieferte ein Versuch folgendes Ergebnis : Fettsäuregehalt des gewonnenen Öls Früchte, frisch dem Fuhrwerk zugeführt . 7,8 °/ Früchte, vorher gedämpft 4,9 °/ Früchte, vorher gekocht 4,1 °/ Der Unterschied ist erheblich. Auch die Verschiedenheit des Fettsäuregehalts des Öls von gedämpften und gekochten Früchten ist keine zufällige, sondern durch viele Laboratoriumsversuche nach- gewiesen. Sie ist in folgenden Umständen begründet: Die Orte der Fettsäurebildung sind, wie oben dargelegt wurde, hauptsächlich offene Wunden und Verletzungen. Beim Kochen vereinigen sich die Hitze und die mechanische Kraft des wallenden Wassers, um das öl aus solchen zutage liegenden Stellen austreten zu lassen. Ein Teil dieses Öls, das naturgemäß stets einen hohen Fettsäure- gehalt aufweist, wird beim Ablassen des Kochwassers mit fort- geführt. Enthält das zum Kochen benutzte Wasser Kalzium- und Magnesiumsalze, so wird auch ein Teil der Fettsäuren in Form von Seifen ausgefällt, indes ist diese Wirkung gering, da die in den Fabriken benutzten Wasser weich, d. h. arm an Kalzium- und Ma- gnesiumsalzen sind. Bei dem oben angeführten Versuch hatte das mit dem Kochwasser fortgeführte öl einen Fettsäuregehalt von 21,6%. Die Abscheidung der Fettsäure durch den Kochprozeß läßt sich noch weiter führen, wenn man vor dem Ablassen des Koch- wassers das an der Oberfläche befindliche öl abschöpft. In dieser Beziehung seien die Ergebnisse eines Laboratoriumsversuchs mit absichtlich stark verletzten Früchten angeführt : Fettsäure Öl aus gedämpften Früchten 27,7 °/ öl aus gekochten Früchten 25,8 e / Beim Kochen abgeschöpftes Öl . . . 54,5 °/ Tropenpflanzer 1917, Heft 2. £ Es wurden etwa 4% des insgesamt vorhandenen Öls beim Kochen abgeschieden. ......... Der Vorzug des Kochens ist die Gewinnung eines fettsäure armen Öls. Auch läßt sich das Fruchtfleisch gekochter Früchte leichter mechanisch zerkleinern. Das. Fruchtfleisch wird beim Kochen mürber, weil die Temperatur etwas höher steigt als bei der Behandlung mit heißem Dampf. Dem stehen jedoch zwei Nach- teile gegenüber. Einmal ist das Kochen teurer und umständlicher als das Dämpfen, anderseits ist es mit Ölverlusten verknüpft, wenn sich auch diese durch Absatzbassins für das Kochwasser, aus denen man das öl gewinnen kann, mindern lassen. Licht- und Schatten seiten halten sich wohl die Wage, wenn es sich um die Verarbeitung loser Früchte handelt. Werden den Fabriken nicht lose Früchte, sondern die ganzen Fruchtbündel eingeliefert, so empfiehlt es sich, die Abtötung .der Enzyme schon vorzunehmen, solange die Früchte noch in den Rispen stecken, also sofort nach dem Herausschlagen des Hauptstiels aus dem Bündel. In diesem Falle kann nur das Dämpfen in Frage kommen. Es werden dadurch folgende Vorteile gegenüber der heute meist gebräuchlichen Arbeitsweise erzielt : 1. Man erspart sich die Lagerung der Rispen, da die Lockemn- der Früchte auch durch das Dämpfen erreicht wird. j. Man vermeidet die Fettsäurebildung, die beim Lagern sonst eintreten würde. 3. Die mechanischen Verletzungen, die mit dem Herausklopfen der Früchte verbunden sind, können keine Erhöhung des lettsäuregehalts bewirken, da die Enzyme durch das Dämpfen unschädlich gemacht sind. 4. Das Fruchtfleisch gedämpfter Früchte läßt sich in dem Rührkessel leichler und schneller mechanisch zerkleinen) als das frischer Früchte. Du- Mehrkosten infolge i\c^ Dämpfens der Rispen werden daher reichlich aufgewogen. Bei Laboratoriumsversuchcn zeigte das < »I aus derartig behandelten Früchten einen Fettsäuregehalt von o;6 bis 3 ', , ein größerer Versuch in einer Fabrik ergab einen Fetl äuregehall von 1,3 %. Die m e c h a n i s e h e Z e r k 1 e 1 n e r u n g des F r 11 c h l Fleisches hat den Zweck, den Zusammenhang der einzelnen fett- haltigen Zellen zu zerstören und die Zellen selbst zu zertrümmern. Je vollkommener diese Arbeit geleistet wird, um so größer ist die Ausbeute bei der Pressung. Die Zerkleinerung des Fruchtfleisches -..Ute grundsätzlich vor der ersten Pressung erfolgen. Die erste 71 Pressung liefert qualitativ das beste Ol, und es muß deshalb das Ziel sein, von diesem öl erster Pressung- eine möglichst große Menge zu erhalten. Wenn das Fruchtfleisch ausreichend zerkleinert ist, gelingt es, bei der ersten Pressung etwa 80 bis 85 °/ des in^ gesamt vorhandenen Öls zu erhalten, während 15 bis 20 % im Preßgut zurückbleiben. Die meist im Gebrauch befindlichen Rührpfannen arbeiten billig und sind auch in allen Teilen zugänglich. Die Säuberung ist daher leicht zu bewerkstelligen, was wichtig ist. Die Arbeit der Rühr- pfannen ist indes unzureichend. Soll das Rühren nicht auf unwirt- schaftlich lange Zeit ausgedehnt werden, so finden sich noch immer größere, zusammenhängende, unverletzte Gewebeteile des Frucht- fleisches in dem Preßkuchen vor. Dieser Ubelstand läßt sich aber durch eine Verbesserung und Verstärkung der Rührvorrichtung vermeiden. ■ Für die erste Pressung benutzen die meisten Fabriken hydraulische Pressen mit auswechselbarem Preßtopf. Das Aus- wechseln der Preßtöpfe hat da Berechtigung, wo die Füllung und Entleerung viel Zeit in Anspruch nimmt. Ein Zwischenlegen von Scheiben ist bei der ersten Pressung überflüssig, wenn das Frucht- fleisch gut zerkleinert ist. Die Füllung erfordert daher kaum mehr Zeit als das Auswechseln der Töpfe. Eine Presse mit feststehendem Preßtopf erscheint daher zweckmäßiger, da dadurch menschliche Arbeitskraft erspart wird. Zur Trennung der Fleischfasern von den N ü s s e n hat sich die von der Firma Krupp gelieferte rotierende Trommel gut bewährt. Es ist bemerkenswert, daß in trockenen Gebieten, wie Togo, die Nüsse kleiner sind. Die Maschen der Trom- mel müssen deshalb hier enger gewählt werden. Die Kruppsche Maschine gestattet nur einen intermittierenden Betrieb. Es ist wohl möglich, daß ihr in Zukunft eine kontinuierlich arbeitende Trom- mel den Rang abläuft. Das Trocknen der Nüsse dient dazu, diese für das Knacken vorzubereiten. Es gehen dabei etwa 10 % Wasser ver- loren. Neben der Sonnentrocknung finden verschiedene Verfahren künstlicher Trocknung Anwendung (Kakaodarren, Trockenkammern, Trommeln), über die billigste Art ist noch kein abschließendes Urteil möglich. Die rotierenden Trommeln haben den Vorteil, daß die Nüsse poliert und von den anhaftenden Fasern befreit werden, wodurch der Knackprozeß erleichtert wird. Es ist von Wichtigkeit,* die Trocknung bei einer bestimmten Stufe abzubrechen. Der Kern muß noch elastische Eigenschaften 6 74 haben. Trocknet man zu scharf, so wird der Kern brüchig und spröde und es ergibt sich beim Knacken viel Bruch. Wenn nach beendeter Trocknung die Kerne sämtlich beim Schütteln der Nüsse klappern, so ist das ein sicheres Anzeichen, daß die Trocknung zu lange ausgedehnt wurde. Die künstliche Trocknung nimmt einen eigentümlichen Verlauf. Wie es natürlich ist und durch Versuche bestätigt wurde, trocknet der den drei Keimlöchern zugewandte Teil des Kernes viel schneller als der entgegengesetzte und löst sich bald von der Schale los. Durch diesen Vorgang entstehen Unter- schiede der elastischen Spannung innerhalb des Kernes. Man erhält infolgedessen viel Bruch, wenn die Nüsse unmittelbar nach Ab- schluß der Trocknung geknackt werden, zumal auch die den Keim- löchern gegenüberliegende Seite des Kernes häufig noch an der Schale festsitzt. Es ist daher geboten, vor dem Knacken die Nüsse einige Tage zu lagern, damit die Unterschiede im Feuchtigkeits- gehalt und in der Spannung Gelegenheit zum Ausgleich finden. Der Kern wird dann allseitig von der Schale frei und klappert ein wenig beim Schütteln. Zum Knacken der Nüsse bedienen sich die meisten Fa- briken der bekannten Haakeschen Knackmaschine. Für den Erfolg des Knackens sind vier Umstände ausschlaggebend: r. Der Trockenheitsgrad der Nüsse, wie oben ausgeführt wurde, von entscheidender Bedeutung. 2. Die Ganggeschwindigkeit der Maschine. 3. Die Schalendicke. 4. Der Grad der Polsterung der Nüsse durch anhaftende Fasern, die wie Kautschukpolster wirken. Der Grad der Polsterung ist vom Fabrikationsverfahren ab- hängig, die Schalendicke ist je nach dem Klima großen Schwan- kungen unterworfen, beide Eigenschaften der Nüsse sind aber in jeder einzelnen Fabrik einigermaßen beständige Größen, dagegen sind die unter 1 und 2 genannten Faktoren willkürlich veränderlich. Durch systematische Versuche sind die günstigsten Bedingungen leichl zu ermitteln. Zur Trennung von Kernen und Schalen bieten n 153 396 M auf 532125 M.. der Wertpapierbestaod »81 fron 110963 M. auf 77892« M. Kreditoren sind nicht vorhanden, der Reservefonds beträgt 7,1.082 Mi, die ■Rückstellung füi Talonsteuer 30,000 M. Di« ( i( Seilschaft fand wie im Vorjahr keine Möglichkeit; sich bei neuen l'.au^i« hatten ZU beteiligen. Die ( '< unpania General de Obras Public ÄS in BAenos . \ i r « -. I" i der di. Gesellschaft beteiligt isi, hat für das am 30. Juni n. Geschäftsjahr wiederum eine Dividende von 10 v.ll. chüttetj jii verfüg! jetzt nach Einberufung dei letzten 1 zwei Serien übet das vk>U eingezahlte Kapital in Höhe Iron Papier l^ooöoöo $. Die end gültige \l>r« eliuunn der Beteiligung an dem I lafeuban«-;« schält ift Sorraba\. •iiul hat einen ahgemesserten Gewinn gelassen* auch einige ander« •'inten mit Xnt/en abgewickelt w< i'd'ti. — Si — 'Den Vorstand bilden die Herren Paul H ä b i c h und Carl Bergmann, Vorsitzender des Aufsichtsräts ist Herr' E. Heinemann, Direktor der Deutschen Bank. E®IGlg) Aus deutschen Kolonien. Kgflflg] Zustände in Südwestafrika. Nach dem Verordnungsblatt . dei; Unionregierung in Südwestafrika (Official Gazette of the Protectorates of South Westafrica, in Military Occupation of the Union Forces) sind die deutschen Gesetze und Verordnungen zwar im allgemeinen in Geltung geblieben, auf manchen Gebieten sind aber südafrikanische Gesetze eingeführt oder neue Bestimmungen getroffen worden, so z. B. gelten jetzt die in der Union geltenden Bestimmungen für Zölle und Steuern, Stempelabgaben und Gebühren mit einigen Änderungen auch in Südwestafrika, desgleichen . sind englische Standesämter und Postsparkassen eingeführt worden; auch der Handel mit Feuerwaffen und Munition ist in gleicher Weise geregelt worden wie in der Union. Ferner ist 211 bemerken, daß. .die Jagd. sowie der Verkauf geistiger Getränke wesentlich eingeschränkt wurden, daß für die in der Namib vorkommende Welwitschia mirabilis Schutzbestimm.ungen getroffen wurden. Das Ovamboland sowie das Rehobother Bastardland darf nur mit schriftlicher behördlicher Er- laubnis betreten werden, für letzteres wurden in Odonga und Namakunde Militär- gerichtshöfe eingesetzt. Die Erlaubnis für die Diamantgesellschaften, monatlich ro 000 Karat zu fördern, ist neuerdings auf 20 060 Karat erweitert worden. Aus einer Bekanntmachung vom n. März 1916 geht hervor, daß im Süden des Schutz- gebiets Heuschreckenschwärme aufgetreten sind. Nach einer in der „Cape Times" mitgeteilten Angabe der Reuter-Agentur in Kapstadt ist in dem Schutzgebiet jetzt der Personenzugverkehr fast ebensogut wie auf den Hauptlinien der Union. Wer jetzt Montag abends in De Aar (Eisenbahn- knotenpunkt in der Nähe Kimberleys) um 10 Uhr abfährt, erreicht Walfischbai auf dem Wege über Upington, Keetmanshoop, Windhuk, Swakopmund am Mittwoch Abend. Ein Speisewagen durchläuft die ganze Strecke. Es besteht die Absicht, statt der zu kostspielig zu unterhaltenden bisherigen Linie Walfischbai längs der Küste nach Swakopmund die Gleise durch die Dünen gerade auf Schakalswasser hinzuführen. Die Schmalspurbahn zwischen Karibib und dem Nordende der Bahn ist durch die Kupferminen in Tsumeb gut beschäftigt. fn Windhuk ist das Leben durch die Gründung eines Liebhabertheaters und eines Rennklubs unterhaltsamer geworden. Ferner besitzen die Deutschen dort Lichtspieltheater, auf denen aber jetzt britische Films gegeben werden. Die früheren deutschen Beamten bestreiten ihren Unterhalt offenbar durch Gehälter, die sie von Deutschland empfangen; sie leben jedenfalls, ohne Arbeit zu suchen. Ärmere Einwohner erhalten auf Grund einer schriftlichen Bestätigung durch den Oberbürgermeister freie Nahrung. Für die Unkosten will angeblich die deutsche Regierung nach dem Kriege aufkommen. Die deutschen Einwohner des Schutz- gebietes scheinen den Behörden der Union wenig Mühe zu verursachen. Immer- hin hielt man es «für notwendig, besondere Wachsamkeit ausauüben, als die Nachricht von der Ankunft des Unterseeboots „Deutschland'' in einem ameri- kanischen Hafen allgemein bekannt wurde — 82 — Wie die „Koloniale Zeitschrift" zuverlässigen Berichten entnimmt, herrscht bei den Farmen Südwestafrikas großer Leutemangel, da jede be- hördliche Förderung der Arbeitswilligkeit unter den Eingeborenen fehh. Der Überfall auf Südwest hat eben auch das Böse im Gefolge gehabt, daB er bei den Eingeborenen eine Widersetzlichkeit ohnegleichen hervorrief. Die KafTern, welche das Hauptarbeitspersonal für die Farmbetriebe dar- stellen, haben ihre Brotherren verlassen, sind aufsässig und werden darin noch von den Engländern mittelbar oder unmittelbar unterstützt. Aul einigen Betrieben sind noch Arbeiter aus dem Ambolande, und wer sie hat. kann sich glücklich schätzen und wird alles tun, um sie zu halten. Ein Weg- laufen, das bei den KafTern an der Tagesordnung ist, ist bei der weiten Entfernung zur Heimat (das Amboland liegt ganz im Norden von Deutsch- Südwestafrika) nicht zu befürchten. Windhuk selbst scheint unter dem Kriege nicht allzu sehr gelitten zu haben. Auf den starken Zustrom von englischen Beamten und Soldaten ist die Stadt natürlich nicht eingerichtet, und so ist es kein Wunder, daß die Mieten um mehr als das Doppelte gestiegen sind. Ein Zimmer, das früher 20 bis 25 M. Miete brachte, kostet heute mindestens 50 M. Der National- sinn unserer Landsleute ist weiter ungeschwächt. Dafür sei nur ein Beispiel aus vielen mitgeteilt: Ein Engländer pachtete in Windhuk eine Gastwirt schaft für monatlich 1000 M. in Gold. Das deutsche Publikum hielt sich fern, und die Südafrikaner suchten wohl andere Stätten auf. So mußte der alte deutsche Besitzer den Betrieb wieder übernehmen und das Geschäfl gedeiht unter seiner Leitung wie zuvor. Von der Art und Weise, wie die südafrikanischen Truppen im Lande gehaust haben, ist die Öffentlichkeit seinerzeit unterrichtet worden. An eine „vornehme" Kriegführung hat auch Botha seine Soldaten nicht zu ge- wöhnen vermocht. Zu der Verwüstung deutschen Eigentums gesellte sich noch die nichtswürdige Behandlung mancher Deutschen. So war eine bc kannte und beliebte Persönlichkeit unter den Beamten Windhuks ein Rech nungsrat, der schon früher in Ostafrika tätig war. In Südwest gehörte er dir Bahnverwaltung an. Beim Rückzug der deutschen Truppen blieb er auf seinem Posten, und was an Material nicht mitgenommen werden konnte, unterstand seiner Beaufsichtigung. Er hatte das Recht, davon an Farmei und Ansiedler abzugeben, damit den Feinden möglichst wenig in die Hände fiel. Die Engländer nahmen ihn gefangen und sperrten ihn 14 Tage lang ins Eingeborenengefängnis, wo er unter KafTern hausen mußte und genau so behandelt wurde wie ein Neger. Er mußte sich selbst verpflegen und sein Essen selbst bereiten. Die Nichtswürdigkeit und Gemeinheit der Behand- lungsweise kann nur der ermessen, der afrikanische Verhältnisse kenni Dann wurde der verdiente Mann nach Kapstadt geschafft und ihm endlich nach längerer Frist die Rückkehr nach Südwestafrika gestattet. Kamerun und seine Zukunft. Die englische Wochenschrift „The Economist" behandelt die Zukunft Kameruns in. einem offenbar von einem in Kamerun tätigen englischen Beamten geschriebenen Artikel, der sehr günstig über die wirtschaftlichen Verhältnisse dieser Kolonie urteilt. N «3 Die sich mit den landwirtschaftlichen Verhältnissen befassenden Teile des Artikels seien hier nach der Übersetzung des „Deutschen Kolonialblattes" wiedergegeben. Wir haben ein großes und äußerst wertvolles Gebiet Afrikas erworben, in das die Deutschen Geld mit freigebiger Hand hineingesteckt haben und von dem sie in kurzem reiche Erträgnisse hätten erwarten dürfen. Die physikalischen Bedingungen Kameruns sind äußerst mannigfaltig. Das Land kann in drei Teile geschieden werden: das Waldgebiet längs der Küste, die Hochflächen und offenen Grasländer der Mitte und die nördlichen Bezirke an den Rändern der Wüste und am Tschadsee. Der gegenwärtige und der künftige wirtschaftliche Wert des Küsten- gebietes, das sich etwa 150 Meilen landeinwärts erstreckt, ist beträchtlich. Der unentwickelte Reichtum, der von den dort arbeitenden Pflanzungsgesell- .schaften kaum über die ersten Anfänge hinaus nutzbar gemacht worden ist, ist ungeheuer (enormous). Kautschuk, Palmkerne, Palmöl, Elfenbein, Maha- goni und Holz aller Arten warten auf die Ausbeutung. Kakaopflanzungen blühen, und Tabak wurde in ausgedehntem Maße angebaut. Die Flüsse ge- währen gute Beförderungsmöglichkeiten, und die Eisenbahn erschließt be- reits einen der reichsten Bezirke. Unglücklicherweise ist die ansässige ein- geborene Bevölkerung faul und spärlich im Vergleich mit der der nördlicher gelegenen Bezirke, und da wir kaum auf die Methoden der Deutschen, dem Arbeitermangel mit Hilfe der dichter bevölkerten Landesteile abzuhelfen, zurückgreifen werden, so dürfte die Arbeiterfrage, soweit es sich um die Versorgung der Europäerpflanzungen mit großen Arbeitermassen handelt, schwierig werden. Dieser Umstand mag der schnellen Entwicklung des Landes durch europäische Gesellschaften, die im großen arbeiten wollen, im Wege stehen. Dafür ist aber kein Grund zu sehen, warum nicht ein System von kleinen Eingeborenenpflanzungen eingeführt werden sollte. Das Bei- spiel der Goldküste, wo die ungeheuer wertvolle und rasch wachsende Zahl von Kakaopflanzungen ausschließlich Eingeborenen gehört, beweist den Er- folg dieses Systems und zeigt mit voller Klarheit, welche Vorteile sich daraus nicht nur für die Eingeborenen des Landes, sondern auch für die europäischen Firmen ergeben, die die Ernten aufkaufen und eine zahlreiche Menge zahlungskräftiger Käufer für die Erzeugnisse von Manchester und Birmingham finden. Daß die Küstenbezirke Kameruns weite wirtschaftliche Möglichkeiten bieten, kann von niemandem bezweifelt werden, der diese Gegenden bereist und die schon vorhandenen Pflanzungen und die Strecken unberührten und gleichmäßig reichen Landes, das nur auf Entwicklung wartet, gesehen hat. In den Grasländern, die 2000 bis 4000 Fuß über dem Meere liegen, ist die Lage eine andere. Hier ist die Bevölkerung sehr zahlreich, kräftig und fleißig. Aber die Beförderungsschwierigkeiten stehen einer beschleunigten wirtschaftlichen Entwicklung im Wege. Eine Fortführung der Eisenbahn, die von den Deutschen beabsichtigt war, würde Abhilfe schaffen, aber die physikalischen Schwierigkeiten sind sehr groß, und die Ausgaben würden in der Periode äußerster Sparsamkeit, die dem Kriege folgen muß, wahr- scheinlich unerschwinglich sein. Das Klima in diesen Grasländern ist kühl und für Europäer zuträglich; das gleiche gilt vom Boden in bezug auf europäische Produkte. Weizen, Mais, Gerste, Baumwolle und Kartoffeln gedeihen in den höheren Lagen. - 84 - und in den niedriger gelegenen Bezirken ist .ein. ungeheurer Reichtum an Pahnkemen vorhanden. Rindvieh, Schafe und Ziegen kommen gut fort, rinden sich aber aus bestimmten Gründen nicht in solchen Mengen wie in den nördlichen Bezirken. Letztere entsprechen den ähnlich gelegenen Bezirken Nordnigeriens. Die Bevölkerung ist in weitem Umfange mohammedanisch und besteht hauptsächlich aus llaussa und Fulla. Rindvieh und Häute sind die wich- tigsten Produkte, aber die Möglichkeiten sind in dieser Beziehung kaum berührt, und die Entwicklungsaussichten sind unübersehbar. Die Verbündeten sind durch die Wegnahme Kameruns in den Besitz eines Landes mit großen und rasch steigenden Einnahmen und von großen wirtschaftlichen Möglichkeiten gekommen. Wenn die Kolonie beim Aus- bruch des Krieges sich noch nicht selbst erhielt, sondern auf einen Reichs- zuschuß angewiesen war, so muß man berücksichtigen, daß die deutsche Art der Kolonisierung sich in bezug auf Kapitalaufwendungen nur geringe Be- schränkungen auferlegt und es nicht auf unmittelbaren Nutzen absieht. In Kamerun haben die Verbündeten eine Gelegenheit vor sich, die wohlüber- legten Grundlagen auszunutzen, auf denen die Deutschen gebaut haben, und deren Erträgnisse sich gerade einzustellen begannen. Personalien. Wie wir zu unserer Freude mitteilen können, sind unsere Mitarbeite] Dr. Fickendey und Dr. Ludwigs, der Chemiker und Leiter sowie der Botaniker der Versuchsanstalt für Landeskultur in Viktoria-Kamerun, die seit Beginn des Krieges in englischer Gefangenschaft waren, wegen ihres leidenden Zustandes entlassen worden und befinden sich jetzt in Deutschland, wo ihr Gesundheitszustand sich schon wesentlich gebessert hat. Über Dr. 11 i n d o r f , Vorstandsmitglied des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, der vor Beginn des Krieges eine Reise nach Deutsch-Ostafrika unternommen hatte und dort vom Kriege überrascht wurde, liegen Nachrichten bis Mitte des Jahres 1916 vor. Nachdem er mindestens ein Jahr auf der Sisalplantage Makuyuni bei Gomba in West-Usambara und auch in Derema zeitweilig zugebracht hatte, wo er eine Arbeit über die Sisalkultur vollendete, trat et später in die Schutztruppe ein, wo er, wie vor seiner Entlassung aus dein Militärdienst, wieder die Stellung Hauptmanns erhielt. Als Mitte Juni j y 16 Derema geräumt wurde, ging ei als Etappenleiter des Landetappenkommandos zur Zentralbahn weiter. Mit dem Ableben von Karl Perrot, der am 10. Februar im Lichterfeldei Krankenhaus, einen Tag Dach seinem 74. Geburtstag, verschied, verliert die deutsche koloniale Landwirtschaft einen ihrer ältesten und eifrigsten Pioniere. Sein. Tätigkeit gall der wirtschaftlichen . Umschließung Ostafrikas, nachdem er in seiner Jugend nenn Jahre als Seemann die Weh kennen gelernt und dann als Beamter bei der Rheinisi hen Eisenbahn tätig gewesen war; auch an dem Krie: 71 nahm er als Bahnhofsvorstand teil. Schon bald uach der Besitz- nahme Ostafrikas rüstet ei «ine Expedition nach Ostafrika aus und legte dort Pflanzungen und Faktoreien an, aus denen die Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft entstand. Na« hdem er sich von ihr getrennt hatte, erforschte « 1 das Land im Süden des Schutzgebietes, hauptsächlich bei der Lindibucht, zu- sammen mit seinem Sohne Bernhard; er. widmete besonders den Holzbestäpdec und Mineralschätzen dieses Gebietes seine Aufmerksamkeit und suchte die - 8 5 - heimischen Industriellen und Kaut Leute dafür, freilich ohne Erfolg, zu interessieren.. Außerdem legte er dort größere Pflanzungen an. die sich bei Ausbruch des. Krieges noch in der .Entwicklung befanden. Aus fremden Produktionsgebieten. (32 Wollerzeugung Argentiniens. Die Wollerzeugung Argentiniens, die bis zum Jahre 1908 immer zwischen 400000 und 450000 Ballen ä 440 kg (= 176000 und 198000 t) betragen hat, ist seitdem beständig und erheblich zurückgegangen. Dies betrifft besonders die, Provinz Buenos Aires, wo infolge der zunehmenden Großviehzucht die Bodenpreise derart stiegen, daß die Schafzucht bei den billigen Wollpreisen sich nicht mehr lohnte; dazu kamen auch allerlei Krankheiten, welche auch in den Provinzen Entre Rios und Corrientes die Schafzucht beeinträchtigten. Viele Schafe wurden daher an die Gefrierfleischanstalten verkauft. Infolge der gesunkenen Boden- und der hohen Wollpreise der letzten ein bis zwei Jahre sowie der Enttäuschungen beim Getreidebau hat man sich jetzt, auch in der Provinz Bueneos Aires, wieder mehr auf die Schafzucht geworfen. Die Gesamterzeugung von Wolle in Argentinien im Jahre 1915/16, seit Oktober 1915, wird auf 345 000 Ballen (= 151 800 t) geschätzt gegen 360000 Ballen (= 158400 t) im Vorjahre. Von Anfang Oktober 191 5 bis Ende September 1916 hat Argentinien 29S 909 Ballen Wolle ausgeführt, von denen 152330 nach den Vereinigten Staaten, 41 491 nach Italien, 33220 nach Frankreich und 31894 nach Großbritannien gingen. Das Jahr vorher hatte die Ausfuhr 303 462 Ballen betragen. Die Schaf bestände setzen sich zu- sammen aus 65 bis 75% Kreuzungen, 15 bis 2O°/ Merinos und 10 bis 15",, Lincolns und Southdowns. Von den Kreuzungen (Rambouillet mit Lincoln) sind etwa 10 bis 15% feine, 10 bis 15% mittlere und 30 bis 40% fortgeschrittene Ankreuzungen. Noch immer ist die Provinz Buenos Aires das Haupterzeugungs- gebiet und liefert 40 bis 42%, früher sogar 45% der argentinischen Wolle. Die Provinzen Entre Rios und Corrientes liefern 15 bis 20%. die südlichen Landes- teile (Pampa central, Neuquen, Rio Negro, Chubut, Santa Cruz und Feuerland), deren Erzeugung schon seit Jahren im Steigen begriffen ist, liefern 30 bis 35%, die übrigen Staaten 10 bis 12%. Die inländische Industrie nimmt nur etwa 10 000 t der Wolle auf, zwecks Herstellung von Matratzen, Wolldecken, Ponchos, Tüchern, Flanellen, Militär- und Herrentuchen. Für die besseren Tuche werden die Garne aus Europa eingeführt. Während des Krieges hat die argentinische Industrie starke Aufträge an Decken und Militärtuchen aus den kriegführenden Ländern, namentlich seitens Frank- reichs, erhalten. Gewaschene Wolle ist auch nach Italien verkauft worden. Bis auf einen kleinen Rest sehr fehlerhafter Wolle wurde die ganze Schur 1915/16 zu hohen Preisen untergebracht, nur im Dezember 191 5 gingen die Preise für kurze Zeit um 10 bis 12% zurück. Hauptkäufer waren die Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Schweden. Die Preissteigerung betrug gegen das Friedensjahr 1913/14 für feine Kreuzungswolle 73%' mittlere Kreuzungs- wolle 80%, grobe Kreuzungswolle 84% und Rambouillet- Wolle sogar 110%, die Steigerung war also um so höher, je billiger die Sorte. Feine Kreuzungswolle stieg von n auf 19 Papierpesos (vor dem Kriege im Werte von etwa 1,80 Mi. — 86 mittlere von xo auf ib, grobe von 9,50 auf 17,50 und Rambouillet-Wolle von 5 auf 10,50 für je 10 kg. Auch die Aussichten für das laufende Jahr sind günstig, man erwartet auch eher eine kleine Vermehrung der Schaf bestände; die Preise werden natürlich von den Friedensaussichten abhängen. Die Baumwollsamenölindustrie im Ferghanagebiet. Erst seit wenigen Jahren ist man in Zentralasien dazu übergegangen, das Öl aus den Baumwollsamen an Ort und Stelle zu gewinnen, und jedes Jahr werden dort neue Ölfabriken errichtet oder den bestehenden neue Pressen und Apparate angegliedert, wobei die Handarbeit mehr und mehr durch Maschinen ersetzt wird. Allein im Ferghanagebiet gibt es gegenwärtig schon 18 Baumwollölfabriken; sie sind sämtlich mit Motoren ausgestattet, insgesamt mit 4810 Pferdekräften, und beschäftigen 2500 Arbeiter, darunter 200 bis 500 Frauen. Sie haben 130 Öl- pressen, 22 Schrotmühlen, 8 Ölkuchenmühlen und 1 Brikettpresse; die meisten besitzen gut ausgestaltete Raffinierabteilungen, einige auch chemische Laboratorien. Es kommen immer neue Produkte auf den Markt, so neuerdings sogar Briketts aus Baumwollschalen, nachdem eine der größten dortigen Fabriken, die Andrejew- Handels-Industrie-Gesellschaft, eine Brikettpresse aufgestellt hat. Während die brikettierten Schalen gewöhnlich 16 bis 19 Kopeken für 1 Pud ä 16,38 kg frei Fabrik kosteten, stiegen sie infolge des Mangels an Heizmitteln im vorigen Jahre bis auf 35 Kopeken. Auch stellt man jetzt einfache Seife aus den Rückständen der Raffinierung des schwarzen Öles her, in einigen Fabriken macht man auch aus ihnen eine bessere weiße Seife, die sogar in großen Mengen ausgeführt wird. Mehrere Kabriken bereiten aus den Rückständen der Seifenbereitung auch Wagenschmiere. Gegenwärtig macht man Versuche mit der Herstellung von Stearin und Salolin Allein in Fcrghana erzeugen die Fabriken bis 300 000 Pud Linterbaumwolle, bis 2 200000 Pud raffiniertes, gelbes und weißes, teils zur Nahrung verwendetes, teils für bessere Seifen benutztes Öl, 5 bis 5V2 Mill. Pud Baumwollsamenkuchen. 7 bis 8 Mill. Pud Schalen und 200 000 Pud einfache Seife. Die Preise für das Öl und die Seifen aus Baumwollsamen sind in den letzten Jahren bedeutend gestiegen, infolge der größeren Nachfrage seitens des euro- päischen Rußland sowie der Verbesserung der Rohstoffe, besonders der Baumwoll- samen und des Natrons. Das Öl kostet sogar 22 Rubel gegen 6 Rubel im Vor- jahr, und dieser hohe Preis bestimmt viele Sarten, ihr Saatgut zu verkaufen, zumal da auch die hohen Weizenpreise bei viel geringeren Ausgaben und Risiko zum Übergang zum Weizenbau verlocken. Man erwartet daher in diesem Jahre einen weiteren und zwar starken Rückgang des Baumwollanbaus. Die gelbe Seife, die früher ausschließlich den Bedarf des örtlichen Marktes deckte, wird gegenwärtig vom europäischen Rußland stark gefragt; die weiße Seife ist sogar völlig verkauf! und vom Markte verschwunden, erstere kostet schon 14 bis 14 1 /., Rubel, letztere is'/a bis i6'\ Rubel für 1 Pud frei Versandort. Die Baumwollsaatkuchen, die vor dem Kriege nach Deutschland gingen. s< rden jetzt in Fergbana selbst in steigendem Maße als Viehfutter und Dünge- mittel, der Rest als Heizmittel verwendet; auch der Preis dieser Ware ist be- deutend um 10 bis 15 Kopeken für das Pud, gestiegen; man zahlt bei waggon- weisen Käufen 58 bis 60 Kopeken bei Tafelform, 61 bis 63 Kopeken bei Schrot- form. 64 bis 67 Kopeken bei Mehlform für 1 Pud. Pie nii ht zu Briketts verwendeten Schalen dienen als Brennmaterial und als Viehfutter; die Nachfrage ist bei dem leiden von Heizmitteln bedeutend; die -e schwanken zwischen 18 bis 20 Kopeken für 1 Pud frei Fabrik. - 87 - Blattkrankheit des Hevea-Kautschukbaumes in Guyana. Seit einigen Jahren tritt in Guyana, sowohl im holländischen (Surinam) als im englischen (Demerara), eine Blattkrankheit auf Heveabäumen auf, die teilweise große Verheerungen anrichtet, indem dadurch vielfach V5 bis V 3 sämtlicher drei- bis fünfjährigen Bäume zum Absterben gebracht werden. Die Krankheit zeigt sich zunächst durch das Kräuseln und Umbiegen der jungen 1 bis 3 cm langen Blätter, die dann auch dunkel graugrüne samtartige Flächen zeigen. Schon nach einigen Tagen fallen diese Blätter ab und es bilden sich neue Blätter. Wieder- holt sich das noch zweimal, so beginnen die Enden der Zweige abzusterben. Oft erholt sich der Baum, in anderen Fällen stirbt schließlich die ganze Krone ab und der Stamm bildet Wasserschossen, um schließlich dann auch abzusterben. Die Ursache dieser Krankheit besteht nach den Untersuchungen von Dr. Gerold Stahel, dem holländischen staatlichen Botaniker in Paramaribo, in einem parasi- tischen Schlauchpilz, der in drei Fruchtformen auftritt; er nennt den Pilz nach seiner Perithezien tragenden Hauptform Melanopsammopsis Heveae, und rechnet dazu die Pyknidenform Aposphaeria Ulei, die schon 1904 durch den verstorbenen Berliner Botaniker Professor Hennings an Material ent- deckt wurde, welches der Botaniker Ule aus Brasilien gebracht hatte. Die dritte oder Konidienform ist ein Scolicotrichum mit etwas spiralig gekrümmten länglichen Konidien an kurzen Könidienträgern. Stahel glaubt nicht, daß die gleichfalls schon 1904 für brasilianische Heveablätter beschriebene Perithezienform Dothidella Ulei sowie eine verwandte von ihm gefundene, aber nur sporadisch auftretende Phyllachora etwas mit der Krankheit zu tun haben. Es mag noch erwähnt werden, daß auch in Ostsumatra nach dem Ind. Mercuur 1914 S. 872 eine Hevea-Blattkrankheit auftritt, deren Symptome gut mit dieser beschriebenen Krankheit übereinstimmen. Da nach den Untersuchungen von Stahel die Pyknidensporen nur sehr kurze, selbst in junge Blätter nicht eindringende Keimschläuche entwickeln, und auch die Askosporen der Perithezien nur einzeln in die Oberhaut der Blätter einzu- dringen vermögen, so glaubt er. daß die Verbreitung der Krankheit im wesent- lichen auf den Konidiensporen der jungen Blätter beruht. Er schlägt daher vor, bei den stets wenig zahlreichen Bäumen, die gerade junges Laub treiben, dieses eine Zeitlang abzuschneiden; dadurch erleidet die Verbreitung der Krankheit eine Unterbrechung, da sich die Konidiensporen nur kurze Zeit lebendig erhalten. Diese Mitteilungen der Ackerbauabteilung in Surinam sollen durch eine größere Arbeit mit Abbildung ergänzt werden. ^ 013 EIS 1 Vermischtes. [g g][^)K Getreide-Welternte im Jahre 1916. Nach den Zusammenstellungen des Internationalen Landwirtschaftlichen Instituts hat die Jahresernte der zum Vergleich gelangenden Länder der nörd- lichen Erdhälfte, d. h. im wesentlichen nur mit Auslassung der Zentralmächte und der von ihnen besetzten Gebiete, gegenüber dem Vorjahr bei Weizen um 24,6, bei Roggen um 5,6, bei Gerste um 8,4, bei Hafer um 13,4, bei Mais um 16,6% abgenommen. Gegenüber dem Durchschnitt der fünf Jahre 1909 bis 1913 Tropenpflanzer 1917, Heft 2. 7 — 88 — betrug die Ernte des Jahres 1916 für Weizen 93.2. Koggen 112,1. Gerste 101,9, Hafer 102,6, Mais 94,7°' - Die Mengen betrugen: Durchschnitt rgo9 bis 1913 Weizen . . .741 819 243 916 991 74* tyi 075 225 Roggen . . 224365172 265061 148 251 414 566 Gerste 220938678 245950888 225230484 Hafer 414216665 531364366 460352330 Mais . ._ 736 436 207 816840 183 697 131 073 Zusammen ... 2 337 775 965 2 776 208 333 2 325 203 678 Wie man aus der Zusammenzählung aller fünf Getreidearten ersieht, hat auch die Gesamtsumme beträchtlich abgenommen, nicht nur im Vergleich zu dem recht günstigen Jahr 191 5. sondern auch gegenüber dem fünfjährigen Jahre- durchschnitt. Auf der südlichen Halbkugel ist die Lage noch erheblich ungünstiger, wenig- stens in bezug auf das dort vorherrschende Getreide, den Weizen. Die Weizen- ernte 1916,17 beträgt nämlich in Argentinien und Australien nur 61543200 dz gegen 85906880 im Jahre 1915/16 und 65 155 931 im fünfjährigen Jahresdurch- schnitt, also nur 7i,6°/o der ersteren und 94,5% der letzteren Zahl. Davon fielen auf Argentinien nur 21 Mill. dz gegen 47 im Vorjahr. Auch die Hafererntc betrug mit 4,8 Mill. dz noch nicht die Hälfte des Vorjahres, betrug diese doch 11,9 Mill. dz; ebenso fürchtet man wegen der Trockenheit im Norden der La- plata- Staaten ernstliche Beeinträchtigung der Maisernte. Die südafrikanische Ernte ist ebenfalls recht mäßig, sie wurde im Oktober für Weizen auf 20%, für Gerste auf 13%. für Hafer auf 26°/ unter einer Normalernte geschätzt. In Neu- seeland sind zwar die Witterungsbedingungen einer guten Ernte zuträglich ge- wesen, doch ist die Anbaufläche des dort wichtigsten Getreides, des Hafers, be- deutend zurückgegangen und die des Weizens ist stehen geblieben; auch kommt Neuseeland für den Weltmarkt der Geringfügigkeil der angebauten Flächen «regen kaum in Betracht. Kolonialer Tabak in Holland. h dem Bericht der Maklerfirma P Meerkamp van Embden & Bowen, terdam, wurden im Jahre 1916 verkauft: Sumatra-Tabak 23300s Pack im Werte von etwa 75,7 Mill. fl Java-Tabak . . . 7'>7 74.1 79-5 •• Borneo- 1 abak . . 8 <>3i , 2,0 Von Java-Tabak sind 19285 Pack unverkauft geblieben, bis zu dem im August erfolgten deutschen Einfuhrverbot für Tabak stiegen im Jahre 1916 die Preise schnell. Namentli« li nahmen spekulative Elemente, die sonst dem Tabak- 11, der i-.i' hkenntnisse voraussetzt, ziemlich fern blieben, daran teil, da si. die W.i! ht zu höheren Preisen absetzen konnten. Das lag schon daran. dafl der Verbrauch ^tark zunahm, die Ernten der kriegführenden Staaten im Jahre 1915 stark gefallen waren, die Gesteluin^-ko-t( n und Frachten hingegen dauernd stiegen, außerdem die Abladungen, namentlich der amerikanischen Sorten, nur langsam von statten gingen. Im Jahre 1916 war die Ernte Amerikas eine gute, sie wird auf 1145 Mill. Pfund geschätzt gegen 1060 Mill. Pfund im Vorjahr: außerdem i-t der Resl der alten Ernte durch starke Verkäufe sehr gering geworden. - 89 - Auch Deutschland soll eine gute Ernte erzielt haben, 38 bis 40 Mill. kg gegen 26 Mill. kg im Jahre 1913, so daß es 2 / 5 seines Bedarfes decken kann. Während bis zum 14. Juli sämtlicher Tabak frei in Holland hineingelassen wurde, mußten von dem Zeitpunkt an alle Sorten, mit Ausnahme der niederländisch- indischen, an den N. O. T. (Nederl. Overzee Trust) konsigniert werden. Dies, der von 85 auf 130 M. pro 100 kg erhöhte deutsche Einfuhrzoll und am 7. August 1916 das Einfuhrverbot seitens Deutschlands schädigten naturgemäß den Tabak- handel in der zweiten Hälfte des Jahres; dazu kam noch Ende des Jahres das Jute- und Tabakmatten-Ausfuhrverbot. Man suchte sich dadurch zu helfen, daß man aus dem Auslande altes Verpackungsmaterial wieder einführte, worauf dann die Originalpackung die Grenze passieren konnte. Auch England erließ ein Einfuhr- verbot, von dem aber seine eigenen Kolonialtabake nicht betroffen wurden. In Ungarn wurde der Preis für Rohtabak um 50% erhöht und der eigene Anbau gefördert; ebenso setzten die anderen Regieländer die Verkaufspreise stark in die Höhe. Wenn dennoch die Einwirkung aller dieser Maßnahmen auf den hollän- dischen Handel in Rohtabak verhältnismäßig gering war, im Gegensatz zur Zigarrenindustrie, die schwere Zeiten durchmachte, so lag das an dem starken Verbrauch seitens der Heere. Nur die Preise mußten nachgeben, infolgedessen ein großer Teil der angebotenen Posten amerikanischer Sorten zurückgezogen wurde. Der Java- Tabak wurde aber anstandslos abgesetzt und der Sumatra-Tabak en bloc verkauft und nachträglich von den Käufern versteigert. Auch wurden die geringen Preise, die Deutschland bezahlte, dadurch etwas ausgeglichen, daß die Vereinigten Staaten weit mehr Sumatra-Tabak bezogen als im Jahre vorher, allein im November 1916 30000 Pack gegen 18000 Pack im Jahre 1915. Speiseöl aus Buchein. Die ziemlich hoch gespannten Erwartungen, die man an das Sammeln der Buchein geknüpft hat, haben sich nur teilweise erfüllt; dies lag vor allem daran, daß man meist nicht das Sammeln in der richtigen Weise vorbereitet und durchgeführt hat. Die Benutzung von Kriegsgefangenen erwies sich als zu teuer, auch fehlte den Soldaten meist die Fähigkeit und Anstelligkeit, oft auch der gute Wille. Am besten eignen sich richtig angeleitete Schulkinder, außerdem Frauen; als einzig brauchbare Methode erwies sich das Sammeln der einzelnen Buchein mit der Hand. Im Forstbezirke Eichstätt-Ost im bayrischen Jura wurde das Sammeln mustergültig durchgeführt. Von 1 Uhr nachmittags an zogen die Kinder gruppenweise mit den Lehrern und Lehrerinnen in den Wald, gegen Dunkelheit lieferten sie einzeln ihre Ernte ab, wobei ihnen nach Messen im Hohlmaß die Menge bestätigt wurde. Für jedes Liter einigermaßen gereinigte Buchein wurden ihnen 24 Pf. gut geschrieben; kleinere Kinder sammelten s / 4 ' } ' s i l / 4 Liter, ältere i\ ! 2 bis 3 Liter in dreistündiger andauernder Tätigkeit; ein Real- schüler sammelte an zwei Nachmittagen je 7 Liter. Im allgemeinen lieferten die Mädchen nennenswert mehr Buchein ein als die Knaben. Die Kinder durften V 4 der Ernte, bis zu 25 kg, für den eigenen Haushalt einbehalten, was einer Aus- beute von 4 bis 5 kg Öl entspricht. Nur 62% der Buchein eignen sich für Ol- produktion. Zum Reinigen bedient man sich mit Erfolg einer einfachen Getreide- putzmaschine, die die Buchein in vollwertige, zur Ölbereitung verwendbare, mittel- mäßige, noch zur Ölkuchenbereitung brauchbare, und in Uiube und verfaulte scheidet. Auch durch Untersinkenlassen in Wasser kann man die guten von den tauben absondern. Bis Mitte November wurden im Forstamt Eichstätt-' >-• 7* von 1700 Personen, darunter 1450 Schüler und Schülerinnen, gegen 18000 Liter Buchein getrocknet, davon entfallen 15 000 Liter auf die Arbeit der Stadtbevölkerung. An Löhnen wurden 4500 M. ausgezahlt. Da ein Liter Buchein 60 g bestes Speiseöl, den Wochenbedarf einer Familie, gibt, so sind dort 1 100 kg Speiseöl, daneben noch 5000 kg Ölkuchen gewonnen, bei 8 M. für 1 kg Ol und 25 M. für r Zentner Ölkuchen also ein Wert von 13 000 M. Dieses zahlenmäßige Bei- spiel ist nicht nur von Bedeutung für das Sammeln von Bucheckern in der Zu- kunft, sondern auch für das Sammeln von Ölfrüchten in tropischen Gegenden, wo es die Aufgabe jedes Lehrers sein sollte, zur Reifezeit der wichtigeren Ölfrucht- bäume der Umgegend die Kinder an das Sammeln zu gewöhnen. Es würden sich auf diese Weise unglaubliche Massen von Ölfrüchten mit der Zeit erzielen lassen, da namentlich die weiblichen Eingeborenen, von Kindheit an dazu er- zogen, diese Beschäftigung gewiß vielfach auch später fortsetzen dürften, wenn in ihren Wohnorten Sammelstellen mit Barzahlung eingerichtet sein werden. (23 (SS Auszüge und Mitteilungen. gg|g§2 8 1914 '915 Palmkerne 88671 E 50512 Jl Palmöl . . 37646 E 25 769 £ Kautschuk 2 1 63 1 E 25 167 £ Ausfuhrhandel der Goldküste. Im Jahre 191 5 bewertete sich der Ausfuhrhandel der Goldküste auf 5 814 810 £, das sind 3o°/ mehr als im Jahre 1914 und 15% mehr als im Jahre 1913, dem Höchstjahre in bezug auf die Ausfuhr. Im wesentlichsten beruht die Zunahme auf der vermehrten Ausfuhr und den erhöhten Preisen für Kakao; etwas an Wert zugenommen hat auch die Kautschukausfuhr, etwas abgenommen hat die Ausfuhr von Kolanüssen, beträcht- lich die von Palmkernen und Palmöl, während die Bauholzausfuhr fast bis auf ein Drittel eingeschrumpft ist. Ks betrug die Ausfuhr an 1914 ' 1915 Kakao 2193749 £ 3 651 341 £ Bauholz 240 87S ü 90661 £ Kolanüsse . 142 [90 t '39163 £ Ausfuhr des K o n g o s t a a t e s. Im Jahre 19 15 führte der Kongostaat au>: Palmkerne 11024 t. Palmöl 3407 t, Kopal 4255 t, Kautschuk 2013 t, Reis 1140 t, Kakao 620 t, Elfenbein 201 t. Auffallend und durch die niedrigen Preise zu erklären ist die geringe Menge Kautschuk, der ebenso wie der Kakao voll- idig nach England >Jng. Zuckerernte Kuba-. Die Zuckerernte des mit «lein 30. Juni [916 abschließenden Jahres brachte mit 2858786 t einen Rekord, in dem sie ras! um 525000 t gegen das Jahr vorher zugenommen hat. Nach Europa gingen 5830000 t gegen 2180000 t im Vorjahre, nach New Orleans 211 101 t gegen 160 501 t im Vorjahre. Im Jahre 1915 gab es auf Kuba 177 Zuckerplantagen, davon 76 in kubanischem Besitz, je 44 amerikanische und spanische. Seitdem sind viele dieser Pflanzungen von amerikanischen Firmen aufgekauft. Für die imende Saison schätzl man die Ernte auf 3,4 Millionen t. da infolge der andauernd enorm hohen Preise fortgesetzt große Strecken Weideland zu Zuckerplantagen umgewandelt werden. Auch in der Dominikanischen Re- publik ist der Rohrzuckerbau in Zunahme begriffen, die Ernte betrug nämlich im Jahre 1915/16 878 ooo Sack (zu 310 lb) gegen 752000 Sack im Jahre vorher, die kommende Ernte schätzt man auf 1033000 Sack. 9i Zuckerrübenbau in der Mandschurei. Die Zuckerversorgung der der Mandschurei benachbarten Gebiete des russischen Sibirien hat die Süd- mandschurische Zuckerfabrik - Gesellschaft zum Zwecke, die neuerdings von 60 japanischen Kapitalisten mit einem Kapital von 10 Millionen Yen mit dem Sitz in Mukden gegründet wurde. Zucker röhr bau in Peru. Der Anbau von Zuckerrohr in Peru ist der Hauptsache nach auf die Küstengegenden der Provinzen La Libertad, Lambayeque. Ancach, Lima, Arequipa und Tacna beschränkt. Das Haupthindernis ihrer Ent- wicklung sind der Wassermangel und hohe Herstellungskosten — 1000 Fr. auf 1 ha. Das Anbaugebiet im Jahre 1915 wuchs von 3220 auf 205310 ha, die Zuckerernte von 34780 auf 262840 t; ausgeführt wurden 220260 t im Werte von 5 557 900 Libras, und zwar 183 910 t granulated, 24230 t brauner und n 190 t Weißzucker sowie 930 t chancaca (Teig von grobem braunem Zucker). Zuckerrübenanbau in diesem Jahre. Auf der außerordentlichen Generalversammlung des Vereins der Deutschen Zucker-Industrie am 24. Januar, bei der 320 Vercinsfabriken vertreten waren, stellte der Vorsitzende des Aus- schusses fest, daß der diesjährige Ausfall der Rübenanbaufläche nach dem Ergebnis der Umfrage 34,6 °/ betragen werde. Bisher hätten 305 Rohzuckerfabriken, die eine Anbaufläche von 381490 ha hatten, nur 249400 ha fest zugesagt, für 81 130 ha seien die Verhandlungen noch in der Schwebe. Die von den Rüben- bauern geforderte Erhöhung der Rübenpreise aut 3 M. für den Zentner dürfte sich kaum erfüllen, dagegen bemüht man sich, den Forderungen bezüglich Stellung von Gespannen und Arbeitern sowie Düngemitteln Rechnung zu tragen. Bezüglich Kali ist es nur eine Frage der Organisation des Transport- wesens, da genügende Mengen dieses gerade für Zuckerrüben sehr wichtigen Düngemittels bereit stehen. Für Phosphor handelt es sich um die Verteilung der zwar bedeutenden, aber doch nicht für den Bedarf der Landwirtschaft ge- nügenden Menge von Thomasmehl. Am schwierigsten ist die Lieferung stick- stoffhaltiger Düngemittel. Zwar ist der Zuckerindustrie eine gewisse Menge zur Verfügung gestellt worden, meist in Form von Kalkstickstoff, zum kleinen Teil auch schwefelsaures Ammoniak, doch ist die Menge völlig ungenügend, und beträgt bei 400000 ha nur 3 Pfund pro Morgen anstatt eines Zentners, der eigentlich nötig sein würde. Im Gegensatz hierzu haben die Landwirte, die Raps, Rübsamen oder Flachs bauen, ein Anrecht auf 50 Pfund schwefelsaures Ammoniak auf den Morgen. Man befürchtet, daß unter diesen Umständen der Zuckerrübenanbau in diesem Jahre stark zurückgehen wird. Frankreichs Weine r n t e. Die Weinernte- Frankreichs im Jahre 1916 ist fast doppelt so groß wie die des Vorjahres. Sie beträgt 33 457 347 gegen 18 100 790 hl im Jahre vorher, die Algiers übertrifft die des Vorjahres um fast die Hälfte. Sie betrug 8781266 gegen 3 139 021 hl im Jahre vorher. Da aber die Vorräte zu Beginn des Jahres 1916 nur minimale waren, in Frankreich i 310 160 gegen 6972 135 hl im Vorjahre, in Algier 51 734 gegen 327690 hl im Vorjahre, so ist die gesamte zur Verfügung stehende Weinmenge nur 13 Millionen Hektoliter größer als im Vorjahre. Wie im letzten Jahre sind aber anscheinend die Erklärungen infolge der Requisitionen seitens der Regierung auf die zum Verkauf bestimmten Mengen beschränkt geblieben. Man hat eine weit größere Ernte erwartet; die Preise sind -trotz der größeren Mengen hoch geblieben. Eine besondere Weinrechnung. Eine Weinrechnung besonderer Art wird in Pfälzer Blättern viel besprochen. Veranlassung hierzu gab die Tat- sache, daß bei der letzten Versteigerung von Gewächsen des Reichsrats Buhl in — 92 — leaheim ein Fuder „Forster Kirchenstück, Riesling Auslese" für 4-s oou M verkauft wurde. Der Zweck der Rechnung war, zu ermitteln, wie hoch eich bei diesem Preise eine einzelne Weinbeere stellt. Der unbekannte Rechenmeistei gibt folgende Zahl« n an: Für ein Fuder Wein braucht man 1200 Liter oder jo Lfegel .1 40 Liter Maische. Auf eine Lege] Maische gehen 85 Pfund Trauben, also auf 30 Lege] -\s.s<> l'fund Trauben. Wenn nun 2550 Pfund Trauben gleich 1000 Liter Wein iS 000 M. kosten, so stellt sich ein Pfund Trauben auf 18,82 M. Zu einem Pfund Trauben sind zehn Stück nötig, demnach kostet eine Traube 1,82 M., und da im Durchschnitt 30 Beeren auf eine Traube gehen, so kommt eine Heere auf 6'/a Pfennig zu stehen. K a Lau in A s c h a u t i. Nach einem Bericht des britischen Kolonialamts in Akra nahm die Anbaufläche von Kakao auch im Aschanti-Bezirk zu. Neben vielen vortrefflich angelegten und reiche Ernten bringenden Pflanzungen ist die Zahl der vernachlässigten, überwachsenen und anscheinend verlassenen Anlagen noch weit größer. Viele Tausende von eingegangenen und absterbenden Bäumen sind an verschiedenen Stellen des Bezirkes vorgefunden. Der Bericht sagt, es sei schwer, die Eingeborenen darin zu erziehen, beim Eintritt einer Baumkrank- heit oder bei einer Mißernte Gegenmaßregeln zu ergreifen, statt davonzulaufen und die Anlage sich selbst zu überlassen. Die Kakaoindustrie der Niederlande. Infolge eines Überein- kommens zwischen England und dem Niederländischen Übersectrust (N. (). T.i. dem auf Wunsch und Befehl Englands eingesetzten Kontrollorgan des holländischen Handels, wurde die Einfuhr von Kakaobohnen, entsprechend dem Ausfall der Kakaoausfuhr nach Deutschland, bedeutend gekürzt. Zwar soll nach dem Über- einkommen die Ausfuhr von Fertigfabrikaten nach England gefördert werden. aber einerseits ruht darauf die Verpflichtung, von dem aus englischen Häfen ein- geführten Rohmateria] 75% des Gewichts in Erzeugnissen zurückzuliefern, ander- -1 its sind die in England zu erzielenden Preise im Verhältnis zu den Rohmaterial- -'•n leei ewinnbringend; auch fehlte vielen Fabriken jede Beziehung zum englischen Markte, war zu Beginn der Vereinbarung längere Zeit die Ausfuhr dei Kakaobutter na< h England nicht möglii h so daß Holland. da 1 u auch nach Deutschland auf Befehl nds nicht bringen durfte. damit einfach sitzen blieb. Schließlich wann auch die Bohnenzufuhren trotz iller Verordnungen nicht regelmäßig. Infolge aller dieser Schwierigkeiten stand der Verbrauch dei holländischen Fabriken an Rohmaterial gegenüber dem des lahres 19 rk zurück Dei Rückgang wäre ein noch größerer gewesen, wenn nicht die n< utralen 1 ä t der Zugang dorthin erlaubt war. d. h alle bis auf Skandinavii 1 aufnahmefähig gewesen wären, und wenn nicht auch der Verbrauch Hollands stark zugenommen hätt< rdnußöl in den \ ereinigten Staaten. Infolge der Knapp mwollsaai wurden jetzt in mehreren Baumwollölfabriken der Südstaaten irbeitet und das daraus in gleicher Weise wie Baumwollsamenöl Erdnußöl zu gleit hen Preisen wie ersteres verkauft. Das auf diese Weise ' kl K01 hen und Pressen erzielte < »l ist aber nicht erstklassig, auch besteht Nachfrage nach hochwertigem Erdnußöl Wenn es -ich auch durch finieren herstellen läßt, 50 ist es doch zweifelhaft, ob es ebenso hohe Preis« und wie feines Jungfernöl. I' .1 I m k e r n a usfuhr Westafrika s. Im Hinblick aul die Bemühungen dei Engländer, den Palmkernhandel und die Olfabrikation aus Palmkernen an 93 sich 2t) reißen, mag ein Überblick über den Ausfuhrhandel der einzelneu Kolonien erwünscht sein. Englische Kolonien: Tonnen Nigeria (mit Lagos) [75000 Sierra Leone ... . . 49 000 Goldküste 13 000 Gambia 500 Zusammen *37 5oo Französische Kolonien: Dahome' 35 000 Französisch-Guinea ... 4 800 Elfenbeinküste Deutsche Kolonien: Tonnen Kamerun 18000 Togo 17000 Zusammen . . . 35 000 Portugiesische Kolonien: Portugiesisch-Guinea ... 6 000 Angola 4 000 Senegal Französisch-Kongo . Zusammen 2 200 1 300 600 43 900 Zusammen Belgische Kolonien: Belgisch-Kongo . . Liberia Spanische Kolonien . Von den etwa 330 000 Tonnen des Welthandels stammen also über to 000 6800 1 000 100 7s aus britischen, l / s aus französischen und nur '/io aus deutschen Kolonien, während vor dem Kriege nicht weniger als 280 000 Tonnen, also fast 7 /s> m Deutschland, besonders in Hamburg, 40000 Tonnen in Liverpool zur Verarbeitung gelangten. Entwicklung der sibirischen Butte rausfuhr. Zu Anfang dieses Jahrhunderts hatte die sibirische Butterausfuhr erst geringe Bedeutung. Bis 1894 führte Sibirien überhaupt keine Butter aus, und noch 1899 wurde erst die Hälfte der eingesandten Ware als vollwertig angesehen. Besonders durch die Bemühungen dänischer Fachleute ist dies bald anders geworden. Von der Um- gebung Kurgans aus breitete sich der Butterhandel schnell über die Distrikte Omsk, Nowo-Nikolajewsk und Minussinsk aus und ist jetzt dort überall die Haupt- quelle des Einkommens der ländlichen Bevölkerung. Die Zahl der mit der Her- stellung von Butter sich befassenden Meiereien wuchs in wenigen Jahren in gewaltigem Maße, und diese führten Maschinen und Geräte der neuesten Methode ein. Im Jahre 1890 gab es erst 140 Butterfabriken, 1900 schon 1100 und 1902 bereits 2500. Die Butter wird in Fässern aus Buchenholz verpackt, deren Material trotz des Waldbestandes der Gegenden vom Ausland bezogen wird; so haben dänische Unternehmer eine Faßfabrik bei Kutais im Kaukasus eingerichtet. Der größte Teil der Ausfuhr ging vor dem Kriege nach England und Deutschland, zum Teil über Dänemark, ein kleinerer Teil über Dalni und Port Arthur nach China und Japan. Täglich ging ein Eisenbahnzug mit Kühlwagen von Nowo- Nikolajewsk nach den Ostseehäfen. Die sibirische Butterausfuhr betrug 1898 2500000 kg 1906 1900 . 18000000 ,, !9°9 1902 . jooooooo ,, In den letzten Jahren betrug die Butterausfuhr Sibiriens im Durchschnitt 4' .j Mill. Pud (ä 16,38 kg) und eine im Oktober in Omsk einberufene Versamm- lung zur Beratung der Frage der Versorgung der Armee und des europäischen Rußlands war der Ansicht, daß auch im Jahre 1916/17 Sibirien 3V2 Mill. Pud werde ausführen können. Der Verband der sibirische Butter produzierenden Kartelle, dessen letzter Jahresumsatz 70 Mill. Rubel betrug, hat in seiner im Dezember 1916 in Tomsk abgehaltenen Sitzung beschlossen, im Laufe dieses 48 500 000 kg 1 41 000 000 ,. — 94 — Jahres die Butterproduktion in den bezirken Koktschetaj-, Petropawlowsk, Zaisan, Atschinsk und in der Kulundiner Steppe zu organisieren, und die Regierung hat dem Verbände zu diesem Zweck einen Kredit von 300000 Rubel gewahrt. Maßregeln gegen die K c 1 1 n o t. Der vor kurzem aus dem beir.tt des Kriegsernahrungsamtes ausgetretene Jenaer Hygieniker Professor Abel hat n einem Vortrag im Jenaer Gesundheitsausschuß seiner Meinung dahin Ausdruck bcn, daß es das richtigste sei, die Erzeugung pflanzlicher Öle zu heben, weil auf dem Umweg über den Tierleib zu viel Stoff verloren gehe: selbst weniger schmackhafte < »lc ließen sich durch Härtung fabrikmäßig in butterähnliche schmackhafte, gut verdauliche und bekömmliche Fette umwandeln. Das Kriegs- ernährungsamt hätte schon durch Anbauzwang von ölgewächsen im Jahre iuif> die Erzeugung großer Mengen Fett sicherstellen können, anstatt den ganz unver- nQnftigen Weg einzuschlagen, durch Preiserhöhung der Ölfrüchte deren freiwilligen Anbau zu erreichen, d.h. wieder auf Kosten der Verbraucher zu wirtschaften. Es sei zu bedenken, daß Deutschland in den letzten Friedensjahren etwa 1 1 / 2 Mill. Tonnen Ölfrüchte mit 30 bis 5o°/ Ölgehalt sowie außerdem 50 000 bis 60 000 Tonnen fertige Öle von Übersee erhalten habe, die uns jetzt fehlen. Wenigstens sollten sich jetzt noch die gartenreichen Städte zur Anpflanzung von Sonnenblumen und Mohn, die in ihren Früchten 40 bis 50 °/ Öl enthalten, bereitfinden. Auch auf Schulhöfen und in Prachtgärten sollte der Anbau von < »Ipflanzen gefördert werden. Lemongrasöl. Dieses ätherische Öl wird nur zum Teil von dem echten Lemongras gewonnen. Andropogou (Cymbopogon) citratus, das, in Bengalen heimisch, fast in ganz Indien in einer selten blühenden Form angebaut wird. Der größere Teil des Lemongrasöles stammt von dem Malabar-Lemongras, Andropogon mbopogon) flexuosu-. welches Gras am feuchten Südwestrand der Dekkanhalb- wächst, besonders in Travancore an den Abhängen der Berge im Norden von AnjengO. Im Januar werden die Flächen durch Niederbrennen von dem alten Grase befreit, und Bechs Monate später ist da- neu aufsprießende Gras schnittreif. Wahrend der Monate Juli big Oktober wird andauernd gearbeitet, und die ganz. Gegend ist mit Öfen und Destillierapparaten übersät; auch haben schon einige Europaer Destillationsanlagen errichtet. Die eingeborenen Arbeiter, die Mopla-. -ollen 27 Formen der Pflanze kennen, von denen nur fünf einen Handelswert haben, eine angebaute Art trägt keine Blüten Gutes Lemongrasöl enthält 70 bis 80%. gerii orten [0 bis 50% Citral. Dieser Stoff dient zur Herstellung künst- lich besonders des Jonon, sowie zur Parfümierung feiner Seifen. rrock n< Öl e aus Tei pen tinölr Q c k > t ä n d e n. Nach einem en Reichspatenl lassen Bicfa aus den hoch siedenden Teilen der Rückstände bei der Destillation von Terpentinöl durch Einleiten von I.uft oder oxydierende Gase unter Erwärmung trocknende Öle gewinnen Harzgewinnung im Potsdamer Forst. Obgleich wegen ungünstiger Witterung eine Höchstleistung nicht erzieh werden konnte, ei gab doch das nur 80 ha große Gebiet bei 24000 Bäumen immerhin eine Ernte von 20000 ky. Harz. Der große Auiwand an Arbeitskräften und Löhnen hat sieh also gelohnt, indem einerseits dei Industrie ein» beträcht- liche Menge von Rohharz zugeführt werden könnt«, anderseits zahlreich« •en und Kinder hei nicht zu schwerer Arbeit dabei ihren Verdienst fanden. Harz und Terpentin. Einem Autsatz von CG. Schwalbe übel Harz und Terpentin aus deutsch« m Walde („Zeitschrift für Forst- und Jagd- 95 wese'n" igi(>. Heft 3) entnimmt die „Chemische Umschau" folgende Angaben: Vor dem Krieg betrug die Produktion an Kolophonium und Terpentinöl in den Vereinigten Staaten 420000 bzw. 96005 t, in Frankreich 70000 bzw. 14000 t. Deutschland bezog aus Amerika etwa 100 000, aus Frankreich etwa 12500 t Kolophonium, führte aber viel davon wieder aus, sein eigener Ver- brauch betrug etwa 80000 t im Werte von 16 Millionen Mark. Davon gingen etwa 25000 t in die Harzöldestillationen und etwa 24000 t in die Papier- industrie, über den Verbrauch der Seifenindustrie scheinen Zahlen nicht be- kannt zu sein. Der deutsche Verbrauch an Terpentinöl betrug etwa 33000 t im Werte von 23 Millionen Mark. In wildreichen Gegenden konnte man während des Krieges bis zu 100 kg .Scharrharz pro Hektar Fichtenwald sammeln. Es enthält etwa 20 9c Ver- unreinigungen, vorwiegend Rinde, nur Spuren von Terpentinöl und außer eigentlichen Harzsäuren viel neutrale, ester- und anhydridartige Körper, deren Abscheidung aber auf einfache Weise gelingt. Der durch Verwun- dung der Kiefern gewonnene Balsam enthält in Deutschland nur 14 % Terpentinöl gegen 20 bis 24% in Österreich und Amerika, er ist infolge- dessen auch viel dickflüssiger, so daß leicht ein Stocken des Harzflusses ein- tritt. Die Ausbeute an Balsam beträgt etwa 2 kg pro Stamm. Deutschland hat 5,6 Millionen Hektar Kiefernwald, der Jahresbedarf von 80000 t Kolo- phonium könnte daraus leicht gewonnen werden, derjenige an Terpentinöl allerdings nur zur Hälfte. Die Gewinnung von Harz und Terpentinöl aus Fichtenreisig erwies sich als unlohnend. Dagegen fallen in den preußischen Staatsforsten jährlich 137000 cbm Stubbenholz an. Der Gehalt an Harz bzw. Terpentinöl beträgt in der Wurzel 8,1 bzw. 1,1 %, im Splintanteil des Stamm- endes 7,5 bzw. 0,8% »nd «n dessen Kernanteil 13,3 bzw. 5,7%. Wenn man das gesamte Stubbenholz mit Natronlauge unter Druck auf 170 erhitzen würde, so ließen sich unter beträchtlicher Wertsteigerung gewinnen: 3100 t Harz, 1500 t Terpentinöl, 13 500 t Zellstoff. Die Harzseife könnte in der Seifen- und Papierfabrikation direkt verwendet werden. Kautschuk- Weltproduktion. Eine Statistik in „The YVorlds Rubber Position" zeigt deutlicher als alle Worte das Anwachsen des Plantagen-Kautschuks und daher der Gesamtproduktion, den Stillstand des Brasilkautschuks und den Rückgang der Kautschukproduktion anderer Herkunft. Anderer Jahr Plantagen 1 900 ■ ■ 4 I90T . . • - 5 1902 . . . . S I 903 . . 21 1904 . - • 43 1 905 . . '45 1 906 • • 5io 1907 • • 1 000 190s . . 1 800 1909 3 600 1910 . . 8 200 191] . . • • I44I9 1912 . . . • 28518 1913 • • • ■ 47618 Brasil 26750 30 300 28 700 31 100 30000 35 000 36 000 38 000 39000 42 000 40 800 37 73o 42 410 39 37" Herkunft 27 136 24 545 23632 24 829 32077 27 000 29 700 30 000 24 6on 25 000 21 500 23 000 28 000 21 452 Gesamt- produktion 53 890 54 850 52340 55 95o 62 120 62 145 66 210 69 000 65400 69 6o< > 70500 75 149 98 928 108 440 - 9 6 - Anderer Gesamt- Jahr Plantagen Brasil Herkunft ,> roduktioiI 1914 . . . 71380 37000 12000 120380 1915 . . 107867 37220 '3615 158702 1916 150000 37000 15000 202000 Nach einer anderen englischen Berechnung betrug die Ausfuhr von koh~ kautschuk im Jahre 191 6 aus Ostasien 150000 Tonnen Brasilien .... 35 000 .. anderen Ländern 13000 ,, insgesamt 198000 Tonnen Da- sind 44500 Tonnen oder 28% mehr als im Jahre 1915. Der Vorrat in England betrug Ende November 1916 10 194 Tonnen. Die Kautschukerzeugung des laufenden Jahres wird auf 237000 Tonnen geschätzt. .Anderseits wird der Verbrauch auf nur etwa 210000 Tonnen veranschlagt, was eine erhebliche Überproduktion bedeuten würde. Die Erfahrungen lehren aber, daß gerade in bezug auf Kautschuk sehr wenig von Vorschätzungen zu halten ist. Ausfuhrzoll« auf Kautschuk. Wie aus Singapore gemeldet wird, schlägt der Kriegssteuer-Ausschuß einen Ausfuhrzoll von 5% auf Kautschuk vor. Peru hat auf alle ausgeführten Kautschukarten Ausfuhrzölle gelegt, die ab- ift von 2 bis 6%, nach dem Londoner Preise, bei besseren Sorten von 70%, schlechteren von 30° des Wertes erhoben werden. Amerikas Kautschukeinfuhr. Die zunehmende Bedeutung der inigten Staaten als Kautschukmarkt geht vor allem aus dem Vergleich ihrer Einfuhr von Rohkautschuk während der letzten drei Jahre hervor. Sie stieg im .•t/ten Jahre um 55 l ( 2 °lo un & betrug 1913/1914: 58926. i«n4 1915: 76816 und 1915/1916: 119542 t. Nicht nur in Brasilien und Singapore nimmt die Kautschuk- ausfuhr nach den Vereinigten Staaten bei weitem den ersten Platz ein, sondern -t in Ceylon hat die Union im letzten Jahre zum eisten Male Großbritannien überflügelt, während sie im Jahre 1915 nicht viel über die Hälfte des nach England ausgeführten aufnahm. K a utsc huk a rt i g < Pr d uk t e a u s K b b a u t. Nach einem neu« n .t kann man kautschukartige Produkte in der Weise erzeugen, daß man Rohhaut im ganzen odei in zerkleinerter Form mit Hilfe erwärmter Rizinol- -änrrn oder Sulfosäuren, Türkisebrot, zum Aufquellen bringt und dann durch jungsmittel wie Solvcntnaphtha, Benzin, Benzol oder dergleichen von dem Quell- mittel befrei^; das Lösungsmittel wird dann, zweckmäßig durch einen Luftstrom, Die Rohhaut, die eine schwammartige Beschaffenheit angenommen hat, wird dann unter Erwärmung mit Kautschuk, bzw. Kautschuklösungen oder KautBChukersatzmitteln getränkt Das so erhaltene Produkt kann dann wie Kaut- ;chuk in beliebige Formen gebracht, gewalzt und vulkanisiert werden; das vul- kanisiert« Produkt soll sich durch hervorragende Elastizität und Geschmeidigki iiiszeichnen eu< Riesengesellschaft in der Automobilindustrie >en der großen Ford Motor Co. hat ßich unter dem Namen American Company neuerdings durch Verschmelzung von fünf Gesellschaften eine enunternehmung gebildet mit einem Kapital von 223 Mill. Dollar, also rund einer Milliarde Mark I »er Hauptteilhaber der früheren Willys-Overland ' ompany, Mr. John N Willys, soll für seine Interessen an dieser Gesellschaft Mill. Dollar erhalten haben, davon die Hälfte in Gold — 97 — Zunahme der Automobilindustrie in Amerika. Während im Jahre 1903 in den Vereinigten Staaten erst n 000 Automobile gebaut wurden und rwnd 40000 im Verkehr standen, betrugen die entsprechenden Zahlen im Jahre neu gebaute im Betriebe stehende 1913 485000 1436000 1914 515000 1865000 1915 892000 2645000 1916 1 200000 3686000 Heute wird der Preis eines Automobils im Durchschnitt auf 4000 M. bewertet, und der jetzige Jahresbedarf an Kautschuk für diese Industrie in Amerika allein auf 69 000, also mehr als vor zehn Jahren die Welterzeugung an Kautschuk betrug Arabisches Gummi. Die Ausfuhr des Sudangummis scheint im Jahre 1916 besonders groß gewesen zu sein, wenigstens gingen im ersten Halbjahre über Port Sudan nicht weniger als 10 353 Tonnen im Werte von 455 217 £ E. gegen 7580 Tonnen im Werte von 196987 £ E. in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Über die Hälfte, nämlich für 262 113 £ E. ging nach Großbritannien, für 137281 £ E. nach Frankreich, für 29896 £ E. nach den Vereinigten Staaten, für ib 617 £E. nach Japan, für 7289 £ E. nach Ägypten, für 1062 £ E. nach Australien, für 711 £ E. nach Italien und für 209 £ E. nach China. Zunahme der Baumwollindustrie in Amerika. Die drohende Baumwollnot Europas wird außer durch die geringe Baumwollernte Amerikas vor allem durch die schnelle Zunahme des eigenen Verbrauch- Amerikas hervorgerufen. Während die Vereinigten Staaten im Jahre 1913 nur gegen 15 Millionen Baumwollspindeln zählten, besitzt das Land jetzt schon 33 Millionen. Allein in den Südstaaten laufen bereits 13 Millionen Spindeln, nur 2 Millionen weniger als im Jahre 1893 in den gesamten Ver- einigten Staaten. Die Zahl der Spindeln der Nordstaaten, die damals erst 6 Millionen betrug, ist jetzt auf 20 Millionen gestiegen. Allein in den Süd- staaten sollen gegenwärtig 259000 Baumwöllwebstühle laufen. Die Vereinigten Staaten verbrauchten nach der Statistik des amerikanischen Zensusbureaus: Baumwolle Linters Zusammen Ballen Ballen Ballen 1913/14 • • • 5 577 4o8 307325 5884733 1914/15 . . 5 597 3 62 411 845 6009207 1915/16 . . 6397613 880916 7278529 Der größere Verbrauch an Baumwolle findet aber nur teilweise in der Ver- mehrung der jetzt 32 805 883 zählenden Spindeln seine Erklärung, da diese nur eine Zunahme von 2,6 gegen das Vorjahr aufweisen, während der Baumwollverbrauch in der gleichen Zeit um 14,3% zugenommen hat. Zweifellos spielt der Verbrauch in der Munitionsherstellung hierbei gleichfalls eine große Rolle, da die zur Ver- fügung stehenden Linters dafür nicht mehr genügen können. In den Vereinigten Staaten wurden allein im letzten Vierteljahr 1916: 162 015 Ballen Baumwolle zu Sprengstoffen verbraucht. Schätzt man daraufhin den Jahresverbrauch der über Baumwolle verfügenden Ententemächte und der ihnen Munition liefernden Ver- einigten Staaten zusammen, so gelangt man zu der Annahme, daß der Kriegs- bedarf an Sprengstoffen weit über eine Million Ballen Baumwolle jährlich ver- schlingt. Dies erscheint begreiflich, wenn man bedenkt, daß schon zur Herstellung von rauchlosem Pulver eine das Gewicht de? Pulvers i^mal übertreffende Menge Baumwolle gebraucht wird. Die Pulverausfuhr im Jahre 1915/16, die 100000 - 9 H Tonnen betrug, dürfte demnach schon allein 600000 Ballen Baumwolle ver- schlungen haben. Die Zunahme des Verbrauchs der Unters in den Vereinigten Staaten verteilt sich ziemlich gleichmäßig auf die Nord- und Südstaaten. Der Verbrauch an Linters betrug in 1000 Ballen: ^^ Jf)U |; igi6/iy in den Nordstaaten ... 100 170 470 in den Südstaaten .... 209 250 435 Brennesselkultur in Österreich. Wie der Wiener Pflanzen- physiologe Professor Dr. Richter in einem Vortrag über den Fortgang seiner Ver- suche (s. Tropenpflanzer 1916 S. 105) ausführt, sind die nötigen Vorbedingungen in den Flußlandschaften und Laubwäldern Österreich-Ungarns vorhanden und eine künstliche Düngung des Bodens kommt dort nicht in Frage, was für die Ren- tabilität von großer Bedeutung ist. Die Kulturversuche an zahlreichen Uferstrecken der Donau haben denn auch ausgezeichnete Ergebnisse gehabt. Nach Professor Marchet stehen im Niederwald in Österreich 4 Mill. ha an solchem für den Anbau sehr geeigneten, bisher beinahe ungenützten, nur alle 30 Jahre zum Schlagen von Brennholz verwendeten Boden zur Verfügung, eine Fläche, die nach Prof. Richter fast doppelt so groß ist, wie genügen würde, um Ersatz für die gesamte Baum- wolleinfuhr Deutschlands und Österreich-Ungarns zu liefern. Man kann übrigens letzt auch aus Nesselfasern ohne jeden Zusatz Gewebe herstellen, die für alle Zwecke verwendbar sind, zu denen bisher reine Baumwolle verarbeitet wurde Durch neue Spinnarten sind auch die Befürchtungen beseitigt, als ob die au- Nessel hergestellten Kleider nicht genügend warm seien. Auch Stricke, Spagate und Seile, Zierdeckchen, Wäschestücke, Operationsmäntel und sogar Auerbrenner wurden versuchsweise neben Tuchen aller Art. Uniformen, Fußlappen, bedruckten Stoffen, aus Nessel hergestellt. Auch die Nebenprodukte sind von Bedeutung. Als solche kommen vor allem die Blätter als gutes Viehfutter in Betracht, auch geben junge Nesselblätter ein gesundes Gemüse, das wie Spinat oder Salat zubereitet wird. Wegen des großen Eiweißgehaltes bemüht sich eine Fabrik um ihre Ver- wendung zu Keks. Der Extrakt des unterirdischen Stammes kann als Haartinktur vei - wendet werden. Das aus dem Samen gewonnene Nesselwasser dient zum Anfeuchten von Seide, auch gewinnt man daraus einen grünen Farbstoll (eine Art Ghinagrün,) zum Färben von Likören, aus den grünen Blättern Chlorophyll, aus den herbstlichen Blättern eine rote Farbe (Brennesselrot). Ferner enthält die Trockensubstanz der Rinde 8% Fruchtzucker, so daß die Nessel also zu den zuckerreichsten Pflanzen gehört. F lachsbau in den Niederlanden. Während der Flachsbau in den Niederlanden in den beiden vergangenen Jahren stark nachgelassen hatte, und nur 7723 ha im Jahre |.,ii, 8948 ha im Jahre 191.S betrug, erreichte er im Jahre 1916 mit 14640ha wieder den Stand des Jahres 1913 mit 14650 ha und 1912 mit 14 727 ha. Niedergang der belgischen Fl achsi n d ust r i e. Die im wesent- lichen auf ausländisches Rohmaterial angewiesene Flachsindustrie Belgiens ist infolge des Krieges natürlich zusammengebrochen. Auch nach Beendigung dl - Krieges dürften Jahre vergehen, bis sie sich wieder einigermaßen erholt haben wird Von Courtrai, dem Mittelpunkt dieser Industrie, sind nach holländischen Meldungen kürzlich ungefähr 1200 Flachsarbeiter nach Deutschland öbergefÖbri worden, da sie in ihrem Berufe keine Existcnzniöglichkeit fanden. 99 Lahmlegung der holländischen Juteindustrie. Die neuer- dings verschärfte englische Handelssperre hat auch die holländische Juteindustrie völlig lahmgelegt. Der darüber von dem Abgeordneten für Almelo befragte holländische Minister des Auswärtigen erklärte, daß man hoffentlich sehr bald wieder mit einer Sendung Jute aus England rechnen könne; auch versucht man die für Holland bestimmten, in England zurückgehaltenen 2200 Ballen Jute frei zu bekommen. Hemden aus Rinde des Papiermaulbeerbaums. Japan liefert jetzt der russischen Armee Papierhemden, die aus der Rinde des in Japan im großen angebauten Papiermaulbeerbaumes (Broussonetia papyri- fera) hergestellt sind. Die Hemden sollen wärmer und billiger sein als ge- wöhnliche Hemden, nur vertragen sie das Waschen nicbt, was aber in den Augen der russischen Soldaten kein Nachteil sein soll. Neuer Verbandstoff. Zu welchen seltsamen Ideen man jetzt kommt, zeigt das Deutsche Reichspatent 251 24S, von Hermann Jerosch, Freiburg i. B. Danach sollen die durchsichtigen Häute der zu der Familie der Arazeen ge- hörenden Conophallusarten als Verbandstoff benutzt werden, da sie, obwohl wasser- unlöslich, sich nach dem Anfeuchten glatt anschmiegen und nach dem Trocknen die angenommene Form beibehalten, so daß sie den Gipsverband mit Erfolg ersetzen können. Hierzu mag bemerkt werden, daß diese Gewächse sich bei uns nur mühsam in Warmhäusern kultivieren lassen und auch in ihrer süd- und ostasiatischen Heimat keineswegs sehr häufig sind. Seidenbau in Bulgarien. Da das Klima Bulgariens dem Anbau der Maulbeerbäume sehr zusagt, war der Seidenbau zur türkischen Zeit dort schon stark verbreitet und in den Jahren 1860 und 1862 waren in Tirnovo schon zwei Seidenspinnereien errichtet. Im Jahre 1870 wurde aber durch die Seidenraupen- krankheit die Zucht völlig vernichtet, und erst 1886 begann man sich wieder ihr zuzuwenden, nachdem der Staat die Kontrolle der Seidenraupeneier ein- geführt hatte. Diese kamen zunächst ausschließlich vom Auslande. Im Jahre 191 1 wurden aber bereits 28 400 Unzen im Lande selbst erzeugt bei einer Einfuhr von 21 200 Unzen. Während im Jahre 1895 erst 377000 kg Kokons erzeugt wurden, war das Ergebnis im Jahre 191 1 bereits 1477000 kg, die bei einem Preis von durchschnittlich 2.38 Lewa einen Wert von 3.4 Millionen Lewa hatten. Die Ausfuhr betrug in demselben Jahre rund 460 000 kg getrockneter Kokons und 1570 kg Rohseide. Abfälle usw. im Werte von 3 Millionen Lewa. Etwa 50000 Wirt- schaften, meist Bauern im Nebenbetrieb durch ihre Frauen und Kinder, befassen sich mit der Seidenraupenzucht. Die Grubenholzfrage in England. Dadurch, daß der verschärfte Unterseebootkrieg viele neutrale Schiffe davon abhalten wird, Grubenholz von Skandinavien einzuführen und manche der Versuche, es dennoch zu tun, miß- glücken werden, muß die schon vorher ernste Frage der Versorgung der britischen Bergwerke mit Holz in kurzer Zeit geradezu kritisch werden. In den Kriegs- jahren war die Beschaffung des Holzes ohnehin keine leichte. Man berechnet den Rückgang in der Zufuhr ausländischen Grubenholzes schon für das Jahr 1915 auf fast 40%. indem 1,28 Millionen Loads weniger eingeführt wurden; auch die ersten 9 Monate des Jahres 1916 blieben mit 1,6 Millionen Loads nur auf gleicher Höhe wie die entsprechenden Monate des Jahres 1915. Während vor dem Krieg Rußland allein 1,54 Millionen Loads lieferte, sandte es 1915 nur noch 61 000 Loads, also eine vorschwindende Menge. Wenn auch Schweden ein wenig, nämlich — IOO 22 ooo Loads, und Norwegen sogar 206000 Loads mehr lieferte als 1913, so wurde hierdurch fast nur die 191 000 Loads betragende Minderleistung Frankreichs aus- geglichen. Falls 1916 die Gesamteinfuhr derjenigen des Jahres 1915 gleich- gekommen sein sollte, was das bestmögliche Resultat darstellt, so würde England wieder 1,37 Millionen Loads aus den eigenen Wäldern haben abgeben müssen. Diese sind aber bald erschöpft, denn sie reichen nur, wie Sir W. Schlich im ..Quarterly Journal of Forestry" angibt, zur Deckung des Bedarfs von zwei Jahren. Sägespäne als Filtriermittel. Verkohlte Sägespäne leisten als Filtriermittel bessere Dienste als die teuere Holzkohle. Die Sägespäne werden in Retorten von etwa 1 cbm Fassungsraum verkohlt, was ungefähr eine Stunde in Anspruch nimmt; hartes Holz erfordert hierbei höhere Temperaturen als weiches. Von der so erhaltenen Kohle wird nachher durch feine Siebe ein feines Kohlenpulver abgesiebt. Sonnenblumenstengel als Baumaterial. Wie die „Süddeutsche Apotheker-Zeitung" angibt, sollen sich die Stengel der Sonnenblume wegen ihrer porösen Beschaffenheit zur Verschalung von Decken und Fachwerkwänden eignen. Schnellreifung des Holzes. Nach einem Verfahren der Firma Benno Schilde, G. m. b. H. in Hersfeld wird eine Schnellreifung des Holze^ dadurch erzielt, daß es in einem fahrbaren und abschließbaren Raum gleich- zeitig mit den Dämpfen von Wasser und Trichloräthylen behandelt wird. Hierdurch soll das mehrjährige Lagern des Schnittholzes zum Zwecke der Trock- nung überflüssig werden. Für die tropischen Regenwälder dürfte dieses Ver- fahren, falls es sich bewährt, von großer Bedeutung werden. Von anderer Seite wird darauf aufmerksam gemacht, daß hierdurch gleichzeitig die Harze und Fette, eventuell auch das Terpentinöl extrahiert werden, so daß, wenn dies Verfahren jetzt bei uns im großen eingeführt werde, unserem Fett- und Harzmangel dadurch sehr wesentlich abgeholt n werden könne. Teakholz. Das Teakholz ist bekanntlich eins der wenigen tropischen Nutz- hölzer, die in Masse in den Handel gelangten, und zwar hauptsächlich von Siam und Java, um beim Schiffsbau, zum Bau von Waggons und zur Möbelfabrikation verwendet zu werden. Wenn die unten durch Abschälen von Kinde und Splint geringelten Baume zwei fahre stehen bleiben, bevor sie gefällt werden, hat das Holz ein spezifisches Gewichl von nur 0,89 und ist dann schwimmfertig und floßbar Urprünglich bellbräunlich, nimmt das sehr ölreiche Holz an der Luft eine dunklere braunschwarz« Farbe an, hat einen angenehmen Geruch, ist hart, leicht spaltbar, im allgemeinen gut zu verarbeiten und dreimal so ausdauernd wie Eichenholz. Ein Hauptvorzug ist auch, daß es von Insekten, Pilzen und Seetieren außer dem Bohrwurm Teredo nicht angegriffen wird. Zum Leimen und Polieren bedarf man besonderer Präparate, für welche wir die Rezepte nach dem „Holzkäufer" hier wiedergeben. Man Löst 25 g Zucker in 75 g Wasser, setzt dieser Lösung <> g gelöschten Kalk hinzu und erhitzt die Mischung während 72 Stunden auf etwa 70 C. unter öfterem Umrühren. Dann läßt man die Mischung abkühlen und absetzen, gießt ab und ersct/.t das verdunstete Wasser. In 40 g der klaren Losung bringt man 60g zer- kleinerten Kölner Leim, läßt diesen ungefähr drei Stunden erweichen und erhitzt dann in einem mit Deckel verschlossenen Gefäß unter öfterem Umrühren 10 Stunden Lang in einem \\ .i>-erbade. Nunmehr neutralisiert man den stark alkalischen Leim mit 20 g Oxalsäure und fügt zum Schluß noch l /io 8 gelöste Karbolsäure — IOI — hinzu. Sollte der Leim zum Gebrauch zu dick ausfallen, so benutzt man zur Verdünnung Essigsäure, von der jedoch maximal nur 10 % verwendet werden dürfen. Die Zubereitung dieses Präparats ist wohl etwas umständlich, liefert aber einen Leim, der speziell für Teakholz eine gute haltbare Yerleimung gewährleistet. Um auf diesem Holze eine dauernd haltbare Hochglanzpolitur zu erhalten, emp- fiehlt sich die Bereitung einer gelben Politur nach folgendem Rezept: Man löst 220 g Schellack in 800 g Spiritus von 90° und erwärmt und filtriert die Lösung, die dann gebrauchsfertig ist. Schwarze Politur von gleich gutem Effekt wird auf folgende Weise hergestellt: 2 l / 2 Gewichtsteile Gallipot, 7V2 Teile Manilakopal. 10 Teile Blutlacklösung, 50 Teile Spiritus von 90 und i'/ 2 Teile Nigrosin, oder -tatt letzterem, welches ziemlich hoch im Preise, eine Blauholzextraktlösung, er- geben die Bestandteile dieser Politur. DieBereitung der Blauholzextraktlösung geschieht, wenn man 200g feinsten Blau- holzextrakt in einem Liter Wasser löst, im Wasserbade erhitzt, dann 40 g chromsaures Kali zusetzt, das Ganze 14 Tage ruhig stehen, absetzen läßt und dann langsam ab- gießt Diese Politur ergibt einen schönen blauschwarzen Hochglanz. Werden ander« • Farbentöne gewünscht, so erreicht man diese durch Zusätze von Anilinfarben. Fossiler Wald von Kaurifichten. Etwa 20 englische Meilen süd- lich von Auckland befindet sich auf Neuseeland, wie der „Schwäbische Merkur' - berichtet, in dem ausgedehnten Papakuratal ein in ein früheres Moor eingebetteter Wald von Stämmen der Kauri- oder Dammarfichten (Agathis australis), während die Baumkronen mit ihren Verzweigungen sich nicht erhalten haben. Dr. W. O. Fagan. der sich im „Chambres Journal' mit der Entstehung dieses versunkenen oder besser gesagt im Moor konservierten Waldes befaßt hat, meint, daß der Wald in vor- geschichtlichen Zeiten infolge eines Naturereignisses überflutet worden sei. Eine Gesellschaft beutet das Holz aus und zahlt für dieses Recht über 1000 M. pro Morgen. Manche der Stämme haben einen Umfang von über 20 Metern und eine Länge von 30 bis 40 Metern, der durchschnittliche Umfang beträgt ungefähr 13 Meter. Bei der Holzgewinnung werden beiderseits der einzelnen Stämme Gruben in den Torf gestoßen und der Stamm dann in 4 bis 6 Teile zersägt; die einzelnen Blöcke werden dann mit Drahtseiten und Eisenketten herausgezogen. Das Holz ist von ausgezeichneter Güte und besitzt im Gegensatz zu dem lebenden Holz eint- dunkelrote mahagoniähnliche Farbe. Das Torfmoor muß wenigstens 1000 Jahre alt sein, die Stämme müssen teilweise jedenfalls auch 1000 Jahre bis zur Einbettung gestanden haben. Außerdem findet sich in fünf Schichten abgelagert der von den Bäumen abgeschiedene Kaurikopal in dem Torf. Nach beendeter Nutzung er- halten die Besitzer das Land entwässert und gerodet zurück, so daß sio dann Wiesen und Acker darauf anlegen können. G Mglgl] Neue Literatur. |g§)ieDJcn Vorzug: während von der Durrha, wenn sie reif ist, bloß die Ähren geerntet werden und die Stengel im Boden verbleiben, wird die ganze Sesampllanze aus dem Boden herausgezogen. Durch dieses Herausziehen wird die Erde noch besser gelockert. Deswegen halten die Fellachen die Sesambrache für besser als die Durrhabrache. Das Herausziehen der Pflanze wird auch bei der Lupine und der Ackerbohne geübt, weswegen auch diese beiden Pflanzen von den Fellachen für gute Vorfrüchte für Weizen und Gerste gehalten werden. Die oben angeführten Fruchtfolgen sind die einfachsten und die im ganzen Lande am meisten verbreiteten. Die Eingeborenen, die selbst und mit Hilfe ihrer Angehörigen, ihrer Frauen, Söhne und Töchter den Boden bearbeiten, begnügen sich damit, so viel zu pro- duzieren, daß sie von dem Rohertrage den achten Teil als Steuer an die Regierung abgeben und den übrigen Teil zum Verkaufe, zur Nahrung und zur Aussaat verwenden. Die abzutragende Natural- steuer heißt „Oscher", was „ein Zehnt" bedeutet. Sie beträft aber zumeist, infolge der angewendeten Art und Weise, die Steuer ein- zuheben, den siebenten oder sogar den sechsten Teil des Gesamt- betrages. Der zum Verkauf bestimmte Teil der Ernte ist recht bedeutend und die Quantität des aus Palästina exportierten Getreides ist nicht unbeträchtlich. In dieser Beziehung hat die Regierung, die den Zustand i\c^ Landes nach Maßgabe seiner Gesamterträge be- urteilt, keinen Grund, irgendwelche Fehler in der verbreiteten Frucht- folge zu linden. Der Ackerbauer selbst ist seinerseits an seine Lage zwei Jahrtausenden gewöhnt! Seine Arbeitsweise und seine Ackerwerl hat er von seinen Vorfahren ererbt, und da seine Bedürfnisse sehr gering und alle seine Angehörigen ihm in der Arbeit behilflich sind und er keine Lohnarbeiter braucht, so empfindet er Bedürfnis für Änderungen und glaubt, daß es keine bessere Arb • ise ;j,ibt als dir im ganzen Lande seit Generationen an- wendet.-. Aber sofort wurden alle Mängel der Methode dem osteuropäischen Kolonisten klar. Vor allein sind -eine kulturellen Bedürfnisse bei weitem viel höhere, und der Ertrag, den der eingeborene Acker- bauer von seinem Boden erhält, reicht nicht für alle seine Bedürfni aus. Zweitens ist er nicht an die für ihn neuen Arbeitsbedingungen gewöhnt: es i-t ihm schwer, im Sommer zu pflügen, während der i 13 — Fellach bei der stärksten Hitze dies tut und dabei bloß den Rücken seiner Ochsen oder seines Maulesels mit Kalk betüncht, um sie vor den Sonnenstrahlen zu beschützen. Er kann auch nicht ebenso unermüdlich wie der Araber während der Regenperiode den durch- näßten Boden pflügen und sich nur bei sehr heftigem Regengusse in die „Abaja" verhüllen, um dann, erst nach gänzlicher Beendigung der Tagesarbeit, mit seinem Pfluge auf der Schulter nach Hause zurückzukehren. Für derartige Dinge ist der aus Europa kommende Ackerbauer nicht befähigt. Da der neue Ansiedler einen Teil der Arbeit mit Hilfe von Lohnarbeitern verrichtet, so sind die Fehler der Bodenbearbeitungs- methode noch deutlicher. Die eingeborenen Arbeiter gehören zu den schlechtesten Elementen der dortigen Einwohnerschaft. Es sind dies zum großen Teile Deserteure, Flüchtlinge aus den Gefängnissen, Diebe und Räuber. Die meisten arabischen Arbeiter, die in den Kolonien Judäas arbeiten, sind Leute, die gar kein eigenes Vermögen besitzen und um die Erhaltung fremden Vermögens sich nicht kümmern. Außerdem ist es ja bekannt, daß im Kleinbetriebe jeder Ersatz der eigenen Arbeit durch Lohnarbeit sehr nachteilig ist und namentlich dort, wo der Arbeiter an veralteten Methoden hängt. IL Wollen wir nun die technischen Gründe anführen, die den Kolonisten in Palästina zum Suchen nach neuen Wegen in bezug auf die Bodenbearbeitung Veranlassung geben. Der Fellache hat nie über die Frage der Pflanzenernährung nachgedacht. Es ist wahr, daß es im Mittelalter unter den Arabern Gelehrte, wie Ibn-el-Awam und andere, gab, die das Geheimnis des Stoffwechsels in der Landwirtschaft begriffen und die Bedeutung des Düngers für die Bodenkultur erkannt haben. Aber seit nun vielen Jahrhunderten hat kein Araber sich mehr um die Sache gekümmert. Die Fellachen befinden sich auf einer wenig höheren Stufe als die ersten Ackerbauer auf Erden, die jahraus jahrein Weizen oder Gerste für ihre Bedürfnisse aussäten. Der gegenwärtige Fellache sät ein Jahr Sommerfrucht oder, wie wir sie nennen, Brachefrucht, und das andere Jahr — ein Wintergetreide. Der Fellache denkt an keinen Dünger. Den Mist seiner Haustiere gebraucht er für viele ver- schiedene Zwecke: zum Heizen, zum Brotbacken, zur Ziegelanfer- tigung usw. Auch die großen Komposthaufen, die in der Nähe ihrer Hütten sich ansammeln, gebrauchen sie nicht zum Düngen. I )ie meisten Fellachendörfer sind auf Komposthügeln aufgebaut, die viele organische Stoffe enthalten: Überreste aus der Küche, Kehricht aus dem Hofe, Asche aus den Öfen, Kleiderfetzen, verdorbenes Stroh, Unkräuter usw. Das Ganze verwandelt sich nach vielen Jahren in — H4 eine Art staubige Erde, die viel Kalk und fast ebensoviel Phosphor- säure wie Stalldünger enthält. An Kali ist dieser Kompost manch- mal reicher als der Stallmist. Dagegen enthält er wenig Stickstoff. Wenn diese Erde feucht ist, gleicht sie einer Gartenerde. Im trockenen Zustande ist sie wie Staub. In Palästina nennt man sie „arabischer Dünger" und in Ägypten — „Sebach-Koufri" (Dorfdünger). Der Eellache folgt seinen Eltern und Großeltern in der Behand- lung des Bodens und düngt daher sein Feld nicht, obgleich er manchmal beobachten kann, wie der aus Europa stammende Acker- bauer den arabischen Dünger aufs Feld ausstreut. Vielleicht denkt er, daß die Fruchtbarkeit des palästinensischen Bodens eine unbegrenzte ist. Im allgemeinen ist er in dieser Be- ziehung nicht im Irrtum. Wurde doch dieser Boden seit Jahr- hunderten nicht gedüngt und fährt er doch fort, Mittelerträge zu bringen, und zuweilen sogar, wenn die Regen zur richtigen Zeit fallen, gute und sehr gute Erträge. In Galiläa und hauptsächlich im Tale Jesreel sind tatsächlich die Böden immer noch sehr fruchtbar. Die ältesten Fellachen bestätigen da gern jedem, der mit ihnen spricht, daß, wer in diesem Tale reich werden will, Sesam und die Weizensorte „Nursi" säen soll, da der Boden ,,ein geborener Weizen- uiid Sesamboden" sei. Die Fellachen ernten zuweilen zwei bis drei Säcke Weizen pro Dunam (8 bis 12 dz pro Hektar) und der Weizen i-t groß und schön. Er ist reich an Kleber und auf den euro- päischen Märkten zahlt man für ihn höhere Preise als für andere 1 Iartweizenvarietäien (Triticum durum). Ebenso ist der Sesam aus dem Tale Jesreel stets wenigstens um 5 Fr. teuerer als indischer uu, da seine Farbe heller ist und sein Ölgehalt ein höherer. Jahraus jahrein werden aus den Häfen Galiläas Weizen und tm exportiert, wobei kein einziger Sack Handelsdünger eingeführt wird. Diese Tatsache erscheint dem Europäer als recht sonderbar. Und noch sonderbarer ist es, daß der Fellache fast ohne Geräte arbeitet: seinen Pflug, der einen Wert von 5 bis 10 Fr. hat, erhält er meisten^ in Erbschaft. Dieser l'llug dreht die Scholle nicht um, sondern öffnet bloß die Ackerkrume. Der Pflug kratzt und ritzt nur die < Oberfläche. Der Araber I1.1t keine Idee von einer Egge oder Walze. Er sät stets breitwürfig und kennt keine Säemaschine. Diejenigen, die die Natur des Landes und die arabische Arbeits- weise kennen gelernt haben, wundern sich aber nicht darüber, daß die Bodenkultur seit Jahrhunderten eine primitive geblieben ist, daß gar nicht gedüngt wird und daß trotzdem die Getreideausfuhr nicht abnimmt. Sowohl der Pflug als die Art des Pflügens sind hier nämlich nicht an die Fruchtbarkeit des Bodens angepaßt, sondern — H5 - an seinen Feuchtigkeitsgehalt. Der Pflug öffnet bloß die Furchen und macht die Scholle für das Regenwasser und die Sonnenstrahlen empfänglich. Sobald das Wasser in den Boden eingedrungen ist, bewahrt der Fellache durch flaches und häufiges Ackern die Feuch- tigkeit im Boden für lange Zeit. Durch ein derartiges Ackern erschließt der Fellache die Ackerkrume für die Wirkung der übrigen Atmosphärilien: der Gase, der Sonnenstrahlen usw., die da eine rasche und starke Verwitterung der Erdpartikelchen bewirken. Durch die tausendjährige Erfahrung hat sich diese Art Trocken- kultur (Dry Farming) im Lande behauptet. Bereits der Prophet Jesaja erwähnt die vier verschiedenen Ackerungen, die noch heute in den Ländern, die um das Mittelländische Meer liegen, üblich sind. Auch Virgil und Plinius erwähnen sie, aber in anderer Reihenfolge. Die römische Anordnung war: i. Proscindere; 2. iterare s. effringere; 3. tertiäre s. vertere; 4. lirare. Die alte hebräische Ordnung war: 4, 1, 2, 3. Vgl. Jesaja 28, 24 bis 26, der den vier Ackerungen folgende Namen gibt: 1. harosch; 2. patheah; 3. saded; 4. jasser. Die letzte Arbeit des , Jasser" dient zur Zudeckung des Samens. Der Fellache weiß die Zeiten des Pflügens und des Säens richtig zu treffen, ebenso wie die Tiefe der Furchen und ihre Richtungen, die Menge des Saatgutes und die Art und Weise des Säens. Dank seiner Erfahrung gelingt seine Arbeit fast immer, auch wenn er Dinge verübt, die gegen die Gesetze der gewöhnlichen europäischen Landwirtschaft verstoßen. Wenn wir an einem Regentage, im Monat Dezember oder Januar, auf den Turm des hohen Gebäudes in Mer- chavia (das neue „Aphule") steigen, so wundern wir uns, daß im ganzen Tale die Fellachen gerade mit dem Pflügen und Säen sich abgeben, während Europäer an Regentagen nicht nur nichts zu tun pflegen, sondern noch einige Tage abwarten, bis der Boden genügend abtrocknet, damit es möglich werde, ihn durch die Arbeitstiere be- treten zu lassen. Durch die ererbte Erfahrung und durch die Kenntnis der Natur des Landes und des betreffenden Ortes kommt der Fellache dazu, daß er von dem unaufhörlich bearbeiteten Boden noch befriedigende Ertragnisse erhält. Wenn aber derselbe Boden in die Hände eines Einwanderers, der aus der Ferne gekommen ist, gerät, so ist er für ihn ein erschöpfter Boden, und jede Änderung, die er in die euro- päische Bearbeitungsweise einführt, verursacht ihm Mißernten. Des- wegen waren die jüdischen Kolonisten gezwungen, die europäischen Pflüge, Eggen, Walzen und Säemaschinen, die sie bei der Gründung der Kolonie sich gekauft haben, beiseite zu stellen und arabische Gerätschaften vorzuziehen. So befindet sich z. B. in der Kolonie — n6 — Kastinie ein volles Magazin von europäischen Gerätschaften aller Art — und die Kolonie arbeitet mit arabischen Pflügen! In den ersten Jahren der Koloniebegründung fehlte den Kolo- nisten die Erfahrung, so daß Mißernten bei ihnen sehr häufig sich einstellten. Doch allmählich haben manche unter ihnen sich eine Art ,, Trockenkultur" angeeignet und den Getreidebau auf dieser Grund- lage entwickelt. So beruht die Landwirtschaft der Kolonie Ekron ganz auf dieser Grundlage. III. Die neuen Kolonisten ha en, zusammen mit anderen Arbeits- methoden, auch die lokale Fruchtfolge übernommen. Auch sie fingen an, Sesam und Durrha zu säen, aber die Kultur dieser Pflanzen ist ihnen nicht gelungen und gelingt ihnen nicht bis heute. Diese Kulturen, und besonders die des Sesams, verlangen große Erfahrung in bezug auf die Einzelnheiten derselben. Man kann sagen, daß, wenn einmal einem Europäer die Sesamkultur gelingt, dies nur durch Zufall und durch von ihm unabhängige Umstände geschieht. Der Araber ackert mit seinem primitiven Pfluge in so geraden Reihen, als ob er die Drillsäemaschine gebraucht hätte. Er führt die Sterzen mit seinem Pfluge in der Weise aus, daß die notwendige Höhe und die gewünschte Entfernung erzielt werden. An den Pflug bindet er einen Trichter mit einem ungefähr 80 cm langen Halse an, und aus seiner Faust läßt er durch den Trichter auf die Seite der Furche den Sesam- oder Durrhasamen fallen. Mit dem dar. mlfolgenden Pfluge deckt er den Samen zu und öffnet zugleich eine neue Furche. Wenn wir den Sesam ein wenig tiefer säen werden, so wird er nicht mehr die Kraft haben, durch die dicke Bodenschicht hervor- zukeimen, und der Ertrag wird ein geringer sein oder gleich Null. Wenn wir den Samen sehr hoch auf den Rücken der Furche kommen lassen, so wird der Same nicht genug Feuchtigkeit haben, und du- I olge davon wird eine geringe Ernte oder gar keine sein. Wenn wir den Samen an der ollen bleibenden Seite der Furche rden die trockenen Winde („Chamssin" oder,, Sirocco") im Mai oder Juni die ganze Ernte austrocknen, und der Fellache wird nicht einmal den Samen für das nächste Jahr ernten. Wenn wir die Bracbevorfrucht zu einer Zeit säen werden, wo ein Regell nachfolgen kann, so wird auf der Bodenoberfläche eine dicke und starke Kruste "ich bilden, die den Sesam nicht keimen laßt. In solchen fällen säen die Fellachen ein zweites Mal. lud ist die Keimung in guten Verhältnissen vor sich gegangen, -" verlangt die Pflege der Brachekulturen viel Arbeit, und zwar: 1 lacken, ein gewisses Verdünnen, ein nochmaliges und zuweilen — ii7 — auch ein drittes Hacken. Alle diese Arbeiten geschehen in den Monaten Juni und Juli zu einer Zeit, wo das Wintergetreide bereits auf der Tenne liegt und man es dreschen muß. Zu diesem Mo- mente ist ein großer Mangel an Arbeitern vorhanden, so daß die reichen Ackerbauer, welche größere Bodenflächen bestellen als sie mit ihren Familienmitgliedern bearbeiten können, gezwungen sind, an fremde Arbeiter, die sie für einige Tage brauchen, hohe Preise zu zahlen. Die oben erwähnten Brachekulturen verlangen so viele spezielle Bedingungen in bezug auf Zeit, meteorologische Verhältnisse, Bear- beitung, daß auch die erfahrensten Fellachen zuweilen fehlgehen. In einem Jahre, wo die Spätregen zu spät ausfallen oder wo die Chamssinwinde zu stark wehen, hilft auch keine Erfahrung, und die Sesamernte ist dann im ganzen Lande eine schlechte. Wie kann unter solchen Verhältnissen der neue Kolonist mit diesen Kulturen Erfole haben? Es stellen sich da bei ihm Defizite ein, denn die Brachekulturen mißlingen bei ihm in der Regel und gelingen nur ausnahmsweise. Dagegen gelingt die Getreidekultur bei ihm viel häufiger. Allmählich überzeugt sich der Kolonist, daß er nach einer anderen Brachekultur zu suchen gezwungen ist. Der allererste Rat, den man ihm gegeben hat, war, Lupine oder Ackerbohne zu säen. Diese beiden Pflanzen sind ja Leguminosen, bereichern den Boden mit Stickstoff und sind im Lande seit jeher bekannt. Die Nachfrage nach ihnen ist im Lande und auch draußen groß, ihre Aussaat verlangt keine besondere Erfahrung, da ihre Samen verhältnismäßig groß sind und ihre Keimungskraft auch durch eine zu tiefe Aussaat nicht leidet. Die Chamssinwinde können sie nicht schädigen, da sie Winterkulturen sind. 1 ) Aber nach einigen Versuchsjahren sah man ein, daß die Hoff- nungen der Kolonisten in dieser Hinsicht vergeblich waren. Die Lupine wird meist auf leichten Böden gesät, in denen der Prozent- satz des Sandes manchmal bis 60 % und 80 °/ erreicht. Solche leichten Böden sind nur für Baumpflanzungen geeignet. Die Wohl- habenderen pflanzen darauf Orangenbäume und die Ärmeren Mandel- bäume oder Olivenbäume mit Mandelbäumen als Zwischenkultur oder auch Eukalypten. Diese leichten Böden finden sich meist in der Nähe des Meeres. In einer 10 bis 20 km breiten Zone befinden sich die meisten Pflanzungskolonien, alle großen Orangengärten und alle Mandelgärten. Die daraufhin folgende Zone besitzt meistens *) Im Jahre 1914 war die Ackerbohne in Palästina vollständig mißraten, und manche schrieben diese Mißernte den vorzeitigen Chamssinwinden zu. — i iS — schweren Roden, auf welchen Pflanzungen in den Händen des pri- mitiven Pflanzers nicht gelingen, da er noch nicht die Eigenschaften des Bodens durch technische Mittel an die Bedürfnisse der Pflan- zungen anzupassen verstellt. Dort herrscht seit uralten Zeiten der Getreidebau, und Baumpflanzungen finden sich da bloß als Aus- nahme. Ihnen kommt keine große Bedeutung für den allgemeinen Export zu. Da wird z. B. der Johannisbrotbaum angepflanzt, dessen Früchte wohl als Futtermittel für Pferde gebraucht werden, der aber noch Ä keine richtigen Baumanlagen bildet. Für solche schweren Böden paßt Lupine gar nicht, und so kommt für sie bloß die Ackerbohne als Brachekultur in Betracht. Nun hat man überall an solchen Stellen so oft nacheinander Ackerbohnen angebaut, daß nicht einmal so viel geerntet wird als ausgesät wurde. Diejenigen, die einen drei- oder vierfachen Ertrag erzielen, halten sich bereits für glücklich. Fast alle Getreideböden sind hier bereits „bohnenmüde". Die europäischen Landwirte, die die Kleemüdig- keit, Rübenmüdigkeit und Erdäpfelmüdigkeit kennen, werden sich darüber nicht wundern, daß nach zehn- und hundertmaliger Wieder- holung der Fruchtfolge ,, Ackerbohne -Weizen" der Boden in bezug auf diese Leguminose müde geworden ist. IV. Derartige Erscheinungen wiederholten sich nicht nur bei den Kolonisten, sondern auch, obzwar in geringerem Umfange, bei den arabischen Ackerbauern. Die wenigen arabischen Großgrund- besitzer, welche europäische Wirtschaften gesehen haben, begannen Fehler an den veralteten Methoden zu finden. In Galiläa und hauptsächlich in der Umgebung von Bassan, wo Bewässerungsmög- lichkeit vorhanden ist, begann man bereits mit der Einführung neuer Fruchtfolgen. Man beschränkt sich aber dabei auf die im Lande verbreiteten Kulturen, d. i. Sesam, Kichererbsen, Durrha, Linsen, Aekcrbohnen, Weizen, Gerste. Die Erträge dieser Kulturen er- weisen sich im Durchschnitt als recht geringe, und zwar sind sie etwa folgende: Sesam .... 400 kg pro ha zu 76 Fr. per dz, im ganzen 304 Fr. Rohertrag Kichererbsen . . 1000 „ Durrha .... 1250 ,. ,, . . 600 ., „ „ Ackerbohnen. . 850 Weizen .... 500 600 Solche Roheinnahmen können natürlich Großgrundbesitzern, die mit Lohnarbeitern wirtschaften müssen, nicht genügen. Für die Kolonisten gab es zwei Wege, um nicht von der landes- üblichen Bewirtschaftungsweise abzuweichen: entweder Teilpacht mit 26 >• ., .. ,. .. 260 18 ■» n n • • 225 32 1» ii 192 22 »» 11 fi • • [87 3" •• ■5«) -' 1 .. .. ■ . .. .. 144 U9 den Fellachen während des Brachejahres oder die Schwarzbrache (,,Krab-ard"). Viele Kolonisten versuchten die Sesamaussaat in Halb, teilpacht den Fellachen der nächsten^Dörfer zu übergeben Doch bald überzeugten sie sich, daß dies nicht der richtige Weg ist: denn wenn die Fellachen für sich selbst den Sesam anbauen, pflegen sie den Boden mehr als die Pflanzen, so daß diese Pflege der Ver- besserung des Bodenzustandes und der nächstfolgenden Weizen- aussaat zugute kommt. Die Sesamkultur zahlt zumeist bloß den Arbeitslohn im Laufe des Brachejahres aus, ergibt aber keinen Rein- ertrag, obgleich bei sehr guter Arbeit der Sesam den Fellachen auch ernähren kann. Nicht so verhält sich aber die Sache, wenn der Fellache Teil- pächter ist, und besonders wenn er es nur in bezug auf diese Kultur ist. Sein ganzes Streben geht dann nur dahin, von dem Boden eine möglichst große Ernte zu erzielen, ohne darauf zu achten, ob dies dem Weizen im folgenden Jahre schaden wird oder nicht. Er ver- dünnt beinahe nicht, läßt 2 bis 3 Pflanzen dort stehen, wo nur eine bleiben müßte und spart an der Hackarbeit in den Zwischenreihen. So erzielt er zuweilen einen mehr als durchschnittlichen Ertrag, über den sich auch der Kolonist freut, der aber im nächsten Jahre den Verlust an der Weizenernte einsieht. Einige Kolonisten machten darauf Versuche, eine Schwarzbrache durchzuführen, d. i. sie pflügten den Boden, ohne auf ihm etwas zu säen. Auf diese Weise säen sie nur einmal in zwei Jahren gemäß der Fruchtfolge: „Schwarze Brache — Weizen" oder „Schwarze Brache — Gerste". Solche Versuche wurden auf einigen Farmen in Galiläa gemacht. Der Ertrag des Getreides war dann auch jedesmal ein guter. Doch kein Landwirt kann in Palästina bei einer solchen Fruchtfolge be- stehen, da die Regierung jährlich Steuern verlangt. Außer den Aus- gaben für die Arbeit, der Ernährung der Arbeitstiere usw. muß man noch in bar Steuern zahlen. Der Boden ist dort bereits recht teuer, so daß es nicht mehr möglich ist, ihn ein ganzes Jahr brach liegen zu lassen, ohne daß er irgendeine Einnahme abgebe. V. Einige Großgrundbesitzer, die sich mit der Aufzucht von Rindvieh und Schafen abgeben, versuchten auf den Rat einzelner Agronome hin, folgende Fruchtfolgen einzuführen: 1. Bei extensiver Wirtschaft auf Lehmboden. Erstes Jahr — zur Hälfte Ackerbohne (gesät im Oktober-November, geerntet im April-Mai), zur Hälfte Durrha (gesät im März -April, geerntet im Juli- August). Tropenpflanzer 1917, Heft 3. 9 — 120 — Zweites Jahr Leguminosen für Grünfutter (Pferdebohnen, Futter- erbsen: beide gesät im Oktober-November und geerntet im März). Drittes Jahr Brache (vom März bis Oktober mit Ackerbohne be- stellt und von Oktober bis März mit Durrha des ersten Fruchtfolgejahres). 2. Bei extensiver Wirtschaft auf mergeligem Lehmboden. Erstes Jahr ■ Sesam (gesät im März -April, geerntet im Juli-August). Zweites Jahr ■ zur Hälfte Linse (gesät im Oktober -November, ge- erntet im April- Mai), zur Hälfte Leguminosen für Grünfutter (Wicke, Kamellinse oder Platterbse: alle drei gesät im Oktober- November und geerntet für Futter im März). Drittes Jahr — Brache (von März oder April -Mai bis März, werm der Sesam des ersten Fruchtfolgejahres gesät wird). 3. Bei extensiver Wirtschaft auf Weizenboden (imTale Jesreel usw. . Erstes Jahr — Ackerbohne (gesät im Oktober -November, geerntet im April- Mai). Zweites Jahr — zur Hälfte Weizen, zur Hälfte Leguminosen für Grünfutter (wie bei der Fruchtfolge 2). 1 drittes Jahr — Brache. Zweifellos wird bei diesen Fruchtfolgen, bei denen die Acker- bohne nur einmal in sechs Jahren (vgl. die Fruchtfolge 1) oder einmal in drei Jahren (Fruchtfolge 3) wiederkehrt, der Boden nicht erschöpft sein. Außerdem bereichert die Kultur des gemähten und nicht herausgerissenen Grünfutters bedeutend den Boden. Deswegen ist eine solche Fruchtfolge dort zweckmäßig, wo Rindvieh für die fleisch- oder Milcherzeugung gehalten werden kann. 1 ) Überdies passen diese Fruchtfolgen nur für diejenigen, die genug Geldmittel besitzen, um die Erfolge des Fruchtwechsels abwarten zu können. Unter den Kolonisten hat sieh kein einziger gefunden, der dii se Iruchtfolge bei sich eingeführt hätte. Doch sie suchen immerfort endeine neue Brachepflanze, der nicht die Fehler, die wir oben bei Sesam, Durrha, Lupine und Ackerbohne angegeben haben, an- haften. Sie suchen nach einer Kultur, die nicht den Boden er- schöpft, den Regen nicht fürchtet, nicht lange auf dem Felde bleibt und die einen großen und gesicherten Absatz hat. Eine solche Kulturpflanze haben wir nach zweijährigen Ver- suchen in vielen Kolonien gefunden. Es ist dies die in Europa unter ihrem japanischen Namen bekannte „Sojabohne". ') In den Kolonien Judaas ist man noch nicht im klaren darüber, ob die Viehhaltung für Flcicherzeugung rentabel ist. — 121 — VI. Ein Freund, der ein Gut in Palästina besitzt, hat uns zwei Sack Sojabohnen aus Mandschurien zugeschickt. Damit der Ver- such überzeugend sei, haben wir den Samen an Kolonisten und verschiedene Farmen, die in verschiedenen Zonen sich befinden, verteilt. Denn was in der Saronaebene gelingen kann» wird viel- leicht nicht im Süden des Landes gelingen, usw. Unsere Kenntnisse über die Bedeutung der Sojabohne für die chinesische und japanische Landwirtschaft und für die Ernährung der dortigen Volksmassen, als auch über den Wert, den sie bereits in Europa erlangt hat, haben bei uns keinen Zweifel gelassen, daß sie die einzige Pflanze ist, die als Brachekultur in Palästina paßt. Mit ihr konnte nicht das geschehen, was mit der Weberkarde ge- schehen ist, nämlich daß der Kolonist, der mit ihr einen Versuch angestellt hat, sie aufs Dach bringen mußte und sie dort vergessen hat, bis er nach vielen Jahren an den Verlust sich erinnerte, den ihm dieser Versuch beigebracht hatte. Wir wollen nun in Kürze einiges über die Sojabohne hier an- führen. Sie nimmt in China und Japan den wichtigsten Platz unter den dortigen Kulturpflanzen ein. In Japan wird sie auf einer Boden- fläche von etwa einer halben Million Hektar oder auf einem Zehntel der gesamten Kulturfläche dieses Landes angebaut. Im Durchschnitt werden dort jährlich etwa 5 [ / 2 Millionen Hektoliter Samen geerntet, abgesehen von Stroh. Nach dem Ergebnis in Palästina ergibt jeder Dunam (i Dunam = etwa 1 / u Hektar) einen Sack Sojabohnen. Die Ausfuhr aus China war im Jahre 1908 eine halbe Million Tonnen und die aus Japan im selben Jahre 100 OOO Tonnen. Doch seitdem wuchs die Ausfuhr aus diesen Ländern beständig an, da die Nach- frage für die Erzeugnisse der Sojabohne, insbesondere für Kuchen und Öle, in Europa von Jahr zu Jahr anwächst. Die Sojabohne wird in ihren Geburtsländern in solchen Gegenden kultiviert, wo die Wärme genügend und gleichmäßig während der ganzen Anbauzeit ist. Man sät sie entweder als Hauptkultur oder als Zwischenkultur zwischen Bäumen und Sträuchern. Bei guten Kulturmethoden erreicht die Ernte die Höhe von 13,5 hl pro Hektar. Zuweilen erhält man auch bis 20 hl. Außerdem erntet man ebenso- viel oder zweimal soviel Stroh. Das Gewicht des Samens beträgt ungefähr 70 kg pro Hektoliter. Die Sojabohne ist von allen Leguminosen die an Fett und Ei- weis reichhaltigste. Der Fettgehalt erreicht bei ihr 17 bis 20 °/ und der Stickstoffgehalt sogar 35 bis 38 °/ . Ein Teil des Stickstoffes bleibt im Stroh und besonders in den Wurzeln, und dieser Teil be- reichert den Boden mit Stickstoff und organischen Bestandteilen. 9* — 122 — Daher ist die Sojabohne besonders als Vorfrucht für Getreide geeignet. Wegen ihres großen Gehaltes an Fett und Eiweiß wird die Sojabohne als Rohmaterial in verschiedenen Industrien gebraucht. Man erzeugt aus ihr verschiedene Fette, die zur Produktion von Margarine dienen und aus den Nebenprodukten bereitet man Kuchen für die Viehfütterung und für die Felddüngung. Bei dieser Gelegenheit ist es angebracht, zu erwähnen, daß es Länder gibt, wie z. B. Dänemark, die das Viehfett ausführen und die selbst für ihre Bedürfnisse das Sojabohnenfett einführen, da dieses Fett viel billiger ist als andere Fette. So beträgt der Preis des Sojabohnenfettes bloß ein Drittel des Leinsamenöles. Eine zweifelhafte Frage in bezug auf die Kultur der Sojabohne haben wir a priori entschieden. Wie wir nach zweijährigen Ver- suchen sehen konnten, haben wir uns in dieser Entscheidung nicht geirrt. Auf den Wurzeln dieser an Stickstoff so reichen Leguminose entwickeln sich sicherlich — so dachten wir — sehr viele Knollen- bakterien. Diese Bakterien sind zweifellos nur an die Sojabohne oder hauptsachlich an dieselbe angepaßt. Da in Palästina, gemäß den bisherigen botanischen Nachforschungen, die Sojabohne sicli nicht vorfindet und auch ihr ähnliche Arten nicht, so konnte ein Zweifel darüber aufkommen, ob diese Kultur wegen des Mangels der nötigen Bakterien im Boden auch wirklich gelinge. Allerdings könnte der Versuch durch die Düngung mit für diese Art geeignetem „Nitrogen" oder „Azotogen" gesichert werden. Doch wir hielten uns davon aus einem einfachen Grunde zurück: in den Augen unserer Kolonisten ist jeder Versuch, der auf der Höhe der landwirtschaftlichen Wissenschaft steht, an und für sich ver- dächtig. Und so entschieden wir a priori, daß, da im Lande Hunderte von Leguminosenarten sich finden und sie alle ausgezeichnet sich entwickeln, hier sich wohl auch solche Bakterienknollen vorfinden, an die Sojabohne sich anpassen werden. Tatsächlich finden wir in Palästina eine Menge Abarten von Trifolium, Yicia, Lupinus, Lens, Lathyrus. Einige dieser Leguminosen bedecken zuweilen ganze Felder mit einem grünen Teppich, wobei ihre Wurzeln sehr '! MI Quintales Oro geerntet, welche vollständig verkauft wurden und einen Netto- erlös von 435792,70 M. ergaben. Nach Abzug: der Betriebsspesen, Steuern und Handlungsunkosten in Höhe von 255380,68 ML und der Zinsen auf Prioritätsanleihe in Höhe von 9375 M., verbleibt ein Bruttoüberschuß von 206891,66 ML Von diesen sollen 70403.01 ML für Abschreibungen verwendet werden, während der Rest in Höhe von [36438,65 M. derartig verteilt werden soll, daß 5% auf 100634.01 M., also 5031,70 M. auf den Reservefonds, 5%, also [ooooo AI., auf Dividende und 31 406,95 ML als Vortrag auf 1916/17 entfallen. Das Erträgnis ist durch die anhaltende Verschlechterung der Währung in Guatemala sowie die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Kaffeepreise beeinträchtigt worden. Nach den von der Verwaltung vor- liegenden Berichten isl der Stand der Pflanzungen der Gesellschaft als ein durchaus befriedigender zu bezeichnen; auch läßt das kommende Geschäfts- jahr eine etwas größere Ernte als im vergangenen Jahre hoffen. Die Zucker- plantage „La Esperanza" hat auch in diesem Jahre befriedigend gearbeitet. Die Bilanz weist folgende Posten auf. Debet : Hacienda ,,lil Por- m" nach Abzug der Bestandverminderung in Höhe von 7296,27 ML und Abschreibungen in Höhe von 49987,13 M. 1737016,65 ML Hacienda „La Esperanza" nach Abzug der Bestandverminderung \<>n 5375,02 ML 125,91 ML, Viehzuchtkonto 31309,03 ML, Warenkonto El Porvenir 55499,97 M., Arbeiter Vorschußkonto nach Abzug von Abschreibungen in Höhe von [8415,88 M. 53396,34 M., Bankkonto 10934,45 ML, KLassakonto 2935,70 M., Betriebskostenkonto auf Ernte 1916/17 42517,14 ML, A kuranz Prämienkonto (vorausbezahlte Prämien) [6897,45 ML, Utensilien- to in Hamburg 1 ML, Wertpapierkonto (Kriegsanleihe) 98000 M.. Bankier- guthaben der Gesellschaft [45584,94 ML, sonstige Debitores [16112,56 M. K redit : Aktienkapitalkonto 2000000 M.. Prioritätsanleihekonto [57500 ML, Diverse KLreditores 62255,40 M., Talonsteuer-Rückstellungskonto [2000 M.. rvefondskonto 22937,09 AI., Gewinn [36438,65 M. Das Gewinn- und Verlustkonto setzt sich folgendermaßen zusammen. Di b( t: Betriebskostenkonto auf Ernte [915/16 (einschließlich Steuern und Handlungsunkosten) 255380,68 ML, auf Prioritätsanleihe bezahlte, bzw. vor- getragene Zinsen 9375 ML, Abschreibungen auf Hacienda „El Porvenir" 49987,13 ML, auf Arbeiter-Vorschußkonto [8 1.15,88 ML, Rückstellung für — 129 — Talonsteuer 2000 M., Reingewinn 136438,65 M. Kredit: Vortrag von 1914/15 35804,64 M., Kaffeekonto 435 792,70 M. Der Vorstand besteht aus den Herren P. H a in b e r g und Katter- f e 1 d t , Hamburg. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Herr Eduard L. Behrens. Osuna- Rochela -Plantagen- Gesellschaft in Hamburg-. Der Jahresbericht über das am 30. September 1916 abgelaufene einund- zwanzigste Geschäftsjahr meldet, daß das Ernteergebnis den Erwartungen entsprochen habe. Infolge der stärker in die Erscheinung tretenden größeren Neupflanzungen früherer Jahre wurden 22 124 Quintales Oro ge- erntet, die einen Erlös von 1 098 127,25 M. erbrachten. Nach Abzug der Ausgabe von 671 571,37 M. für Betriebskosten, 31 537.50 M. für Zinsen auf Prioritätsanleihe und 21 254 M. für die üblichen Abschreibungen, zusammen 724362,87 M., verbleibt bei Hinzurechnung des vorjährigen Vortrages von 5192,35 M. ein Gewinn von 378956,73 M. Dieser soll bis auf einen Rest von 19873,68 M., welcher auf neue Rechnung vorgetragen wird, zu Extra- abschreibungen verwendet werden. Für reichliche Nachpflanzungen ist Sorge getragen, nach den Berichten der Verwaltung steht für die kommende Ernte ein größerer Ertrag als im vergangenen Jahre zu er- warten. Die Bilanz weist folgende Posten auf. Unter Debet: Haciendas San Andres-Osuna und La Rochela zuzüglich Neuanschaffungen von 85 737-76 M. und abzüglich Abschreibung von 286143,70 M. 3 073 797,92 M., Kassakonto 13694,37 M., Bankkonto 9628,08 M., Warenkonto in Guatemala 80287,27 M., Mobilienkonto in Guatemala 1 M., Mobilienkonto in Hamburg 1 M., Arbeiter-Vorschußkonto abzüglich Abschreibung von 5447,84 M. und Extraabschreibung 50000 M. 53 509,05 M., Diverse Debitores 287763,10 M., Kaffeelager aus Kampagne 1914/15 30000 M. Unter Kredit: Aktien- kapitalkonto 3000000 M., Prioritätsanleihekonto 617400 M., Diverse Kredi- tores 511408,11 M., Saldo 19873,68 M. Das Gewinn- und Verlustkonto setzt sich folgendermaßen zusammen. Debet: Betriebskostenkonto auf Ernte 1915/16 (einschließlich Bankier- zinsen, Steuern und Handlungsunkosten) 671 571,37 M., auf Prioritätsanleihe bezahlte bzw. vorgetragene Zinsen 31 537,50 M., Abschreibungen: auf Hacien- das San Andres-Osuna und La Rochela 15806,16 M., Arbeiter-Vorschnl'- konto 5447,84 M., Extraabschreibungen: auf Haciendas San Andres-Osuna und La Rochela 270337,54 M., Arbeiter-Vorschußkonto 50000 M., Kaffee lager aus Kampagne 1914/15 38 745,51 M., Abschreibungen zusamme 380 337,05 M., Saldo 19873,68 M. Kredit: Vortrag von 1914/15 5192,35 M., Kaffeekonto 1 098 127,25 M. Der Vorstand besteht aus den Herren P. Hambcrg und Katter- feldt, Hamburg. Vorsitzender des Aufsichtsrals ist Herr Eduard L. Behrens. n 1 so E {^\{^\ Aus deutschen Kolonien. ggjgp Neues aus Deutsch- Ostafrika. Gegen Jahresende 1916 ist, wie der Wirtschaftsdienst dem „Colonial Journal" entnimmt, eine englische Zivilverwaltung eingerichtet, und zwar ist H. A. Byatt, bisher Chefsekretär von Malta und 1900 britischer Vizekonsul in Deutsch-Ostafrika, zum Administrator ernannt. Ihm ist als Sekretär A. C. Hollis, früher in Britisch-Ostafrika, zuletzt Kolonialsekretär von Sierra Leone, und als Treasurcr S. S. Davis, bisher Chief Assistant Treasurer der Goldküste, beigeordnet. Zwischen der englischen und der belgischen Regierung ist nach neueren Berichten aus den Entcnteländern eine Einigung über die vorläufige Be- setzung der eroberten Landstrecken Dcutsch-Ostafrikas erzielt worden. Da- nach bleibt, wie es scheint, der westliche Teil des Schutzgebietes den Belgiern vorbehalten; denn außer dem Obersten Malfeyt, dem Vizegouverneur des belgischen Besetzungsgebietes in Ostafrika, seinem Sekretär Ct. Stubbe, seinem Aide-dc camp Baron Greindl, dem Flottenkapitän Goor und dem Richter erster Instanz Marzoratte sollen, wie die „Tribüne congolaise" meldet, auch Wirtschaftsbeamte nach Tabora entsandt werden, vorerst Graf de Briey für die Organisation der wirtschaftlichen Verwaltung, nebst seinem Sekretär Maertens, sowie Mortehan als Chef de Culture. Jetzt soll auch mit der Verschiffung des in Deutsch-Ostafrika aufge- stapelten Sisalhanfs nach England begonnen werden. Die bisherigen Lon- doner Notierungen (kürzlich von 24 auf 26 £ per Tonne gestiegen) sind, da das Geschäft bisher fast ganz geruht hat, mehr oder weniger nominell. Das Londoner Geschäft vollzog sieh bisher auf Grund der Hamburger Klassifi- kation, doch liegt nach dem „Colonial Journal" kein Grund vor, warum nicht, da es sich um eine gleichwertige Faser handelt, der Verkaut wie bei Neu- seeland-Hanf nach Zertifikaten von ReKierungssortierern geschehen könne. Daß die Kaffeepflanzungen im Kilimandscharo-Gebiel größtenteils ord- nungsgemäß bewirtschaftet wurden, ist anzunehmen, denn bis zur Besetzung durch die britischen Truppen Mitte März 1916 wind«.' gearbeitet; dann zogen /war die meisten Deutschen nach Usambara ab, die Griechen, von denen die meisten Pflanzungen bewirtschaftet werden, blieben aber da. und aus dem in den Kriegsmitteilungen des Kolonialwirtschaftlichen Komitees Nr. 11 veröffentlichten Brief des Kaffeepflanzers Hingsl ans Moschi vom 1. No- vembei [916 gehl hervor, daß deutsche Pflanzer die Erlaubnis erhielten, zu ihren Plantagen zurückzukehren, und ferner, daß auch in den zeitweilig ver- lassenen Pflanzungen das Unkraut noch nieln die Bäume unterdrückt hat. In Wilhelmstal in West-Usambara sind nach einem Briefe eines dort . ehaltenen Pflanzers die dort großenteils festgehaltenen deutschen Frauen und Kinder verhältnismäßig gut untergebracht. Nur fehlt es ihnen an Zahlungsmitteln, da die während des Krieges ausgegebenen Interimsbank- noten, sowi< Messing- und Goldgeld für ungültig erklärt worden sind; man nein daher Silbergeld von Nairobi sowie vermittels eines Fadens aus dei Bevölkerung herauszuholen. übrigens wurden nach einem Bericht des Deutschen Hilfsvereins und Allgemeinen Unterstützungsvereins in Johannis- - I3i — bürg vom 12. Januar damals dort etwa 150 Frauen und Kinder aus Deutsch- Ostafrika erwartet, deren Unterbringung in Pretoria erfolgen sollte, bis ihre Heimsendung möglich erscheint. Es geht aber aus der Mitteilung nicht hervor, aus welchen Bezirken Deutsch-Ostafrikas diese Personen kommen. Andere deutsche Zivilpersonen befinden sich neben gefangenen Militär- personen in den Konzentrationslagern in Blantyre (Nyassaland), Entebbe (Uganda) und Nairobi (Britisch-Ostafrika), eine Anzahl sind nach Indien, besonders nach Ahmednagar, überführt worden, darunter auch Missionare und ihre Frauen. In Dar-es-Salam und Tanga hat die National Bank of South Africa Ltd. (außerdem in Mombassa und Nairobi), in Dar-es-Salam auch die Standard Bank of South Africa Ltd. Filialen errichtet. Der Handel nach Tanga, der bereits Anfang November den in Sansibar ansässigen Handelshäusern im Verkehr mit den in Tanga bereits bestehenden Firmen erlaubt worden war, ist jetzt einigermaßen freigegeben, wenigstens für direkten Bezug aus Eng- land, dafür wird aber ein Wertzoll von 10 %, und eine Hafenabgabe von ins- gesamt 5 d für die Br. -Registertonne erhoben. Im übrigen gelten dieselben Be- dingungen für die Verschiffung aus England, wie sie nach Britisch-Ostafrika gültig sind. Direkte Zufuhren aus neutralen Ländern bedürfen der üblichen Ursprungs- und Interessen-Zertifikate, nicht dagegen neutrale, aus England wieder ausgeführte Waren. Auf Spielkarten ist eine Steuer von 20 cents für das Spiel, auf das eingeführte Salz die Inlandsbesteuerung von 2,75 Rupien per 100 kg brutto gelegt worden, in Übereinstimmung mit der deutschen Salzsteuerverordnung vom 12. Mai 1904. Die Häfen Pangani, Sadani und Bagamoyo sind nur für den Küstenverkehr geöffnet, und der Handel daselbst unterliegt der Kontrolle der Zollbehörden von Tanga und Dar-es-Salam. Von Mombo und West-Usambara ist eine Feldbahn nach Derema, einem wichtigen Straßenknotenpunkt (nicht das bekannte Derema im Kaffee- gebiet Ost-Usambaras), fertiggestellt. Schließlich ist noch von Interesse, daß ein Zyklon an der ostafrikanischen Küste, namentlich in Chinde und Quilimane in Portugiesisch-Ostafrika, großen Schaden angerichtet hat. Es ist aber kaum anzunehmen, daß dieser Wirbelsturm auch die nördlichen Teile Deutsch-Ostafrikas betroffen hat. Nach dem Zeugnis eines schwedischen Ingenieurs, der bis Juli 1916 in Deutsch-Ostafrika lebte, konnten, wie das Aftenbladet meldet, von dem Bahnbau Tabora-Ruanda, der die reichen Gebiete dieses volkreichen Nord- westbezirkes erschließen und über Dar-es-Salam mit dem Weltmarkt in Ver- bindung bringen sollte, trotz der andauernden Beunruhigung des Schutz- gebietes durch feindliche Truppen nicht weniger als 200 km fertiggestellt werden. Ansprüche Neuseelands und Australiens auf die deutschen Südseeinseln. Der neuseeländische Ministerpräsident Massey erklärte dem Vertreter des „British Australasian", daß Neuseelands Ziel darin bestände, keine deutsche Nachbarschaft mehr zu haben; er sei persönlich auch davon überzeugt, daß die Deutschen ihre bisherigen Südseebesitzungen nicht mehr bekommen — 132 werden, und er glaube- berechtigt zu sein, zu sagen, daß Neuseeland Samqa zu behalten wünsche; sicherlich werde die Angelegenheit auf der Reichs- konferenz zur Sprache kommen und es könne gar keinem Zweifel unter- liegen, wie die anderen Vertreter der Überseebesitzungen sich dazu stellen! Der stellvertretende Premierminister und Finanzminister, früher Minister- präsident Sir Josef Ward, drückte sein Erstaunen aus, daß in der Verbands- note von den Südseeinseln nicht die Rede war. Auf der Reichskonferenz werde aber sicherlich viel über sie gesprochen werden und die Vertreter Australiens und Neuseelands seien entschlossen, dafür zu kämpfen, daß die [nseln nicht mehr einer fremden Macht ausgeliefert werden, und in dieser Forderung stände die ganze öfTentliche Meinung der Dominien tatsächlich hinter ihnen. Offenbar sähen viele Leute noch nicht ein, welche gewaltige Veränderungen in der Sudsee durch die Eröffnung des Panamakanals für den ganzen Südseehandel eintreten werden. Die Südsec werde in den klim- menden Jahren eine stärkere Entwicklung nehmen als irgend ein anderes gebiet der Welt. Ein aus Vertretern der verschiedenen australischen Staaten bestehender, in Melbourne tagender Untersuchungsausschuß für den Südseehandel be- schäftigt sich mit der Ausgestaltung des australischen Handels in der Süd- see und der anzustrebenden Verdrängung besonders des deutschen Kopra- handels durch Australien, ferner auch mit der Handelsschiffahrt in der Süd- see sowie mit der Phosphatindustrie daselbst. Auch die Verdrängung des australischen Handels durch die Japaner auf den Karolinen und Marshall- inscln war Gegenstand der Untersuchung, Australien müsse große Anstren- gungen machen, um seinen Handel dort wieder zu beleben, vor allem sei die Entwicklung einer Dampferverbindung dorthin unerläßlich. Deutsch-kolonialer Kakao. Auf den Auktionen in London gelangen, wie die englischen Handelsbei'u :hte melden, jetzt häufig größere Mengen Kakao aus Kamerun und Samoa zum Verkauf. donsoll im Jahre 191 6 12 sooSack Kamerun-Kakao eingeführt haben. InAuktions- berichten vom 15. Januar 1917 wird gemeldet: Samoa erreichte 75 bis 85 1 / 2 sh für ^ut bis erstklassig. Am 26. Januar wurden für 250 Sack Samoa 77 sh bezahlt. (Akra erzielte im Januar nur 58 sh.) Am 31. Januar gelangten von 400 Sack Samoa-Kakao ii.j Sack zum Verkauf zu 73 sh für gemischte Sorten, 75 1 / 2 sh für mittel und 85 bis 85' , sh für gepflegte Bohnen. Am 7. Februar wurden von 2386 Sack Kamerun-Kakao 1268 Sack abgesetzt zu 68 sh für graue Ware und 70% bis 73 sh für feine; lür Samoa-Kakao war wenig Kauflusl vorhanden, nur 8 Sack wurden und zwar zu 73 sh für II. Zum Vergleich sei angeführt, daß gleich- zeitig Akra 65 s!], Trinidad 7* bis 8j sh, Ceylon 86 bis 87V9 sn erzielten. Anfang Februar kamen wieder 460 Sack Samoa-Kakao an, am 16. Februar wurden [80 Sack mit 7* bis 8i sh verkauft, auch die anderen Kakaosorten zeigten Mitte Februar Steigende Preise, wohl schon eine Wirkung des Kakaoeinfuhrverbots als heimin \ d< 1 f-Bootskrieges. 133 pjlB3] Aus fremden Produktionsgebieten. (§3 Ägyptische Landwirtschaft. Hierüber macht Dr. Paul König-Damaskus, vor Kriegsausbruch Direktor der ägyptischen landwirtschaftlichen Versuchsstation zu Bahtim bei Kairo, interessante Angaben in den Mitteilungen der Deutschen Land- wirts-Gesellschaft, von denen wir einiges hier auszugsweise wiedergeben wollen. Er betont vor allem die gänzliche Abhängigkeit Ägyptens von der Landwirtschaft, diese wieder von der Landbewässerung, die ihrerseits wieder von der Umsicht der Regierung abhängt. Der Wechsel der sieben fetten und mageren Jahre bedeutet also nichts weiter als einen Wechsel in der Güte der Machthaber. Interessant ist ferner die Mitteilung, daß die Resultate des neuen Assuandammes von denen der um 2300 v. Chr. ange- legten Stauanlage des Mörissees weit übertroffen werden, da dieser, der eine Fläche von 2800 qkm einnahm, wohl an die 8 Milliarden Kubikmeter Wasser, also genug Wasser für die Bewässerung von 8XV2 Million Feddan (ä 4200 qm), staute; es liegen Pläne vor, auch diese Anlage wieder erstehen zu lassen und so die zur intensiven Bewirtschaftung des Landes noch fehlenden 4 Milliarden Kubikmeter Wasser zu gewinnen. Ein zweites altes Wasserbau- kunstwerk ist der 350 km lange, mit dem Mörissee in Verbindung stehende Yussufkanal, auf dessen Reste die Agyptologen ab und zu stoßen. Noch zur Römerzeit kann Ägypten nach Angaben von Diodorus, Theokrit, Ampelius u. a. nicht viel weniger Einwohner als heutigen Tags gehabt haben; die Anbaufläche war, nach der großen Getreideausfuhr zu schließen, vielleicht sogar etwas größer als jetzt; es lieferte etwa % des Getreides, das Rom verbrauchte, d. h. etwa 1% Millionen Hektoliter. Eigene 420 Fuß lange, 57 Fuß breite Getreideschiffe führten es nach Rom. In neuerer Zeit legten der erste Khedive Mohammed Ali (1805 bis 1848) und Ismael Pascha (1863 bis 1879) hauptsächlich Wasserbauten an, letzterer allein zwölf Kanäle in einer Länge von zusammen 8400 englischen Meilen, ihnen folgte dann England mit dem Staudamm in Assuan. Ägypten ist nicht nur Durchgangsstraße nach Indien, Kohlenstation und Baumwollieferant, sondern auch heute noch ein großes Produktious- land für Ackerbauprodukte aller Art, und daher in Kriegszeiten ein wichtiger Truppenverpflegungsort, dazu im Winter noch Erholungs- und Genesungsstation. Auf Befehl läßt sieh leicht der Baumwollbau mit Weizen vertauschen, um so eher, als Baumwolle wegen ihrer ungewöhnlichen Au- bauzeit gar nicht recht in den Fruchtwechsel hineinpaßt; denn diese erfordert ein ganzes Vegetationsjahr (März bis November), während für Weizen nur 5 (November bis April), für Gerste ebenfalls 4 bis 5, für Mais 2 x /% bis 3% (Juli bis September), für Reis ebenfalls 3, für Klee bei drei bis fünf Schnitten 6 bis 7 (September oder Oktober bis April) Monate zur Saat bis Ernte be- nötigt werden. Man kann also auf dein gleichen Felde im selben Jahre hintereinander Weizen und Mais bauen, eventuell nach September bis No- vember noch Klee einschieben. Daher übertreffen die Ernteflächen in jedem Jahre die Größe des bebauten Landes ungefähr um die Hälfte. So z. B. waren 1912/13 von den 7 953 868 Feddan bebaubaren Landes 5490168 Feddan bebaut, von letzteren waren aber die Ernteflächen 7 712 412 Feddan groß. f34 Daß die Baumwo Tabelle hervorgeht. Baumwolle . . Mais . . . Futterpflanzen Weizen Gerste Reis . Bohnen Zuckerrohr Gemüse, Obst lkultur alles zurückdrängt, ist ein Irrtum, wie aus folgender m Jahre 1912/13 waren bebaut mit 1 723 094 Feddan =- 22.35 % der bebauten Fläche, 1 852 760 1 664 662 ., 1 305 577 369 159 242 367 478 187 48 468 28138 24,02 ., ,. 21,58 ., ,. 16,93 4.74 » •. 3»i4 » <• 6,20 ,. . 0,63 .. .. 0,36 „ „ 7 712 412 Feddan. Die Verteilung des Landes ist gleichfalls der Änderung des Anbaues recht günstig, weil der Klein- und Großbesitz eine viel größere Rolle spielt als der Mittelbesitz. Von den 1 486 098 Grundbesitzern, denen 5 490 168 Feddan gehören, sind 1 34° J 53 Kleinbesitzer mit 1 393 381 77 140 Bauern mit 504 493 11 260 Bauern mit 273318 8438 Eigentümer mit 325991 12509 Großgrundbesitzer mit 2456609 8 059 europäische Landbe- sitzer mit jeder hat weniger als 5 Feddan« ., ,. 10 bis 20 Feddan. .. 20 bis 30 .. 30 bis 50 .. über 50 717936 .. . Interessant ist auch ein Vergleich der landwirtschaftlichen Ein- und Aus- fuhr zu Friedenszeiten (191 2). Ausfuhr. Baumwolle 8 306 948 Kantar (zu je 45 kg) Baumwollsamcn 4907357 Ardeb (a 1.98 hl) Baumwollöl Ölkuchen Rohrzucker Reis Zwiebeln Tomaten Datteln Rohhäute Wolle Weizen Gerste Mais Linsen Bohnen | trockene) .... Eier 150404000 Stück Wachteln 1 343 750 E i n f u li r. Mehl 1 Weizen oder Mais) . 1 .4 1 765 Tonnen Butter 997 ,. »e 3 368 Schmalz 919 ,, I 222 Tonnen So 778 ■ • 9421 r 25 142 " 1 21 778 ■ 2 297 • . 983 •1 3 177 . 2 046 .. 9S80 Ardeb 18677 .. 6328 .. 7465 97 493 1 — 135 — Fleischkonserven i 788 Tonnen Zucker 35 053 Olivenöl 3 066 Getrocknete Früchte ... 21 S21 ,, Rindvieh. . 32271 Stück Schafe, Hammel. Ziegen . . 252 814 ,, Es geht also daraus hervor, daß die Einfuhr an Nahrungsmitteln die Ausfuhr weit übertrifft, wenn man von dem riesigen Zwiebelexport absieht; auffallend ist. daß Ägypten nicht einmal seinen eigenen Zuckerbedarf zu decken vermag. Nach Königs Ansicht ist aber diese große Nahrungsmittelzufuhr fast ausschließlich eine Folge des Fremdenzustroms der Monate November bis März. Wenn man von Baumwolle und ihren Nebenprodukten, Samen und Ölkuchen, absieht, so kommen als wichtige Ausfuhrprodukte der Landwirtschaft überhaupt nur Zwiebeln. Reis und Eier in Betracht.) Sollte also der Baumwollbau zugunsten des Getreide- baus eine stärkere Einschränkung erfahren, so würden große Massen landwirt- schaftlicher Erzeugnisse für die Truppen frei werden. Salpetergewinnimg in Chile im Jahre 1918. \) Im Jahre 1916 erzeugte Chile 63,2 Millionen Zentner Salpeter gegen v s .2 Millionen im Jahre 1915 und 53,5 Millionen im Jahre 1914. Zu Beginn des Jahres 1916 betrug der Vorrat 17,1, zu Ende desselben 16,3 Millionen Zentner. Verschifft wurden 64 gegen 44 und 40,1 Millionen Zentner. Sowohl für Erzeugung wie für Verschiffung handelt es sich im Jahre 1916 um die höchsten je erreichten Zahlen. Als der Krieg begann und England die Zentralmächte von der chileni- schen Salpeterzufuhr abschnitt, befürchtete man geradezu den Ruin der chileni- schen Salpeterindustrie, führte doch allein Deutschland vor dem Kriege Salpeter im Werte von 171,9 Mill. M. ein. Bei Kriegsausbruch arbeiteten bei einem Durch- schnittspreis von 8 M. für den Zentner 134 Gesellschaften mit einem Kapital von 600 Mill. M.. von denen nur etwas über ein Drittel chilenisch, ein volles Drittel englisch war; im März 1915 waren nur noch 36 Gesellschaften in Betrieb, da der damalige Preis von 5.70 M. nicht mehr die Gestehungskosten deckte; im Juni 1915 waren aber bei etwas höheren Preisen bereits wieder 61 Gesellschaften in Tätigkeit. Anfang des Jahres 1916 kostete Salpeter fob Chile 7 sh für den Zentner: der Preis fiel im März auf 6 sh 8V2 d, um dann nach und nach auf 9 sh 4 1 L , d zu steigen. Der Rückgang dauerte also kaum ein Jahr, und zwar war es die schnell zunehmende Sprengstoffindustrie der Ententemächte und vor allem der für sie Munition liefernden Staaten, welche den Aufschwung herbei- führte; nimmt doch diese 45% aes erzeugten Salpeters auf. Man befürchtet aber in Chile mit Recht, daß nach Ende des Krieges eine bedenkliche Lage entstehen wird, wenn der große Verbrauch für Sprengmittel aufhört und Deutschland wirklich in der Lage sein sollte, auf chilenischen Salpeter infolge seiner Stickstoffindustrie zu Düngerzwecken zu verzichten. Je länger der Krieg dauert und je mehr Stickstotiäbriken in Betrieb sein werden, um so gefahrlicher dürfte die Lage Chiles werden, zumal auch andere Länder Deutschland alsbald nach- ahmen dürften und es- zum Teil sogar schon tun. Steht es doch schon jetzt ziemlich fest, daß der chilenische Salpeter gegen das nach dem Haberschen l ) Siehe auch Tropenpfl. 19 16. S. 668. Tropenpflanzer 1917, Heft 3. IO U6 Verfahren gewonnene Ammoniumsulfat im Wettbewerb unterliegen muß; anderer- seits erwartet man, wenigstens für die erste Zeit nach dem Kriege, eine vermehrte Ausfuhr nach Indien und China. Q G33G13 Vermischtes. Ersatzfaserstoffe. I Herüber verbreitet sich in den Mitteilungen der Deutschen Landwirt- schafts-Gesellschaft Geh. Hofrat Prof. Dr. Reinke in Braunschweig. Er geht von den Bedürfnissen der Großindustrie aus, die groüe Mengen billiger faserreicher Rohstoffe verlangt, und zwar sollen die Fasern sich leicht maschinell gewinnen lassen, lang, dünn, gut spaltbar und bleichbar sowie von großer Festigkeit und Elastizität sein. Diese Eigenschaften besitzen aber vor allem die gebräuchlichen tropischen Fasern, und daher steht die Industrie den heimischen Rohstoffen vielfach ablehnend gegenüber. Wäh- rend zur Loslösung der Fasern gewöhnlich Wasser- bzw. Tauröste angewandt wird, ist es erstaunlich, daß die Großindustrie noch nicht besondere Labo- ratorien oder Versuchsstationen geschaffen hat, um die chemischen oder physikalischen Verfahren, Alkalien, wie Kalk oder Natron, bzw. Hochdruck, näherer Prüfung zu unterwerfen; erst neuerdings befassen sich einig« Fabriken, z, B. in Hamburg und Neumünster, damit, halten aber aus ge- schäftlichen Gründen ihre Verfahren geheim, daher hat sich jetzt die Land- wirtschaft mit Recht der Aufklärung dieser Fragen angenommen. Ebenso wie die Papierfabrikation, welche bei der Zellulosegewinnnnu möglichst reine Fasern von i bis 2 mm Länge gewinnt, große Wasser- mengen braucht, für i kg etwa 4000 Liter, so ist auch die chemische Los- lösung langer Gespinstfasern an Gegenden mit viel Wässer gebunden; oft wird man gut tun, diese Anlagen mit Papierfabriken zu verbinden. Das Auf- schließen der Zellulose geschieht durch schweflige Säure. Kalk oder Natron- lauge in einer 20- oder 10 %igen Konzentration, Auch schon in S% Natronlauge kann man bei 6 Atmosphären Druck sehr schönes Papier ge winnen. Die Zellulose läßt sich nun in losbaren Zustand überfuhren, wieder ausscheiden, pressen und so zu Garnen und Geweben verarbeiten; oder man kann auch auf dem Umwege über Papier Gespinste herstellen. Hierzu komml es also nicht auf die Art und Länge < K r Fasern der Pflanzen an, sondern nur auf die Menge der Zellulose und die leichte Erlangbarkeit große 1 Massen, sei es von wilden Pflanzen, sei es aus Abfällen anderer In dustrien, sei es durch Anbau. Die eigentlichen Gespinstfasern dagegen stammen von Pflanzen ab, die entweder verarbeitbare Ilaare besitzen, wie die Baumwolle, oder aber. wozu sämtliche heimischen in Betracht kommenden Materialien gehören, von Pllanz.cn mit Siranggefäßbündeln oder Bastfasern, welch letztere ent- mi bündelweise oder einzeln liegen. Die einzelnen Bastfasern haben nur 1 inen Durchmesser von 0,07 bis 0,25 nun und eine Länge von j.7 bis 1.35 nun. sie sind demnach zur Verarbeitung als Einzelfasern zu dünn. Es ist also nicht der Zweck dir Bearbeitung, die Zellen völlig zu isolieren, sondern nur die Faserstränge der T.änKc nach zu spalten und die die Faserzellen ver- kittende Interzellularsubstanz sowie die verholzenden Stoffe soweit nötig zu entfernen; beispielsweise soll bei Flachs 2% des Lignins in den Fasern verbleiben. Dadurch erzielt man technische Fasern, die eine viel größere Länge haben als die einzelnen Faserzellen, während durch die Isolierung der einzelnen Zellen ihre Spinnbarkeit verloren gehen und die Qualität leiden würde. Im allgemeinen fällt die technische Reife der Fasern bei den Faser- pflanzen zeitlich in eine frühere Periode als die botanische Reife; z. B. liegt sie beim Hopfen etwa 14 Tage früher, und beim Flachs sind die grünen Stengel besser geeignet als die Vollreifen. Außer der Loslösung der Fasern durch mehrwöchiges Lagern in stehendem Wasser oder etwas kürzere Behandlung in fließendem Wasser oder durch Tauröste, bei welchen Verfahren Bakterien die Lösung ver- ursachen, die teilweise aber auch die Zellulose selbst angreifen, kommt vor allem eine Aufschließung durch stark verdünnte Natronlauge (in 1- bis 3%iger Konzentration) oder Kalk in Betracht, ev. mit Hochdruck oder längerem Kochen verbunden. Auch kann man die Bastfasern vorher abziehen oder mechanisch durch Walzen oder Brechen isolieren oder 24 Stunden in Vs%iger Salzsäure aufweichen. Die Hopfen faser ist zwar gut aufschließbar, ungemein lang und zum Verspinnen geeignet, aber schwer zu gewinnen und von mäßiger Güte; ferner verwenden die Bauern die Zweige und jungen Spitzen lieber als Vieh- futter; jedenfalls wird daher das Material recht teuer. Aus den Rück- ständen bei der Fasergewinnung könnte man eine gute Holzkohle gewinnen. Von Versuchen mit Weidenröschen und Besen ginster ist man abgekommen, da die Loslösung der Faser nicht recht gelang; nach geglückten Versuchen dürfte eine schwachsaure Vorbehandlung am Platze sein. Die Nessel ist anspruchsvoll in bezug auf Kultur, da sie wässrigen Humus- boden und Bruchholz verlangt; möglicherweise eignet sich die sibirische Hanfnessel (Urtica cannabina) besser dafür, da sie sich mit trockenem und sogar minderwertigem Boden begnügt; in schwachsaure Lösungen gelegt, läßt sich die Rinde leicht abziehen, und bei weiterer Behandlung treten die Fasern heraus. Das Kolben röhr (Typha oder Rohrkolben) läßt sich gut aufschließen und gibt eine gute Faser, wenn man schwach- prozentige Natronlösung etwa acht Stunden lang einwirken läßt; man muß aber genau acht geben, daß die Faser nicht angegriffen wird; leider ist die Pflanze nicht allzu häufig. Auch die Binse gibt ein wider- standsfähiges und elastisches Material, während die Weidenfaser in trocknem Zustande wie Glas brechen soll. Kartoffelkraut liefert kaum Fasermaterial, wohl aber elastische verholzte Stränge, die höchstens zu Besen verwendbar sind. Spargelkraut gibt ziemlich lange Stränge, die aber wohl nur zu Zellulosebereitung verwendbar sind, und der Transport nach den Fabriken dürfte seine Schwierigkeiten haben. Die Fasern sind nämlich zwar elastisch, aber in den unteren Teilen der Pflanze stark verholzt, und die vielen Seitenzweige hemmen die Isolierung; vielleicht eignen sie sich aber zu Besen, da das mit Natronlauge behandelte Kraut fest und elastisch und für große Bindegewebe verwendbar ist; als Nebenprodukt könnte man noch Chlorophyll gewinnen. Erbsen stroh gibt gute Fasern, hat aber zu viel Futterwert; Sau- bohnen eignen sich weniger, aussichtsvoller dürften Ackerbohnen 10* [ 3 8 sein, deren Stroh ja zumeist nur in Schafställen verwendet wird; jedoch i.-t die Faser hart und grob. Etwas dankbarer scheinen Lupinen zu sein, deren feste, auch trocken elastische Faser in schwach salzsaurem Bade mechanisch ablösbar und mit 2% Natronlauge leicht bis zu 8 % ge- winnbar ist. Das entfaserte Stroh liefert 30 % Zellulose. Die Faser der \V e i n r e b e , aus den im Frühjahr abgeschnittenen Trieben durch Natron- lauge gewonnen, ist widerstandsfähig, aber grob, und kann eher als Hart- faser in Betracht kommen; bei 101 951 ha Weinreben würde man bei 10', Faserausbeute etwa 163 021 dz gewinnen können. Sonnenblumen liefern zu wenig Fasern, die Stengel werden auch zum Decken von Dächern benutzt. Stroh würde sich eignen, wenn sich nicht die Verwendung als Futter mehr empfehlen würde; 100 kg Stroh liefern 60 kg Fasern. Die Tabakstrünke eignen sich nur indirekt zu Gespinsten, indem sie 20% recht guter Zellulose geben. Die sonst noch empfohlenen Pflanzen wie Kal- mus, Mais, Melilotus, Seegras, Seetang, Malven, Brombeerranken, Wollgras- haar, Silberpappel, Distelblüten usw. haben dagegen wenig Wert. Jedenfalls zeigt aber diese Übersicht, daß es zweifellos möglich i.-t. aus einheimischen Pflanzen Fasern zu gewinnen, welche die Großindustrie befriedigen, und zwar sei neben Flachs und Hanf besonders auf Binsen sowie Anpflanzungen der Hanfnessel aufmerksam gemacht. England als Kakaomarkt. Während früher England keine sehr große Bedeutung als Kakaomarkl gehabt hatte, auch sein Verbrauch nicht sehr bedeutend und seine Ausfuhr weder an Kakaobohnen noch an Erzeugnissen beträchtlich war, ist dies infolge des Krieges völlig anders geworden. Es ist jetzt der größte Stapel- platz Europas geworden, der Holland und Lissabon weit übertrifft. Auch der Kakao verbrauch Englands übertrifft schon den Hollands, wenngleich er im letzten Jahr wieder abgenommen hat. Immerhin verbraucht das Heer andauernd große Mengen Kakaopulver, während es schwer ist, die bei der Herstellung desselben frei werdende Kakaobutter abzusetzen, zumal auch Kuliland, -< >n - 1 ein großer Abnehmer hierfür wie übrigens auch für Kakao. beinahe vollständig abgesperrl i-t. Es betrug in Tonnen; 1913 0,14 1915 [916 Einfuhr 35 73' 42 ss», 84865 95346 ausfuhr . 6 886 i 2 646 -7 957 -4 4'.S Verbrauch 27585 29038 17267 38798 Vorräte Ende des Jahres 10358 u 332 19856 43688 An der Zufuhr waren beteiligt: IM14 1915 [916 Tonnen Tonnen rönnen Ecuador toaoo 10800 10500 Brasilien 5900 10500 5700 Akra (GoldkQstej 9400 3640.1 48 100 1 eylon 1 500 3 100 2000 Britisch-West-Indien 10000 11 700 1 1 000 Andere Lander 5000 löooo 12000 — 139 — Aus dieser Tabqlle geht hervor, daß die Goldküste jetzt über die Hälfte der Einfuhr Englands liefert, während es im Jahre 1914 von den 54000 Tonnen der Akraerntc erst 9400 aufnahm. Es wird darauf zurück- geführt, daß diese geringe Sorte bei der Uberfüllung der noch freien Märkte mit Kakao nicht mehr wie früher anderswo ihren Absatz hat finden können, so daß das Mutterland das meiste hat aufnehmen müssen. Wenn jetzt in- folge des englischen Einfuhrverbots für Kakao die Goldküste auch dieses Absatzgebiet verliert, wird die Kolonie in eine sehr schwierige Lage kommen, um so mehr, als gerade die letzte Ernte (Ausfuhr in elf Monaten des Jahres 1916 63000 Tonnen) sehr groß gewesen ist und die des Vor- jahres noch übertroffen haben dürfte. Geradezu bedrohlich würde die Größe der Ende 1916 in England lagern- den Vorräte sein, zumal sie sich bis Ende Januar auf 47000 Tonnen (=700000 Sack) erhöht haben, wenn nicht infolge des U-Bootkrieges neue Kakaozufuhren seitens der Regierung verboten worden wären. Immerhin übersteigen die Vorräte den Verbrauch Englands selbst in einem Kriegs jähre; außerdem liegen noch 3000 Tonnen fertige Kakaoware in England, das Zehnfache der Friedenszeit. Natürlich ist bei der wachsenden Knappheit der Nahrungsmittel in England ein ungewöhnlicher Ansturm auf Kakao zu erwarten, aber der Zuckermangel wird seine Verarbeitung zu Schokolade etwas hindern; dagegen dürfte Kakao vielfach als Ersatz für den gleichfalls bald knapp werdenden Tee in Frage kommen, da zum Süßen des Kakao, wenn der Zucker nicht reichen sollte, Sacharin verwendet werden kann. Portugals Kakaohandel. Nachdem die deutschen Kaufleute, in deren Händen der Kakaohandel Lissabons bis zum Eintritt Portugals in den Krieg gelegen hatte, verdrängt waren und ihr Besitz größtenteils versteigert worden war, übernahmen portugiesische Kaufleute, zum Teil mit englischer Hilfe, das Kakaoausfuhr- geschäft. Jetzt will aber die portugiesische Regierung den freien Handel ausschalten und selbst sämtlichen, aus portugiesischen Besitzungen stammenden Kakao übernehmen. Bei dem Geldmangel Portugals kann dies natürlich nur mit englischer Hilfe geschehen, und die den notleidenden Pflanzern San Thomes zu gewährenden Hypotheken und Erntevorschüssc werden aus englischen Geldern stammen; dafür werden aber auch die Eng- länder den Weltmarktpreis vorschreiben. Da schon die ganze Erzeugung von Guayaquil-Kakao in den Händen einer englisch-amerikanischen Firma liegt, und da die britischen Kolonien schon an sich über ein Drittel dei Weltproduktion erzeugen, so würde auf diese Weise England dazu ge langen, auf etwa zwei Drittel des Weltkakaos die Hand legen zu können und würde damit eine Monopolstellung beim Kakaohandel erlangt haben. Von einer Weltcrnte von 289000 l Kakao (im Jahre [915) würde nämlich dann England 186000 t kontrollieren, und zwar Kakao von Tonnen Tonnen Guayaquil 40000 Akra 70000 San Thome 35 000 Trinidad 25 000 Kleineren Ländern 10000 Grenada 6000 . Vorläufig sträuben sich zwar noch die portugiesischen Kaufleute gegen diese Monopolbestrcbungcn ihrer Regierung und protestieren in Versamm- 14*» — hingen eifrig dagegen. Ob sie aber imstande sein werden, die Pläne zu hintertreiben, ist sehr fraglich, da doch, wie es scheint, die Existenz der Pflanzer San Thomes von einer schnellen Hilfe abhängt und es kaum möglich sein wird, den Kakao anderswo unterzubringen, zumal auch die Vereinigten Staaten ziemlich große Vorräte aufgestapelt haben. Vielleicht werden aber die durch den Unterseebootkrieg hervorgerufenen Schwierigkeiten Englands den Plan zum Scheitern bringen, da die Monopolgelüste Englands mög- licherweise bald vergehen werden, und das Geld wohl bald auch nicht mehr in England so reichlich fließen wird. GSgßgl Auszüge und Mitteilungen. g§)g3) Die Ernte Argentiniens. Die Ernte Argentiniens scheint in diesem Jahre durchaus zu versagen. Anfang Januar rechnete man nur noch auf 2106320 Tonnen Weizen, 487850 Tonnen Hafer und 134 120 Tonnen Leinsaat. Da der Eigenbedarf Argentiniens an Weizen für Verbrauch und Saatgut sich auf 1,8 Millionen Tonnen beläuft, und der Vorrat Ende 191(1 nur 650000 Tonnen Weizen betrug, so bleiben für die Ausfuhr nur 956320 Tonnen Weizen zur Verfügung, also eine im Verhältnis zum Durch- schnitt gewaltig zurückbleibende Menge, die nur einen sehr kleinen Teil des großen Bedarfes von England, Frankreich und Italien zu decken imstande sein würde. Auch die Maisernte Argentiniens hat infolge von Trockenheit und Heuschrecken stark gelitten, so daß man nach neueren Kabelnachrichten die für die Ausfuhr verfügbare Menge Mais nur auf 2 Miliin